AusschreitungenVerletzte bei Facebook-Party in den Niederlanden

Plünderungen, Schwerverletzte, kaputte Scheiben: Eine Party in einer niederländischen Kleinstadt ist eskaliert. Ein Mädchen hatte via Facebook zum Geburtstag eingeladen. von afp und dpa

Krawalle in der niederländischen Kleinstadt Haren

Krawalle in der niederländischen Kleinstadt Haren  |  ©Catrinus Van Der Veen/dpa

Bei einer Facebook-Party in der niederländischen Kleinstadt Haren ist es zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Dabei wurden mindestens 30 Jugendliche verletzt, darunter zwei schwer. Die Polizei nahm etwa 35 junge Leute fest. Mehrere Geschäfte seien geplündert und Fensterscheiben eingeworfen worden.

Etwa 3.000 bis 4.000 Jugendliche waren in die Kleinstadt nahe Groningen gekommen, 500 Polizisten waren in der Nacht im Einsatz. Viele Partygäste seien betrunken oder auf Drogen gewesen, teilte die Polizei mit.

Anzeige

"Sie griffen die Polizei mit Pflastersteinen, Feuerwerk und Flaschen an", sagte der örtliche Polizeichef. Die Krawalle seien geplant gewesen. "Erfahrene Rädelsführer aus dem ganzen Land gingen mit ungeheurer Gewalt und Aggression vor."

Ein Mädchen hatte zu der Party über Facebook eingeladen, sie wollte ihren 16. Geburtstag feiern. Die Einladung war aber – vermutlich versehentlich – öffentlich sichtbar. Das verbreitete sich unter dem Namen Project X Haren im Internet. YouTube-Filme , Tweets und T-Shirts machten Werbung dafür.

Daraufhin meldeten sich 20.000 Menschen an. Die Kleinstadt rüstete sich auf den Ansturm: Sie sperrte mehrere Straßen ab und verhängte im nahe gelegenen Bahnhof ein Alkoholverbot, berichtete DutchNews.nl .

Auf Facebook entwickelte sich inzwischen aber auch eine Gegenbewegung. Mehr als 22.000 Menschen schlossen sich dem Aufruf an, in Haren aufzuräumen. Die Facebook-Seite heißt ProjectCleanXHaren .

Facebook-Partys in Deutschland

Ähnliche Vorfälle hatte es auch in Deutschland schon mehrfach gegeben. In Baden-Württemberg hatte wegen einer ausgearteten Facebook-Party kürzlich eine Bahnstrecke kurzzeitig gesperrt werden müssen.

Nachdem sich vergangenes Jahr die Facebook-Partys häuften, diskutierten Innenexperten über ein Verbot . Inzwischen hat aber auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer eine Facebook-Party veranstaltet .

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • TDU
    • 22. September 2012 12:57 Uhr

    Scheinbar gibts überall Mneschen,d ei auf Krawallaus sind udn ei gelgenehit nutzen. Die pauschale Entschuldigung, die Poliziei sei schuld natürlich immer dabei. Die ist vermutlich erst ok, wenn sie Plünderungen und Sachbeschädigung als Ausdruck von Kritik am Neoliberalen and er Gesellschaf und überhaupt an den Verhältnissen duldet. Da dürfen auch ruhig die geschädigt werden, die vielleicht erst recht drunter leiden.

    Ich finde nichts radikales oder faschistisches daran, solche Meschen auch mit rechtstaatlicher Gewalt Einhalt zu gebieten. Keine poltische Intention, kein Rückhalt in der Bevölkerung und das selbstverliehene Recht auf Körperverletzung und Sachbeschädigung. Alles aus zufälligem Anlass. Mehr ist da nicht.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Elite7
    • 22. September 2012 14:25 Uhr

    Hier sind Krawallmacher am Werk, die nur darauf aus sind sich zu besaufen, Drogen zu nehmen und sich zu prügeln und Randale zu machen. Da muss man mit voller Härte durchgreifen! Es ist auch einfach nur dumm und naiv zu denken man sei eingeladen, wenn man nicht persönlich eingeladen wurde und die betreffende Person nicht einmal kennt. In diesem Falle darf man es sogar als verantwortungslos bezeichnen. Das arme Kind mag jetzt wahrscheinlich nie wieder Geburtstag feiern.

  1. keinen eigenen Freundeskreis? Menschenskinder...

    Eine Leserempfehlung
  2. ob das Mädchen die Kosten tragen muss.

    • Elite7
    • 22. September 2012 14:25 Uhr

    Hier sind Krawallmacher am Werk, die nur darauf aus sind sich zu besaufen, Drogen zu nehmen und sich zu prügeln und Randale zu machen. Da muss man mit voller Härte durchgreifen! Es ist auch einfach nur dumm und naiv zu denken man sei eingeladen, wenn man nicht persönlich eingeladen wurde und die betreffende Person nicht einmal kennt. In diesem Falle darf man es sogar als verantwortungslos bezeichnen. Das arme Kind mag jetzt wahrscheinlich nie wieder Geburtstag feiern.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Scheinbar"
    • Keiner
    • 22. September 2012 14:46 Uhr
    Antwort auf "Ich frag mich.."
    • reineke
    • 22. September 2012 16:56 Uhr

    über das schon lange der Überblick verloren gegangen ist
    einfach nur absurd und jeder selbst schuld ,der sich diesem sektenhaften Haufen anschließt
    Hauptsache man hat einige Doofe gefunden,die sich beim Börsengang abcashen ließen

    Eine Leserempfehlung
    • boxxer
    • 23. September 2012 17:44 Uhr

    Ich weiß nicht, ob ich über einen zusammengeklickten Freundeskreis (ja, das nennt sich wirklich so) lachen oder weinen soll.
    Blöd, wenn man nicht in der Lage ist, seine Geburtstagseinladung persönlich aus zu sprechen. Muss man jetz Mitleid haben?

  3. ... warum gibt FB Hinz&Kunz überhaupt die Möglichkeit, ein "Event" über den eigenen "Freundeskreis" hinaus öffentlich zu machen? Wieso ist das nicht z.B. Organisationen o.ä. vorbehalten?
    Ich sehe da die Betreiber von FB mit mehr als 50% in der Verantwortung ... vielleicht sollte man die mal ordentlich zur Kasse bitten.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Horst Seehofer | Niederlande | Alkoholverbot | Facebook | Feuerwerk | Jugendliche
Service