Gesellschaft der ZukunftUtopie einer Welt ohne Wachstum

Die Wirtschaft basiert auf dem Wachstumsgedanken. Wie könnte eine nachhaltige Welt aussehen? Der Sozialpsychologe Harald Welzer berichtet im Video aus dem Jahr 2050. von 

Ändern wird sich sowieso nichts. Dieser Satz ist zum Mantra geworden. Viele Menschen sagen ihn, und noch mehr werden ihn denken. Der Demokratie trauen sie nicht mehr viel zu, den Beharrungskräften des "Systems" dafür um so mehr.

Utopien: Eine Video-Serie

Wie könnte, wie sollte unsere Gesellschaft in 40 Jahren aussehen, wenn die Utopien einer besseren Welt Wirklichkeit würden? Wissenschaftler, Unternehmer, Denker schildern ihre Utopie für die nächste Generation in einer Video-Serie.

Weitere Folgen

Harald Welzer: Eine Welt ohne Wachstum

Gesche Joost: Die Kommunikation nach der E-Mail

Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!

Wolfgang Gründinger: Mehr Einfluss für die junge Generation

Greta Taubert: Alles wird geteilt

Jean Ziegler: Der Aufstand des Gewissens

Hannah Fry: Mathe macht das Leben besser

Ändern wird sich sowieso nichts. Der Satz versprüht ein lähmendes Gift. Als sei alles festgefügt, die Machtverteilung, unsere Art zu wirtschaften, der Konflikt zwischen Arm und Reich oder Jung und Alt. Dieser Satz verleitet dazu, nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, wie die Welt von morgen aussehen könnte. Er verhindert, Utopien zu Ende zu denken – und sich vorzustellen, wie unsere Gesellschaft aussähe, wenn sie Wirklichkeit würden.

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Genau das wollen wir deshalb mit dieser Serie tun: Utopien zu Ende denken. In loser Folge wird ZEIT ONLINE Wissenschaftler, Unternehmer, Denker zu Wort kommen lassen, die nicht nur eine Utopie formulieren, sondern eine Zukunft beschreiben, in der diese Utopie Realität geworden ist.

Wie sähe beispielsweise unser Wirtschaftssystem aus, wenn Wachstum nicht mehr die oberste Maxime für wirtschaftliches Handeln wäre? Wenn wir uns von der Vorstellung verabschiedeten, Wachstum könne unendlich sein? Welche Auswirkungen hätte das auf die Gesellschaft, auf Unternehmen, auf die Politik?

Diese Fragen sind das Thema der ersten Folge. Wir haben sie dem Sozialpsychologen Harald Welzer gestellt. Der Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research in Essen hat zu den gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels geforscht und vor einiger Zeit die Stiftung Futurzwei gegründet. Auch dort geht es um die Zukunft : Die Website der Stiftung erzählt die Geschichte von Menschen, die damit begonnen haben, etwas zu ändern, damit die Zukunft eine andere wird. 

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Leserkommentare
    • eculeus
    • 27. September 2012 12:34 Uhr

    Ich freue mich insbesondere darauf daß Philosophen wieder mehr Beachtung bekommen. Utopie bedeutet ausserhalb des bisher erdachten. Und nicht wie angenommen - niemals erreichbares.

    Eine Leserempfehlung
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    Im detschen Ethikrat sitzen 10 Philosphen/Theologen und ganze zwei Naturwissenschaftler. Diskutiert der Ethikrat naturwissenschaftliche Streitfragen, bekommen Geisteswissenschaftler mMn. weit mehr Aufmerksamkeit als sinnvoll ist.

  1. Wenn man keine Rücksicht die Wirklichkeit nimmt kann jeder sich die Welt machen wie sie ihm gefällt. Ganz große Sache.

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    • war-hog
    • 27. September 2012 13:44 Uhr

    Nicht mal Zeit für den ersten Satz?

    <em>"Ändern wird sich sowieso nichts. Dieser Satz ist zum Mantra geworden."</em>

    Sie haben das mit ihrem Kommentar eindrucksvoll bestätigt.
    Wissen sie warum es immer noch so viele Beschneidungen an jungen Mädchen gibt? Weil dort wo es geschieht,genau solche Menschen mit genau so einer erdrückenden Meinung wie der ihrigen leben.
    "Warum sollen die es besser haben als ich?"

  2. in Zukunft kürzer treten, sonst können wir den Wohlstand der Reichen nicht länger garantieren.

    Zitat: " Der Demokratie trauen sie nicht mehr viel zu, den Beharrungskräften des "Systems" dafür um so mehr."

    Weil dieses sogenannte "System" totalitäre Züge annimmt.
    Ist das noch Demokratie, wenn eine Regierung vom Wähler vier Jahre VOLLMACHT bekommt?
    Gesetze bricht, ohne sich zu rechtfertigen oder Konsequenzen zu tragen?
    Eine Regierung die den Wählerwillen verraten hat, hat nach meinem Empfinden keine Legitimation.
    Heute machen wir uns über die Griechen lustig.
    Irgendwann werden wir erkennen, dass auch wir von unseren Eliten verkauft wurden.
    Die handeln nicht zu unserem Wohl.
    Eine Frage soll sich jeder selber stellen:
    Welches Interesse haben die Mächtigen, sich für den kleinen Bürger einzusetzen?

    Eine Leserempfehlung
  3. 4. Frage

    an die Mitforisten: Hat Ihr Video auch mit einer Porsche-Werbung begonnen?

    Ich würde Porsche zwar nicht a priori als dystopisch bezeichnen, stelle aber in der diesbez. Werbung doch eine gewisse Diskrepanz zu Welzers Vorstellungen einer schönen neuen kapitalismusfreieren Welt fest (selbst wenn man bedenkt, dass viele nicht über das nötige Kleingeld verfügen, sich einen zulegen zu können, und somit dieses Fahrzeug für manchen einen grundlegend utopischen Charakter besitzt).

    Da ich Utopie-Debatten grundsätzlich aber recht ermüdend finde, bin ich der ZEIT durchaus dankbar, dass sie ebenso effektiv wie unbeabsichtigt die zugehörige Diskussion bereits im Vorfeld "geerdet" hat.

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    eine Erkenntnis aus der Konfiserie: Bei Regenwetter wollen die Menschen mehr Süßes und bei Sonnenschein mehr Deftiges.
    Das könnte man in jedem Fall mit hinübernehmen in das Jahr 2050!

    "Neue Märkte. Ich bin glücklich.
    Wachstum. Ich bin glücklich."
    Vielbeschäftigte Leute und solche, die so aussehen, machen Werbung für *PIEP*.

    Dann bei einem weiteren Mal:
    "Ihr seid mehr als nur Fans. Ihr seid dir Kraft, die uns antreibt."
    Ein Fußballpinsel macht Werbung für *PIEP*.

    Man könnte kotzen...

  4. wird es gar keinen Weg daran vorbei geben, dass sich die Zukunft der Menschen in diese Richtung entwickelt, sofern die Menschen eine noch "lebenswerte" Zukunft haben wollen. Weltzer nennt die Gründe dafür sehr richtig.
    Allerdings wird aufgrund der jetzigen Verhältnisse ein wie auch immer gearteter Umstieg wohl leider nur durch eine Art "globale Katastrophe" entstehen können, in welcher die vorherrschenden Profit- und Machtinteressen obsolet werden (wenn auch kaum vorstellbar).
    Wie auch immer, 2050 ist definitiv überoptimistisch - ich würde - als Optimist - eher noch weitere hundert Jahre draufschlagen.

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    • war-hog
    • 27. September 2012 13:55 Uhr

    ...hoffen will ich es für die nachfolgenden Generationen nicht!

    Das Thema wurde zwar schon bis zur Erschöpfung behandelt,aber man darf damit nicht aufhören. Irgendwann wird auch der letzte verantwortungslose Realitätsverweigerer einsehen müssen, dass es so nicht weitergeht.Tun und hoffen wir das Beste!

    http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/1026531/

    • war-hog
    • 27. September 2012 13:44 Uhr

    Nicht mal Zeit für den ersten Satz?

    <em>"Ändern wird sich sowieso nichts. Dieser Satz ist zum Mantra geworden."</em>

    Sie haben das mit ihrem Kommentar eindrucksvoll bestätigt.
    Wissen sie warum es immer noch so viele Beschneidungen an jungen Mädchen gibt? Weil dort wo es geschieht,genau solche Menschen mit genau so einer erdrückenden Meinung wie der ihrigen leben.
    "Warum sollen die es besser haben als ich?"

    Eine Leserempfehlung
    • hairy
    • 27. September 2012 13:49 Uhr

    Grad auf DRadio gehört, wie die europäische Autoindustrie barmt, weil die Verkäufe massiv zurückgehen. Und man fragt sich wieder: Haben die Herren von VW etc. wirklich geglaubt, die könnten in alle Ewigkeit IMMER MEHR verkaufen?

  5. eine Erkenntnis aus der Konfiserie: Bei Regenwetter wollen die Menschen mehr Süßes und bei Sonnenschein mehr Deftiges.
    Das könnte man in jedem Fall mit hinübernehmen in das Jahr 2050!

    Antwort auf "Frage"
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    :-))

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  • Serie Utopien
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Demokratie | Essen | Geschichte | Klimawandel | Konflikt
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