Demonstration : 2.000 Menschen protestieren gegen "Pressefest" von Rechtsextremen

Zur Veranstaltung einer NPD-Zeitung kamen etwa 1.000 Rechtsextreme nach Mecklenburg-Vorpommern. Doppelt so viele Menschen demonstrierten gegen das Fest.
Menschen-und-Storch-Kette gegen Rechtsextreme bei Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern © Stefan Sauer / dpa

Rund 2.000 Menschen haben am Samstag im Süden Vorpommerns mit einer Menschenkette gegen ein rechtsextremes "Pressefest" protestiert. Vertreter zahlreicher Vereine, Verbände und demokratischer Parteien stellten sich zusammen mit Einheimischen zwischen Pasewalk und Viereck unter dem Motto Kein Ort für Neonazis an die Landesstraße 321. An den Protesten beteiligte sich unter anderem auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider ( SPD ).

Später kamen mehrere Hundert Demonstranten zu einem "Demokratiefest" in Pasewalk zusammen. Es war die bisher größte Bewegung gegen Rechtsextremismus in Vorpommern. Anlass war eine Veranstaltung der NPD-Zeitung Deutsche Stimme , die sie als "Pressefest" bezeichnete. Dazu reisten nach Polizeiangaben etwa 1.000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet nach Viereck.

Zu den Protestaktionen hatte das neu gegründete Bündnis Vorpommern: weltoffen, demokratisch und bunt! aufgerufen, das unter anderem Pasewalks Bürgermeister Rainer Dambach angeschoben hatte. "Es gibt nicht viele positive Ergebnisse der letzten Kreisgebietsreform, aber die Solidarität ist gewachsen", sagte Dambach.

Die Polizei war mit 200 Beamten in der Region präsent. Nach Angaben der Einsatzkräfte gab es bis zum frühen Abend keine Zwischenfälle. Die NPD-Zeitung gilt laut Verfassungsschutz als zentrales Info-Medium der rechtsextremen Szene.

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29 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Pommerland braun gebrannt?

Es war SpiegelOnline, die als erstes riefen, in Vorpommern würde "der Widerstand gegen die Rechtsextremen erstmals" wachsen. Heute Mittag verkündete Tagesschau.de, in Vorpommern formiere sich "erstmals Widerstand gegen die Neonazis". Über die DPA würde am Nachmittag verbreitet, das Pasewalker Demokratiefest sei "die bisher größte Gegenbewegung gegen Rechtsextreme in Vorpommern" gewesen. Die ZEIT schließt sich hier an.

Hat Vorpommern vorher geschlafen? Nein! Der Protest gegen die Nazis ist nicht erst 2012 erfunden worden. In Greifswald beispielsweise demonstrierten im Jahre 2001 7000 Einwohner gegen einen NPD-Aufmarsch. Auch hier gab es ein breites Bündnis, auch hier gab es Konzert (ein rollendes, kein kirchliches). Eine Video zur Demo hier: http://www.youtube.com/wa...
Eine Studenteninitiative klopfte gar den Universitätsnamen auf Demokratietauglichkeit ab. Von erstmaligen Widerstand kann also keine Rede sein, von größtem nicht unbedingt. Im Gegenteil, von Größe zeugen eher diejenigen Initiatoren von Gegenbewegungen, die sich langfristig dem Rechtsdruck entgegenstellen.

Die Leser der obigen Sätze werden "Vorpommern" jedoch als einen rückständigen Landstrich wahrnehmen, in dem erstmals demokratische Lebenszeichen aufkeimen hat. Es leben die Vorurteile! Vielen Dank, liebe Presse! Pasewalk mag gewonnen haben, aber Vorpommern hat verloren.

NPD verbieten, heißt Verfassungsschutz verbieten

Bedenken sie: wenn sie die NPD verbieten wollen, vernichten sie gleichzeitig viele Arbeitsplätze von staatlichen Untergrundorganisationen, wie z.B. dem Verfassungsschutz. Die müssen ihre Außendienstmitarbeiter doch auch irgendwo unterbringen. Bei der NPD sind sie dabei so erfolgreich, dass dort fast mehr Verfassungsschutz-Maulwürfe das Parteibuch haben, als ideologisch fehlgeleitete Normalmitglieder aus der Bevölkerung. Sie wollen den Staat doch nicht etwa als Verfassungsfeindlich hinstellen!

Jeder Mensch ist gleich wert

So lange man Menschen aufgrund ihrer Erscheinung, also ihrer Hautfarbe, ihrer Abstammung, ihrer sexuellen Ausrichtung, usw. Parteipolitisch ab- und ausgegrenzt, ist man schlichtweg fehlgeleitet. Niemand kann etwas dafür. Wer jedoch auf Gedankensuche geht, abseits von sichtbaren Äußerlichkeiten, findet schneller als gedacht Mitstreiter für die gleiche Idee und Sache. Ohne rassisches Feindbild und mit dem Blick auf den Gleichwert jedes Menschen, lässt es sich viel besser und erfolgreicher leben, als mit diesen Einschränkungen.

So lange die NPD nicht verboten ist, ...

... muss "gleiches Recht für alle" gelten.
Auch die linksextremistischen Postillen "Unsere Zeit" (DKP), "Neues Deutschland" (DIE LINKE) und "Junge Welt" (frei vagabundierende Altstalinisten) veranstalten als Pressefeste getarnte Veteranentreffen der Ewiggestrigen - nur von der "anderen" Seite.
Und nun?

Also...

....dann organisieren sie doch Gegenveranstaltungen gegen die Pressefeste ihres persönlichen unvertrauens. Dürfte ihnen niemand verbieten.
Im übrigen verstehe ich nicht, was ihr Kommentar mit dem Artikel zu tun hat. Oder werfen sie den Menschen etwa vor, das sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen und gegen eine rechte Veranstaltung Flagge zeigen? Wäre eine interesante Sichtweise für einen "Freiheitsfreund"

MfG

Feuer

Ein Gebäude das sich auf dem Gelände befand auf dem das NPD "Pressefest" stattgefunden hat, brannte in der Tat vor einigen Tagen nieder. Ob es in irgendeiner Form mit der Veranstaltung zu tun hatte, oder ob das Feuer durch einen technischen Defekt entstand kann ich allerdings nicht sagen.

Daß die Gegendemonstration und die Gegenveranstaltung so friedlich war,zeichnet die Menschen in Vorpommern aus.
Hätte das ganze in Berlin oder Hamburg stattgefunden, hätten 200 Polizisten mit Sicherheit nicht gereicht um Zwischenfälle zu verhindern .Wie man sieht, kann man auch unvermummt und ohne Gewaltanwendung gegen eine demokratiefeindliche Gesinnung Flagge zeigen.