Studie : Jeder Fünfte Deutsche lebt in Armut

Das Geld reicht nicht für eine vollwertige Mahlzeit, an Reisen ist nicht zu denken: Vor allem Frauen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Etwa jeder fünfte Deutsche war im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen – doch nur 5,3 Prozent fühlen sich tatsächlich arm und ausgegrenzt. Das ist das Ergebnis der Erhebung Leben in Europa 2011 , die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht hat. Demnach waren 19,9 Prozent der Bevölkerung oder 16 Millionen Menschen in Deutschland aus finanziellen Gründen beispielsweise nicht in der Lage, ihre laufenden Rechnungen zu begleichen, mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen, in den Urlaub zu fahren oder sich einen Pkw zu leisten. 2010 war diese Quote 0,2 Prozent geringer.

Für die Studie wurden rund 13.500 Haushalte befragt. Frauen waren demnach mit einer Quote von 21,3 Prozent im Jahr 2011 häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer (18,5 Prozent). Während die unter 18-Jährigen mit einer Quote von 19,9 Prozent dem Bundesdurchschnitt entsprachen, waren ältere Menschen ab 65 Jahren seltener (15,3 Prozent) und Personen zwischen 18 und 64 Jahren häufiger (21,3 Prozent) betroffen.

Nach einer Definition der EU ist Armut oder soziale Ausgrenzung gegeben, wenn bei den befragten Haushalten eines oder mehrere der drei Kriterien "Armutsgefährdung", "erhebliche materielle Entbehrung" oder "Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung" vorliegen.

Vor allem Frauen sind betroffen

Als von Armut bedroht gelten nach den Kriterien der Studie Menschen, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt – das sind 15,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Außerdem wurden die Menschen einbezogen, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit leben: In 11,1 Prozent der Haushalte wird nur wenige Monate im Jahr Arbeitslohn bezogen. Armut lasse sich nicht allein an einer Einkommensschwelle festmachen, sagte Destatis-Expertin Silvia Deckl.

Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider , sagte dagegen, der Indikator sage wenig aus. Er könne höchstens ein Signal sein. Wesentlich aussagekräftiger und objektiver sei die Armutsgefährdungsquote, die aus den Einkommen errechnet wird. Das Armutsrisiko in Deutschland sei seit 2005 etwa gleichgeblieben – die Gefährdungsquote liege seitdem bei etwa 15 Prozent. "Davon kommen wir nicht runter." Gründe seien deutlich zu niedrige Hartz-IV-Sätze und eine unzureichende Grundsicherung im Alter.

Finanzielle Zufriedenheit gestiegen

Vier Fünftel der Deutschen kommen dennoch finanziell gut bis sehr gut zurecht, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Der Anteil dieser "finanziell Zufriedenen" sei damit seit der vergangenen Untersuchung vor zwei Jahren sogar gestiegen.

Drei Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in keiner Weise einschränken müssen, 33 Prozent fühlen sich gut versorgt und können sich einiges leisten, weitere 45 Prozent kommen im Großen und Ganzen mit ihren finanziellen Mitteln gut zurecht. Gerade so über die Runden kommen hingegen 15 Prozent der Bevölkerung.

Laut GfK haben 72 Prozent der Beschäftigten trotz Euro-Krise und schwächelnder Konjunktur keine Angst um ihren Arbeitsplatz. Damit liegt Deutschland neben Österreich auf dem Spitzenplatz unter neun untersuchten europäischen Ländern. Zehn Prozent jedoch empfinden ihren Job als bedroht.

Auch ein am Dienstag veröffentlichtes Vermögensbarometer des Sparkassenverbandes weist die meisten Deutschen als optimistisch und konsumfreudig aus. Demnach beurteilten 57 Prozent der Befragten ihre persönliche Situation in finanzieller Hinsicht mit "gut" bis "sehr gut" – ein in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegener Wert. Nur neun Prozent gaben an, es gehe ihnen finanziell "eher schlecht". Für die repräsentative Studie wurden im Juli und August 2.000 Menschen in Deutschland telefonisch zu ihrem Umgang mit Geld befragt.

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Kommentare

396 Kommentare Seite 1 von 26 Kommentieren

business as usaual

Wer diesen Zustand nicht pervers finden will der hat wohl nur die Möglichkeit sich hinter das Argument zurück zu ziehen, dass es eben so ist und das man mitmachen muss oder untergehen. Aber das tun alle. Und deshalb ändert sich nichts. Die Masse der Leute bekommt ja auch noch nichts davon mit. Außer, dass der Eine oder der Andere aus der Familie am Stock geht, weil er oder sie den Druck nicht mehr erträgt.
Irgendwann kippt das Ganze. Ich glaube, dass es solche points of no return gibt. Auch innerhalb komplexer sozialer Prozesse,auf Staats- oder Völkerebene. Das heißt nicht dass man sich das wünschen sollte, weil das was dann frei gesetzt wird erst mal einfach destruktiv ist. Und darunter werden wie immer die am Meisten leiden die am wenigsten "Ellbogen" haben, die Schwächsten. Aber vermutliche wird es so kommen, wenn sich nichts ändert.

Was hat das Eine....

mit dem Anderen zu tun? Das wir hier von relativer Armut, gegenüber Menschen in der dritten Welt sprechen, ok. Nur wir leben hier nicht in der dritten Welt, sondern in einem der reichsten Länder der Welt! Das sagt für mich nichts anders aus, als das hier sehr viel schief läuft, was die Verteilung des Wohlstands betrifft. Das fängt mit unserer Regierung an und hört mit der Gesellschaft auf, der es doch sehr gut geht. Oder doch nicht fast allen? Wenn ich mir so überlege was in den letzten 50 Jahren hier so abgegangen ist, kann man eigendlich nur mit dem Kopf schütteln, vor allem in den letzten 20 Jahren. Ich glaube da haben wir einiges versäumt zu verhindern. Denn vom Himmel, ist unsere heutige Situation, nicht gefallen!!! Die Frage ist doch, wie bekommen wir das wieder zum Besseren hin? Da habe ich den Eindruck, daß die die es bewirken könnten, gar keine Lust dazu haben, weil sie dann evtl. was abgeben müßten. Ne, das geht doch mal gar nicht!!!

Ja, aber wer genau schmeißt Lebensmittel weg?

Die Armen wohl eher nicht.

Es gibt in D Dinge, über die man nur entsetzt den Kopf schütteln kann:

- Supermärkte, die ungeniert Vergammeltes und Verschimmeltes an Tafeln spenden, um so Entsorgungskosten zu sparen.

- Supermärkte, die ihre Müllcontainer abschließen, damit ja niemand weggeworfene Lebensmittel "stehlen" kann. (Da ist das Prinzip dann plötzlich wichtiger, als die gesparten Entsorgungskosten?)

Auch das ist absurde Realität in Deutschland.

Erbsen zählen?

Um Ihre Erbsen mal ein wenig zu sortieren: Wenn ich von Punkten spreche, die, einmal überschritten keine Rückkehr zu früheren Verhältnissen gestatten dann meine Folgendes: Ich meine damit Zustände und Prozesse, die sich auf von einander verschiedene Feldern abspielen. Ökonomie, auf existenzieller Ebene wie der Artikel sie beschreibt. Auch als Desaster, das sich uns unter dem Stichwort Finanz- oder Eurokrise jetzt seit einiger Zeit immer in Erinnerung ruft. Oder Ökologie, in Form von Umweltkatastrophen, die mittlerweile unwidersprochen Folgen haben könne, die einfach unumkehrbar sind. So sehr wir uns auch nach Zuständen sehnen mögen die vorher einmal bestanden haben. Die direkten Folgen sind schon heute soziale Kälte, Gewalt, Desinteresse an anderen Menschen. Mit Erscheinungen, die sich in Horrormeldungen von Einzeltätern oder Gruppen äußern, die für die Befriedigung ihrer narzisstischen Störungen vor keiner noch so kranken Legitimation zurückschrecken.
All das sind Aspekte und eben auch unterschiedliche Punkte auf die man sich beziehen kann, wenn man das Thema ernsthaft diskutieren möchte. Wenn man allerdings nur seinen Senf abgeben will, kann man natürlich versuchen, rein formell Erbsen zu zählen, die es nicht gibt. Oder um die es nicht geht. Man darf dann nur nicht den Anspruch haben ernst genommen zu werden.
Der angehängte Nachsatz ist einfach nur schlechte, oder sogar dumme Polemik, ohne jeglichen Bezug auf die Inhalte, zu denen ich mich geäußert habe.

Es ist auch nicht die Armut allein,...

... sondern das Wohlstandsgefälle und die wachsende Ungleichheit, die eine Gefahr für Gesellschaft und Staat darstellen. Wenn eine zunehmende Zahl von Menschen nichts zu verlieren hat, wird sie sich auch immer weniger um die Regeln des Zusammenlebens scheren. Wer keine Solidarität erfährt, wird auch keine gewähren. Die Massenunruhen und -plünderungen in England im letzten Jahr sind dann erst der Anfang. Der britische Staat hat daruf mit maximaler Härte reagiert; denn bei wachsender Unzufriedenhait, Ungleichheit und abnehmender Solidarität bleibt dem Staat nur noch die Repression, um seinen Zusammenhalt zu sichern.

Darin liegt hier die Gefahr. Vom Entstehen neofaschistischer Vereinigungen und politischer Gruppierungen wie der amerikanischen Tea Party mal ganz zu schweigen...

Wirklich?

Letztens beklagte sich eine Professorin, das ein Mittagessen in der Schule 4€, mindestens aber 3€50 kosten müsse, das aber stattdessen die armen Kinder mit 2€50 abgespeist würden.
Dieser Artikel bewegt sich in die gleiche Richtung.

Sorry, das ist Unsinn! Heute Mittag gibt´s bei mir Wirsing mit Frikadellen und Kartoffeln dazu einen Apfel oder wahlweise Joghurt.
Morgen steht ein Apfelpfannkuchen auf dem Speiseplan Nachtisch Quarkspeise mit Obst.
Übermorgen eine leckere Linsensuppe mit Mettwursteinlage,dann Obstsalat oder Eis

Das könnte ich noch eine Weile fortsetzen. Und all diese Speisen kosten pro Person unter 2€50

Ich denke, wenn unsere jungen Mitbürger das Essen kochen wieder anfangen würden, wäre das Problem weitgehend gelöst.

....und die Professorin sollte mal auf Austern usw verzichten...

Oh man

das ist ja schon ganz schön grenzwärtig am Populismus. Es gibt genügend Menschen die tatsächlich nichtmal diese 2,50€ tagtäglich haben. Denn dazu zählt ja noch Trinken. Kaum vorstellbar für Sie, aber leider ist es so. Sie können sagen, dass Sie im Monat 75€ für Essen ausgeben, bei anderen gehen diese 75€ für die Begleichung von Rechnungen drauf.
Ihr Kommentar zeigt, dass sich viele Menschen unter Armut nichts vorstellen können und das ist sehr schade. Anstatt also Kochtipps und Ihren Speiseplan hier auszubreiten, sollten Sie vielleicht unter Umständen das Problem im Kern wahrnehmen. Nochmal. 2,50€ am Tag klingt wenig, 75€ im Monat schon deutlich mehr.

Caterer...

... stimmt, der Arbeitslohn.

Also, ganz ehrlich, das kann auch nur ein Niedrigloh für die Mitarbeiter/innen sein, oder?

Weiß da jemand etwas? Ich habe mal Anzeigen gesehen: 400-Euro Jobs für einen Caterer.

Und seitdem unsere Politiker die Stundenobergrenze (!!) für 400 Euro Jobs aufgehoben haben, kann so ein Job natürlich auch weit unter 7,50 Euro/Strunde fallen.

(Nebenbei bemerkt: EIne Freundin von mir hatte mal das amüsante Angebot, für 400 Euro 20 St./Woche zu arbeiten.

Klasse, oder? Studiert, ausgebildet... und dann 400 Euro für 80 St/ Monat. Wer mag den Stundenlohn ausrechnen...?)

Nicht verfehlt

Wenn riesige Portionen gekocht werden und unmengen Zutaten bestellt werden, wird alles viel billiger. Das sollten Sie auch berechnen "Klüger"
Merkwürdigerweise haben die armrn, armen Kinder, die nie richtig was zu essen bekommen, weil kein Geld da ist, immer das neueste Handy und eine flat rate vom feinsten.

Noch etwas. Wenn manche Leute die Zeit, die sie mit Klagen verbringen, mit Weiterbildung verbringen würden, gäbe es auch bald keinen Grund zum klagen mehr.

Thema verfehlt

Wie auch Suryo andauernd feststellen muß, diese Debatte hat sich zu weit vom Artikel entfernt.
Da wird die Gleichberechtigung bei "Armen" beschworen, da werden Vergleiche zwischen Afrika und Deutschland gemacht, da werden einem Studenten heftigst Hilfe von Mama und Papa unterstellt, was hat das alles mit einem Essen von 2€50 zu tun?
Jede gute Hausfrau wird ihnen sagen, das diese Summe normal ist.
Und jetzt kommen Sie mir nicht mehr mit Umsatzsteuer, ein-Euro Job und billigen Telefontarifen, 2€50 für ein Essen ist drin. Falls Sie ganz und gar arm sind, beschenkt die Tafel Sie so reichlich, das sie auch da noch richtig sparen können.

Milchmädchenrechnung

Der Preis für das Schulessen und andere Kantinenessen setzt sich nicht nur aus, genausowenig wie Sie bei einer Vollkostenbetrachtung ein Essen für EUR 3 zaubern, denn Sie benötigen zu Hause:
* ein Raum, in dem eine Küche steht (also ein Anteil an der Miete sowie Nebenkosten wie Heizung, Beleuchtung usw.)
* die Küchenmöbel und -geräte
* Töpfe, Geschirr, Besteck
* Strom oder Gas für den Herd sowie für den Kühlschrank, wo Sie einen Teil der Vorräte aufgewahren

Für einen Cateringunternehmer heißt dies:
* Eine gewerbliche Immobilie finanzieren
* Eine Großküche einrichten mit allem drum und dran
* danebeben natürlich ncoh das Personal; nicht nur die Köche, sondern auch Verwaltung, Vetrieb, Fahrer usw.

Dass man zu Hause für EUR 3 Materialwert mehrere Leute gesund satt machen kann sehe ich genauso. Das brauchen Sie aber nicth mit Platitüden über Handys udn Austern zu untermauern

Falsch

es geht nicht um ein Essen.

Der HartzIV-Satz ist so bemessen, dass es eben nie reicht um diese 2,50 € für EINE Mahlzeit ausgeben zu können:

Für den Lebensunterhalt und die Teilhabe sind in den ALG II Regelleistungen prozentual angesetzt:
1. Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren 38,46%
2. Bekleidung und Schuhe 9,9%
3. Wohnung, Wasser, Strom, Gas, Brennstoffe 7,5%
4. Möbel, Haushaltsgroßgeräte, Instandhaltung des Haushalts 8,00 %
5. Gesundheitspflege 3,8%
6. Verkehr (ÖPNV, Fahrrad) 5,7%
7. Nachrichtenübermittlung 6,5%
8. Freizeit, Kultur, Unterhaltung 11,4%
9. Beherbergungs- / Gaststättenleistungen 2,9%
10. Andere Waren und Dienstleistungen 5,8%
11. Bildung 0% (bzw. jährliche Schulbeihilfe 100 Euro)

@30 Aber nein

Ein Alleinstehender braucht keine Gefriertruhe, allenfalls einen kleinen Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach. Es braucht auch keine großen Essensmengen. Familienpackungen sind nur im Verhältnis teurer als Kleinpackungen, absolut sind kleine Mengen billiger.

Ich zweifle nicht daran, dass es in unserem Land viele Menschen gibt, die mit geringem Einkommen auskommen müssen, und das ist nicht einfach, hungern muss aber niemand.

Bitte um Erklärung

"...mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen"

Ich verstehe das einfach nicht. Ich habe als Student zuletzt 550 Euro im Monat von den Eltern gehabt, keinen Job dazu. Damit habe ich Miete bezahlt, warm 300 Euro. Mit den dann noch bleibenden 250 Euro konnte ich mir jeden Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten - außerdem Handy, Internet und auch mal das eine oder andere Bier.

Bevor es jetzt wieder losgeht: ja, ich weiß, daß das Studentendasein nicht recht mit Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut vergleichbar ist - aber eben nur rein psychologisch.

Auf dem Kassenzettel sind 15 Euro nun mal 15 Euro, egal, ob ich Student mit guten Berufsaussichten bin oder seit 10 Jahren arbeitslos.

Wie also kann es sein, daß angebliche 16 Millionen Menschen sich "keine tägliche vollwertige Mahlzeit" leisten können? Wie? Das ist nicht mal eine rhetorische Frage, ich verstehe es tatsächlich nicht.

Als Student...

brauchen Sie sicherlich nur eine kleine Bude,
keine Wohnung, in der auch Ihr Kind/er unterkommen.

Sicherlich sind Sie mit dem Spezialtarif für Studierende der Krankenkassen versichert. Ein Schnäppchen :-)

Ihre Rentenversicherung? Zahlen Sie schon fleissig ein? Nein?

Sagen wir mal so, als Studentin reichte mir auch arg wenig Geld, denn Essen kann man billig selber kochen und Bücher ausleihen.

Aber die anderen Kosten des Lebens: Kinder ernähren, die entsprechende Wohnung, in der Kinder in einem eigenen Bett schlafen dürfen, die Transportkosten (Monatskarten für die Kinder, dann brauchen Kinder immerzu neue Klamotten und Schuhe,) Rentenversicherung (auch privat),

das kostet alles fett Geld :-)

Und dann natürlich noch die "kleinen Extras": Hausratversicherung, priv. Haftpflichtversicherung (haben Sie vermutlich noch über Ihre Eltern, falls dort noch der 1. Wohnsitz ist), Unfallversicherung ... diese Kleinigkeiten summieren sich.

Das Essen ist recht günstig, wenn man keine pubertierenden Allesesser zuhause hat und auf Fleisch verzichtet :-)

Und Urlaub... oder Auto... braucht man nicht, im Regelfall. Aber macht es das besser? Sollen alle verzichten? Nicht mehr den Wirtschaftskreislauf (Konsum!) unterstützen? Wohin kommen wir dann? Agrarlandstatus?

Teils, teils...

Nur zur Klärung: ich bin kein Student mehr.

Gut, Versicherungen hatte ich damals nicht selbst gezahlt.

RentenversicherunG? Es besteht für ALG-II-Empfänger keine Versicherungspflicht bei den staatlichen mehr.

Hausratsversicherung? Klingt zynisch, aber wer wirklich arm ist, hat nichts derartig Wertvolles, daß er es versichern müßte.

Wohnung? Zahlt der Staat.

Kinder? Ja, teuer. Aber auch hier gibt es genügend soziale Infrastrukturen: Kleiderkammern usw usf.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will nicht auf "faule, sich falsch ernährende, ihr Geld für Bier und Tabak ausgebende Hartzies" eindreschen. Ich weiß, daß das eher dem Reich der Mythen zuzuordnen ist als der Wirklichkeit.

Was ich eigentlich ausdrücken wollte: Das tägliche, "vollwertige" (wie wird das definiert?) Essen ist das absolute Basic. Wer das in Deutschland nicht hinbekommt, der muss einfach irgendetwas falsch machen.

Lebenskosten

"Wie also kann es sein, daß angebliche 16 Millionen Menschen sich "keine tägliche vollwertige Mahlzeit" leisten können? Wie? Das ist nicht mal eine rhetorische Frage, ich verstehe es tatsächlich nicht." Suryo

Weil sie vieleicht nicht in einer Billigwohngegend leben
Weil sie vieleicht krank sind und Medikamente zahlen müssen
Weil sie vieleicht Kinder haben
Weil sie vieleicht Versicherungen zahlen und nicht mehr bei Papa mitversichert sind
Weil sie vieleicht Schulden haben (Eigenschuld oder nicht)
Weil sie vieleicht ausgebeutet werden
Weil sie vieleicht vom AA in die Selbständigkeit getrieben wurden
Weil sie vieleicht das benötigte Auto(Arbeit) finanzieren müssen
Weil sie vieleicht kein Student sind, der sich von seinen Eltern aushalten lassen kann

Als Student sollte man genug Fantasie haben, um Gründe zu finden.

Wenn man irgendwo

in einem Kaff studiert, in dem es keinen Wohnungsmangel gibt dann kostet eine Wohnung 300 warm. Das billigste, das ich in Wien bekommen habe ist eine Wohnung für 450 kalt. Dazu 3 mal Teilbetrag für Strom und Gas (je ca. 210 €) im Jahr, Internet (brauche ich, 50% meiner Materialien für das Studium stehen online, Anmeldung für Prüfungen etc.) und schließlich noch Verpflegung. Semesterkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel und Lernmaterialen wie Pflichtlektüre kosten ebenfalls immens viel. Das alles kostet weit mehr als 550€ im Monat. Und ich kann mir zeitlich höchstens einen kleinen Nebenjob leisten, da das Studium mich voll beansprucht. Sprich: Ich bekomme nicht viel mehr als 400 im Monat, wenn überhaupt. Ohne meine Eltern könnte ich mir studieren nicht leisten. Und ich steure jetzt schon so viel Geld bei wie nur möglich (Ferienjobs). Leben ist teuer!

als Student

... leben Sie doch in einer subventionierten Blase, in die andere nicht so ohne weiteres Zutritt haben. Da gibt es ein Rechenzentrum oder sogar ein "Laptop Scheme", wenn Ihr Computer kaputt ist, in der Mensa koennen Sie jederzeit eine subventionierte warme Mahlzeit bekommen, in der selbstorganisierten Studentenwohnheimsbar kostet das Bier am Abend 1,50. Es gibt sicher einen Filmclub, wo man sich 2 mal die woche oder so fuer 2,50 einen Film anschauen kann. Vor allem aber: sie sind nur von gleichaltrigen umgeben, fuer die dieser Lebensstil (WG Zimmer mit Matraze auf Europaletten - oder haben Ihnen doch Ihre Eltern noch ein paar Moebel gesponsort?) akzeptabel ist und die aehnlich leben. Sie muessen nicht am Elternabend die Hosen runterlassen und offen sagen, dass Sie keinen Beitrag fuer die Klassenfahr iIhrer Kinder leisten koennen.

Jaaa... aber ich schreibe gar nicht

über HArtz IV Empfänger, sondern über arbeitende Menschen.

Und warum sollen diese auf ihre Versicherungen verzichten? Gut die Hausrat. Okee, muss man jedes geklaute Fahrrad der Kinder halt aus der Portokasse bezahlen. Ist zwar nicht billiger, aber nehme ich dann mal so hin.

Welches Lohn- und Lebenskosten-Niveau wollen Sie denn eigentlich für einen normalen ausgebildeten Berufstätigen in Deutschland annehmen?

Hauptsache, es reicht zu einer "vollwertigen Mahlzeit"?

Schlagen Sie gerade ernsthaft vor, dass man aus dem Studierendenstatus direkt zu Hartz IV wechseln soll? Oder dieses Lebensniveau als Maßstab für ein Angestelltenleben anerkennen sollte?!

Ist mir zu wenig, in einem Erste-Welt-Land.

Zu wenig. Sorry.

.....

[Wie also kann es sein, daß angebliche 16 Millionen Menschen sich "keine tägliche vollwertige Mahlzeit" leisten können? Wie? Das ist nicht mal eine rhetorische Frage, ich verstehe es tatsächlich nicht.]

Natürlich können Sie es nicht verstehen, weil Sie sich immer auf sich beziehen.

Es gibt aber Familien (versuchen Sie mal ein Kind nicht "gesellschaftskonform anzuziehen - aus dem Second Hand Laden. Sie werden feststellen, dass Ihr Kind gehänselt und ausgelacht wird), Rentner (am schwersten sind hier Frauen aus der DDR betroffen, die kaum gearbeitet haben und sich von ihren Ehemännern vor der Wende getrennt haben), die einen gesellschaftlichen Abstieg, usw..

Außerdem trennen Sie nicht zwischen leben und überleben.

Sie haben vergessen...

zu erwähnen, dass Sie natürlich auch noch mindestens 20 € monatlich sparen.
Und wenn Sie am Wochenende zu Mami und Papi fahren, wird Ihnen sicherlich die Wäsche gewaschen und ein Fresspaket gepackt. Von Geldgeschenken zu Weihnachten und zum Geburtstag oder von der Omi mal was zugesteckt bekommen, wollen wir nicht anfangen. So kenne ich das von meinem Sohn.
Die Armen haben aber niemanden der denen mal so eben einen Fünfziger zusteckt und wehe man hat eine chronische Krankheit.
Machen sie sich doch mal nützlich und nehmen ein Ehrenamt an, vielleicht lernen Sie dann die bittere Realität kennen.
Ich betreue ehemalige Obdachlose, was manchmal an die eigene Sustanz geht.

Das Gegenbeispiel

als Student habe ich genannt. Wie hätten Sie ihr Essen bezahlt, ohne elterliche Unterstützung? Das "Amt" zahlt nicht für Studenten, Bafög ist nur ein Darlehen. Es ist also der Weg in die Verschuldung, oder die Zwangsarbeit, neben dem Studium und da bekommen sehr viele nunmal keine ordentliche Nahrung und schon gar nicht täglich. Wie gesagt. 2,50€ am Tag sind 75€ im Monat.

Mag sein, aber...

Ich ahbe 900 Kilometer von zu Hause entfernt studiert, mit Wäsche bei Mama war da nix. Und auf Geldgeschenke kann man sich nicht verlassen. Wie gesagt, ich bin mir der Tatsache bewußt, daß es zwischen Studenten und ALG-II-Empfängern Unterschiede gibt.

Aber, zum wiederholten Male: es geht mir schlicht um die angeblich nicht zu bewerkstelligende vollwertige Mahlzeit, um gar nichts anderes. Auto konnte ich mir natürlich auch nicht leisten, Reisen auch nicht. Ich glaube einfach nicht, daß in Deutschland Menschen durch ihre Einkommensverhältnisse GEZWUNGEN sind, zu HUNGERN, Obdachlose vielleicht ausgenommen.

Darum geht's doch gar nicht

Ich vergleiche hier nicht studierende Waisen mit Studenten, sondern ganz einfach meine damalige persönliche Einkommensituation mit der durchschnittlichen Einkommenssituation eines ALG-II-Empfängers. Wenn mir einer erzählen will, daß es unter letzteren Menschen gibt, die gar nicht anders können, als zu hungern (was sonst soll das mit der vollwertigen Mahlzeit (und nochmal: wie wird die eigentlich definiert?) heißen?), dann kann ich eben nur sagen, daß ich aus eigener Erfahrung weiß, daß man mit 50 - 60 Euro pro Monat sehr wohl jeden Tag "vollwertig" essen (und nein, ich war so gut wie nie in der Mensa, weil das Essen mich dort nicht gerade lockte) kann. Beim ALG-II-Satz beträgt der Ansatz für Essen und Getränke 128,46 Euro.

Nochmal: es geht mir nur um das Essen

Daß es in Wien teurer ist als "in irgendeinem Kaff", weiß man vorher, das ist eine eigenverantwortliche Entscheidung. Dann muß man eben auf das Leben in der teuren Großstadt verzichten. Gerade kleinere Unistädte bieten extrem viel.

Ach ja: auch ich habe teure Lernmittel anschaffen müssen. Auch das wußte ich vorher.

Bisher hat mir immer noch niemand erklären können, warum einige mit 15 Euro pro Woche jeden Tag eine vollwertige Mahlzeit essen können, und Menschen, die theoretisch 32 Euro pro Woche dafür haben, das angeblich partout nicht können.

Tafeln

Höhöhö, ich arbeite ehrenamtlich bei einer Tafel. Die ist gleich neben einem Sozialkaufhaus. Soviel zu Ihrem Kampfbild vom verwöhnten Studentchen, das keine Ahnung von der Wirklichkeit hat.

Und wenn sie mal bei einer Tafel arbeiten würden, dann würde Ihr sozialromantisches Bild von den hungernden Kindern sofort zusammenbrechen. Die, die wirklich mal Nahrungsmittelspenden nötig hätten, gehen nämlich aus Stolz nicht hin: alte, alleinstehende Frauen, die nie gearbeitet haben, und Obdachlose. Das sind zwei Gruppen, denen ich "Armut" wirklich zugestehen will. Stattdessen sehen wir hier aber wöchentlich dieselben Familien, die hier ihren "Wocheneinkauf" machen, Stiegen voller Mangos (im Laden 1,50 Euro pro Stück) draußen wegwerfen, und sich aufregen, wenn es keinen eingeschweißten Kuchen oder keinen Schinken unter den Spenden gibt.

Wenn Sie einen Partner hätten

und mit diesem ein Kind und das während des Studiums ...
Ich glaub wir reden aneinander vorbei. Sie haben Recht, dass das Amt sicher vieles übernimmt, aber der Knackpunkt ist für mich, dass es leider auch viele Studenten gibt, die weit unter dem Existenzminimum leben und es keinen Sinn macht, Armut mit Armut zu vergleichen, zumal wenn das private soziale Sicherungsnetz wegfällt.
Sie haben 550€ bekommen. Es gibt genügend, die mit 400€ auskommen müssen und dann? Dann wird es eben manchmal eng mit einer warmen Mahlzeit. Ich kenne genügend Menschen die sich Monatelang von Dosensuppen ernähren mussten und täglich Leitungswasser trinken mussten, weil sie sonst die Rechnungen nicht bezahlen konnten (Semesterbeiträge kommen ja noch mit dazu).
Und dennoch sollte man eben nicht den Fehler machen und die Augen vor Armut verschließen, denn gerade Familien, die z.B. vorher etwas gebaut hatten, oder ein Auto auf Raten gekauft hatten und dann ihren Job verloren haben, rutschten oft in die Armut ab, denn dann muss von dem Geld vom Amt auch noch Kredite getilgt werden.
Die Beispiele sind vielfältig und es macht keinen Sinn, diese gegeneinander aufzurechnen und zu fragen, wer schlimmer dran ist.
Wir sind uns doch am Ende sicher einig, dass zum Beispiel mit dem Ausbau des Niedriglohnsektors definitv kein individueller Wohlstand geschaffen wird, sondern nur Arbeitslosenzahlen beschönigt werden.

Kleine Korrektur eines Logikfehlers

"Hausratsversicherung? Klingt zynisch, aber wer wirklich arm ist, hat nichts derartig Wertvolles, daß er es versichern müßte."

Es geht aber logischerweise nicht um den Wert jener Sachen, die eventuell bei einem Wohnungsbrand zerstört werden, sondern um den Wert bei der Wiederbeschaffung.

Es mag durchaus sein, daß Mobiliar, Elektrogeräte, Kleidung und andere Dinge des Haushaltsinventars nichts mehr wert waren. Das ist aber nicht relevant, denn es kommt auf den Wiederbeschaffungswert an.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten von heute auf morgen Betten, Tische, Stühle, Couch, Schränke, Herd, Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger, Wasserkessel, Lampen, Besteck, Geschirr, Kleidung, Hygieneartikel, Personalausweis/Pass, Führerschein, etc. etc. etc. wiederbeschaffen?

Selbst für gebrauchte Haushaltsgegenstände ist das eine Unmenge an Geld.

Eine Hausratversicherung ist kein Luxus, sondern eine wichtige Grundsicherung.

Nein, ganz normal

Kaffee, Bier: doch, beides.

Feste Nahrung: hauptsächlich Gemüse (frisch), Reis, Nudeln, Brot, Käse. Alles noch haltbar. Fleisch am Sonntag. Aber man schaut halt, was es gerade günstig gibt, und richtet den Speiseplan danach, nicht umgekehrt. Zugegeben, manchmal habe ich tatsächlich mehr als 15 Euro pro Woche ausgegeben. Etwa 5 - 6 Euro mehr. Ich hatte weder Magersucht noch Mangelerscheinungen. Ich muß gestehen, daß ich bis heute nicht ganz verstehe, wieso es unbedingt 128 Euro im Monat sein müssen. Ich verdiene seit 5 Jahren Geld - nicht übermäßig viel, aber sicherlich ganz gut. Meine Essenskosten haben sich erhöht, sie betragen nun etwa 25 Euro in der Woche, aber nur, weil ich jetzt öfter bio esse oder abends, wenn ich mal keine Lust habe, zu kochen, etwas beim Vietnamesen hole.

Unerwartete Kosten

"Was ich eigentlich ausdrücken wollte: Das tägliche, "vollwertige" (wie wird das definiert?) Essen ist das absolute Basic. Wer das in Deutschland nicht hinbekommt, der muss einfach irgendetwas falsch machen."

Ich habe mal eine Frage an Sie (zurückgedacht an Ihre Zeit als Student): Bilden Sie von Ihren 550€ Rücklagen?
Was, wenn der Kühlschrank kaputt geht, was wenn die Strom-Jahresabrechnung höher ist als angenommen? Wenn anfang des Monats unerwartet Kosten von 200€ anfallen, zahlen Sie das selbst? Denn wenn ja, dann werden Sie an der Supermarktkasse blöd dastehen, wenn auf dem Kassenzettel 15€ steht, Sie in Ihrem Geldbeutel aber nur noch einen 10er finden.

.....

[Bisher hat mir immer noch niemand erklären können, warum einige mit 15 Euro pro Woche jeden Tag eine vollwertige Mahlzeit essen können, und Menschen, die theoretisch 32 Euro pro Woche dafür haben, das angeblich partout nicht können.]

Sie werden auch keine Antwort finden, weil Sie selbst keine Antwort suchen und andere Sichtweisen per Geld immer ablehnen.

PS:

15 EUR pro Woche = 2,14 EUR pro Tag (und nicht 2,50 EUR).
Was ist mit Getränken? Selbst ein Liter Saft kostet über 1 EUR). Das billigste ist Wasser mit 0,19 EUR (+Pfand). Und wieviel braucht der Mensch pro Tag?

Kleidung und etwas gesellschaftliche Teilhabe? Wie sieht es damit aus?

Auto als Maßstab für Armut????

Ich versteh´s auch nicht, als Schüler auf dem zweiten Bildungsweg hatte ich 750 € zur Verfügung, wovon ich alles inklusive Wohnung und Nebenkosten bestreiten musste. Das Geld hat gut gereicht auch wenn ich natürlich keine großen Sprünge machen konnte. Wenn ich mich nicht täusche, dann hat ein H-IV-E auch nicht weniger Geld zur Verfügung. Und von Armut zu sprechen wenn man sich kein Auto leisten kann ist ja wohl die Höhe. Der Gedanke, dass jeder Bürger ein Auto haben soll stammt aus einer Zeit, wo wir nur mit Problemen wie FCKW und Saurem Regen zu kämpfen hatten.

Im Übrigen koche ich in der Regel eine Bio-Mahlzeit für unter 1 € pro Portion. Selber kochen kostet zum Teil weniger als ein Brötchen. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass auch nur ein Mensch in Deutschland, der eine Küche besitzt sich nicht jeden Tag eine Mahlzeit leisten kann

1. Keine Studiengebühren

2. Möglichkeit bei Verwandten unterzukommen, zumindest solange, bis die Schwester ebenfalls nach Wien studieren geht - ergo: Wohnung. In Wien ist es tatsächlich billiger als an vielen anderen Orten, weshalb die Stadt auch schon so oft zur lebenswertesten der Welt gewählt wurde. Es ist einfach teuer. Gerade frische Lebensmittel wie Gemüse oder auch einfach nur Hackfleisch geht ins Geld, wenn man wirklich regelmäßig kochen will.

Ich weiß ja nicht was Sie studieren

Aber beschäftigen Sie sich mal mit Skalen-Effekten.

Sie können in einer durchorganisierten Küche in der sie große Mengen kochen Zutaten anders verwerten als wenn sie das in einer kleinen Küche alleine machen.

Ich bin mir sehr sicher, dass Sie nicht eine vollwertige Mahlzeit/ täglich für 2,50 €, wenn sie nicht auf Skalen-Effekte und Arbitragen zurückgreifen können.

Was beim ALG-II noch dazu kommt ist, dass Sie viel aus dem Satz für Nahrungsmittel quersubverntionieren müssen.

Außerdem sollen sie noch ansparen.

Es liegt ja nicht um sonst wieder eine Normenkontrolle in Karlsruhe.

Selbstverständlich

Führen Sie einen eigenen Haushalt? Selbstverständlich fallen andauernd solche Dinge an, ob Kühlschrank, irgendwelche Möbel die das Zeitliche segnen oder wie erwähnt die Stromrechnung. Oder lassen Sie es das Fahrrad sein, ohne das man nicht zur Arbeit kommt.
Und wenn das Geld sowieso schon knapp ist, dann wird solch eine Neuanschaffung auch nicht auf einmal gemacht, sondern in Raten gezahlt - also haben Sie z.B. ein Jahr lang monatlich 30€ weniger zur verfügung, und wehe in diesem Zeitraum fällt nochmal etwas an. Irgendwann kann dann eine Rechnung nicht beglichen werden und es fallen zusätzlich Mahngebühren u.Ä. an...
So wie Sie argumentieren gehe ich davon aus, dass Sie noch nie in einer vergleichbaren Situation waren - das ist ja auch gut so, und ich freue mich für Sie. Trotzdem sollte man diese Problematik nicht unterschätzen.

Unsinn

Selbst in Afrika und Asien fahren die Armen Auto, diese Kontinente werden doch so gerne als Beispiel herangezogen.

Also ich habe die letzten 30 Jahre für meine Familie gekocht und habe es nie geschafft, von Griesbrei oder ähnlichem abgesehen, eine Mahlzeit für 1 € pro Person zu kochen. Aber hier sind ja die absoluten Überflieger, die von diesem Betrag einen Gourmetmenue zaubern. Das würde ich unbedingt beruflich nutzen, Sie können damit unglaublich viel Geld verdienen.

[...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jp

Ich trinke auch Leitungswasser,

aber nicht nur - manchmal MÖCHTE ich Saft trinken. Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die zeit ihres Lebens Leitungswasser trinken (wollen), aber ich versichere Ihnen, das geht nicht jedem so.
Ihre Maxime als Handlungsgrundsatz für jeden Mitmenschen zu nehmen halte ich für übertrieben - ich bin sicher, Sie servieren Ihren Gästen nicht NUR Leitungswasser.
Sind Kinder betroffen, so läßt sich diese Maxime sowieso nicht durchhalten - die brauchen Milch - und die kommt nun einmal nicht aus der Leitung.

Was kochen Sie denn so?

1 Packung Reis, 500 Gramm: ca 1,50 Euro
1 kg Mohrrüben: ca 1 Euro
2 Zwiebeln: ca 60 Cent
2 EL Speiseöl: vernachlässigbar, 1 Liter kostet 0,99 Cent
Salz, Gewürze: kosten mehr, halöten aber ewig und werden nur in kleinen Mengen gebraucht, vernachlässigbar. Ebenso Wasser.

Ich wette mit Ihnen, daraus ein "vollwertiges" Gericht für 5 - 6 Personen, 4 Personen bei großen Portionen, kochen zu können. Macht bei 4 Leuten pro Person 1 Euro.

Heißt:

"...Ich verstehe das einfach nicht. Ich habe als Student zuletzt 550 Euro im Monat von den Eltern gehabt, keinen Job dazu. Damit habe ich Miete bezahlt, warm 300 Euro..."

Sie haben weder Kinder zu ernähren, noch Kranken- oder Renten- oder sonstige -versicherung abzuführen. Je nach dem, wo Sie studieren, ist Ihr Studentenausweis zugleich Bus- und Bahnticket. Sport, Kultur und etliche andere ansonsten kostentreibende Faktoren können Sie kostenlos an der Uni mitnehmen. Und mit dem subventionierten Mensaessen ist selbstredend auch die Mahlzeit abgedeckt. Wenn Sie auch noch im Studentenwohnheim leben sollten, ist für Sie Warmmiete tatsächlich auch Warmmiete - will heißen, Strom und/ oder Wasser sind inklusive.

Es ist eigentlich recht simple: allein die Fixkosten einer dreiköpfigen Familie belaufen sich heutzutage auf einen satten fünfstelligen (!!!) Betrag per anno - ohne, dass Sie davon auch nur einen Happen gegessen haben.

Jetzt polemisieren Sie bitte nicht

so völlig überzogen. Es wurde als Teil der Armut betrachtet. Anders ausgedrückt, es gibt einen Armutsindex und da ist die Ernährung ein Element, dass selbst wenn es erfüllt ist, genügend andere Elemente für eine Armutsdefinition übrig lassen. Z.B. das Einkleiden wachsender Kinder (das kostet sehr viel Geld), Verschuldung usw. Hacken Sie also nicht so permanent auf diesen einen Punkt herum, denn er ist nur ein Teil des Problems und wie Sie schon richtig sagen, nicht für jeden Existent, wobei wir wieder beim Thema wären. Armut hat viele Gesichter, wird jedoch subjektiv unterschiedlich empfunden. Die Beispiele haben wir bereits genannt.

@ nina_glyndwr: Aber geh...

Wir haben in Wien das vermutlich beste Leitungswasser Europas; nämlich das nie versiegende Hochquellenwasser. Und es schmeckt wirklich gut! Ich trinke es gerne und oft; im Sommer als Tee. Dennoch schlürfe ich am Abend einen Wein, gescheites Bier oder einen "Hugo", wenn mir danach ist.
.
Was mir so stinkt ist, dass viele so tun, als könnten sie den Standard am Existenzminimum auf ewig praktizieren, ohne es einmal für einen Zeitraum von 1/4 Jahr überhaupt versucht zu haben.

Was sind denn bitte Großpakungen?

Die Standardpackung Nudeln liegt zwischen 500 - 600 g, für 0,49 €
Der Liter Milch kostet ~ 0,48 €,
1 Kg Mehl 0,50 €
10 Eier sind 1,09 €
500g Brot 0.75
Fette 1 €

Obst und Gemüse, da sind sie recht schnell bei 5 € / Woche
Getränke kommen da auch noch dazu. Denn sie werden nie nur Wasser trinken.

Sie hängen mit ihren 20 €/Woche am untersten Limit und das können sie auf dauer nicht durchhalten.- Weil sie früher oder später Mangelerscheiningungen kriegen werden.

@ Suryo: Auf welch hohen Ross muss man sitzen,....

.... um derart Menschen verachtend zu argumentieren?
.
Es geht hier nicht um Saft und/oder Wasser.
.
Es geht darum, dass Menschen ( möglicherweise nur eine Türe weiter)
* Tag für Tag
* Monat für Monat
* Jahr für Jahr
nicht wissen, wie sie die Tage zwischen dem 15. und dem Ende eines jeden Monats über die Runden kommen sollen.
.
Und dann bekommen sie von der politischen "upper class" noch den weisen Tipp, doch privat vorzusorgen.
Leistungsträger-blabla.
.
*FACEPALM*
*FACEPALM*
*FACEPALM*

Diskutieren sie doch bitte sachlicher.

Herrje, wenn Sie sich die Mühe geamcht hätten, meine Kommentare von Anfang an zu lesen, müssten Sie mir hier nicht unterstellen, ich säße auf hohem Ross. Ich unterstelle Ihnen ja auch nicht, Sie machten Ihre vier Wochen auf Sozialhilfeniveau nur, um mal das exotische Prickeln der Armut kennenzulernen.
Ich habe im allerersten Kommentar ganz kalr gesagt, daß es PSYCHOLOGISCH einen erheblichen Unterschied macht, ob man vorübergehend (Student) oder immer am Existenzminimum leben muss. Aber finanziell macht es letzten Endes eben keinen Unterschied.

Sag ich ja. Definition ist die Crux

Tja, sehen Sie, genau das ist eben die Crux bei der im artikel erwähnten "vollwertigen Mahlzeit". Sie beruht vermutlich auf Selbstauskunft. Ernährungsphysiologisch ist das von mir genannte Rezept absolut vollwertig. Wenn es Ihnen weder schmeckt noch Sie subjektiv satt macht, würden Sie, müßten Sie so etwas essen, sagen, daß Sie nicht jeden Tag vollwertig essen. Das klingt im Ergebnis (Artikel) dann so, als müßten Sie verhungern. Tun Sie aber nun wirklich nicht, egal, ob's Ihnen gut schmeckt oder nicht...

@155 perlenqwien

Das, was Sie als Standard am Existenzminimum bezeichnen war für mich, Jahrang 59 und viele andere meiner Generation der GANZ NORMALE Standard, mit dem wir aufgewachsen sind ohne uns arm zu fühlen.
Leitungswasser und Tee nämlich. Stulle mit Teewurst o. Käse.

Wir haben uns inzwischen nur so an den grenzenlosen Überfluss gewöhnt, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können/möchten, dass man mit viel weniger auch menschenwürdig leben kann. Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Eigentlich fehlt hier nur der Tipp,

dass man Milch für Kinder auch über Dauerstillen bis zum 10. Lebenjahr sichern kann. Allerdings müssten die Mütter dann wirklich vollwertige Mahrzeiten zu sich nehmen, sonst hält man das nicht durch.
Scherz beiseite.

Den Herren und Damen hier ist hoffentlich schon klar, dass man mit ein paar Futterrezepten nicht das Problem der Einkommens(!)armut in Deutschland, welches existiert, löst.

Die ZEIT hat leider den hier kommentierten Artikel etwas ungeschickt an einem der seit 2011(?) erhobenen Armutsindikatoren aufgehängt - und dabei zu dem ungeschicktesten gegriffen.

Für die Anwendung dieser Indikatoren werden normalerweise mehrere i n K o m b i n a t i o n (!) abgefragt.
Trifft eine Kombination von Indikatoren zu (bspw.: kann mir keinen Urlaub leisten, muss Schulden abezahlen, musste mir bei meinem Kind schon einmal Geld borgen, kann nicht jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit anbieten) und ähnlichem, nimmt man eine Armutssituation an. Es müssen also mehrere Indikatoren (ich meine mindestens 3??) erfüllt sein.

Ganz genau kann ich ihnen dies leider nun nicht darlegen, und das schaffe ich heute nicht und hoffe daher auf die ZEIT-Redaktion.

Nur kurz erklärt: Mit solchen Indikatoren wie "vollwertige Mahlzeit" versucht man sich der Armutssituation plastisch zu nähern, weil man damit auch Mietsteigerungen etc. im Prinzip nachverfolgen kann. Denn die 60% bzw. 50% Armutsgrenze ist nun einmal eine rein statistische.

Hoffe, ich konnte mich vernünftig ausdrücken?

Digit.a.

Geben Sie es auf.

Es wird Ihnen niemand erklären, weil es nicht um die Realität geht, sondern um das verbissene Festhalten an einem ideologischen Weltbild, in dem gut und böse klar von einander geschieden sind. Und die Armen sind da eben nur Opfer des bösen Systems. Weil es Armut eigentlich nicht gibt ( das wäre nämlich Mangelernährung, schlechte Wohnung mit mangehaften sanitären Einrichtungen, kein Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung) muss sie relativ sein- daher der Urlaub und das Auto. Mancher klammert sich so sehr an sein Weltbild, dass er ausdrücklich erklärt, es sei in unserem reichen Land viel schwerer arm zu sein, als in Bangladesh! da kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Sie haben natürlich recht, dass man mit 32 Euro eine Woche satt wird, wenn man planvoll handelt.

@ Suryo: Sachlich?

Wenn ich konkret auf einen/Ihren Kommentar (Wasser/Saft) antworte, setzt das nicht unbedingt voraus, dass ich alle vorigen Kommentare von Ihnen gelesen haben muss.
Das zum Thema sachlich, aber nix für ungut.
.
Aber bei den Menschen, von denen hier die Rede ist zieht sich die Not wie ein roter Faden durch`s Leben; ohne Aussicht auf Besserung.
.
Und wenn ich, sehen Sie es so solidarisch wie es meine Absicht ist, 4-6 Wochen pro Jahr experimentell das Leben auf Sozial-Niveau durchziehe ist das keineswegs "exotisches Prickeln". Es handelt sich um die pure Vorbereitung auf meine zu erwartende Zukunft.
.
Aber ich sehe diesem Zustand mit der gebotenen Gelassenheit entgegen, weil ich über innere Kräfte verfüge.
.
P.S. Ich hoffe gegenseitige Missverständnisse wurden ausgeräumt. Darüber hinaus Respekt, für Ihren sozialen Einsatz!
Gruß aus Wien

Genau.

Sie haben vollkommen Recht. Vor zwei, drei Wochen lief die Meldung über die Ticker, dass die Zahl der Rentner, die sich zusätzliche Minijobs suchen, in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen ist.

Die Bundesregierung hatte das wie folgt kommentiert: Infolge eines sich stetig verbessernden Gesundheitssystems fühlten sich viele Senioren derart gesund, lebensfroh und rüstig, dass sie sich durch die weitere Teilnahme am Erwerbsleben selbst verwirklichen wollten.

Ähnlich zynisch kommt mir auch Ihr Kommentar vor.

Ergänzung: Weil der Kühlschrank kaputt geht

weil die Klamotten zerschlissen sind, weil die Schuhe kaputt gehen, weil Sie mangels Waschmaschine, die den Geist aufgegeben hat, in den Waschsalon gehen müssen. Weil das Fahrrad mal wieder repariert werden muss. Weil Sie eine neue Brille brauchen, evtl. Zahnersatz und was dergleichen Wäg- und Unwägbarkeiten mehr sind.
Und wenn sie keinen Papi oder keine Mami haben, die in solchen Fällen aushilft, sieht es ziemlich mau aus!

@ sassenach, Sie schreiben:

"Das, was Sie als Standard am Existenzminimum bezeichnen war für mich, Jahrang 59 und viele andere meiner Generation der GANZ NORMALE Standard, mit dem wir aufgewachsen sind ohne uns arm zu fühlen.
Leitungswasser und Tee nämlich. Stulle mit Teewurst o. Käse."

Das, was Sie schreiben, kann ich nicht bestätigen. Wir waren 5 Kinder, mein Vater angestellter Ingenieur und Alleinverdiener. Wir fuhren in den Urlaub, hatten eine Putzfrau, ich hatte Klavierunterricht, war im Sportverein, etc.. Gastfreundschft, die ja auch Geld kostet, wurde in meinem Elternhaus groß geschrieben.

Mangelsituationen kannte ich weder bei uns noch in meinem Freundeskreis oder dem meiner Geschwister. Und ich beziehe mich auf den gleichen Zeitraum wie Sie.

Heute arbeiten meist beide Elternteile, um sich einen vergleichbaren Lebensstandard leisten zu können.

Häufig arbeiten beide hart und kommen nicht ansatzweise an diesen Standard der Lebensführung für sich und ihre Kinder.

Armut als "alternativlose" Lebensperspektive ist grausam.

Ich bin Jahrgang 55

und wir waren 'arm' - aber nicht so arm, daß wir hungern oder hätten frieren müssen. Wir hatten eine Sozialwohnung und mein Vater war Baggerführer - mit seinem Einkommen hat er fünf Menschen ernährt. Kleidung wurde selbstverständlich in der ganzen Nachbarschaft weitergegeben - da aber alle davon partizipierten und wir nichts anderes kannten, störte uns das nicht; ich habe mich immer schon zwei Jahre im voraus auf die Kleider der Nachbarstochter freuen können.
Wir hatten (trotz des Alleinverdienstes meines Vaters) ein Auto und wir haben mehrere Male Urlaub an der Nordsee machen können. Gastfreundschaft war bei uns ebenfalls groß angeschrieben - und die Gäste mit Bier und Wein zu bewirten, war normal. Es wurde auch öfters zum Essen eingeladen, bei Geburtstagen und Feiertagen war das selbstverständlich. Leitungswasser haben wir m.W. nie getrunken, aber Tee war üblich - und natürlich haben wir auf Klassenausflüge Stullen mitbekommen.
Klavierstunden waren nicht drin, aber die Mitgliedschaft im Sportverein durchaus.
Vergleiche ich die damalige Situation mit der heutigen, so zweifle ich, daß ein Niedriglöhner und Alleinverdiener das alles seiner Familie heute noch bieten könnte. Wie Sie schreiben, fehlt auch die Perspektive, das irgendwann zu können - und das macht den großen Unterschied zur damaligen Zeit aus. Alternativlose Armut als Lebensperspektive ist tatsächlich grausam; vermutlich können das jüngere Menschen nicht sehen, weil sie andere Zeiten nie gekannt haben.

Das trifft den Kern der Sache

Ich habe auch zwei Jahre lang von 525 Euro im Monat gelebt.
Auch während des Studiums und auch nicht schlecht.
Die 925 Euro-Grenze, die von der 60% Marke herrührt, ist schlicht nicht besonders aussagekräftig und wird gerne dann verwendet, wenn man die Umstände schlecht reden möchte!

Nun kommt es jedoch darauf an wie und wo man wohnt. Als Student teilt man sich halt die Wohnung und dann ist gut.
Im Alter, wenn der Gatte stirbt, wollen die meisten alleinstehenden Frauen, verständlicherweise, nicht aus der Wohnung ausziehen, die sie vorher geteilt haben. Und das bedeutet, dass eine (und meist die kleinere Rente) plötzlich allein für die Wohnung aufkommen muss.
Und Wohnen wird immer teurer, real und durch die Nebenkosten, während die Renten kaum steigen...

@ r.schewietzek: Perspektivlosigkeit ist der springende Punkt.

Nur 4 Jahre jünger kann ich Ihren gesamten Beitrag unterschreiben.
Vermisst haben wir 4 Kinder nichts.
.
Heute allerdings schafft es keiner trotz einer kontinuierlichen Beschäftigungs-Biographie eine mehrköpfige Familie durchzubringen.
Wie soll es da erst mit Kurzzeit oder Leiharbeit gehen?
.
Wenn sich die Gesellschaft nicht endlich entschließt zusammen zu rücken, sehe ich schwarz.
.
BEG jetzt.

gratulation

Sie als 107. Kommentator erfassen als erster den Kern, dieser Statistik. Der sei nochmal verdeutlicht:
"16 Millionen Menschen in Deutschland aus finanziellen Gründen beispielsweise nicht in der Lage, ihre laufenden Rechnungen zu begleichen, mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einzunehmen, in den Urlaub zu fahren oder sich einen Pkw zu leisten"
Mit Vermerk auf "in Urlaub zu fahren" und "sich einen PKW zu leisten". Das also ist schon Armut? Gott, geht es uns gut!
Nehmen wir einmal an, das Auto kostet ohne Anschaffungskosten, aber mit Reperatur und ohne damit in Urlaub gefahren zu sein 2.000 Öken im Jahr - und nun verzichten Sie auf dieses - wonach sie per definitionem in die "Armut" abdriften: Wie viele tolle Mahlzeiten könnten Sie sich davon leisten? Auf den Text bezogene Antwort: Sie könnten jeden 2. Tag 15,15 Euro mehr ausgeben! In diesem Sinne - lassen Sie es sich schmecken!

Wenn Sie richtig nachgelesen hätten,

wäre Ihnen nicht entgangen, daß das nur zwei Punkte von neun Punkten sind - und insgesamt 4 Punkte erfüllt sein müssen, um als arm zu gelten.
Gehe ich recht in der Annahme, daß Sie selbst ein Auto fahren und das für völlig selbstverständlich halten? Daß Sie einmal im Jahr in den Urlaub fahren und auch das für völlig selbstverständlich halten? Aber anderen Menschen möchten Sie das nicht zugestehen? Nicht mal armen Kindern 14 Tage Urlaub in einer sozialen Einrichtung in Deutschland, wenigstens alle 2 - 3 Jahre? Da war Deutschland aber schon mal weiter - die Aktion Sorgenkind, heute Aktion Mensch, ist u.a. damit begründet worden, daß Großstadtkinder die Möglichkeit haben sollten, einmal aufs Land zu fahren und gesunde Luft zu atmen, auch wenn es sich die Eltern selbst nicht leisten konnten; und Deutschland und seine Bürger waren dafür. Schade, daß wir jetzt hinter die fünfziger Jahre zurückfallen.

des lesens mächtig

Bitte, wenn Sie mit mir diskutieren wollen: sehr gerne. Aber stupide Unterstellungen, auch wenn sie hier bedauerlicher Weise Usus geworden sind, bitte ich Sie zu unterlassen. Dann ist das in der Regel auch produktiver.

Urlaub und Auto sind zwei Punkte. Diese sind den anderen Indikatoren gleichberechtigt. Das einfach Zahlenbeispiel meines Kommentars zeigt die Absurdität dieser Gleichstellung. Ich habe kein Auto, ich mache aber Ferien. Da wandere ich hier von der Haustüre aus los und gehe 3 Wochen mit Zelt, Hund, Kind und Frau (die Reihenfolge ist zufällig) wandern. Da fallen keine Mehrkosten an. Dass andere Menschen eine andere Vorstellung von Urlaub haben, ist völlig legitim. Für mich sind das aber keineswegs Indikatoren für meine Armut - wieso denn auch. Woher sollte ich mir denn bitte den Anspruch nehmen, dass mir die Gesellschaft eine Reise nach Rügen oder Griechenland ermöglicht? Das brauche ich nicht und es ist kein Zeichen der Weisheit, wenn man das als Norm klassifiziert. Ich will nur, dass man erkennt, was Luxus ist und was Grundbedürfnisse sind. Und anders als Sie denken mögen, nicht etwa, weil ich die Abartigkeit der FDP unterstütze, sondern weil ich zu wissen glaube, dass die Gesellschaft nicht mehr weiß, was Wohlstand ist. Weil Sie sich nicht mehr an den einfach Dingen erfreuen kann. Mein Kommentare tangiert aber trotzdem in keinster Weise die Notwendigkeit einer fairen Bezahlung. Fair bedeutet, dass es keine Schere gibt und aber auch fair gegenüber Zukünftigem.

Erläuterung

Da Sie um Erklärung bitten, wo denn das Geld bei diesen Leuten wohl hingeflossen ist, möchte ich im Gegenzug erst einmal ein paar Fragen stellen:

Haben Sie GEZ-Gebühren bezahlt?
Sie erwähnten keine Stromrechnung, ich nehme an Sie lebten mit Kerzen?
Wie sieht's aus mit der Gasrechnung, die wurde Ihnen entlassen?
Ich muss annehmen Sie waren nicht versichert? Keine Haftpflicht, keine weiteren Absicherungen, daher keine weiteren Ausgaben?

Dann haben Sie zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht wirtschaftlich selbstständig gelebt. Zwar außerhalb des Elternhauses, aber noch nicht wirtschaftlich auf sich gestellt.

Wie sah es denn aus mit Umzugskosten? Und die 900km zu Ihrer Familie für den Besuch an Weihnachten? Sie waren ein erfolgreicher Tramper?

Abgesehen davon, ein Studentenleben läuft bei vielen nun mal etwas anders ab. Viele haben eine/n Freund/in, die sie gern mal einladen möchten. Oder ein kleines Geburtstagspräsent kaufen möchten. Hinzu kommen die Kosten für die Schwangerschaftsverhütung. Clubs mit Eintrittsgeldern besuchen Sie gar nicht? Freizeitaktivitäten oder Vereine wohl auch nicht... Die Bücher nur geliehen und das Fahrrad braucht nie einen neuen Reifen.

Und was haben Sie zu Ihrer Studentenzeit angezogen? Sie sagten ja Sie lebten mit Handy und Internet. Das kann man aber nicht über die Füße ziehen wenn es schneit.

Ich bitte um Erläuterung Ihrer tatsächlichen Förderungen durch die Eltern, denen sind Sie zu Dank verpflichtet.

Es steht doch nirgendwo, 1

daß die Gesellschaft jedem Niedriglöhner Reisen nach Rügen oder Griechenland finanzieren muß - wenn allerdings nicht mal eine Abwesenheit von zuhause für eine Woche drin ist und das über mehrere Jahre hinweg (und eine Woche Abwesenheit von zuhause muß ja nicht gleich eine Luxuskreuzfahrt bedeuten, darunter fallen auch Billigurlaube von Lidl), dann ist das EIN Kriterium für Armut. Ich glaube, eine Woche Urlaub im Jahr könnte man ruhig zugestehen - und wenns nur für 99 Euro ist; aber eben die sind auch nicht drin. Sie selber gehen 3 Wochen im Jahr wandern - sicherlich mit Ausrüstung (die auch Geld kostet) und dem nötigen Kleingeld. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie in diesen 3 Wochen von mitgebrachten Stullen leben. Und auch Zeltplätze kosten Gebühren.

Sie haben kein Auto - zahlen aber sicherlich Fahrgeld (außer im Fall, Sie arbeiten direkt in Ihrer Wohngegend und können zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen). Das ist aber heutzutage eher selten. Wenn man 50 km zur Arbeit pendeln muß (habe ich jahrelang getan), muß man schon ganz schön Geld für eine Monatskarte hinlegen. Im Falle eines Niedriglöhners macht das schon einen großen Prozentsatz des Einkommens aus. Dazu kommt die Erhöhung der Preise - das statistische Bundesamt kann mir erzählen, was es will, heute bezahle ich für viele Dinge des täglichen Bedarfs in Euro genau dasselbe, was ich früher in DM bezahlt habe. Sachgegenstände wie Stereoanlagen etc. kauft man ja nicht jeden Monat, Brot dagegen ist unverzichtbar.

Es ist eigentlich ganz eifach

Wenn sie die Wahl haben die Stromrechnug, Heizung, Praxisgebühr, Miete oder Sonstige Rechnung zu bezahlen oder sich mit ausreichend frischen Lebensmitteln zu versorgen entscheiden sich eben viele für die Rechnungen.
Und um irgendwelche Einwende von wegen Harzer bekommen doch eh alles bezahlt abzuwenden, ich rede hier vor allem von der immer größer werdenden Gruppe der "working-poor" alse Menschen mit einem Vollzeit oder evtl. sogar mehreren "Geringfügigen-Beschäftigungen" und trotzdem kaum genug zum überleben verdienen. Und auch die ALGII-Bezieher bekommen nicht alles bezahlt und müssen eben mit dem engen Budget irgendwie zurecht kommen.

wieso abwesenheit

Wir müssten für eine fundiertere Diskussion wissen, was "Urlaub" bedeutet, bzw. wie es definiert ist. Mit reiner Abwesenheit wohl eher nicht oder? Klar, jeder sollte mal frei haben dürfen. Urlaub ist aber für mich Luxus. Auch bei billigen Lidl-Reisen, bei denen ich die negativen Auswirkungen meiner Reise externalisiere (also nicht bezahle, dafür bezahlt die Gesellschaft). Sie schreiben richtig, "wenn man 50 Kilometer zur Arbeit pendeln muss", dann benötige man ein Auto. Aus dem Text geht aber nicht hervor, dass jedes Auto nur für die Fahrt zur Arbeit eingesetzt wird. Es wird das Auto als solches aufgegriffen - also als Luxusgut unserer Gesellschaft. Denn, wer nach ihrer SChlussfolgerung under SChlussfolgerung aus dem Text keine Chance auf ein Auto hat, hat also auch keinen Job. Arbeitslosigkeit ist doch viel eher ein Indikator für Armut, als das Auto! Warum das Auto aufgenommen wurde, ist mir daher völlig schleierhaft. Ebenso der Urlaub. Wie ich den verbringe, tut doch nichts zur Sache. Ich brauche dafür sehr wenig Geld. Das beweist: Urlaub ist sehr billig möglich. Übrigens auch ohne die negativen Effekte zu externalisieren. Da verbietet sich aber eine weitere Diskussion, weil wir die Definition von "Urlaub" nicht kennen... Gruß

Erklärung

Zugegeben ja; man kann mit 925Euro im Monat auskommen (vor allem in den neuen Bundesländern). Aber: Wehe es müssen Anschaffungen gemacht werden, es geht etwas kapputt (Kühlschrank, Waschmaschine, Klamotten).
Sie wollen mir nicht ernsthaft weis machen, dass Sie solche Dinge dann selber zu zahlen haben.Dazu kommt, dass einem Studenten (der clever war und das "richtige" studiert auch ein hohes Einkommen winkt; sprich: die Perspektive stimmt.) Wenig Geld ist in Studentenkreisen doch irgendwie auch normal und sagen wir mal: auch etwas sexy. Ein Student mit 1000Euro im Monat von Mami und Papi, ist doch irgendwie kein echter Student sondern ein Bonzenkind. Glauben sie es mir: Unter 1000Euro im Monat, jeden Tag auf der Arbeit, keine Perspektive auf etwas Besseres, nervt nicht nur, da nie etwas übrig bleibt für Urlaub (machen Sie doch dann auch oder?)oder die schlichtweg schönen Dinge im Leben, sondern auch depressiv und wütend, vor allem auf solche ********* wie Sie, die noch alles vor sich haben, es wahrscheinlich dann wohl schaffen werden, aber kein bißchen Grips besitzen.

@275 mein Vater war noch nicht mal Alleinverdiener

aber gehörte als kleiner Angestellter im öffentlichen Dienst damals zu den Geringverdienern. Meine Mutter arbeitete stundenweise in einem Anwaltsbüro. Wir wohnten zur Miete und konnten uns weder ein Auto noch Urlaubsreisen leisten. Und wir waren nur 2 Kinder. Als arm haben wir uns nicht empfunden, arm waren damals die Kriegerwitwen, denen meine Mutter von der Caritas gespendete Weihnachtspakete brachte. Der darin enthaltene Kaffee war schierer Luxus.

Erst in den siebziger Jahren besserte sich die Einkommenssituation, obwohl meine Mutter da alleinerziehend war. Ab da waren auch Urlaubsreisen möglich.

Die Ergebnisse werden mal wieder völlig falsch dargestellt:

1. Die Presseerklärung von destatis spricht von "beispielsweise":

"Die Möglichkeiten der sozialen Teilhabe sind bei den Betroffenen sehr eingeschränkt: Sie können aus finanziellen Gründen heraus beispielsweise ihre laufenden Rechnungen nicht begleichen, nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einnehmen, keine notwendigen Anschaffungen tätigen, sich keine Urlaubsreise oder keinen Pkw leisten (siehe methodische Erläuterungen)."

Wenn man das Wörtchen weglässt, entsteht ein falsches Bild.

2. Es werden Dinge als "Fakten" dargestellt, die aber auf einer ungeprüften Selbsteinschätzung beruhen:

"Erhebliche materielle Entbehrung liegt nach der EU-Definition für EU-SILC dann vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden neun Kriterien erfüllt sind:"

Da sind Untertreibungen oder Übertreibungen vorprogrammiert, vor allem wenn Transferlseitungen in Anspruch genommen werden.

alles nachzulesen hier:

https://www.destatis.de/D...

Sie müssen schon

zwischen Ihren eigenen Wahrnehmungen und falschen/verzerrten Meldungen (darum ging es in meinem Posting, die ZEIT hat die Ungenauigkeit erst sehr spät korrigiert) trennen.

Der Confirmation Bias / dt. Bestätigungsfehler ist eine Binsenweisheit der Kognitionspsychologie. Wer der Meinung ist, es gehe ungerecht in D zu und die Armut nehme zu, wird unbewusst nach Bestätigungen hierfür suchen, Informationen, welche die eigenen Erwartungen widerlegen, werden unbewusst ausgeblendet. An diese bestätigenden Informationen zu kommen wird natürlich noch leichter, wenn Sachverhalte in der Weise falsch dargestellt werden, dass sie die eigene vorgefasste Meinung bestätigen.

Gehupft wie gesprungen

Ihre zitierte confirmation bias geht aber in alle Richtungen.

Wenn Sie den Verfall nicht sehen wollen, bitteschön, ihr gutes Recht, sind Ihre Augen, die sie schließen.

Ich hab jedenfalls vor 15 Jahren keine Rentner auf dem Mittelstreifen der Hauptstraße sehen müssen, die sich nach Pfandgut bücken. Es hingen auch nicht täglich Leute in den Abfallcontainern der Mehrfamilienhäuser und es gab auch deutlich mehr Geburten und erfolgreiche Berufslaufbahnen.

Mein Einkaufsverhalten habe ich nicht verändert, dennoch habe ich heute weniger im Einkauswagen, aber nicht mehr Geld in der Tasche.

Ich finde es ehrlich gesagt albern, die fortschreitende Armut in Deutschland zu leugnen. Es war vor nichtmal einem Jahrzehnt völlig normal, das jemand in Ausbildung sich sein erstes Auto gekauft hat. Heute können sich fertig ausgebildete Menschen oft keines mehr leisten, weder in der Anschaffung, noch im Unterhalt.

Wer das alles supi findet, mag hoffen, dass die eigenen Kinder von Luft und Häme zu leben gelernt haben, denn die müssen die Pflege übernehmen. Für Hartz4 oder Niedriglohn macht das nämlich in Zukunft keiner, auch nicht aus dem Ausland kommende Kräfte, die in der Heimat schon heute mehr verdienen.

Andernfalls droht ein grauenhafter Tod in deutsche Pflegeheimen, in denen es besser zugeht, als am Hindukusch-nur, reicht das bischen besser aus?

Natürlich gilt

nicht in irgendeine Richtung, sondern allgemein.

Sie verwechseln die Kritik an einer Denkmethode mit der (Nicht-)Zustimmung zu einer Position. Auch ein Denkfehler, für den es bestimmt einen schönen Fachbegriff gibt.

Wenn ich sage, dass das Wahrnehmen von Flaschensammlern Teil eines Denkfehlers sein kann, heisst das nicht, dass ich sie nicht auch wahrnehme oder andere Phänomene von Verarmung. Allerdings gab es vor 15 Jahren noch keinen Dosenpfand, so dass der Vergleich nicht wirklich zieht. Mehrwegflaschen sind ja nicht so lukrativ. Der Vergleich zieht also nicht wirklich. Im übrigen sind die Rentner die am wenigsten von der Armut betroffene Gruppe (lt. Artikel) - diese Generation konnte sich noch auskömmliche Renten erarbeiten.

Ihre übrigen Argumente sind schlichtweg unsubstantiert (Autos von Jugendlichen, ihr Einkaufswagen usw.)

Mein Ausgangspsosting hatte übrigens zum Inhalt, dass die Ausgangmedlung falsch und die Situation schlimmer dargestellt hat als sie ist.

Man sieht mich nicht, wenn ich die Augen zu mach

"Allerdings gab es vor 15 Jahren noch keinen Dosenpfand, so dass der Vergleich nicht wirklich zieht."

Oh, der "zieht" allerdings gewaltig. Denn mit dem Argument, dass die Armen vom Dosenpfand leben, hat man uns damals in der Schule zu Spenden für Brasilien motiviert.

Wenn die Entwicklung nun so ist, dass in Deutschland 15 Jahre später Zustände wie ein einem südamerikanischen Entwicklungsland herrschen und die Gesamtsituation als "nicht so schlimm" bewertet wird, dann spricht das Bände!

"Ihre übrigen Argumente sind schlichtweg unsubstantiert (Autos von Jugendlichen, ihr Einkaufswagen usw.)"

Das sind sie eben genau nicht. Ein Auto ist ein Auto, bleibt ein Auto. Wenn sich das junge Leute nicht mehr leisten können, obwohl die Wirtschaft des Landes so stark ist wie nie zuvor, dann läuft etwas gewaltig schief.

Und mein Einkaufswagen beheimatet keine Delikatessen, sondern günstige Normalprodukte, die Zusammenstellung hat sich über die Jahre nicht verändert. Ich zahle heute für den gleichen Kram über ein Drittel mehr, bei geringeren Produktionskosten und gesunkenen Löhnen.

Ab wann wirds denn ihrer Meinung nach "schlimm"? Wenn alle tot sind oder Afrika uns Carepakete schickt? Und ist die dritte Welt wirklich ihr Anspruch an Staat und Gesellschaft? Was war denn so schlimm an Wirtschaftswunderzeiten und finanziell gutgestellten Bürgern in allen Schichten, die eine Zukunft vor sich hatten?

Was war denn so schlimm an Wirtschaftswunderzeiten

und finanziell gutgestellten Bürgern in allen Schichten, die eine Zukunft vor sich hatten?

Nichts - aber sagen Sie das mal den Politikern von heute, die unser Land auf Niedriglohnniveau bringen möchten und das dann als 'alternativlos' bezeichnen oder als 'Schicksalsfügung', als sei das eben mal so alles passiert und nicht das Ergebnis politischer Entscheidungen, die man so nicht hätte treffen müssen und sollen. Die Entwicklung hin zu mehr Armut war vorauszusehen - und ebenso die Umverteilung des Reichtums von unten nach oben. Genau das war gewollt.

.....

[Die Entwicklung hin zu mehr Armut war vorauszusehen - und ebenso die Umverteilung des Reichtums von unten nach oben. Genau das war gewollt.]

Natürlich war die Entwicklung verhersehbar. Das System ist so ausgelegt, dass es bei ungleicher Vermögensverteilung (und alle gleich kann man nicht machen - ist auch für jede Person unsinnig), irgendwann die Verteilung von unten nach oben beginnt und den meisten Menschen das Rückrad bricht.

Aber mal im ernst, wieviele sog. Ökonomen haben wir, die dieses System verteidigen? Es gibt nur wenige (zumindest nach meiner subjektiven Beobachtung), die das System ablehnen.

So lange die Menschen selbst nicht nachdenken und der Wahnvorstellung sich fügen, wird sich auch nichts ändern.

Eine Wahnvorstellung ist, dass man durch Wachstum Schulden abbauen kann. Wenn Politiker/Ökonomen das Wort Wettbewerb, Schuldenabbau, Forderung nach Sparpaketen, etc. in den Mund nehmen, kann man zu 100 % sicher sein, dass die Lügen - oder selbst nichts wissen.

PS:

Nach "Jacque Fresco" auf youtube suchen (meist in Englisch).