Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Verurteilung der Musikerinnen von Pussy Riot kritisiert. Er sagte, das Urteil zu je zwei Jahren Straflager für die drei Frauen sei zu hart.

Der Auftritt der Musikerinnen und die Hysterie, die darauf folgte, hätten ihn zwar angewidert, sagte Medwedew , doch wäre eine Bewährungsstrafe unter Anrechnung der bereits verbüßten fünf Monate Untersuchungshaft ausreichend gewesen, sagte der Chef der Kreml-Partei Geeintes Russland bei einem Parteitreffen. Eine weitere Haft halte er für unproduktiv, sagte Medwedew.

Im August sind drei Frauen der Punkband zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Sie hatten bereits fünf Monate in Untersuchungshaft verbracht. Vorgeworfen wird ihnen Rowdytum aus religiösem Hass für ihren Auftritt Ende Februar in der Moskauer Erlöserkirche. Dort hatten sie in Sturmmasken und greller Kleidung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin protestiert.

Das Urteil löste geteilte Reaktionen in der russischen Öffentlichkeit aus und wurde international kritisiert . Stars wie Madonna, Sting und Peter Gabriel hatten sich für Pussy Riot eingesetzt. Auch der Menschenrechtsrat des Kreml äußerte Bedenken gegen das Urteil.

Ein Gericht will am 1. Oktober über den Einspruch der Putin-Gegnerinnen gegen das umstrittene Urteil wegen Rowdytums aus religiösem Hass verhandeln.