Die Euro-Schuldenkrise macht den meisten Deutschen Angst. Knapp drei Viertel der Bundesbürger fürchten hohe Kosten für die Steuerzahler durch die Krise in einigen EU-Staaten, wie aus der von der R+V-Versicherung vorgelegten Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" hervorgeht. Zudem haben knapp zwei Drittel Angst davor, dass der Bestand des Euro durch die Schuldenkrise gefährdet sein könnte.

Die Sorge um Wirtschaft und Finanzen treibt die Deutschen auch ganz konkret um: Bei den Ängste n, die in der Studie seit Langem abgefragt werden, liegt die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 63 Prozent an der Spitze. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Angst vor einer Überforderung der Politiker (55 Prozent) und vor einer schlechteren Wirtschaftslage (52 Prozent).

Trotz des sinkenden Vertrauens in die wirtschaftliche Entwicklung hat nur jeder dritte Deutsche (32 Prozent) Angst, seinen Job zu verlieren. Dieser Wert sank damit im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf den niedrigsten jemals in der Studie gemessenen Stand. Nur 1994 war die Sorge schon einmal so gering.

Am stärksten gingen die Angst vor Terroranschlägen und die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung zurück – um jeweils elf Prozentpunkte. Die Furcht, dass Terroristen ein Attentat verüben, lag mit 39 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung hatten nur 29 Prozent der Befragten.

"Grundängste" und Sonderthemen

Seit mehr als 20 Jahren werden in der repräsentativen Studie jeweils etwa 2.500 Deutsche befragt. Abgefragt wird alljährlich ein fester Katalog an Grund ängste n wie Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes oder Terrorismus. Daneben werden stets Sonderbefragungen vorgenommen – in diesem Jahr zu den Themen Euro-Schuldenkrise, Atomenergie und Pflegebedürftigkeit.

Vor dem Hintergrund des aktuell robusten Arbeitsmarktes zeige das Ergebnis, "dass sich das Risiko, arbeitslos zu werden, nur auf einen Teil der Beschäftigten konzentriert, beispielsweise auf die geringer qualifizierten Arbeitnehmer", sagte der Heidelberger Politologe Manfred Schmidt , der die Studie begleitet. Die Angst, ein Pflegefall zu werden, nimmt zwar nicht zu, mit 50 Prozent liegt sie allerdings noch immer auf Platz fünf des Rankings.