Wikileaks-GründerEcuador will Julian Assange laut Regierungsvertreter Asyl gewähren

Medienberichten zufolge hat Ecuador dem Asylantrag von Julian Assange zugestimmt. Präsident Rafael Correa wies Aussagen über eine getroffene Entscheidung aber zurück.

Der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, will dem Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl gewähren.

Der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, will dem Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl gewähren.

Ecuador will dem Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl gewähren. Das berichtete der britische Guardian und bezieht sich dabei auf die Aussage eines ecuadorianischen Regierungsvertreters. "Ecuador wird Julian Assange Asyl gewähren", hatte der nicht namentlich genannte Offizielle demnach gesagt. Kurz nachdem der Guardian die Aussagen zitierte, dementierte der ecuadorianische Regierungschef aber. Die Gerüchte über das Asyl sind falsch, schrieb Correa auf Twitter. Es gäbe noch keine Entscheidung, er warte noch auf einen Bericht.

Ecuador hatte die Entscheidung über den Asylantrag des Wikileaks-Gründers Julian Assange längere Zeit aufgeschoben. Zuletzt kündigte Correa in einem Fernseh-Interview ein Treffen der Diplomaten in Ecuadors Londoner Botschaft für den morgigen Mittwoch an.

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Assange war am 19. Juni in die ecuadorianische Botschaft in London geflohen. Ecuador hatte ursprünglich angekündigt, eine Entscheidung über den Asylantrag am 12. August bekanntzugeben, als die Olympischen Sommerspiele in London endeten.

Assange droht Festnahme bei Verlassen der Botschaft

Eine Ausreise Assanges könnte bei Bestätigung des Asylantrags allerdings von den britischen Behörden verhindert werden. Die britische Polizei hat bereits mit seiner Festnahme gedroht, sollte er die Botschaft Ecuadors verlassen. Assange steht noch immer unter Hausarrest und hat mit seiner Flucht in die Botschaft seine Auflagen verletzt.

Laut Angaben des ecuadorianischen Regierungsoffiziellen ist der Antrag mit britischen und schwedischen Diplomaten besprochen worden. Demzufolge hält Großbritannien nicht viel von der Idee eines ecuadorianischen Asyl-Angebots. Auch die schwedische Botschaft sei nicht sehr kooperativ gewesen.

Ecuador bezeichnet Asylantrag als "humanitäre Angelegenheit"

"Wir betrachten den Antrag Assanges als humanitäre Angelegenheit", so der vom Guardian zitierte Offizielle. Der Kontakt zwischen Wikileaks und der Regierung Ecuadors gehe auf den Mai 2011 zurück, als Ecuador als erstes Land überhaupt Einsicht in die Geheimdokumente von US-Diplomaten bekam. Deshalb sei es klar, dass die Flucht in die ecuadorianische Botschaft bereits "eine Art Deal" gewesen wäre.

Assange soll von Großbritannien an Schweden ausgeliefert werden, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden. Der 41-jährige Australier fürchtet aber, weiter an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen durch sein Internetportal Wikileaks verfolgt zu werden. Correa hatte gesagt, allein die Möglichkeit, dass Assange in den USA zum Tode verurteilt werden könnte, sei für seine Regierung ein Grund, ihm Asyl zu gewähren. Er versicherte, sich nicht dem Druck aus Großbritannien, den USA und Schweden zu beugen.

 
Leserkommentare
  1. Viele, die gesellschaftlichen Fortschritt angestoßen haben, sind zunächst als Kriminelle verfolgt worden, teils unter genauso konstruierten Vorwürfen wie in seinem Fall. Wenn er in der Botschaft keinen Hüttenkoller kriegt, kann er seine Freiheit abwarten.

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  2. An Mr. Assange gibt es sicher einiges zu kritisieren, aber seine Arbeit ist wichtig und richtig!

    Hut ab vor der mutigen Entscheidung Ecuadors!
    Der US-amerikanische Druck hinter den Kulissen war sicher nicht ohne...

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  3. 3. CD????

    Gibt es nicht die Möglichkeit ihn in einem Diplomatenfahzeug auf den Eurostar zu bringen und ihn über die Schweiz nach Ecuador reisen zu lassen?

    Wer weiß was?

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    Ich wüsste nicht, was das bringen sollte. Diplomaten selbst dürfen nicht strafrechtlich belangt werden, aber es stellt für die Polizei kein Problem dar ein Diplomatenfahrzeug (dass nur ein Diplomatenkennzeichen trägt, um zu zeigen, dass ein Diplomat drinsitzt) anzuhalten und einen nicht-Diplomaten rauszuholen.

    Es müsste allerdings möglich sein, Assange irgendwie aus der Botschaft zu schmuggeln. Kiste im Kofferraum oder so ähnlich, die Metropolitan Police wird das Gelände ja wohl kaum mit einer Hundertschaft belagern ...

    ...in Prag ebenso verfahren können. Aus der Botschaft kommt er nicht raus.

    Zudem geht es um ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs. Ich habe auch so meine Zweifel daran, dass A. Verhalten wirklich strafwürdig war. Aber ich war nicht dabei. Was passiert ist, kann nur ein Strafverfahren in Schweden klären.

    Ich wüsste nicht, was das bringen sollte. Diplomaten selbst dürfen nicht strafrechtlich belangt werden, aber es stellt für die Polizei kein Problem dar ein Diplomatenfahrzeug (dass nur ein Diplomatenkennzeichen trägt, um zu zeigen, dass ein Diplomat drinsitzt) anzuhalten und einen nicht-Diplomaten rauszuholen.

    Es müsste allerdings möglich sein, Assange irgendwie aus der Botschaft zu schmuggeln. Kiste im Kofferraum oder so ähnlich, die Metropolitan Police wird das Gelände ja wohl kaum mit einer Hundertschaft belagern ...

    ...in Prag ebenso verfahren können. Aus der Botschaft kommt er nicht raus.

    Zudem geht es um ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs. Ich habe auch so meine Zweifel daran, dass A. Verhalten wirklich strafwürdig war. Aber ich war nicht dabei. Was passiert ist, kann nur ein Strafverfahren in Schweden klären.

  4. ... ich freue mich für Ihn und für die Welt. Man vergesse jedoch nie Bradley Manning, der eine unvorstellbare Last zu tragen hat. An dieser Stelle gedenke man auch Mordechai Vanunu und allen anderen, die eine bessere Welt wollen und viel durchgemacht haben.

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  5. Ich wüsste nicht, was das bringen sollte. Diplomaten selbst dürfen nicht strafrechtlich belangt werden, aber es stellt für die Polizei kein Problem dar ein Diplomatenfahrzeug (dass nur ein Diplomatenkennzeichen trägt, um zu zeigen, dass ein Diplomat drinsitzt) anzuhalten und einen nicht-Diplomaten rauszuholen.

    Es müsste allerdings möglich sein, Assange irgendwie aus der Botschaft zu schmuggeln. Kiste im Kofferraum oder so ähnlich, die Metropolitan Police wird das Gelände ja wohl kaum mit einer Hundertschaft belagern ...

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    Antwort auf "CD????"
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    dass die Polizei die Identität der Insassen feststellen darf. Diplomatenfahrzeuge dürfen, soweit ich informiert bin, jedoch nicht durchsucht werden.

    dass die Polizei die Identität der Insassen feststellen darf. Diplomatenfahrzeuge dürfen, soweit ich informiert bin, jedoch nicht durchsucht werden.

  6. Assange ist wohl neben Bradley Manning der bekannteste westliche Dissident. Die Aufdeckungen durch Wikileaks haben einen wichtigen Beitrag für die Bürgerrechte geleistet. Das war ein mutiger Schritt von Assange und ich vermute, dass nicht alles veröffentlicht wurde und er nur dank eines Pfandes und der Drohung dieses zu veröfentlichen, überlebt hat. Wenn man ihn nicht beseitigen kann, so doch zumindest kaltstllen. Assange steht unter Hausarrest, Manning ist im Foltergefängnis eingesperrt. Was ist nur aus unserer Demokratie geworden!

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    Manning und Assange zeigen, wo das erschreckend "flexible" System der "entwickelten kapitalistischen Gesellschaft" seine Grenzen hat. Denn wie häufig läuft sonst Protest ins Leere - wieviele Politiker sich z. B. letztes Jahr mit Occupy solidarisierten! - das System ist äußerst integrationsfähig und hat bisher die meisten Protestformen schlußendlich vereinnahmt.
    Beim "Geheimnisverrat" hört offenbar der Spaß auf. Hier sollten wir alle zusammen weitermachen: Geheimnisse begründen die Herrschaft. Mache jeder öffentlich, was er an derartigen Machtgeheimnissen kennt - sei es im Staat oder in der "Wirtschaft" (=Kapital).
    Einzelne wie Assange oder Manning können sie jagen. Machen es aber viele, wird es für die Mächtigen schwer.

    Manning und Assange zeigen, wo das erschreckend "flexible" System der "entwickelten kapitalistischen Gesellschaft" seine Grenzen hat. Denn wie häufig läuft sonst Protest ins Leere - wieviele Politiker sich z. B. letztes Jahr mit Occupy solidarisierten! - das System ist äußerst integrationsfähig und hat bisher die meisten Protestformen schlußendlich vereinnahmt.
    Beim "Geheimnisverrat" hört offenbar der Spaß auf. Hier sollten wir alle zusammen weitermachen: Geheimnisse begründen die Herrschaft. Mache jeder öffentlich, was er an derartigen Machtgeheimnissen kennt - sei es im Staat oder in der "Wirtschaft" (=Kapital).
    Einzelne wie Assange oder Manning können sie jagen. Machen es aber viele, wird es für die Mächtigen schwer.

  7. Manning und Assange zeigen, wo das erschreckend "flexible" System der "entwickelten kapitalistischen Gesellschaft" seine Grenzen hat. Denn wie häufig läuft sonst Protest ins Leere - wieviele Politiker sich z. B. letztes Jahr mit Occupy solidarisierten! - das System ist äußerst integrationsfähig und hat bisher die meisten Protestformen schlußendlich vereinnahmt.
    Beim "Geheimnisverrat" hört offenbar der Spaß auf. Hier sollten wir alle zusammen weitermachen: Geheimnisse begründen die Herrschaft. Mache jeder öffentlich, was er an derartigen Machtgeheimnissen kennt - sei es im Staat oder in der "Wirtschaft" (=Kapital).
    Einzelne wie Assange oder Manning können sie jagen. Machen es aber viele, wird es für die Mächtigen schwer.

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  8. Ich bin immernoch der Meinung, daß die Idee und Arbeit von Wikileaks für sich selbst spricht. Die Platzform hatte und hat keinen Sprecher und kein Gesicht nötig.
    Daß sich Herr Assange trotzdem ins Licht der Öffentlichkeit drängen musste war seine eigene Entscheidung und daraus resultierende Folgen mehr als abzusehen. Wäre es ihm wirklich nur um Transparenz und nicht um Ruhm gegangen hätte ihm all dies erspart bleiben können.
    Deshalb fordere ich auch hier die Kommentatoren erneut auf zwischen Wikileaks und der Person Assange zu unterscheiden. Die Enthüllungplattform und einen ihrer Gründer als deckungsgleiche Einheit zu betrachten ist polemisch. Personenkult und Transparenz vertragen sich nicht.

    Allerdings muss ich auch gestehen, daß falls wie im Artikel genannt, die Informationen einigen Ländern eher zugetragen wurden als dem Rest der dummen Internet benutzer, würde das schon nach persönlicher Vorteilsnahme riechen und mein Mitleid sich in Grenzen halten.

    Es tut mir leid, wenn ich an den Ansichten einiger Assangeverehrer kratze, doch der Mann ansich ist mir, ungeachtet oder trotz seiner Mitbegründerschaft der Whistleblowerplattform, suspekt bis unsympathisch.

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    immer zwischen Person und Sache zu trennen.
    Im Grundsatz gebe ich Ihnen völlig recht und habe es an anderer Stelle auch so gesagt: Wichtiger als Einzelpersonen wie Assange sind Enthüllungsplattformen wie WikiLeaks. Hier ist die Macht offenbar am empfindlichsten.
    Andererseits ist zu bedenken, daß Veränderungen oft nicht von "moralisch perfekten" Menschen begonnen werden - Sie werden selbst die zahlreichen Beispiele in der Geschichte finden: von Reformatoren, Erfindern, Wohltätern der Menschheit - die daneben eitel, rechthaberisch, ehrsüchtig, kleinlich und was weiß ich nicht alles noch gewesen sind. Das schmälert aber nicht ihre Verdienste.
    Es ist eine perfide Methode des gegenwärtigen Macht-Medien-Verbundes, grundsätzliche Systemfragen sofort zu personalisieren: Aus dem- oder derjenigen, welche die entscheidenden Fragen stellen, werden sofort "Individuen" mit allen Schwächen, besonders ihres Privatlebens, gemacht. In Fällen hochgradiger Heuchelei (propagiertes Ideal widerspricht eklatant der gelebten Realität) mag dies angebracht sein, im allgemeinen aber ist es ein probates Mittel, die Kritik selbst zu diskreditieren. Und somit ist das gemeinwohlorientierte "Prinzip WikiLeaks" hinter dem Medienbild des "egomanischen Herrn Assange" verschwunden. Die angeblich "vierte Gewalt" erfüllt ihren - selbstgesetzten - Auftrag nicht mehr.

    immer zwischen Person und Sache zu trennen.
    Im Grundsatz gebe ich Ihnen völlig recht und habe es an anderer Stelle auch so gesagt: Wichtiger als Einzelpersonen wie Assange sind Enthüllungsplattformen wie WikiLeaks. Hier ist die Macht offenbar am empfindlichsten.
    Andererseits ist zu bedenken, daß Veränderungen oft nicht von "moralisch perfekten" Menschen begonnen werden - Sie werden selbst die zahlreichen Beispiele in der Geschichte finden: von Reformatoren, Erfindern, Wohltätern der Menschheit - die daneben eitel, rechthaberisch, ehrsüchtig, kleinlich und was weiß ich nicht alles noch gewesen sind. Das schmälert aber nicht ihre Verdienste.
    Es ist eine perfide Methode des gegenwärtigen Macht-Medien-Verbundes, grundsätzliche Systemfragen sofort zu personalisieren: Aus dem- oder derjenigen, welche die entscheidenden Fragen stellen, werden sofort "Individuen" mit allen Schwächen, besonders ihres Privatlebens, gemacht. In Fällen hochgradiger Heuchelei (propagiertes Ideal widerspricht eklatant der gelebten Realität) mag dies angebracht sein, im allgemeinen aber ist es ein probates Mittel, die Kritik selbst zu diskreditieren. Und somit ist das gemeinwohlorientierte "Prinzip WikiLeaks" hinter dem Medienbild des "egomanischen Herrn Assange" verschwunden. Die angeblich "vierte Gewalt" erfüllt ihren - selbstgesetzten - Auftrag nicht mehr.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
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  • Schlagworte Rafael Correa | Asyl | Ecuador | Botschaft | Diplomat | Großbritannien
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