Firmenname : Indischer "Hitler-Laden" soll umbenannt werden

Ein indisches Modegeschäft namens "Hitler" sorgt weltweit für Empörung. Der Inhaber hatte wenig Geschichtskenntnis und gab dem Laden den Spitznamen seines Großvaters.

Als Rajesh Shah im Juli sein kleines Bekleidungsgeschäft in Ahmedabad im Nordwesten Indiens eröffnete, dachte er nicht, dass die ganze Welt darüber berichten würde. Das Schaufenster zumindest lässt nichts Ungewöhnliches vermuten: Ein Superman-T-Shirt, ein Shirt mit dem Konterfei von Mahatma Gandhi . Doch über der Auslage leuchtet in großen, weißen Buchstaben der Schriftzug: " Hitler ". Auf dem i-Punkt prangt ein rotes Hakenkreuz.

Ein Hakenkreuz? Nein, vielmehr handelt es sich um ein Swastika, ein Kreuzsymbol, das im Hinduismus Glück bedeutet, in den allermeisten Tempeln, aber auch in vielen Schriftzügen von Geschäften zu finden ist.

Dennoch regt sich seither Protest. Und nicht nur im kleinen Bundesstaat Gujarat. Die Kombination aus Firmenname und Swastika missfällt vor allem der jüdischen Gemeinde. "Wie kann man in der Heimat von Mahatma Gandhi und Gewaltlosigkeit eine Person wie Hitler feiern, der Millionen von unbewaffneten Zivilisten ermordet hat?", kritisierte Nikitin Contractor von der Organisation Friends of Israel in der Zeitung Times of India . Seine Organisation verlangt, dass das Modegeschäft umbenannt wird.

Auch die jüdische Gemeinde von Ahmedabad selbst forderte die sofortige Umbenennung des Ladens. Die israelische Generalkonsulin im Mumbai , Orna Sagiv, zeigte sich geschockt von der "taktlosen" Namensgebung. Im Sender BBC kündigte sie an, den Fall bei der Regierung von Gujarat anzusprechen. Auch im Internet formierte sich Protest. Mit Hilfe einer Online-Petition sollen die Behörden dazu gebracht werden, den Ladeninhabern die Verkaufslizenz zu entziehen. "Der Mörder von sechs Millionen Juden darf keinen Platz im Lande Gandhis haben", schreibt einer der Initiatoren.

Geschäftsinhaber will über Namensänderung nachdenken

Geschäftsinhaber Shah versteht die plötzliche Aufregung über seinen Laden nicht. Er und sein Firmenpartner, Manish Chandani, hatten ihren Laden nach dem Großvater seines Partners benannt. Es sollte eine Würdigung des alten Mannes sein, der als hartnäckig und bisweilen anstrengend galt, aber sich immer durchzusetzen wusste. Er habe mit Spitznamen "Hitler" geheißen.

Den beiden Ladeninhabern war die historische Bedeutung völlig unklar – wie vielen Menschen in Indien, die der aufstrebenden unteren Mittelschicht angehören, aber oft nur wenige Jahre zur Schule gegangen sind. So räumte auch Shah ein, alles, was er bislang von Adolf Hitler gewusste habe, war, dass dieser ein "strenger Mann" gewesen sein soll, sagte der Jungunternehmer der Times of India . "Dass er so viele Menschen ermorden ließ, war mir nicht bekannt", so der Firmeninhaber im Interview mit Spiegel Online . Auch hätten er und sein Partner nach Auskunft ihres Anwalts kein indisches Recht gebrochen.

Nun erwägen die Besitzer, den Laden umzubenennen. "Es ist nicht unsere Absicht, jemanden zu verletzten", sagte Shah. Wenn sein Partner in wenigen Tagen von einer Auslandsreise nach Indien zurückkehre, werde man über einen Namenswechsel reden und gemeinsam eine Entscheidung treffen.

Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

103 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Xanten...

im römischen Museum in Xanten habe ich auch ein Hakenkreuz entdeckt.

http://de.wikipedia.org/w...

Da hab ich mich auch gefragt hatten die Nationalsozialisten eine Zeit Maschine?

Auch Ave hatten sie gestohlen (zu deutsch Heil).

Das Himmler ein Occultist war und extrem Ökologisch (nach seiner Heirat auf dem Bauernhof) darf man irgendwie auch nicht so wirklich ansprechen sonst würde man einige Sachen bei den Grünen in Frage oder Relation bringen.

@6 ja, bitte genau lesen

Die Nationalsozialisten übernahmen ein auf der Spitze stehendes, nach rechts gewinkeltes Hakenkreuz als Symbol einer angeblichen arischen Rasse und machten es 1920 zum Parteizeichen der NSDAP und 1935 zum zentralen Bestandteil der Flagge des Deutschen Reiches.

Die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole ist in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten seit 1945 verboten. Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Abs. 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“.[2]

http://de.wikipedia.org/w...

Das NS-Hakenkreuz sieht anders aus

keibe "Und das zusätzliche Hakenkreuz war gewiss nichts anderes als nur ein weiterer, ungewollter und unbeabsichtigter Zufall."

Wie bereits in dem Artikel ausgeführt, handelt es sich um ein Swastika, (...), das im Hinduismus Glück bedeutet, (...) und in vielen Schriftzügen von Geschäften zu finden ist.

Dass es sich um ein hinduistisches Swastika handelt, kann man daran erkennen, dass das nationalsozialistische Hakenkreuz schwarz (nicht rot) ist und dessen Linien schräg, nicht waag- und senkrecht verlaufen.

Nicht verboten

Mein Kampf ist nicht verboten, darf aber nicht verbreitet werden, weil die Rechte beim Freistaat Bayern liegen, an den nach Hitlers Tod all sein privater Besitz (inklusive aller Urheberrechte) überging.

2015 (70 Jahre nach seinem Tod) erlischt das Urheberrecht und 'Mein Kampf' kann, soweit es nicht tatsächlich extra verboten wird, auch in Deutschland frei verbreitet werden.

Kleiner Hinweis

"Ein Hakenkreuz? Nein, vielmehr handelt es sich um ein Swastika, ein Kreuzsymbol, das im Hinduismus Glück bedeutet, in den allermeisten Tempeln, aber auch in vielen Schriftzügen von Geschäften zu finden ist."

Wie dieser Abschnitt zeigt, war dieses Symbol nicht als Hakenkreuz gedacht, sondern lediglich ein Zeichen für Glück, welches im Hinduismus oftmals auftritt.
Bitte lesen Sie den Artikel doch genau durch, anstatt einfach nur das Bild anzuschauen und dadurch ihr Schlüsse zu ziehen.

Schulbildung in Indien.

Im Artikel steht:

"Den beiden Ladeninhabern war die historische Bedeutung völlig unklar – wie vielen Menschen in Indien, die der aufstrebenden unteren Mittelschicht angehören, aber oft nur wenige Jahre zur Schule gegangen sind."

Mal Hand aufs Herz - was wissen wir denn hierzulande (und damit beziehe ich mich nicht nur auf die "aufstrebende untere Mittelschicht", sondern gern auch auf das gehobene Bildungsbürgertum) über die Geschichte Indiens der letzten 100 Jahre? Was wissen wir vom dortigen Geschehen im Zweiten Weltkrieg? Bis Indien ist Hitler nämlich nicht gekommen, dafür hat Japan mehrere Angriffe auf britische Stützpunkte durchgeführt. Trotzdem ging der Zweite Weltkrieg insgesamt eher an Indien vorbei. Kein Wunder, dass es dort eine ganze Menge Leute gibt, die - wenn sie nicht zur westlich ausgerichteten neuen Elite gehören - von Hitler nicht viel bis überhaupt nichts gehört haben.

Irgendwie finde ich es schon merkwürdig,

dass ein Name so tabu ist. Ich mein, offenkundig ist das Geschäft nicht nach dem deutschen Diktator, sondern nach einer anderen Person benannt. Ebensowenig ist das Geschäft mit einer faschistischen Ausstattung versehen.

Auch historisch finde ich die Interpretation fragwürdig. Hitler allein wird es wohl kaum vermocht haben, 6 Millionen Juden umzubringen. Und das Phänomen "Nationalsozialismus" und "Faschismus" wurde nicht nur von Hitler, sondern von Millionen Menschen getragen. Darunter Hinz und Kunz, Müller und Schmidt.

Dennoch haben wir nur mit den Namen "Hitler" ein Problem, und würden niemals die Namen "Schmidt" oder "Müller" verbieten. Historisch korrekt ist das nicht - nicht ein Mann hat Millionen umbringen lassen, der Massenmord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen etc. und der 2. Weltkrieg wurde von Millionen Deutschen begangen. Es auf eine Person zu reduzieren ist historisch falsch und politisch gefährlich - es vermittelt den Eindruck, dass nur dieses eine Monster "Hitler" die Gefährdung ausgemacht hat. Dem ist aber mitnichten so.

Haben Sie auch eine Begründung für ihre Beleidigung,

oder reicht Ihnen eine Beleidigung an sich? Zu Ihrer Information, bei den Reichtagswahlen im Juli 32 hat die NSDAP 37,3% Stimmenanteil, bei hoher Wahlbeteiligung. Wenn Sie jetzt berechnen, wie viele Stimmen das absolut sind, werden Sie feststellen, dass es sich um mehrere Millionen gehandelt hat.

Und kommen Sie jetzt bitte nicht mit dem Argument, die armen Wähler wussten nix. Hitlers Judenvernichtungsprogramm war kein Geheimnis - das hat der schon Jahre vorher in sein Buch geschrieben (Mein Kampf) und hat es auch bei so ziemlich jeder Rede betont.

Und genau wegen Äußerungen wie der Ihren finde ich es hochproblematisch, dass Phänomen "Nationalsozialismus" und "Faschismus" auf Hitler zu reduzieren - denn man verkennt, dass Hitler allein eigentlich machtlos gewesen wäre.

Da sind sie wieder

"denn man verkennt, dass Hitler allein eigentlich machtlos gewesen wäre."

Man könnte also fast sagen, er wäre eigentlich nur ein Mitläufer gewesen? So ganz ohne Macht und so?

Da sollte aber jemand ganz schnell noch einmal nachlesen, wie eine Diktatur funktioniert. Wenn Sie den Namen Hitler reinwaschen wollen, indem Sie die große deutsche Schuld einfach zu gleichen Teilen auf ein paar Millionen Menschen aufteilen, würde ich vielleicht einen anderen Weg wählen. So fällt niemand darauf rein.

Dem einfachen indischen Kleinhändler glaube ich nicht. Hitler und dann noch ganz zufällig ein Hakenkreuz?

Artikel: "Ein Hakenkreuz? Nein, vielmehr handelt es sich um ein Swastika, ein Kreuzsymbol, das im Hinduismus Glück bedeutet, in den allermeisten Tempeln, aber auch in vielen Schriftzügen von Geschäften zu finden ist."

Ein Swastika, das auf der Spitze steht und dann noch ganz ohne Punkte? Glaubt der Artikelschreiber wirklich, das ein Swastika vorliegt oder hat das der Händler gesagt? Falls Artikelschreiber, besser gucken.

Da hat ja jemand die Höflichkeit für sich gepachtet.

Ich werde nie verstehen, warum Leute solche Kommentare schreiben. Wird doch ohnehin zensiert, sobald ein Zensor drüber liest.

Aber vielleicht haben Sie Glück, und der Zensor macht Wochenende. Es sei ihm gegönnt. Und geheim gehalten? Bei allem Respekt, die Judenverfolgung war im dritten Reich Staatsräson. "Kauft nicht bei Juden" war einer der beliebtesten Sprüche im dritten Reich.

Von daher - lesen Sie bitte ein Geschichtsbuch, und nicht nur Nazipropaganda!

Oder unterhalten Sie sich mit Menschen, die zu jener Zeit gelebt haben, ein paar gibts ja noch - wenn es keine Nazis waren, werden die Ihnen bestätigen, dass die Judenverfolgung im Dritten Reich definitiv kein Staatsgeheimnis war.

mfg henry

Ja- kann man sagen - ohne die Anderen, wäre Hitler machtlos.

Mir ist sehr wohl bewusst, was Diktatur bedeutet. Ich kenne aber nicht viele Diktaturen, die durch die Menschen freiwillig gewählt wurden. Genaugenommen kenne ich eigentlich nur die Weimarer Republik, die die Demokratie selber wieder abgeschafft hat. Von daher finde ich es gelinde gesagt sehr verharmlosend, hier so zu tun, als sei hier jemand gewesen, der das Volk brutal unterdrückt hätte. Hitler wurde vom Volk geliebt, und sein Verbrechen wurden mindestens geduldet, in der Regel sogar für gut befunden und unterstützt. Erst nach dem 2ten Weltkrieg haben alle so getan, als seien sie schon immer Widerstandskämpfer gewesen, und Hitler sei das eigentliche Monster. Aber das ist einfach falsch.

Provokation?

> Hitler wurde vom Volk geliebt,
> und sein Verbrechen wurden mindestens
> geduldet, in der Regel sogar für gut
> befunden und unterstützt.

Ich habe Ihre Verleumdung, dass Auschwitz vom deutschen Volk "zumindest für gut befunden" wurde, der Redaktion gemeldet. Das ist angesichts der historischen Realitäten, angesichts des Standes der Geschichtsforschung sowie mit Blick auf simpelste Grundsätze der Menschlichkeit eine primitive und nicht akzeptable Aussage. [...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

Und , nicht schon ermüdigt, Geschichtsklitterung zu

betreiben? Als ob dieser NSDAP 37,3% Stimmenanteil im Jahr 1932/33 die Ermordung der armen Juden gewählt hat? Und die 98,6% (sic!) der Wähler in der UdSSR für die bolschewistische Partei WKP (B) im Dezember 1937 für die Ermordung von 700.000 Menschen (Der Große Terror 1937/38) gestimmt haben, für GULag, für die Annexion anderer Länder und Überfall auf Finnland im November 1939 usw?

Besser gucken

TBaxter: "Ein Swastika, das auf der Spitze steht und dann noch ganz ohne Punkte? Glaubt der Artikelschreiber wirklich, das ein Swastika vorliegt oder hat das der Händler gesagt? Falls Artikelschreiber, besser gucken."

In dem Artikelbild steht der Swastika ganz und gar nicht auf Spitz, ist also, in Gegensatz zum NS-Hakenkreuz (vgl. http://de.wikipedia.org/w...) nicht geschrägt.
Falls Kommentarschreiber, besser gucken.

Für die Eigenschaft eines Swastika kommt es nicht darauf an, ob sie zusätzlich Punkte hat oder nicht (vgl. z.B. http://www.religionfacts....). Dafür aber ist die Farbe eines hinduistischen Swastika regelmäßig nicht schwarz (in Gegensatz zum NS-Hackenkreuz), sondern bunt, vorzugsweise rot (wie in diesem Fall).
Falls Kommentarschreiber, besser informieren.

Judenverfolgung und vor allem Judendiskrimminierung

waren in Deutschland bekannt und wurden auch mit Entsetzen wahrgenommen.
Die Judenvernichtung war dagegen nicht allgemein bekannt, das Geschehen in den Vernichtungslagern wurde geheimgehalten.
Hitlers "Mein Kampf" wurde nicht seinen Verächtern gelesen. Dieser "Führer" war bei vielen Menschen zutiefst verhasst. Seine Ergüsse ( "Reden" ) erzeugte nur Verachtung.
Der ganze aufgeblasene Größenwahn, der Herrenmenschenspleen, die Heilbezeigung und der aggressive Hurrapatriotismus waren ein Gräuel für jeden toleranten Menschen.
Bei meiner Familie hatte er nur Wut, Angst und Besorgnis erzeugt.
Mein Großvater hielt es nicht für möglich, dass "dieser Anstreicher" wirklich was zu sagen hatte. Er sah Andere im Hintergrund diese Marionette steuern.
Das Gebaren der Nazies sah er zutieft gotteslästerlich und verbrecherich. Er kaufte bei Juden, solange es möglich war.
Auch die Juden wussten nicht von dem Vernichtungsvorhaben, sonst wären viel mehr geflohen. Und das Ausland hätte sie aufgenommen, falls die Bedrohung bekannt gewesen wäre.
Ob Inder den Holocaust kennen, oder leugnen ist eine Frage der Bildung und meiner Ansicht wenig vorwerfbar. Entscheidend ist, dass sie daran in jeder Hinsicht unbeteiligt waren. Im Gegensatz zu den Deutschen.
Die weltweite Aufregung über den indischen Wäschehändler wirkt unangemessen.

Kollektiv- oder Individualschuld?

" Historisch korrekt ist das nicht - nicht ein Mann hat Millionen umbringen lassen, der Massenmord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen etc. und der 2. Weltkrieg wurde von Millionen Deutschen begangen."

Wie korrekt ist denn Ihre Aussage?
Die Unschuldsvermutung gilt bis zum gerichtlichen Nachweis der Schuld. (oder etwa nicht?)
Ist dieser Nachweis für Millionen von Angeklagten (nämlich den von Ihnen genannten "Deutschen") erbracht worden?
Ich lasse mich zum aktuellen Forschungsstand gerne belehren.

Der Mord-Vorwurf wiegt schwer.

Zu dessen Nachweis werden individuelle Prozesse geführt, der letzte ist garnicht so lange her.
Und da war der Angeklagte nichtmal ein "Deutscher".
(der Fall Demjanjuk, wenn ich mal mit Fakten nachhelfen darf.)

In die eine Richtung generalisieren Sie, in die andere wird großzügig unter den Teppich gekehrt.

Wenn Ihre Argumentationsstil bei einem anderen Gegenstand käme, wär hier aber schnell die Zensur zur Stelle.

Ach wie schön ist das, im Abstand von drei Generationen so zu urteilen. Sie persönlich hätten bei den Wahlen zu Anfang der Dreißiger Ihr Kreuzchen selbstverständlich nicht an der falschen Stelle gesetzt......

Das Problem was viele haben

haben sie mit sich selbst. Aufarbeitung durch Verdrängung. Tabuisierung und Verbote. Statt die Unwissenden, aber auch Verklärenden eben durch solche "Fehlgriffe" zu entlarven, und ihnen zu helfen oder bei den Verklärern an ihren Vorstellungen aktive eigene Geschichte zu verarbeiten. versucht man alles unter einem Teppisch der Schweigens und Vergessens zu halten - die Gefahr das ein Hitler2.0 bald vor der Tür steht, ist recht hoch, sieht man doch das Erstarken des Nationalismuses in Europa, Nahen Osten Amerika usw.
Solang wir auch hier in Deutschland glauben ein Buch, wie ein Kampf, das ungeschichtliche Aussprechen von Hitler usw würde einen Hebel im Kopf umlegen, der einen natur- und gottgegeben zum blutrünstig, stumpfen Nazi werden lässt, überlassen wir ein Großteil von Geschichtsaufarbeitung und -verarbeitung radikalen Randgruppen oder uns Guido Knopp. Wir geben als Eigenverantwortung zu gunsten von Verboten von ob ab und das schon seit Generationen - das dann da eine ungesunde Verschiebung bis zur Verklärung einsetzen kann, liegt doch auf der Hand. Sobald die Bayern ihre Rechte am Machwerk Hitlers verlieren, wird Deutsvchland von Hitler überschwemmt, was für Diskussionen werden dann geführt?

Es geht doch nicht um das wie

ob nun glorifizierend und unter- und abschätzend. Es geht um die fehlende und falsche Verarbeitung von Geschichte und ein Beispiel ist nunmal das Druckverbot für "mein Kampf". Das wird recht bald auslaufen und dann kann jeder wieder mein Kmapf im Buchhandel kaufen. Hier ist also ein Beispiel, wie Verbote, einen Markt schaffen und gleichzeitig verhindern das in dem Zeitraum des Verbotes Aufarbeitung stattfand.
Siehe die Diskussion um den britischen Verleger der Auszüge aus mein Kampf in Deutschland abdrucken wollte. Nüchtere Betrachtungen waren dort in der Minderheit und es wurde hitzig diskutiert (auch hier auf ZO). Da hilft ihnen ihre Verdrängung auch nicht - "Looser".

mfg
Pinky5McCainy

Ergänzung

Eine ganz wichtige Gruppe wird oftmals vergessen: Die Gierigen! Bei der Beschlagnahmung, Versteigerung, dem erzwungenen Verkauf (unter Wert) jüdischen Eigentums brach eine Art Goldgräberstimmung auf. Es lief etwa so ab: Ein Bekannter machte zunächst ein kleines Vermögen mit jüdischem Eigentum, indem er seine jüdischen Nachbarn denunzierte (und vieleicht z. B. die Möbel dieser Juden daraufhin billig kaufen konnte). Plötzlich wollten diejenigen, die das gewinnträchtige Ausbeuten der Juden neidvoll bemerkt hatten auch (und zwar möglichst schnell, bevor die Juden in der Umgebung alle "abgeräumt" waren). Eine der fatalsten Antriebsfedern bei der Judenverfolgung war zu Beginn die Gier.

Einzeltätertheorien sind wieder In

Auf den von Ihnen kommentierten Kommentar so zu reagieren ist meiner Ansicht nach etwas verantwortungslos, gerade wenn auch Sie aus diesem Land kommen. Es geht hier glaube ich noch nicht einmal um ein moralisches Urteil. Ich denke die Menschen damals waren nicht "schlechter" oder "besser" als die Menschen heute. Nur trugen sie in jedwedem Amt, und sei es nur als ein Soldat in der Wehrmacht, dieses Verbrechen tatsächlich mit.
Mich würde in diesem Zusammenhang allerdings weniger der einzelne Mensch interessieren, als vielmehr die gesamte Struktur, in seinen politischen, soziologischen und nicht zuletzt ökonomischen Erscheinungen. "Millionen" standen hinter Hitler. Dieses historische Faktum wurde leider nie so richtig populär erklärt. Die großen Investorenbetriebe gibt es nämlich bis heute. Mehr noch; sie haben sich am Tod der Massen bereichert und mit Hitler ein Milliardengeschäft gemacht. Die grundlegende Struktur hat sich tatsächlich nicht verändert. Die Steigbügelhalter für eine Diktatur starben mit goldenen Löffeln im Sarg.
Die bürgerliche Moral der BRD ließ es zu, da Hitler alleinverantwortlich war mit seinen Hunden und Helfershelfern. Und Guido Knopp erzählt uns rund um die Uhr warum dieses heutige Deutschland so unschuldig und menschenfreundlich ist. Auf die "Einzeltätertheorie" darf in diesem Zusammenhang einfach nicht verzichtet werden. Glauben Sie nur weiter daran, dass dieser eine Mann das bevölkerungsreichste Land Europas "verführt" hat...bis zum nächsten Krieg.

Question time! :)

Der "Blick auf simpelste Grundsätze der Menschlichkeit" (hä?) hilft Ihnen bei dem Thema nun wirklich nicht weiter.

Was wäre denn übrigens der aktuelle Stand der Geschichtsforschung, der hier so spannend angedeutet wird? Hat Goldhagen doch nur zuviel gebechert, bevor er sein Werk geschrieben hat? :) Als B.A. Geschichte würde mich das brennend interessieren. :D

Falls Sie nochmal reinschauen:

danke für Ihre Antwort.
Sie unterstellen mir aber etwas, was ich nicht gesagt habe. Es ging um den konkreten Mordvorwurf, den der Mitforist gegen quasi jedes einzelne Glied der damaligen Gesellschaft erhob. Um den und um nichts anderes.
Was Sie zur Bewertung der "gesamten Struktur", einschließlich der wirtschaftstrukturellen Nachwirkungen bis in die Gegenwart sagen,
wird von mir mit unterschrieben.
Diese Frage könnte man so aber auch für x weitere Ereignisse der Weltgeschichte stellen.

....war da z.B. in Amerika nicht nochwas offen mit 40 Morgen und einem Maulesel?
Was bringen solche Forderungen ...... krempeln wir lieber dei Ärmel hoch.

Die Strukturen, bei denen Sie die moralischen Leichen im Keller feststellen, erfreuen sich doch allgemeiner Beliebtheit. In Israel mag man "unsere" U-Boote, und in Osteuropa sind Mercedes und Porsche sehr beliebt......

[...]

"Wie kann man in der Heimat von Mahatma Gandhi und Gewaltlosigkeit eine Person wie Hitler feiern, der Millionen von unbewaffneten Zivilisten ermordet hat?", kritisierte Nikitin Contractor von der Organisation Friends of Israel in der Zeitung Times of India.

Wie kann man nur so viel Infantilismus an den Tag legen. Es geht um den Namen eines Ladens. WER FEIERT HIER BITTE HER CONTRACTOR?

Gekürzt. Verzichten Sie auf polemische und unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/mak

@2 eine krieg- und gewalt-relativierende äußerung

es ist nicht merkwürdig, wenn man weiß, dass dieser name h.i.t.l.e.r. steht für den tod von über sechstausend menschen, krieg, folter, mißbrauch und ein menschenverachtendes system mit vielen vielen mitläufern.

und wenn sie den beitrag genau gelesen haben:
der großvater hieß nicht so, es war sein spitzname, weil er "sehr streng" war. aber wohl nach diesem "vorbild" aus deutschland genannt.

vom h.i.t.l.e.r. war ja dort wohl auch "nur" bekannt, dass er ein sehr strenger mann gewesen sein sollte...

also alles harmlos?

nein, ich kann ihnen nicht beipflichten, wenn es auch zutrifft, dass ohne helfershelfer und mitläufer und wähler und weg-gucker so etwas wie die nazizeit mit allen grausamkeiten und schrecken und tod nicht möglich gewesen wäre.

Sie haben durchaus Recht,

wenn Sie sagen, dass der Name Hitler mit dieser Zeit identifiziert wird. Allerdings richtet sich ja genau daran meine Kritik - dass man eben das Phänomen Nationalsozialismus und Faschismus auf Hitler reduziert. Weil es einfach falsch ist.

Doch die Reduzierung der Verbrechen auf Hitler hat ja eben dazu geführt, dass z.B. ein Mörder wie Filbinger nach dem Krieg einfach so tun konnte, als hätte er nur Recht befolgt. Und dann auch noch Ministerpräsident werden konnte, was die eigentlich Krönung des Ganzen ist.

mfg henry