Ein entgleister S-Bahn-Zug der Linie S25 in Berlin auf der Gleisanlage zwischen den Bahnhöfen Tegel und Schulzendorf © Robert Schlesinger/dpa

In Berlin ist eine S-Bahn fast komplett entgleist. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt, darunter der Zugführer, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

"Wir haben noch keine Ahnung, was da passiert ist“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Für einen Anschlag gebe es keine Hinweise. Vermutet wird, das Unglück könnte durch eine defekte oder falsch gestellte Weiche ausgelöst worden sein. Die Deutsche Bahn wollte dies nicht bestätigen.

Der Zug der Linie S 25 war kurz nach dem S-Bahnhof Tegel aus den Schienen gesprungen. Züge sind an dieser Stelle standardmäßig nur mit rund 40 Stundenkilometern unterwegs, wie es bei der Bahn hieß. Etwa 50 Passagiere wurden unversehrt in Sicherheit gebracht. Feuerwehr und Bundespolizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.
 

Nach einem starken Unwetter am Montagabend sei der Verkehr auf der Strecke zeitweise komplett eingestellt gewesen, hieß es. Augenzeugen berichteten von einem Blitzeinschlag unweit des Unglücksorts. Vermutlich deshalb habe danach auch eine Schranke am nahen Bahnübergang nicht mehr funktioniert.

Störungen sind Alltag

Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt ist bekannt für seine Störanfälligkeit. Verspätungen und Zugausfälle wegen mangelhafter Wartung sind die Berliner gewöhnt . Der Berliner Senat hat vor kurzem reagiert und die Ausschreibung neuer Verträge für Teile der S-Bahn beschlossen. Die Stadt hofft, dass private Investoren die Modernisierung der S-Bahn in Gang bringen können.