RusslandBerufung könnte Strafe für Pussy Riot verringern

Zu zwei Jahren Lagerhaft hat ein Gericht die Frauen von Pussy Riot verurteilt. Im Berufungsverfahren könnte diese Strafe milder ausfallen, spekulieren russische Medien.

Nadeschda Tolokonnikowa (l.), Jekaterina Samuzewitsch und Maria Aljochina von Pussy Riot in einem Moskauer Gericht

Nadeschda Tolokonnikowa (l.), Jekaterina Samuzewitsch und Maria Aljochina von Pussy Riot in einem Moskauer Gericht

Russische Medien rechnen nach der Verurteilung von drei Musikerinnen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot mit einer milderen Strafe in einem Berufungsverfahren. Beobachter des Prozesses äußerten die Erwartung, dass die Strafe von jeweils zwei Jahren Lagerhaft in der Revision reduziert werden dürfte.

Nach der Berufung durch die Verteidiger werde das zuständige Moskauer Gericht vermutlich die Strafe von zwei Jahren Lagerhaft in ein Jahr verwandeln und "diese Idiotinnen freilassen, damit sie ihre Kinder und Angehörigen wiedersehen können", schrieb die Zeitung Komsomolskaja Prawda.

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Denis Dwornikow von der zivilen Kammer, die russische Behörden berät, sagte ebenfalls eine Abmilderung der Strafen im Berufungsprozess voraus. Vermutlich würden die Verurteilten schon einen Monat nach dem Verfahren in die Freiheit entlassen, sagte Dwornikow der Nachrichtenagentur Interfax.

Russisch-orthodoxe Kirche fordert Milde

Das russische Außenministerium äußerte sich nicht direkt zu dem Urteil. Es veröffentlichte aber eine Erklärung, in der die in westlichen Staaten verhängten Strafen für "Rowdytum" an religiösen Orten aufgelistet wurden. Darin hieß es, in Deutschland stünden darauf bis zu drei Jahre Gefängnis.

Im In- und Ausland war die Verurteilung der drei Frauen scharf kritisiert worden. Das Gericht hatte die 22-jährige Nadeschda Tolokonnikowa, die 24-jährige Maria Aljochina und die 30-jährige Jekaterina Samuzewitsch am Freitag wegen "Rowdytums" aus religiösem Hass schuldig erklärt und zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Sie hatten bei einer kurzen Performance in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar ein "Punkgebet" gegen Putin aufgeführt.

Die regierungsnahe russisch-orthodoxe Kirche forderte nach dem Urteil "Milde" für die drei Frauen. In vielen Städten, darunter Berlin, Brüssel, Wien und Moskau, gab es am Freitag Solidaritätskundgebungen für die drei Frauen. Die USA nannten die Strafe "unverhältnismäßig". Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Scharfe Kritik übte auch die Europäische Union.

Der bei einer Protestkundgebung in Moskau am Freitag festgenommene frühere Schachweltmeister und Oppositionspolitiker Garri Kasparow kam inzwischen mit etwa 50 weiteren Demonstranten wieder frei. Bislang sei keine Anklage gegen ihn erhoben worden, sagte einer von Kasparows Mitstreitern, Alexander Riklin. Kasparow müsse aber am Montag wieder auf der Polizeiwache zum Verhör erscheinen. Laut Interfax wird dem Oppositionellen vorgeworfen, einem Polizisten ins Ohr gebissen zu haben. Kasparow wies den Vorwurf zurück und erklärte, er sei in der Untersuchungshaft geschlagen worden.

 
Leserkommentare
    • TDU
    • 19.08.2012 um 15:54 Uhr

    ZU heiss heute für den Rechner?.

    Doch sie haben sich für Ihre Tat in der Kirche entschuldigt. Und Kirchen in Deutschland und Europa sind auch Stätten der Einkehr der Besinnung und der Kunst. Ich bin auch der Meinung, dass man das respektieren sollte, Moscheen und deren direkte Umgebung z.B. übrigens auch.

    Eine Leserempfehlung
  1. "Moritz ist auch ein Diktator, und Max erst -der ist noch viel schlimmer. Wussten Sie das?"

    Was wollen uns diese Worte nur sagen?
    ...

    "Was würde wohl im Berliner Naturkundemuseum passieren, wenn dort ein paar Jugendliche Sex machen oder andeuten würden?"

    Haben PR so was gemacht? - Nein! Lesen Sie bitte die Meldungen... Bleiben Sie doch einfach bei den Fakten. Diese sind bekannt.

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    • kitoi
    • 19.08.2012 um 20:11 Uhr

    Die Bilder in dem Link haben Sie sich wohl nicht angesehen? Anders ist Ihre Antwort nicht zu deuten, da genau dort eine der jetzt verurteilten Damen offensichtlich mit nackten und offensichtlich noch schwangeren Bauch sehr deutlich beim Sex bzw. seinen Andeutungen voll zur Sache geht.

    • kitoi
    • 19.08.2012 um 20:11 Uhr

    Die Bilder in dem Link haben Sie sich wohl nicht angesehen? Anders ist Ihre Antwort nicht zu deuten, da genau dort eine der jetzt verurteilten Damen offensichtlich mit nackten und offensichtlich noch schwangeren Bauch sehr deutlich beim Sex bzw. seinen Andeutungen voll zur Sache geht.

    • Evolux
    • 19.08.2012 um 16:38 Uhr

    sex and drugs and rock,n,roll

    Immer anarchistisch gefärbt,immer gegen das Establishment gerichtet(in den Anfängen),
    im ach so edlen Westen enstanden,immer ein Dorn im Auge der Konformisten und Spießer dieser Welt.

    Die woll(t)en aber nur "spielen" und haben sich eher selber fertig gemacht,als das System zu ändern.

    Einer der Unterstützer der F....nrevolte soll ja das
    National Endowment for Democracy sein -

    "Man sollte sich auch die UnterstützerInnen von Pussy Riot ansehen und der Geschichte der Gruppe nachgehen, die gerne als Punkband bezeichnet wird.
    Offizielle russische Nachrichtenportale wie jene von RIA Novosti erwähnen die Causa in wenigen knappen Beiträgen wie diesem: "Der Oberste Kirchenrat der Russisch-Orthodoxen Kirche hat die Behörden aufgerufen, Barmherzigkeit gegenüber den drei Teilnehmerinnen der Punkband Pussy Riot zu zeigen, die am Freitag wegen Rowdytum in der Moskauer Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt worden waren." Zugleich wurde aber eine Petition an den Weltkirchenrat verbreitet .
    Als Erstunterzeichner scheinen auf: "Ludmila Alekseeva, Chairman of Moscow Helsinki Group, Priest Gleb Yakunin, Member of Moscow Helsinki Group, Chairman of Committee for Defense of Freedom of Conscience", was man im Konnex der Finanzierung der Helsinki-Gruppe sehen muss: "The Moscow Helsinki Group and For Human Rights are supported by the National Endowment for Democracy, the Washington-based democracy assistance group."

    Putin,lass Milde walten!

    Eine Leserempfehlung
    • Evolux
    • 19.08.2012 um 16:44 Uhr

    Wer hinter Pussy Riot steht
    http://www.ceiberweiber.a...

    Petitionen für Pussy Riot
    http://www.ceiberweiber.a...

    Pussy Riot - Feministinnen oder Schachfiguren?
    http://www.ceiberweiber.a...

    gibts eigentlich die barbusigen,demonstrierenden Ukrainerinnen noch?

    Russische Spießer versus westliche Spießer.
    Aber Arbeitslager?
    Musste das sein,Putin?
    Da bist du aber schön reingefallen!

    Eine Leserempfehlung
    • WiHi
    • 19.08.2012 um 16:57 Uhr
    117. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. § 167 StGB (Störung der Religionsausübung)

    (1) Wer

    1. den Gottesdienst oder eine gottesdienstliche Handlung einer im Inland bestehenden Kirche oder anderen Religionsgesellschaft absichtlich und in grober Weise stört oder
    2. an einem Ort, der dem Gottesdienst einer solchen Religionsgesellschaft gewidmet ist, beschimpfenden Unfug verübt,
    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    Eine Freiheitsstrafe wäre bei einem solchen Verhalten in Deutschland möglich, aber nach der Strafrechtspraxis nur dann, wenn mehrere Verurteilungen zu einer Geldstrafe nichts gebracht haben.

  3. was würde passieren wenn jemand da s gleiche im Kölner Dom macht???? da wäre Herr Meissne raber sehr schnell mit der Gestzeskeule und Der Verunglimpfung der katholischen Kirche da, und ich möchte mir nicht ausmalen, wa die CSU für den /die Leute fordert, die sowas im Dom anstellen würden

    Eine Leserempfehlung
    • kitoi
    • 19.08.2012 um 20:11 Uhr

    Die Bilder in dem Link haben Sie sich wohl nicht angesehen? Anders ist Ihre Antwort nicht zu deuten, da genau dort eine der jetzt verurteilten Damen offensichtlich mit nackten und offensichtlich noch schwangeren Bauch sehr deutlich beim Sex bzw. seinen Andeutungen voll zur Sache geht.

    Antwort auf "Max & Moritz ..."
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    hätte es in den Meldungen doch gestanden. Steht dort aber gar nicht!

    Sie wollen offenbar nur das sehen, was Sie sehen wollen ...

    - Schade!
    ...

    hätte es in den Meldungen doch gestanden. Steht dort aber gar nicht!

    Sie wollen offenbar nur das sehen, was Sie sehen wollen ...

    - Schade!
    ...

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