USA: Pfadfinder vertuschten jahrzehntelang Missbrauch
Ein neuer Kinder-Missbrauchsskandal erschüttert die USA: Die Pfadfinder haben zwischen 1970 und 1991 Hunderte mutmaßliche Fälle vertuscht.
© Andy Lyons/Getty Images

Ein Pfadfinder der Boy Scouts of America
Über zwei Jahrzehnte sollen die US-Pfadfinder mutmaßliche Missbrauchsfälle geheim gehalten haben. In über einhundert Fällen informierte die Pfadfinderorganisation Boy Scouts of America der Los Angeles Times zufolge weder die Eltern noch die Öffentlichkeit. Sie wollte damit ihren Ruf und den ihrer Mitglieder schützen.
Die Los Angeles Times berichtet nach der Prüfung 1.600 vertraulicher Akten aus den Jahren von 1970 bis 1991, die Leiter der Organisation hätten geständige Täter häufig zum stillen Rückzug gedrängt. Die Verwaltung sei bemüht gewesen, den Missbrauch zu vertuschen oder habe die Vertuschung durch die Täter zugelassen.
Die Boy Scouts of America verteidigten sich. Ihr Vorsitzender Wayne Brock erläuterte in einem offenen Brief Schutzmechanismen, die inzwischen in Kraft seien. Von den Teamleitern werde mittlerweile ein Führungszeugnis verlangt. Sie würden außerdem ausgebildet, Missbrauch zu erkennen und zu melden. Bei allen Aktivitäten seien immer zwei Erwachsene dabei. "Kein Pfadfinder sollte mit einem Leiter allein sein", schrieb Brock.
In den USA werden Missbrauchsfälle bislang nur zögerlich aufgeklärt. Im Juli war bekannt geworden, dass ein Footballtrainer an der US-Universität Penn State Jungen über Jahre hinweg missbraucht hatte. Die Uni-Führung hatte den Fall vertuscht, weil sie um ihr Ansehen fürchtete.
Vor zehn Jahren wurden erste Berichte über Missbrauch der katholischen Kirche der USA veröffentlicht. Später bestätigte die US-Bischofskonferenz 6.700 Missbrauchsvorwürfe gegen 4.392 Priester aus den Jahren 1950 bis 2004. Die meisten Opfer waren zwischen 11 und 17 Jahre alt. 3.300 Priester waren bereits verstorben, als der Bericht veröffentlicht wurde, gegen 384 der restlichen wurde ermittelt, 252 wurden verurteilt. Nur 100 kamen ins Gefängnis.





der Fall mag selten sein, aber schlägt unmittelbar auf die gesamte Organisation durch und schädigt ihr Ansehen auch dann und dies nachhaltig, wenn dies viel seltener als im "normalen" Leben passiert. Für die amerikanischen Pfadfinder arbeiten 1 Million erwachsene Volontäre. Über den Zeitraum von zwanzig Jahren dürften es sogar sehr viel mehr gewesen sein. Sind nun statistisch gesehen Missbrauchsfälle dort höher als in Schulen, Sportvereinen etc? Ich weiss es nicht. Wollte man aber eine Aussage über die moralische Verfassung dieser Organisation treffen, dann müsste man eine vergleichbare Datenbasis anbieten. Ist die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs dort nun höher oder geringer? Wir wissen es nicht.
Zitat Galgenstein: schädigt ihr Ansehen auch dann und dies nachhaltig, wenn dies viel seltener als im "normalen" Leben passiert.
Darum geht es überhaupt nicht. Der Skandal besteht nicht darin, dass Fälle von Missbrauch überhaupt jemals vorkommen, oder dass es zu viele wären.
Der Skandal besteht darin, dass diese Fälle vertuscht werden, und die Verwaltung sich zu Komplizen der Täter macht, anstatt auf Seiten der Opfer zu stehen.
Eben dadurch, dass es aktiv vertuscht wird, um den eigenen Ruf zu wahren. Dass so etwas schließlich nicht ausgeschlossen werden kann und sich solche Leute die Jobs gut aussuchen, wo sie Gelegenheit haben, das ist uns selbst klar. Aber die Täter dann einfach laufen zu lassen, damit sie anderswo noch mal zuschlagen...
Zitat Galgenstein: schädigt ihr Ansehen auch dann und dies nachhaltig, wenn dies viel seltener als im "normalen" Leben passiert.
Darum geht es überhaupt nicht. Der Skandal besteht nicht darin, dass Fälle von Missbrauch überhaupt jemals vorkommen, oder dass es zu viele wären.
Der Skandal besteht darin, dass diese Fälle vertuscht werden, und die Verwaltung sich zu Komplizen der Täter macht, anstatt auf Seiten der Opfer zu stehen.
Eben dadurch, dass es aktiv vertuscht wird, um den eigenen Ruf zu wahren. Dass so etwas schließlich nicht ausgeschlossen werden kann und sich solche Leute die Jobs gut aussuchen, wo sie Gelegenheit haben, das ist uns selbst klar. Aber die Täter dann einfach laufen zu lassen, damit sie anderswo noch mal zuschlagen...
Das Schlimme ist halt, dass Vertuschung nur schadet, wenn sie auffliegt, während man mit offensiver Aufklärung und sogar Präventivmaßnahmen in der öffentlichen Meinung IMMER verliert. Die belohnt nämlich nicht ethisches Verhalten oder den Schutz von Kindern sondern das Vorspiegeln einer heilen Welt in der "solche Dinge" nicht existieren.
Zitat Galgenstein: schädigt ihr Ansehen auch dann und dies nachhaltig, wenn dies viel seltener als im "normalen" Leben passiert.
Darum geht es überhaupt nicht. Der Skandal besteht nicht darin, dass Fälle von Missbrauch überhaupt jemals vorkommen, oder dass es zu viele wären.
Der Skandal besteht darin, dass diese Fälle vertuscht werden, und die Verwaltung sich zu Komplizen der Täter macht, anstatt auf Seiten der Opfer zu stehen.
Eben dadurch, dass es aktiv vertuscht wird, um den eigenen Ruf zu wahren. Dass so etwas schließlich nicht ausgeschlossen werden kann und sich solche Leute die Jobs gut aussuchen, wo sie Gelegenheit haben, das ist uns selbst klar. Aber die Täter dann einfach laufen zu lassen, damit sie anderswo noch mal zuschlagen...
Und man sieht auch wieder, dass solche Fälle in allen möglichen Institutionen - von der Reformpädagogik bis zum Katholischen Internat vorkamen.
Leider haben alle seiten meist versucht dies zu vertuschen.
Und man sieht auch wieder, dass solche Fälle in allen möglichen Institutionen - von der Reformpädagogik bis zum Katholischen Internat vorkamen.
Leider haben alle seiten meist versucht dies zu vertuschen.
Und man sieht auch wieder, dass solche Fälle in allen möglichen Institutionen - von der Reformpädagogik bis zum Katholischen Internat vorkamen.
Leider haben alle seiten meist versucht dies zu vertuschen.
ist Vertuschung zweckrational und damit absolut vernünftig.
Wie der NDR berichtet, hat man im Fall der protestantischen Würdenträger in (Nord-) Deutschland den Wettbewerb im unter-den-Teppich-kehren eindeutig gewonnen:
http://www.ndr.de/regiona...
Und natürlich fand sich jetzt niemand mehr, die oder der damals bei Gremiensitzungen dabei war, oder an deren Rande - so wurde so etwas ja damals von Frau Pröpstin Emse gehandhabt - die entsprechenden Gespräche erinnern würde.
Da wurden wohl viele Dinge "am Rande" besprochen, die zu delikat waren, um in Protokollen zu erscheinen. Jugendarbeit im Zuständigkeitsbereich der Pröpstin hatte doch eine durch Kirchenrecht eingesetzte Fachaufsicht, die bei einem Gremium lag (und nicht bei der Pröpstin). - Wo sind denn die Protokolle?
Da fordert die Kirche nun Erklärungen von der Staatsanwaltschaft - statt zu erklären, was wann von wem zu verantworten ist. Nicht Staatsanwälte haben Pastoren missbraucht, sondern Pastoren haben Kinder missbraucht. Und die Oberen haben am positiven Erscheinungsbild der Kirche mitgewirkt". - Wer soll den Mist glauben?
Ob sich noch einmal Journalisten finden werden, die sich die Mühe machen, die Funktionäre des Kirchenkreises, der Gemeinden und Dienste und Werke des Kirchenkreises zu befragen?
Ich würde ein schönes Mahl am Abend darauf verwetten, daß sich ein anderes Bild bieten würde, als das Wunschbild der Bischöfe.
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