Vatileaks-Affäre: Prozess gegen Exkammerdiener des Papstes könnte schnell vorbei sein
Paolo Gabriele hat zugegeben, geheime Dokumente aus dem Vatikan weitergereicht zu haben. Nach nur vier Prozesstagen könnte deshalb schon das Urteil gegen ihn fallen.
©Ettore Ferrari/dpa

Paolo Gabriele (vorn) mit Papst Benedikt XVI. im Mai 2012
In der sogenannten Vatileaks-Affäre hat der Prozess gegen Paolo Gabriele, den früheren Kammerdiener von Papst Benedikt XVI, in Vatikan-Stadt begonnen. Der 46-Jährige muss sich wegen schweren Diebstahls aus den innersten Gemächern des katholischen Kirchenoberhaupts verantworten. Der Vater von drei Kindern war seit 2006 der persönliche Diener von Papst Benedikt XVI. und zählte zum engsten Kreis des päpstlichen Haushalts.
Gabriele war am 23. Mai festgenommen worden – unter dem Verdacht, vertrauliche Dokumente gestohlen zu haben. Er steht im Mittelpunkt der Affäre um die Weitergabe Hunderter interner Dokumente aus dem Vatikan an italienische Medien. Ihm drohen bis zu vier Jahre Haft. Gabriele hat bereits gestanden, Papiere an einen Journalisten weitergegeben zu haben, um Korruption in der katholischen Kirche aufzudecken.
Der Prozess könnte innerhalb einer Woche abgeschlossen werden. Es sei möglich, dass vier Verhandlungstage ausreichten, zitierten die Beobachter den Präsidenten des vatikanischen Tribunals, Giuseppe Dalla Torre. Gabriele soll erst kommende Woche befragt werden; seine Aussage ist für Dienstag angesetzt.
Gabriele erschien in Begleitung seiner Anwältin Cristiana Arru vor dem mit drei hochkarätigen italienischen Juristen besetzten unabhängigen Tribunal. Nach vatikanischem Recht wäre seine Anwesenheit nicht unbedingt notwendig gewesen. Er saß bereits mehrere Wochen im Gefängnis und steht derzeit unter Hausarrest.
Privatsekretär Gänswein soll aussagen
Acht Zeugen seien für Gabriele benannt worden, berichteten die Prozessbeobachter. Unter ihnen ist neben einem halben Dutzend Gendarmen und einer Helferin aus dem päpstlichen Haushalt auch der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein. Ob und wann Gänswein vor Gericht aussagen wird, blieb offen. Ergebnisse der vom Papst in dem Fall eingesetzten Kardinalskommission werden nicht in den Prozess einfließen – die kirchliche und die weltliche Aufklärung bleiben streng getrennt.
Die Ermittler hätten bei Gabriele 82 Kartons voller Papiere sichergestellt, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi: "In dieser Masse von Dokumenten waren auch Dokumente, die mit der Anklage in Verbindung standen." Jedoch habe es sich vielfach auch um Unterlagen gehandelt, die Gabriele aus persönlichem Interesse aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt hatte.





Soll er ihn doch begnadigen. Wirklich brisante oder kriminelle Unterlagen dürfte der Papst genauso wenig auf dem Tisch haben wie ein Steuerberater, sondern hätte sie den Untersuchungsbehörden übergeben müssen.
Also was bleibt? Ein Scheck der vom Aussteller vermutlich für eine Spende gedacht war, und der nur dem Papst vertaute. Das wertvolle Buch ist noch da. Goldklumpen ichs glaubs ja wohl. Hätte irgendein Angestellter alles das entwendet, wärs keine Zeile wert.
Nuzzis Buch wird hoffentlich interessant. Es wird Zeit, dass nur anständige Geschäfte gemacht werden, zum Wohl der Kirche. Aber es gibt auch Leute die meinen, für die Unterstützung ihres Seelenheils stünde ihnen eine besondere Behandlung zu.
Und gerade Kriminelle und Mafiosi meinen, sich mit Geld Gottes Gnade erkaufen zu können. Sonntag gehört der Kirche und der Familie. Pfui Teufel.
Da aufzuräumen ist allerdings eine Mammutaufgabe. Mal eben Tische und Stühle raus werfen wie Jesus das im Tempel gemacht hat, geht leider nicht.
Ihn zu Bestrafen ist lächerlich. Ein wenig mehr an Transparenz und ein wenig mehr an Toleranz würde der Katholischen Kirche gut tun.
Das ist nit Herrn Ratzinger kaum zu machen.
Die "Christen" beängstigen mich.
Ein unüberschaubares Machtgeflecht, das Waffen segnet und mit Diktatoren koaliert.
Und das im Namen eines Zimmermanns aus Palästina.
Der Islam bezieht seine Macht aus dem Fanatismus seiner Anhänger, der Katholizismus aus der blutrünstigen Focussierung auf Ihren Herrscher, wie die traurige Geschichte dieser "Liebes"-Religion beweist.
Joseph, mir graut vor Dir.
Auch ich wurde schon Opfer der Indiskretion einfacher Angestellter und habe mich gerichtlich erfolgreich wehren können, der Angestellte ist nun durch die entstandenen Schulden ein ewiger Sozialfall was eine Lehre und Warnung an alle Angestellten war.
Ich wünsche dem Papst viel Erfolg zur Erkämpfung seines Rechtes.
Paolo Gabriele kann froh sein, dass der Vatikan (als einer der letzten Staaten in Europa) Folter und Todesstrafe abgeschafft hat. Trotzdem bleibt die vatikanische Justiz eine der rückständigsten in Europa.
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