Gepanschter AlkoholTschechien zieht Hochprozentiges aus dem Verkehr

Tschechische Behörden haben den Verkauf von Getränken mit mehr als 20 Prozent Alkoholgehalt verboten. Hintergrund ist eine Serie von Methanol-Vergiftungen. von dpa und dapd

Abgeschottetes Regal für hochprozentigen Alkohol in einem Prager Geschäft

Abgeschottetes Regal für hochprozentigen Alkohol in einem Prager Geschäft  |  ©Filip Singer/dpa

Nach einer Reihe tödlicher Vergiftungen durch gepanschten Alkohol hat Tschechien den Verkauf von Spirituosen mit mehr als 20 Prozent Alkoholgehalt verboten. Das Embargo gelte landesweit ab sofort und möglicherweise mehrere Wochen lang, sagte Gesundheitsminister Leos Heger. Auch Restaurants, Hotels und Online-Verkäufer seien betroffen.

Der Staat verhängt das Verbot auch deshalb, weil weiterhin Unklarheit über die Hintermänner und die genauen Verteilerkanäle der gefährlichen Alkoholgetränke herrscht.

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Bis Freitag waren in Tschechien 19 Menschen gestorben, nachdem sie mit hochgiftigem Methanol verunreinigte alkoholische Getränke zu sich genommen hatten. Zwei weitere Todesfälle wurden in Polen bekannt, einer in der Slowakei . Dutzende Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Die Betroffenen hatten gepanschten Wodka oder Rum getrunken, die – bisherigen Erkenntnissen nach – Kriminelle in den Geschäften verbreitet hatten. Für eine Vergiftung mit Übelkeit und Sehstörungen reichen wenige Milliliter Methanol aus; bei Einnahme größerer Mengen drohen Erblindung oder der Tod.

Ermittler suchen nach den Tätern. Im Osten Tschechiens seien neun Verdächtige inhaftiert worden, sagte Polizeipräsident Martin Červíček . Bei einer Razzia im südmährischen Zlin stellten die Beamten rund 500 Wodka-, Rum- und Obstbrandflaschen mit gefälschten Marken-Etiketten sicher. Proben ergaben einen hohen Gehalt von Methanol.

Vorsicht bei unetikettiertem Alkohol

Die Gesundheitsbehörden in Sachsen warnten, es sei nicht ausgeschlossen, dass der methanolhaltige Alkohol auch im Freistaat angeboten werde. Das Ausmaß und die Verbreitung der gepanschten Getränke könnten derzeit nicht abgeschätzt werden, teilte das tschechische Gesundheitsministerium mit. Vorsicht sei bei unetikettiertem Alkohol unklarer Herkunft geboten.

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Leserkommentare
  1. im gastro-bereich einer echten tourismusgegend ernsthaft tätig war weis das dort gerade in den flaschen mit den teuren marken viel "hausbrand" gereicht wird(ausser in jenen gegenden wo sie den hausbrand unterm tresen fürs doppelte reichen, wg spezialität)
    das ist normal, akzeptiert, und stört niemanden.
    aber wie in der türkei scheinen hier einige den hals nicht voll zu kriegen und kein auge auf die qualität zu halten
    selbst schuld wenn ihnen (incl der händler, kneipiers, hoteliers die sie beliefern) jetzt der a**** aufgerissen wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, DAPD
  • Schlagworte Gesundheitsministerium | Alkohol | Gehalt | Gesundheitsminister | Getränk | Hotel
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