11. September 2001 : New York schweigt zum Gedenken

An der Gedenkstätte für die Opfer der Terroranschläge des 11. September haben Angehörige an das Ereignis vor elf Jahren erinnert. Politiker fehlten diesmal.
Gedenken an Ground Zero © Mark Lennihan/AP/dapd

Zum elften Jahrestag der Angriffe auf die Twin-Towers in New York haben Hinterbliebene bei einer Gedenkveranstaltung am Ground Zero in New York die Namen der fast 3.000 Opfer verlesen. Unterbrochen war die Zeremonie von Schweigeminuten zu den Uhrzeiten, an denen die beiden Passagierflugzeuge in das World Trade Center rasten und zu denen die Zwillingstürme einstürzten.

Die Veranstaltung fand vor der Kulisse des fast fertiggestellten One World Trade Centers statt, das an der Stelle des World Trade Centers gebaut wird.

Am 11. September 2001 hatten Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida Passagierflugzeuge entführt und in das World Trade Center sowie ins Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte entführte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania nahe Shanksville in ein Feld. Auch am Pentagon und in Shanksville sind Gedenkzeremonien geplant.

Granit und Wasser

Vor einem Jahr war am Ground Zero die Gedenkstätte für die Opfer von 9/11 eingeweiht worden . Das Mahnmal besteht aus zwei Granitbecken, die in die viereckigen Fundamente der zerstörten Zwillingstürme eingelassen sind und an deren Seitenwänden sich Wasserfälle ergießen.

Anders als beim zehnten Jahrestag standen in diesem Jahr beim Gedenken in New York keine Reden von Politikern auf dem Programm. Präsident Barack Obama blieb in Washington und sollte an der Gedenkveranstaltung im Pentagon teilnehmen. Vizepräsident Joe Biden reiste zu der Zeremonie nach Shanksville.

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Kommentare

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Das Gedenken ist wichtig,eine unabhängige Untersuchung ebenso

Philip Zelikow,der Direktor der 9/11 Kommission,der enge Verbindungen zum Bush Team pflegte,beeinflusste mit einem detaillierten Entwurf das Ergebnis der Untersuchung.Die Co-Vorsitzenden,Kean und Hamilton,sahen viele Gründe,dass die Kommission eingerichtet wurde um zu scheitern.Wichtige Behörden täuschten die Ermittler und verweigerten Zeugen und Beweismittel.Kommissions-Mitglied Cleland sprach offen von einer Vertuschung des Weißen Hauses.Beweise,die sich auf die Beteiligung möglicher Agenten der saudischen Regierung an den Anschlägen bezogen,wurden nie vollständig verfolgt,kritisierten die Ex-Senatoren Kerrey und Graham.Clinton's Terrorismusabwehr-Chef Clarke vermutet,dass Top-Offizielle der CIA Informationen über die Saudis al-Hasmi und al-Midhar zurückgehalten haben.Diese standen genauso wie Atta im Visier der CIA und der NSA,die ihre Informationen weder mit dem deutschen Verfassungschutz noch dem FBI teilten.Die Bush-Regierung behauptete sie sei von den Anschlägen überrascht worden und habe nie damit das gerechnet,dass Flugzeuge als fliegende Bomben eingesetzt würden.Dabei gab es zahlreiche geheimdienstliche Warnungen,dass Attentäter mit entführten Flugzeugen Anschläge in den USA planten.Udo van Kampen sagte am 11.9.01 im ZDF:„Es wird also vermutet,dass eine kleine Terrororganisation so etwas überhaupt nicht bewerkstelligen könnte,sondern dass da schon staatliche Unterstützung dahinter stecken muss."Das denken übrigens 38% der unter 39-jährigen Deutschen(ZDF-Umfrage).

Spooky

"Das denken übrigens 38% der unter 39-jährigen Deutschen(ZDF-Umfrage)."

Etwa 11,63 Millionen lesen die BILD. Macht es sie deswegen zu einem kulturell wertvollen Blatt?

Verschwörungstheorien funktionieren immer nach dem gleichen Muster. Ich sagte es schon an anderer Stelle. Eine Lady Diana darf nicht so einfach in einem profanen Verkehrsunfall sterben, da muss mehr dahinter stecken. Schwups, habe ich eine Verschwörungstheorie und da können hundert unabhängige Gutachten beweisen, dass es ein simpler Unfall und eine Verkettung unglücklicher Umstände war. Die Verschwörungstheoretiker werden immer glauben wollen, es war eine Verschwörung.

Wenn 38% der unter 39jährigen denken, es handelt sich um eine Verschwörung, beweist das nur eines. Verschwörungstheorien funktionieren immer nach dem gleichen Muster.

Vergeudete Zeit, dagegen anzuargumentieren.

Nicht wirklich

Wenn 38% der unter 39jährigen denken, es handelt sich um eine Verschwörung, beweist das nur eines. Verschwörungstheorien funktionieren immer nach dem gleichen Muster.
Nein, wenn 38% denken, es handelte sich bei 9/11 um eine Verschwörung, beweist das vor Allem eines:
Nämlich dass mindestens 62% der Bevölkerung so massive Bildungsdefizite haben, dass sie nicht einmal wissen, was eine Verschwörung überhaupt ist.

Denn auch die "official version" geht ja von einer astreinen Verschwörung aus.

Totschlagargument Verschwörungstheoretiker

Ich finde es bei der Diskussion um die Ereignisse vom 11. September sehr schade, dass ein Ereignis, welches aufgrund der Datenlage und den darauf folgenden (politischen und geostrat.) Veränderungen massivst unabhängige und mögl. lückenlose Aufklärung erfordert hätte, was größtenteils aber nicht oder nur sehr zäh geschah, von Befürwortern der offiziellen Erklärungen so wehement oft mit den selben Mitteln als unantastbar in seiner Wahrheit verteidigt wird, welche sie Skeptikern vorwerfen. Die vielen Ungereimtheiten dieses Tages kann man nicht ansatzweise mit Theorien über Dianas Tod oder die angeblich nicht stattgefundene Mondlandung in eine Kategorie stecken. Eben schon gar nicht, wenn man sich die Freifahrtschein-Politik der USA nach diesem Tag anschaut, die sich fast ausschließlich auf den 11.September beruft. Die Art,wie die Bushregierung die Ermittlungen damals teils massivst behinderte, machte zurecht skeptisch. Und diese Skepsis hat nichts mit sofortiger Schuldzuweisung an diese Regierung zu tun, sondern mit kühler sachlicher Analyse aller Vorkommnisse dieses Tages, dass zumindest am offiziellen Report so einiges nicht stimmen kann. Selbst wenn Gebäude aufgrund von Wärmeentwicklung und partieller Schädigung physikalisch so einstürzen können, dann hätte dies eine umfangreiche Analyse dieses damals offenbar neuen Phänomens bedurft, schließlich gibt es weltweit tausende Wolkenkratzer, die somit schon durch kleinere Schäden zu Waffen werden können.

Fortsetzung

Die offiziellen Untersuchungskommisionen kritisierten damals selbst sogar die geringen Mittel,die zur Aufklärung bereit gestellt wurden, als Frechheit und erklärten selbst,dass weitere Untersuchungen notwendig seien.Offenbar schien das Interesse an Aufklärung seitens der Regierung eher minimal.Wichtige Beweise wurden schnell entfernt, Skeptiker als Lügner und "Vtler" beschimpft.Konsequenzen wurden aus den katastrophalen Pannen bei der Luftsicherung nicht gezogen,die Selbstkritik hielt sich in Grenzen. Anerkannte Luftfahrt-,Militär-und Sicherheitsexperten äußerten weltweit Skepsis an der offiziellen Darstellung.Auch wenn man es auf der anderen Seite leider natürlich nicht selten mit energischen Verfechtern großer Konspirationen zu tun hat,wo in Diskussionen auch oft recht schnell antisemitische Tendenzen zu erkennen sind,so bleibt dennoch ein großer Teil an Fragen,die zurecht auch nach 11 Jahren noch im Raum stehen.Als angehender Naturwissenschaftler kann ich mir eine direkte Involviertheit der damal.Regierung auch nur sehr schwer vorstellen,weiß aber auch,dass schon viele große Operationen trotz vieler beteiligter Menschen auch geheim bleiben konnten (Manhatten-Projekt) und nur wenige direkt involvierte Personen an wichtigen Schlüsselpositionen vertreten waren.Das ist aber auch nicht die Aufgabe der Skeptiker,das Warum zu erklären,was oft bei Diskussionen übersehen wird.Wissenschaftliche Mängel wurden an allen offiz. Untersuchungen entdeckt u. diese gilt es zu reanalysieren.

significantly more negligence than has been disclosed.

Gestern in der New York Times:

"While those documents are still not public, I have read excerpts from many of them, along with other recently declassified records, and come to an inescapable conclusion: the administration’s reaction to what Mr. Bush was told in the weeks before that infamous briefing reflected significantly more negligence than has been disclosed. In other words, the Aug. 6 document, for all of the controversy it provoked, is not nearly as shocking as the briefs that came before it."

http://www.nytimes.com/20...

38% dieser jungen Menschen...

...ignorieren eben nicht die Fakten und zweifeln zurecht an der unplausibelsten Verschwörungstheorie: die der Bush/Cheney Regierung.

Das taten übrigens auch deutsche Journalisten am 11.9.2001
im ZDF (Transkript):

"Hier ist die Komplizenschaft von Geheimdiensten anderer Staaten und mächtigen Organisationen von Nöten, andererseits kann man nicht unbemerkt von der Aufmerksamkeit aller amerikanischen nationalen Sicherheitsdienste diesen Angriff vorbereiten. Irgendwas hätten die Amerikaner, CIA, National Security Agency,erfahren müssen. [Stephan Hallmann] (…) Ich kann mir das nicht erklären. Ich denke, dass eine solche Anschlagserie, diese Brutalität, durchaus an manchen Stellen transparent sein musste. Und das es keine Vorwarnung gab das verstehe ich heute nicht(…)Wir hatten auch in den Neunziger Jahren bis in die jüngste Vergangenheit Anschlagsplanungen für Hochhäuser aus Flugzeugen, aus ferngesteuerten Fluggeräten. Das war alles möglich und das konnte man sich vorstellen. [Bernd Schmidbauer, ehem. Geheimdienst Koordinator]Ich glaube das amerikanische Sicherheitskreise und heute auch der amerikanische General Clark deutlich gemacht haben, es kann unmöglich Osama Bin Laden alleine gewesen sein. (…)Osama Bin Laden wurde über Jahre hinweg gehätschelet von den USA, sein Umfeld auch, vergessen wir das nicht. [Dietmar Ossenberg]"