Jared Loughner , der mutmaßliche Attentäter von Tucson, hat einem Bericht der New York Times zufolge auf schuldig plädiert. Das Plädoyer kam demzufolge kurz nachdem Richter Larry Burns entschieden hatte, dass der an Schizophrenie leidende Loughner geistig in der Lage sei, die Gerichtsprozedur zu verstehen.

Verteidigung und Anklage vereinbarten dem Bericht zufolge eine lebenslängliche Haftstrafe für Loughner. Dem Staat bleibt so ein kostspieliger Prozess erspart, im Gegenzug verzichten die Ankläger auf die Todesstrafe, die Loughner in einem Prozess gedroht hätte. Für die Angehörigen und die Überlebenden des Attentats würde dies bedeuten, dass sie keinen langen Prozessverlauf mit ungewissem Ausgang zu ertragen hätten.

Bei dem Attentat waren am 8. Januar 2011 in der Stadt Tucson sechs Menschen erschossen und 14 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten befand sich auch die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords. Giffords hatte sich mit Bürgern aus ihrem Wahlkreis getroffen, als der Attentäter das Feuer eröffnete. Die Abgeordnete wurde in den Kopf getroffen, überlebte die Verletzungen aber.

Medikamente gegen Schizophrenie in der Untersuchungshaft

Mark Kelly, Giffords Ehemann, sagte dem Bericht der Times zufolge, Giffords und er hätten während der Verhandlungen um ein Schuldbekenntnis mit der US-Staatsanwaltschaft in Kontakt gestanden. Kelly sagte, der durch den Amoklauf verursachte Schmerz sei unabsehbar. "Die Vermeidung eines Prozesses wird es uns erlauben, mit unserem Leben fortzufahren", sagte er.

Loughners Geisteszustand sei laut Bericht ausschlaggebend für die jetzt getroffene Vereinbarung gewesen. Im Mai 2011 hatte Loughner das Gerichtsverfahren durch wütendes und lautes Verhalten gestört. Während der Untersuchungshaft wurden ihm dann zwangsweise Medikamente gegen seine Schizophrenie verabreicht.

Experten zufolge bestand das Risiko, dass Loughner im Gerichtssaal jeden Moment explodieren und er am Ende wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen werden könnte. Während der Gerichtsprozedur am gestrigen Dienstag fragte Richter Burns ihn, ob er die Vorwürfe gegen ihn verstehe. Loughner bejahte.