GolfkartellMexikanischer Drogenboss "El Coss" gefasst

Einer der mächtigsten Drogenhändler Mexikos ist von Elite-Soldaten festgenommen worden. Auf "El Coss" war eine Belohnung von umgerechnet 1,7 Millionen Euro ausgesetzt.

Mitglieder einer mexikanischen Anti-Drogen-Einheit

Mitglieder einer mexikanischen Anti-Drogen-Einheit

Mexikanische Marinesoldaten haben einen der meistgesuchten Drogenbosse des Landes festgenommen. Wie die Marine mitteilte, bezeichnete sich der Mann als Jorge Eduardo Costilla Sánchez, der mutmaßliche Chef des Golfkartells. Auf den "El Coss" genannten Sánchez, der im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas gefasst wurde, war ein Kopfgeld von umgerechnet 1,7 Millionen Euro ausgesetzt.

Die Festnahme wäre ein wichtiger Etappensieg im Krieg der Regierung gegen das organisierte Verbrechen. Das Golfkartell gilt als eine der größten Drogenbanden in Mexiko, die allerdings in den vergangenen Jahren einen Teil ihrer Macht an die Rauschgiftbande Los Zetas verloren hatte. In derselben Region, in der "El Coss" gefasst wurde, hatten Marinesoldaten vergangene Woche ein weiteres ranghohes Mitglied des Golfkartells verhaftet. Sie ist auch einer der Hauptschauplätze des gewalttätigen Kampfes zwischen dem Golfkartell und den Los Zetas.

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Sánchez ist ein ehemaliger Polizist, der 2003 die Führung des Kartells übernommen hatte, nachdem dessen Chef verhaftet und in die USA ausgeliefert worden war. Auf einer Fahndungsliste mit den 37 meistgesuchten Drogenbossen stand er weit oben. 

Im mexikanischen Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen sind seit Ende 2006 mehr als 50.000 Menschen getötet worden. Damals hatte der nun scheidende Präsident Felipe Calderón einen großangelegten Militäreinsatz gegen die Drogenbanden gestartet.
 

 
Leserkommentare
  1. "Im mexikanischen Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen sind seit Ende 2006 mehr als 50.000 Menschen getötet worden."

    "WOW" - Diese Zahl ist wahnsinnig hoch, das musste ich zweimal lesen...sind das nicht schon Ausmaße eines Bürgerkriegs? Vergleichszahlen wären hier wertvoll.

    Eine Leserempfehlung
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    ...von sogar 120.000 spricht sogar Wikipedia 8O

    http://de.wikipedia.org/w...

    Auch als "innerstaatlicher Krieg" bezeichnet.

    ...von sogar 120.000 spricht sogar Wikipedia 8O

    http://de.wikipedia.org/w...

    Auch als "innerstaatlicher Krieg" bezeichnet.

  2. ...von sogar 120.000 spricht sogar Wikipedia 8O

    http://de.wikipedia.org/w...

    Auch als "innerstaatlicher Krieg" bezeichnet.

    2 Leserempfehlungen
    • tchonk
    • 13.09.2012 um 15:16 Uhr

    "Das Golfkartell gilt als eine der größten Drogenbanden in Mexiko, die allerdings in den vergangenen Jahren einen Teil ihrer Macht an die Rauschgiftbande Los Zetas verloren hatte. In derselben Region, in der "El Coss" gefasst wurde, hatten Marinesoldaten vergangene Woche ein weiteres ranghohes Mitglied des Golfkartells verhaftet."

    Das traurige an der Nachricht ist, dass man sich sicher sein kann, dass die Los Zetas ihre Macht über Politk und Polizei hier haben spielen lassen. Umso mehr und wichtigere Leute eines Kartells gefasst werden, desto geringer ist sein Einfluss auf Polizei und Staat.
    Angeblich sind in den letzten Monaten die Gewalttaten im Norden Mexikos zurückgegangen, was aber Insider damit begründen, dass die Zetas immer mächtiger werden und ihre Feinde weniger. Die Kontakte der Zetas sollen auch bis in die höchsten Ämter reichen.

  3. Ein Erfolg? Ich denke, wenn eins die letzten Jahre im Bezug auf die Drogenpolitik Mexikos gezeigt haben, dann dass man nicht gegen das Drogenproblem ankämpfen kann. Einen der großen Bosse zu verhaften bringt garnichts. Schnell wird einer nachrücken oder im schlimmsten Fall spaltet sich die Organisation unter blutigen Auseinandersetzungen. Was bestehen bleibt ist die Gewalt und die Drogen. Ein intreressanter Artikel gibt es hierzu auf FAZ.net : Legalität als letzter Ausweg - Machen wir Frieden mit den Drogen.

  4. eine Formsache: Der Mann heisst mit Nachnamen Costilla. Sánchez ist "nur" der mütterliche, zweite Nachname. Das wirft man in deutscher Sprache immer durcheinander. Daher Coss: "Costilla S."

    Tut mir leid, dass ich so pingelige Erklärung in so tragischem Zusammenhang anbringe. Das mexikanische Drama ist horrend, eine der unvernarbbaren Bruchstellen dieser ungleichen Welt, die unter der white supremacy ächzt. Wie lange noch? Wie tief wird sich der nördliche Egozentrismus eines Tages rächen? the answer is blowing in the wind, noch immer

  5. Es erscheint bei diesem Krieg gegen die Drogen, es sich doch vielmehr, um einen Krieg gegen das Volk zu handeln (die meisten Opfer sind ja nicht aus der Oberschicht)....

    Da wird in Mittelamerika doch fortgesetzt, was in El Salvador/Guatemala den 70-er Jahren praktiziert wurde....alles Demokratische, Journalistische, Menschliche, Würdevolle zu massakrieren, damit die Elite jener Länder sich noch mehr bereichern können....

    Dabei handelt es sich doch, um die gleiche Vorgangsweise wie ehedem, wo man im Krieg gegen die "Linken" das Volk Guatemalas/El Salvadors massakrierte und da es die "Linken", also die Lehrer, Beamten, Bürgermeister, Politiker ja praktisch in Mittelamerika dahingehend ausgerottet wurden, dahingehend führt man nun ebenjenen Krieg gegen das Volk unter dem euphemistischen Titel "Krieg gegen die Drogen" weiter....

    Die USA, wo die meisten dieser Drogen konsumiert werden, dient sich jener Krieg als Krieg gegen das Volk an; in Mittelamerika, also dem Wilden Westen der USA, wird dann alles massakriert....das hat dann ja nicht einmal etwas mit Drogen zu tun, denn das Volk unten zu halten und zu brechen....

    Das ist kein Krieg gegen Drogen, das ist ein Krieg gegen die Menschen Mittelamerikas....von den 70-ern bis zum heutigen Tag in der gleichen Kontinuität....Mexiko, kostet jener Krieg 3% Wirtschaftswachstum pro Jahr, nicht wegen der Drogen, denn dem Krieg gegen die Drogen (nicht das ich fuer die Drogen bin, nur für die Menschen Mittelamerikas!)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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  • Schlagworte Felipe Calderón | Marine | Chef | Euro | Krieg | Mexiko
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