Als das Bekennervideo der Nazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) öffentlich wurde, in dem die Comicfigur Paulchen Panther auftritt, wechselten zahlreiche Benutzer rechtslastiger Internet-Foren plötzlich ihr Profilbild: zum rosa Panther mit Pumpgun und Patronengurt.

Einen wichtigen Akteur der rechtsextremen Internet-Szene hat nun offenbar die Staatsanwaltschaft Hamburg am Wickel: Sie ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen den Hamburger Robert M., der zahlreiche Neonazi-Webseiten eingerichtet und technisch verantwortet haben soll. Auch für die wohl wichtigste deutsche Neonazi-Plattform thiazi.net soll er die Infrastruktur beigesteuert haben. Im Juni schaltete das Bundeskriminalamt nach mehreren Razzien die Seite ab.

Die Spur kam aus Österreich

Auf die Spur kamen die Ermittler M. offenbar auch aufgrund eines Amtshilfe-Ersuchens aus Österreich. Das dortige Amt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und die Staatsanwaltschaft Wien ermitteln seit 2010 gegen die Betreiber der Website alpen-donau.info. Die Gruppe um den berüchtigten österreichischen Neonazi Gottfried Küssel soll damit unter anderem gegen das Verbot der "Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinn" verstoßen haben.

Das Portal galt als wichtigster Treff der österreichischen Neonazis. Die User auf alpen-donau.info verbreiteten übelste Hetze: Von "Stänkerjuden" war dort die Rede, deren Vernichtung wünschenswert sei. Parlamente waren in Anspielung an NS-Diktion "Schwatzbuden", Politiker "Bonzen" oder "hysterische Weiber", und Schwule gehörten "zwangstherapiert". Der einschlägig vorbestrafte Küssel hatte in der Vergangenheit auch "Wehrsportübungen" organisiert und wurde mit Waffen erwischt.

Nach Ansicht der Wiener Staatsanwaltschaft lag die inzwischen von den Behörden geschlossene Plattform alpen-donau.info auf einem Server, der dem Hamburger Robert M. gehörte – wie fast 50 weitere einschlägige Webseiten mit Namen wie angriff.org, blutundboden.com oder nationalsozialismus.net. Auch als Administrator etlicher Neonazi-Foren soll der 41-Jährige tätig gewesen sein. Die noch aktive, passwortgeschützte Rassisten-Plauderecke grossdeutsches-vaterland.net soll er sogar mitgegründet haben.