Pro und Contra : Kann Drygalla für ihren Freund verantwortlich gemacht werden?

Nadja Drygalla hat das olympische Dorf verlassen. Kann man der Ruderin vorwerfen, mit einem Neonazi liiert zu sein? Nein, sagt S. Dobbert; C. Bangel widerspricht.

Contra: Ein Sportverband darf seine Athleten nicht in Sippenhaft nehmen

Es geht um eine Sportlerin, die einen Nazi liebt. Seit Jahren schon. Am Donnerstag warteten ihre Kolleginnen an der Olympiastrecke auf sie. Vergebens. Die Ruderin Nadja Drygalla hat ganz schnell das olympische Dorf verlassen . Es klingt so, als wäre sie vom DOSB dazu gedrängt worden. Weil ihr Freund ein Nazi ist , NPD-Kandidat und führender Kopf einer militanten Kameradschaft. Was er tut, geht über die Grenzen unserer Toleranz hinaus. Es gehört verurteilt. Wann immer möglich, muss es bestraft und geächtet werden.

Ein anderes Beispiel aus der rechten Ecke: Bei den Bayreuther Festspielen wurde vor Kurzem ein Sänger nach Hause geschickt , weil er sich ein Hakenkreuz hatte tätowieren lassen. Der Rauswurf war verständlich.

Der Kampf gegen Rassisten, das Hinsehen, gehört zur Verantwortung Deutschlands. Keinem Nazi darf in Deutschland eine Bühne geboten werden.

Steffen Dobbert

Steffen Dobbert ist Redakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Aber jetzt geht es um eine Sportlerin, die einen Nazi liebt. Ist ihre Beziehung ein Vergehen, gar ein Verbrechen, ein moralisches, gar ein sportrechtliches? Ist es richtig, sie deshalb von den olympischen Wettkämpfen, der Abschlussfeier fernzuhalten?

Nein, das ist es nicht. Verwandtschaft, Freundschaft, Liebe können nicht bestrafenswert sein. Solange Nadja Drygalla nicht selbst als Nazi bloßgestellt ist, darf sie nicht wegen der Handlungen ihres Freundes benachteiligt werden.

Andersdenkende und Andersaussehende zu respektieren, ist einer der größten Werte unserer Gesellschaft. Darum beneiden uns viele Menschen, die nicht in Deutschland leben. Umso wichtiger ist es, diese Toleranz, diese Freiheit zu schützen und zu verteidigen. Das bedeutet nicht, dass wir die Maßstäbe der Gerechtigkeit verschieben dürfen. Es darf nur der bestraft werden, der eine Straftat begangen hat.

Nadja Drygalla war in London , um zu rudern. Es mag der Verdacht nahe liegen, sie sympathisiere mit der NPD , der Partei ihres Freundes. Doch sie hat kein Verbrechen begangen, sich nicht als Rassistin geäußert.

Um es zu verdeutlichen: Was müsste der Freund einer Sportlerin tun, damit ihr Sportverband sie bestraft? Müsste er ein Dieb sein? Ein Mörder? Ein islamistischer Attentäter?

Die Antwort lautet: Es ist egal, was der Freund tut. Ein Sportverband darf seine Athleten nicht in Sippenhaft nehmen. Selbst wenn es schwer fällt, weil die Sportlerin einen Nazi liebt.

von Steffen Dobbert

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Kommentare

696 Kommentare Seite 1 von 73
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Klein Hänschen "verkleidet" sich als Hänschen Klein?

"Ich habe keine Angst vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten."

Auch wieder so ein Kalenderspruch über den man möglichst nicht lange nachdenkern darf.

Was soll denn ein "Faschist in der Maske des Faschisten" sein?
Was für eine Maske trägt der denn dann?
Maske?

Quo Vadis Deutschland

Fast 80 Jahre nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland haben wir das selbe Problem. Wir nehmen alles in Sippenhaft was geht. Nur sind diesmal die Nazi drann. Haben wir wirklich nicht gelernt mit Andersdenkenden umzugehen. Ich find es schade in einem Land leben zu müssen, in dem Sportlerinnen weg ihrer liebe der Traum Olympia versagt wird. Wir sind so großzügig mit Dieben, Schägern usw., aber Sportlern die das Gesetz nicht gebrochen haben, diesen muß man die Zukunft verbauen. Politisch äußerst unsensibel. Es setzt ein falsches Zeichen für die Jugend, klauen, schlagen, Omis betrügen darfst du, sie nur nicht mit einem Nazi befreundet. Bessere Werbung kann die NPD nie bekommen.

Nicht gelesen?

"Viele halten den Umgang mit Drygalla für Sippenhaft. Doch ist es unwahrscheinlich, dass Drygalla mit einem führenden Kader der norddeutschen Neonazis zusammen ist und dessen Ansichten über Rasse, Juden und generell die Ungleichwertigkeit von Menschen nicht zumindest toleriert?"

Mich hat das Argument überzeugt. Schließlich ist der Mann dieser Frau nicht einfach nur rechts. Er ist radikal. Und wenn er sich tatsächlich zu den Abscheulichkeiten um diesen so genannten NSU bekennt auf eine ziemlich ekelhafte Art und Weise. Soweit bisher bekannt ist, ist die Frau nicht nach Hause geschickt worden, sondern ist gegangen. Ich hätte es richtig gefunden, sie gar nicht erst mitzunehmen. Es sei denn, sie distanziert sich öffentlich und ausdrücklich von dem, wofür ihr Lebenspartner öffentlich eintritt.
Die olympischen Sportler repräsentieren ihr Land. Ich finde es wirklich unangebracht, wenn so wichtige Fragen, wie die, die der Autor des Artikels gestellt hat unbeantwortet bleiben. Sowohl was die eigene politische Kultur, als auch was die Welt angeht, in der sie zurückbleiben. Die repräsentativen Charakter hat. Und auf die die Weltöffentlichkeit schaut, die unseren Umgang mit solch wichtigen Themen aufmerksam beobachtet. Alles in allem ärgert mich nur die unfreiwillige Propaganda, die den Rechten durch den Entschluss dieser Frau zukommt, sich ohne eine Erklärung zu verabschieden. Dafür muss man aber nicht sie rügen, sondern den Verband, der ihre Teilnahme nicht verhindert hat.

Liste der teilnehmenden Nationen, ...

auch Menschen Syriens (GeoKoordinaten?) haben andere Prioritäten als nachrichtendominierende, kriegerische Auseinandersetzungen ...

http://de.wikipedia.org/w...

Abdelbasset Saroot, auch eine Stimme Syriens: „Sie wollen nicht für eine Flagge antreten, auf die sie nicht stolz sind und an die sie nicht glauben.“
http://de.wikipedia.org/w...

oder eine Stimmung aus Kiribati („te mauri, te raoi ao te tabomoa“)

Ich stimme ihnen zu

Solange sie nicht gegen Gesetzt verstoßen hat sollte man sich nicht wegen ihrer Überzeugungen bei einer Veranstaltung ausschliessen.

Ob der Verband den sie angehört sich langfristig von ihr trennt weil ihre ideale nicht it denen des fairen Sports und der Völkerverständigung übereinstimmen, ist dann wiederrum sache des Vereins.

Aber die Idee das sie nun nicht an Olympia teil nehmen soll, weil ihr Freund eine seltsame Anschauung hat, ist Sittenhaft von der Schlimmsten seite.

Auch wenn der Freund nu als N*** Tituliert wird, ist er eigentlich verurteilt worden ? selbst die NPD da rf nicht N*** Partei genannt werden, und die Gefährlichkeit aufzuzeigen indem man herauskramt das er eine Demonstration nicht gewaltätig dch zwischenrufe gestört hat, ist wirklich etwas übertriben.

Hätte man nicht wenidstens so was wie Körperverletzung, organiserte Kirminalität oder Aufruf zur Rebellion gegen den Staat finden müssen ?

Oder ist die Störaktion mit zwischenrufen schon das schlimmst was er je als Gesetzesübertritt begangen hat das sie nun in den Medien als Beweis für die gewaltätigkeit ihres Freundes herhalten muss ?

Zusammengefasst.

Wenn ihr Verein kein Problem mit ihrere innern überzeugung all die Jahre hatte, und sie keine Gesetzt gebrochen hat sollte sie bei Olympia antreten dürfen.

Ob ihr Verein sich villeicht von ihr trennt ist eine andere diskusion.

Kann nur zustimmen...

Mittlerweile sehen wir, wie vor unseren Augen ein EU-Imperium entsteht, indem Recht gebrochen wird und durch immer drastischere Maßnahmen mehr und mehr Menschen in die Armut getrieben werden, nur um an der Euro-Ideologie festzuhalten.

Und in Deutschland kocht mal wieder der Topf über, wenn wir das Wort "Nazi" nur hören. Sind wir wirklich immer noch nicht gebildet genug, um mal etwas sachlicher und differenzierter mit dem Thema umzugehen?

Analog dazu kann ich mir vorstellen, wie in 100 Jahren auf der BILD-Titelseite steht: "Skandal!! Ihr Vater war EU-Sparkommissar!"

Opfermythos

Sippenhaft war im Nationalsozialismus eine Terrormaßnahme gegen politische Gegner und deren Familien. Es wurden Ehepartner, Eltern, Kinder, Freunde von politischen Gegnern verhaftet, gefoltert, getötet.

Die Mitglieder der NPD himmeln führende Nationalsozialisten an. Sie sind eng verknüpft mit gewaltbereiten politischen Straftätern.

Hier ist niemand verhaftet, gefoltert oder getötet worden. Die Sportlerin ist noch nicht einmal von den Wettkämpfen ausgeschlossen worden.

Die NPD versucht natürlich - ihrem nationalsozialistischen Vorbild entsprechend - sich wieder in Opfermythologie zu vernebeln, während im Untergrund eine nach der anderen rechtsradikalen Straftat durch ihre Sympathisanten begangen wird.

"...dass man nur für seine Taten verurteilt werden kann."

Es wurde niemand verurteilt. Die Gute ist erschrocken, dass der Nazi-Kontakt öffentlich diskutiert wurde, und hat dann ihre Sachen gepackt.

Viele Sportler brauchen ein positives Umfeld, um gute Leistungen bringen zu können. Ihre Einstellung zu Nazis mag so oder so sein, sie hat realisiert, dass sie weit weg ist von Höchstleistungen und hat die Konsequenzen gezogen.

Kann gut sein, dass sie auf Sportfesten, wo das Publikum anders sortiert ist, wieder klasse Leistungen bringt. Bei dieser Olympiade war es ihr scheint's nach eigener Einschätzung nicht mehr möglich.

Sie ist freiwillig gegangen

nachdem sie realisert hat das sie sich mit jedem weiteren Tag in London einer medialen Hetzjagd ausgesetzt hätte. So wie es auch die anderen Athleten der deutschen betroffen hätte. Vor allem die Athleten mit Migrationshintergrund. Diese Meldung wäre das Zentrum jedes Interviews geworden. Sie hat durch ihren Rückzug Schaden von den deutschen Sportlern und der deutschen Olympiamannschaft abgewendet.
Weiterhin hat sie ihren Lebenspartner vor einer öffentlicher Hetzjagd bewahrt.

Wäre es ihr Vater wäre es anders. Aber ein fester Lebenspartner über mehrere Jahre ? Da teilt man mit Sicherheit die Grundeinstellungen.
Letztendlich ist Rassimus auch keine politische Einstellung. Daher ist es auch nicht Diskriminierung. Was kommt als Nächstes ? Verständnis für Kinderschänder ?

@isa39

"Nazi" ist ein politisch missbrauchter Begriff wie "Demokratie" und "Freiheit", und sollte für eine ernsthafte Diskussion gar nicht verwendet werden.

Ich frage mich auch wie viel Sie, der Autor und viele andere gegen rechtes Gedankengut in der Realität getan haben, um hier moralische Worte zu schwingen. Haben Sie jemals mit Extremisten oder deren Opfern geredet? Spenden Sie in soziale Projekte? Waren Sie jemals in besagten Ecken?

Mediales Nazijägertum ist scheinheilig und völlig kontraproduktiv.

Ich habe viel Sympathie...

...für das Mädel, und auch für die aufgeklärte Sichtweise der grundsätzlichen Trennung zwischen Mensch und Umfeld.

Jedoch überwiegt aus meiner Sicht der dringende Verdacht einer rechtsextremen bzw. doch zumindest rechtslastigen Einstellung.

Während der Freund nämlich ohne jeden Zweifel an Gewalttaten gegenüber ihm missfallenden Menschengruppen beteiligt ist bzw. diese sogar politisch vertritt, will man mir erzählen, die Freundin habe keine Ahnung davon bzw. dazu eine ganz andere Einstellung?

Wie realistisch ist das? Deutschland muss sich gegen aller Art politischen Missbrauchs ihrer demokratischen Freiheiten wehren, will sie denn eine Demokratie bleiben.

Verdacht soll ausreichen?

"Jedoch überwiegt aus meiner Sicht der dringende Verdacht einer rechtsextremen bzw. doch zumindest rechtslastigen Einstellung."

Frei nach dem Motto:

"Wir vermuten, dass Deine Gesinnung uns nicht paßt, wir wissen es zwar nicht, aber braten wir Dir jetzt mal prophylaktisch eins über!"

Wozu braucht man ein Rechtssystem? Ist doch viel einfacher ohne! Vermutung, Bestrafung, fertig. Praktisch und unkompliziert in der Handhabung.

Selbstverstaendlich reicht der blosse Verdacht aus!

Es geht hier ja NICHT um ein Gerichtsverfahren bezueglich eines etwaigen Vergehens, sondern um die Frage, ob es angebracht ihr eine besondere Ehre zuteil werden zulassen, indem man sie fuer D antreten laesst.

Anders gefragt, wuerden Sie als Buergermeister jemanden zum Ehrenbuerger machen, bei dem der Verdacht naheliegt es handle sich um einen politischen Extremisten oder Tierquaeler oder was weiss ich negatives? Nochmal: es geht nicht um eine Schuldfrage im juristischen Sinn, lediglich um den naheliegenden Entzug einer besonderen Ehre, die ihr imho niemals haette zuteil werden duerfen.

Uninformiert

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Funktionäre vom DOSB aus allen Wolken gefallen sind als sie das erfuhren, was der Landessportverband längst wußte. Die Reaktion dieser Funktionärsriege war ja auch dementsprechend (übrigens genauso wie bei allen Führungskräften und Funktionären, die so informiert werden).

Es ist nun mal leider so in unseren Lasnden, dass man Menschen so lange Vertrauen schenkt, bis man davon überzeugt ist, dass sie das Vertrauen nicht verdient haben. Die Reaktionen sind in diesem Falle dann entsprechend heftig.

Das Amt eines deutschen Sportlers

>>Es geht hier ja NICHT um ein Gerichtsverfahren bezueglich eines etwaigen Vergehens, sondern um die Frage, ob es angebracht ihr eine besondere Ehre zuteil werden zulassen, indem man sie fuer D antreten laesst.
Anders gefragt, wuerden Sie als Buergermeister jemanden zum Ehrenbuerger machen,....<<

Die Frau ist nicht aufgrund ihres vorbildlichen Lebenswandels mit einem Amt „beehrt“, sondern in eines der Boote des deutschen Ruderverbandes gesetzt worden, weil sie ordentlich Kraft in den Armen hat. Meines Wissens gibt es weder in den Grundsätzen des NOK, noch im Grundgesetz nur den Hauch einer Andeutung, wen eine Sportlerin lieben darf, und wen nicht.

@switch13:

Wenn Sie mich schon fragen, ob ich mich gegen das rechte Gedankengut etwas unternehme, kann ich sagen, dass ich als Freiwillige ein Jahr lang in einem Altersheim in Tel Aviv gearbeitet habe und im Moment für einen Verein arbeite, der sich um Kinder von Migranten kümmert. Aber auch die, die nicht handeln, haben immer das Recht aufzustehen und sich gegen das Rechtsextremismus zu äußern.

diese Leute bezeichnen sich so

Wie soll man über politische Inhalte sprechen wenn man dabei die fundamentalsten Begriffe nicht mehr verwenden darf. Außerdem finde ich es sehr merkwürdig wenn man von dem Missbrauch der Begriffe Freiheit und Demokratie spricht und diesen in Verbindung bringt mit einem Missbrauch des Wortes Nazis. Diese Leute nennen sich Nazis. Sie führen die Gattungsbezeichnung "national" in allen ihren öffentlichen Äußerungen und wenden sie auf sich an. Also sollte man sie so bezeichnen wie sie sich selber auch nennen. Ich finde wirklich, solange die Auseinandersetzung mit diesem Thema so matschig und undifferenziert geschieht, kann die Debatte auch in den Medien gar nicht intensiv genug darüber sein.

Das Goebbels-Zitat

soll die Denkweise aufzeigen. Wer hier zu tolerant ist, der wird letztlich der Intoleranz anheim fallen. Die Nazis der 1930er Jahre konnten sich auf die Toleranz und den Humanismus der 'Demokraten' verlassen, woraufhin diese von der ihnen entgegenschlagenden Intoleranz der Nazis unterdrückt wurden usw.
Bzw. wurden viele mit den Worten von Toleranz und Humanismus beschwichtigt und dem 'das wird man ja wohl mal sagen dürfen' - ja klar, sagen können alle alles, bloß dürfen sie nicht erwarten, immer auch dafür umarmt zu werden.

@schna´sel

Die Begriffe liegen eng beieinander und werden von denen missbraucht, die keine differenzierte Ahnung haben von deren Ursache. "Nazi" kommt von NAtionalsoZIal, die NPD hingegen ist Nationaldemokratisch.

Dabei ist die Auslegung des Begriffs sehr unterschiedlich. Für einen Volker Kauder ist die Linkspartei "Nazi", für die israelische Elite sind es alle Nicht-Israelis und für Zeitautoren ist alles potenziell "Nazi", was aus Ostdeutschland kommt.

Was Frau Drygalla unterlassen hat

Frau Drygalla, die eine Polizeiausbildung durchlaufen hat, kann sich nicht zum freien liberalen Rechtsstaat bekennen. Sie bleibt in Distanz zu unseren Verfassungsgrundsätzen.

Was hat Frau Drygalla eigentlich g e t a n ?

Sie konnte sich nicht zur Demokratie bekennen und vom Rechtsradikalismus distanzieren als es darauf angekommen wäre. Stattdessen hat sie eine Demonstration veranstaltet, um die NPD als "Opfer" darzustellen.

Frau Drygalla k a n n also etwas Wichtiges nicht überzeugend darstellen, wenn dies unserem Land und Ansehen nützen würde. Von einer deutschen Teilnehmerin an olympischen Spielen darf man das aber erwarten

und trotzdem

Stimmt. Und trotzdem liess Hitler bei den olympischen Spielen 1936 sogar einen bekannten Kommunisten und Mitglied der quasi verbotenen KPD für Deutschland antreten. Also nicht nur den Partner eines Verfassungsfeindes, sondern den Verfassungsfeind höchstselbst.

Die Lehre aus der Nazizeit darf nicht sein, Personen zu diskriminieren, nur weil Jemand in ihrem Umfeld den Stempel "Neonazi" trägt. Wenn wir das tun, sind wir den Nazis ähnlicher als uns lieb sein kann, denn dann unterscheiden wir uns hauptsächlich im Feindbild. Und das Feindbild einer Gesellschaft kann sich leider schnell ändern.

Bier eigenes und fremdes

Bisher kam niemand auf die Idee, dass sich Frau Zumwinkel von ihrem Klausi distanzieren müsse, weil er die Steuer beschissen hat, bisher hat auch noch niemand von meiner Frau erwartet , dass sie sich von mir distanzieren müsse weil ich mal falsch parkte und wenn eine Frau einen Kinderschänder liebt, dann ist das ihr bier und die Kinderschänderei das Bier der Justiz...

"Kann man der Ruderin vorwerfen, mit einem Neonazi liiert....

....zu sein? Nein."

Obwohl ich ziemlich entsetzt bin, dass sie nachhause fahren musste bzw sich dazu genötigt sah. Dass sie auch offenbar die Polizei verlassen musste, ist ebenfalls eine sehr bedenkliche Sache. Eine Gesellschaft, die so beschaffen ist, und glaubt eine freiheitliche Demokratie zu sein, ist peinlich.

Aber einen Vorwurf kann man schon machen, denn das Ideengut der Nazis ist etwas primitiv und gefährlich. Da rechtfertigt auch nicht, dass man gut über etliche Positionen der Leute lachen kann. Da entschuldigt der alte Spruch "Wo die Liebe hinfällt!" nicht.

Wer den Staat bekämpft, kann nicht sein Verteidiger sein

"Dass sie auch offenbar die Polizei verlassen musste, ist ebenfalls eine sehr bedenkliche Sache. Eine Gesellschaft, die so beschaffen ist, und glaubt eine freiheitliche Demokratie zu sein, ist peinlich."

Ich versuch Ihnen mal etwas zu erklären: Polizisten in diesem Land leisten einen Eid auf das Grundgesetz, und als Polizistin für diesen Staat zu arbeiten, beinhaltet, ihn zu bejahen, für ihn einzutreten und ihn gegen Feinde zu verteidigen.

Wenn jemand aufgrund seiner politischen Gesinnung den freiheitlich-demokratischen Staat ablehnt und ihn bekämpft, dann ist das nur folgerichtig, dass so ein Mensch selbstverständlich nicht als Polizistin in Frage kommt.

Sie sind halt von Gesinnung....

....nicht sehr demokratisch. Ob das ist, weil Sie sich mit den Bedingungen politischer Systeme nie auseinandersetzten oder es etwas anderes ist, aber Ihr Argument zieht in der Form nicht, so lange die Person die Verfassung verfassungsmäßig ändern will.

Auch ist zu bedenken, dass der Schaden, den die verirrten Clownerien der NPDler anrichten, nichts ist im Verhältnis zur Aushöhlung der hiesigen Demokratie durch die Verträge von Maastricht, Lissabon und ESM, die in ihrer Wirkung und Durchsetzung wesentlich Verfassungsfeindlicher sind als ein paar Spinner.

Ich kann Ihnen nur empfehlen die Literatur zur Hand zu nehmen, aber meistens werden solche Reflexe, wie Sie sie äußerten, in der Kinderstube verbrochen und eine spätere rekonditionierung ist da sehr schwer. Das ist ja auch das Problem mit den Neo-Nazis.

eine polizei...

... die sich von nazi-symathisanten nicht distanziert würde, das würde mir angst machen!!
hier werden, von einigen kommentatoren, nazis mit kommunisten und der spd verglichen, skurrile vergleiche bemüht, und das ganze als "ach gott sie liebt halt einen rechten" verniedlicht.... ja hallo wo leben wir denn?? toleranz den toleranten!! und nur denen!!!!!!

toleranz den toleranten!! und nur denen!!!!!!

Eine wahre Orwellian Bemerkung. Toleranz ja, aber nur wenn es nicht weh tut. Um es nun ganz offen zu sagen: Ihre These entspricht der Schrebergartenmentalitaet, die unserem Volk so unsaegliches Unglueck gebracht hat. Sie ist in sich intolerant, widerspruechlich und ein echtes Oxymoron. Das Schlimme ist, dass sie so simplistisch einfach und verstaendlich ist, dass man es leicht unterlaesst, ueber die eigentliche Aussage des Satzes nachzudenken. Das ist Faschismus pur.
"We are all equal. But some are more equal than the other."

Allein schon der imperative Anitfa-Stil ...

... des Kommentars macht Angst. ("... toleranz den toleranten!! und nur denen!!!!!!")

".. ja hallo wo leben wir denn?? " - Hoffentlich in einem demokratischen Land, in dem die Menschenrechte für a l l e gelten (So sind sie nämlich gedacht.).

Was hat Frau Drygalla konkret gesagt oder getan, das man ihr vorwerfen muss? - Bisher kam nur, was sie n i c h t getan hat. - Aber damit sind wir wieder bei Orwell (oder McCarthy).

Ich weiß gar nicht was ...

"Wollen Sie - weil Sie die alles entscheidende Frage hier nicht beantworten können -"

... die alles entscheidende Frage für Sie nun ist.

Ich weiß aber, dass solange sich Menschen lediglich um sich selbst kümmern und völlig unbekümmert solche Vorkommnisse okay finden, wir dann irgendwann ein Gesellschaftssystem haben werden, dass nicht Nationalsozialismus heißen wird sondern zig Namen haben kann, egal welchen - Individualrechte und Schutz wird es dann für viele Menschen nicht mehr geben.

leutchen, leutchen!

schebergartenmentalität, antifa-stil, verfassungsfeindlich.... :) eventuell schuldet die späte stunde solche kommentare. interessant wie falasch man offenichtlich einen so einfachen satz verstehen kann und welch abstruse ableitungen gezogen werden, bzw perspektiven eingenommen. lieg ich den falsch wenn ich sage, dass die toleranz der intoleranz eine zunehmende intoleranz zur folge hat? man muss gegen intoleranz doch aktiv vorgehen! und zwar nicht unbedingt mit fäusten oder "entziehung der menschenrechte" lieber hheinemann, oder was ihnen da so einfällt. laut lachen musste ich bei joG, "deutschtraditionell", super. ähh, nein!

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