Entwarnung am Niederrhein und im Ruhrgebiet: Nach einem Brand in einem Krefelder Düngemittellager war in mehreren Regionen Giftalarm ausgelöst worden. Befürchtungen, dass die durch das Feuer entstandenen Gase hochgiftig sein könnten, bestätigten sich aber nicht. Schadstoffmessungen von Land und Feuerwehr in Duisburg , Mühlheim an der Ruhr , Essen, Oberhausen und in den Landkreisen Wesel und Mettmann hatten keine kritischen Werte ergeben, wie die betroffenen Städte mitteilten. Die Behörden gaben Entwarnung.

In dem zunächst am stärksten von der Rauchwolke betroffenen Duisburger Vorort Mündelheim hätten die Stickoxid-Werte unter der Nachweisgrenze gelegen, sagte ein Sprecher des Landesumweltamtes. Auch die gemessene Ammoniakkonzentration sei ungefährlich für Menschen. Der Wind hatte die Rauchwolke nach Norden in Richtung Duisburg getrieben. Auch Teile von Mülheim an der Ruhr waren betroffen. (Bilder des Brands aus den sozialen Netzwerken finden Sie hier, Updates der Stadt Duisburg hier )

In Duisburg gab es stellenweise Niederschlag von Rußpartikeln. Die Anwohner wurden vorsorglich aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen und Klimaanlagen auszuschalten. Andere Städte – etwa Essen – warnten vorsorglich auch, hoben dies aber später wieder auf.

Schüler mussten die Hofpause in den Klassenräumen verbringen. Zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy sperrte das Wasser- und Schifffahrtsamt den Rhein auf einer Länge von knapp 40 Kilometern. Wegen des Qualms leitete die Flugsicherung den Flugverkehr des Düsseldorfer Flughafens Richtung Norden um, wie ein Sprecher sagte.

Erste Messergebnisse liegen vor

Die 50 mal 120 Meter große Halle brannte mittlerweile vollständig nieder. Das Feuer hatte laut Rheinischer Post auch auf eine benachbarte Produktionshalle übergegriffen, in der Ammoniak gelagert wird.

Die Feuerwehr hatte sämtliche örtlich verfügbaren Kameraden an den Brandort beordert, den Angaben nach etwa 300. Der Großbrand war nach mehreren Stunden unter Kontrolle.

Ansage vom Band

Nach Angaben des Düngemittelwerkes waren in der Lagerhalle insgesamt 42.000 Tonnen Rohstoffe und Fertigprodukte für sogenannte mineralische Mehrnährstoffdünger in Brand geraten.

Die Stadt Duisburg richtete ein Info-Telefon ein (02151-19700).

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