Menschenhandel : Flüchtlingsboot zerschellt vor türkischer Küste

Ihr Ziel war Großbritannien, doch die Überfahrt für etwa 100 flüchtende Iraker und Syrer endete wenige Meilen vor der türkischen Küste. Dutzende starben im Wasser.
Immer wieder fährt die türkische Küstenwache Einsätze, um Ertrunkene zu bergen (Bild von 2007). © ddp images/AP Photo/dapd

Vor der westtürkischen Küste sind durch ein Unglück mit einem Flüchtlingsboot mindestens 61 Menschen ertrunken. Unter den Toten waren nach Angaben türkischer Behörden auch 28 Kinder, drei Babys und 18 Frauen. Mehr als 40 Insassen wurden lebend geborgen, darunter der Kapitän und sein Assistent.

Der Gouverneur der Küstenprovinz Izmir , Tahsin Kurtbeyoglu, sagte, viele Menschen würden noch vermisst. Er rechne daher mit weiteren Opfern.

An Bord des Fischerbootes waren nach Angaben von Al Jazeera 102 Menschen, die meisten davon waren Flüchtlinge aus Syrien , dem Irak und aus den Palästinensergebieten. Nach dem Ablegen im türkischen Küstenort Ahmetbeyli kollidierte das Schiff mit einem Felsen und kenterte.

Zwei Personen festgenommen

Al Jazeera zitierte einige von den Überlebenden, sie hätten nach Großbritannien gewollt. Menschenschmuggler aus Izmir hätten ihnen die Überfahrt gegen Geld versprochen.Der türkische Fernsehsender Turk TV berichtete, zwei Personen seien festgenommen. Sie würden verdächtigt, die Schmuggelaktion eingefädelt zu haben.

Der Seeweg durch die Meerenge zwischen der Türkei und Griechenland ist eine viel genutzte Passage in die EU . Im Mai hatte die EU-Kommission die griechische Grenze zur Türkei als größten "Brennpunkt" beim Schutz der EU-Außengrenzen bezeichnet. Zugleich sorgen die zahlreichen Flüchtlinge im krisengeschüttelten Griechenland für zunehmenden Unmut. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtete Ende August über "beunruhigende Ausmaße" rassistisch motivierter Gewalt in Griechenland.

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Kommentare

17 Kommentare Kommentieren

Eine Katastrophe geschieht

Mittlerweile sind eine Viertelmillion Syrer aus dem Land geflüchtet, über eine Million in Syrien heimatlos.

Die Türkei schultert hier die größte Verantwortung und was macht der Rest Europas?

Überlegt, ob man Flüchtlinge aufnehmen sollte oder besser nicht, oder vielleicht erst einmal nur Christen, oder doch lieber unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

Hat die Türkei eigentlich nur Muslime aufgenommen?

Derweil sterben die Menschen in Syrien und ertrinken an den europäischen Küsten.

Humanitäre Hilfe, sichere Reisewege und europaweit koordinierte Flüchtlingsaufnahmen sind jetzt schnell erforderlich, ohne peinliche Einschränkungen und Relativierungen.

k.

"Die Türkei schultert hier die größte Verantwortung"

Wenn man die Ursachen näher beleuchtet, könnten Sie annähernd Recht haben, denn verantwortlich für dieses Desaster ist die türkische Regierung offensichtlich allemal:

"..Das Gespräch konzentrierte sich darauf, wie die Türkei eigentlich vorzugehen gedenkt. TR325 erklärte, dass der türkische Plan eine Zentralstellung im Bürgerkrieg in Syrien hat. Offiziell stellen die Türkei das Haupttraining, Waffen und Unterstützung für die FSA. Inoffiziell tun die USA und die Türkei das gemeinsam, durch Entsendung von SOF(Special Operation Forces) für diese Mission...“

http://www.zeit.de/2012/1...
http://www.zeit.de/2012/1...
http://wikileaks.org/gifi...

Unschuldige Menschen sterben...

... aber Sie geht das nichts an.

Jeder mit den normalen social skills eines homo spaiens denkt sich bei solchen Nachrichten "diese armen Menschen, das ist eine schreckliche Tragödie".

Ihnen fällt spontan ein: "Geht uns doch nix an."

Da möchte man doch spontan auf die Tastatur ko****.

Warum wir Syrer oder Iraker aufnehmen/helfen sollten? Weil es die Menschlichkeit gebietet, Menschen in Not tatkräftig zu helfen!

Empathie scheint einigen ein Fremdwort zu sein.

Aus Wikipedia:
Der Begriff Empathie (altgriechisch ἐμπάθεια / empátheia = Leidenschaft; vgl. auch.: συμπᾰθεία / sympatheía; Sympathie, Substantiv aus dem Verbum συμπάσχειν sympás|chein „mit leiden“) bezeichnet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale eines anderen Menschen oder eines Tieres zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die eigene Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls.

Vielleicht sind sie kaputt die Menschen

nach 8-10 Stunden Arbeit, umgeben von Lärm und Hektik in der Großstadt (ich lebe in HH), von verdreckten und stinkenden Bussen und Bahnen, von der Sorge den Arbeitsplatz zu verlieren und auf Harzt (V zu sinken, von der fehlenden Möglichkeit zu verstehen was die links und rechts neben einem Sitzenden sprechen, denn es sind alle möglichen fremden Sprachen, von dem ständigen Zeigefinder sich auch ja freundlich und aufnahmebereit zu verhalten, weil es einem ja so gut geht und den anderen nicht, von den täglichen Nachrichten mit Kriegspropaganda, von den Politikern, die von einer Tasche in die andere wirtschaften, die Wasser predigen und Wein trinken, von der zunehmenden Umweltzerstörung, von dem fehlenden Frieden im eigenen Land !

Ein wenig heuchlerisch

kommen sie mir ja schon vor:
Bewaffnete Konflikte bzw Bürgerkriege gibt es in:
Äthiopien, Mali, im Niger, Sudan, Tschad, Sudan, Kongo, in Somalia und im Senegal um nur Afrika zu nennen.
Angesichts dieser Lage frage ich mich wie man aufschreien kann dass man den armen Syrern helfen muss aber wenn sich die Afrikaner seit teilweise 28 Jahren abschlachten ist es scheißegal.
Meiner Meinung nach ist Syrien mittlerweile das Schachbrett für ein Machtspiel zwischen Iran und Saudi-Arabien geworden die sich da nach Herzenslust austoben Assad hin oder her, den Konflikt haben wir länger an der Backe als das Gerangel mit Gaddafi.

*hüstel*

Die 'Konsequenzen tragen' übrigens primär die ertrunkenen Flüchtlinge.

Auch die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge, die aufgrund der x Verfahren gegen Kapitäne/Fischer wegen Schlepperei und Menschenhandel nun nicht mehr aus Seenot gerettet werden.

Ich finde es beschämend, was für eine menschenverachtende Denke die Festung Europa ermöglicht und befördert.

Wäre es nicht eine Zumutung für die Bewohner armer Länder, wäre u.a. Ihnen ein Aufenthalt in einem Land anzuempfehlen, in dem Krieg, Gewalt, zerstörte Zivilgesellschaft vorherrscht, wo es kein Trinkwasser aus dem Hahn, keinen Zugang zu Bildung, keine medizinische Versorgung gibt.

Flüchtlinge aufnehmen

Natürlich sind alle Länder dieser Erde moralisch verpflichtet Flüchtlinge aufzunehmen und sie zu versorgen. Nur- sollen sie immer bleiben? Es müssen Regelungen her und auch diplomatische Beziehungen zu den Fluchtländern. Syrien ist ein Problem und solange Russland da nicht eingreift, wird die Flucht weiter gehen. Es geht eben nicht in erster Linie um die Menschen, sondern um wirtschaftliche Interessen, da gibt so ein "Lupenreiner Demokrat" wie Putin einem anderen Diktator nach.
Die Welt ist trauriger geworden denn je -auch durch die Masse an Menschen.
Wenn wir in Deutschland Flüchtlinge aufnehmen, dann müssen wir uns auch mehr als intensiv um sie kümmern.