Vor der westtürkischen Küste sind durch ein Unglück mit einem Flüchtlingsboot mindestens 61 Menschen ertrunken. Unter den Toten waren nach Angaben türkischer Behörden auch 28 Kinder, drei Babys und 18 Frauen. Mehr als 40 Insassen wurden lebend geborgen, darunter der Kapitän und sein Assistent.

Der Gouverneur der Küstenprovinz Izmir , Tahsin Kurtbeyoglu, sagte, viele Menschen würden noch vermisst. Er rechne daher mit weiteren Opfern.

An Bord des Fischerbootes waren nach Angaben von Al Jazeera 102 Menschen, die meisten davon waren Flüchtlinge aus Syrien , dem Irak und aus den Palästinensergebieten. Nach dem Ablegen im türkischen Küstenort Ahmetbeyli kollidierte das Schiff mit einem Felsen und kenterte.

Zwei Personen festgenommen

Al Jazeera zitierte einige von den Überlebenden, sie hätten nach Großbritannien gewollt. Menschenschmuggler aus Izmir hätten ihnen die Überfahrt gegen Geld versprochen.Der türkische Fernsehsender Turk TV berichtete, zwei Personen seien festgenommen. Sie würden verdächtigt, die Schmuggelaktion eingefädelt zu haben.

Der Seeweg durch die Meerenge zwischen der Türkei und Griechenland ist eine viel genutzte Passage in die EU . Im Mai hatte die EU-Kommission die griechische Grenze zur Türkei als größten "Brennpunkt" beim Schutz der EU-Außengrenzen bezeichnet. Zugleich sorgen die zahlreichen Flüchtlinge im krisengeschüttelten Griechenland für zunehmenden Unmut. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtete Ende August über "beunruhigende Ausmaße" rassistisch motivierter Gewalt in Griechenland.