Flüchtlinge"Schickt mich zurück nach Somalia, aber nicht nach Italien!"

In Somalia war Mustaf Harun Journalist, bis er vor den Islamisten fliehen musste. Die wahre Hölle aber erlebte er erst als Flüchtling in Europa. von 

Mustaf Harun vor dem Reichstag in Berlin

Mustaf Harun vor dem Reichstag in Berlin  |  © Fabio Ghelli

"Können Sie bitte die Kamera für mich bedienen?", fragt Mustaf Harun und stellt sich lächelnd vor das Brandenburger Tor in Berlin . Mit professioneller Moderatorenmimik beginnt der junge Journalist, auf Somali etwas über die Geschichte der Bundesrepublik zu erzählen. Die kleine Amateur-Kamera folgt ihm.

Später wird er seinen Beitrag auf das Portal des somalischen Senders Universal TV hochladen. Tausende Somalier von Borama im Norden des Landes bis nach Kismayo im Süden werden seinen Film aus Deutschland sehen können. "Für mich ist Berlin ein Symbol des Wiederaufbaus", sagt Mustaf Harun. "Deshalb bin ich hier: Um meinen Mitbürgern zu zeigen, dass, ebenso wie Deutschland nach dem Krieg, auch Somalia neu aufgebaut werden kann."

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Der Beitrag ist fertig. Doch die Kamera läuft noch. "Es war genau so eine kleine Kamera, die mein Leben für immer verändert hat", sagt Harun. Er kann sich an jenen Tag vor sechs Jahren noch sehr gut erinnern. Damals arbeitete er für den Fernsehsender Horn Afrik in Mogadischu . Die Lage in Somalia war äußerst  angespannt, eben erst hatten die Islamisten der Islamic Courts Union (ICU) die Übergangsregierung gezwungen, die Hauptstadt zu verlassen. Doch Mustaf Harun war mit anderen Dingen beschäftigt: Seine Frau hatte kurz zuvor ihre zweite Tochter zur Welt gebracht.

Eines Tages, erzählt Harun, lief er mit einem Arbeitskollegen über den Bakara-Platz in Mogadischu. Plötzlich sehen die zwei jungen Journalisten, wie einige ICU-Milizionäre ein kleines Mädchen in eine Ruine zerren. Harun und der Kollege schleichen in das Gebäude und beobachten, dass die Milizionäre das Mädchen mehrmals vergewaltigen. "Wir waren wie versteinert", sagt Harun, "wir wollten etwas tun, aber die Männer waren schwer bewaffnet." Dann aber holt der Kollege eine kleine Videokamera hervor und beginnt zu filmen.

Als die Milizionäre endlich gehen, sehen sie, dass das Mädchen in einer Blutlache liegt. Sie bringen es zu einem naheliegenden Krankenhaus, doch es ist zu spät. Das Mädchen stirbt einige Stunden später. Das Video übergeben sie der Nachrichtenredaktion. Es läuft in den 22-Uhr-Nachrichten. Wenige Minuten später gehen die ersten Drohanrufe ein.

Tag und Nacht in der Redaktion

Das ist der Moment, in dem Haruns Welt, wie er sie kannte, unwiederbringlich verschwindet. Ein paar Monate später ermorden Unbekannte den Direktor seines Senders. Während des darauf folgenden Trauerzuges sterben mehrere Mitarbeiter des Medienunternehmens durch eine Bombe. Die Redaktion verwandelt sich in eine Festung, in der die Journalisten Tag und Nacht verbringen.

Irgendwann im Jahr 2008 kann Harun nicht mehr. Er flieht zusammen mit seiner Frau aus dem Land. Die Kinder sollen bei den Großeltern bleiben, bis ein neues Zuhause gefunden ist. Harun wird sie nie wiedersehen.

Sie reisen nach Dschibuti , dann weiter in den Sudan . Mit einer Karawane erreichen sie Libyen , wo sie von der Polizei festgenommen und im Lager von Kufra eingesperrt wurden. "Wir kamen einfach von einer Hölle in die nächste", sagt Harun. In Kufra werden die Häftlinge, Flüchtlinge aus Somalia, Äthiopien oder Eritrea , täglich geschlagen und gedemütigt. Als eine Gruppe Eritreer die Flucht ergreift, klettern auch Mustaf Harun und seine Frau über den Zaun.

Einige Monate leben sie in der somalischen Botschaft in Tripolis , bis sie angezeigt werden. Wieder gelingt ihnen die Flucht: Mustaf Harun und seine Frau kommen auf einem Flüchtlingsboot nach Italien unter. "Als wir nach drei Tagen von der italienischen Küstenwache in der Nähe von Lampedusa abgefangen wurden, dachten wir, dass wir nun endlich in Sicherheit waren. Doch das Schlimmste sollte noch kommen."

Zwei Monate verbringen sie in einem Aufnahmelager auf Sizilien , bis sie eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis erhalten – und auf die Straße gesetzt werden. Ein paar Tage übernachten sie in einer Kirche. Dann drückt der Pfarrer ihnen zwei Fahrkarten nach Rom in die Hand.

In der italienischen Hauptstadt schließen sie sich anderen Flüchtlingen an. Die Nächte verbringen sie in der Nähe des Bahnhofs oder in der Ruine der ehemaligen somalischen Botschaft, die Tage in den Suppenküchen der Caritas .

Das Paar, das den Bürgerkrieg in Somalia, Menschenschmuggler, Flüchtlingstrecks und die Überfahrt übers Mittelmeer überlebt hat, sieht sich nun, mitten in Europa , mit einer nicht gekannten Verelendung konfrontiert. "Als ich in Somalia war", erzählt Harun, "war das Leben hart. Doch ich hatte immer die Hoffnung, dass sich etwas ändern würde. In Italien war ich dagegen von einem einzigen Gedanken besessen: Wo werden wir schlafen? Werden wir morgen etwas zu essen haben?"

Um Nahrung und Kleidung zu finden, reist Harun durchs Land: Florenz , Turin , Mailand. Manchmal dauert es Tage, bis er zurückkommt. Oft mit leeren Händen. Die Ehe geht darüber in die Brüche. 

Ein Gericht stoppt seine Abschiebung nach Italien

Harun will weg aus Italien. Er reist nach Holland , von dort weiter nach Deutschland, wo er in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im hessischen Gießen unterkommt. Doch gemäß der Dublin-Verordnung, die regelt, wer in Europa für Asylsuchende zuständig ist, muss Harun dorthin zurückgeschickt werden, wo er zuerst seinen Antrag gestellt hat. Also nach Italien.

In den folgenden zwei Jahren lebt Harun wie in einem Limbus. Zwar stoppt das Verwaltungsgericht in Gießen seine Abschiebung nach Italien, nachdem er die dortigen Lebensbedingungen geschildert hat. Doch wird diese Entscheidung später durch das Bundesamt für Migration widerrufen. Seitdem geht Harun jeden Abend ins Bett, ohne zu wissen, ob er am nächsten Tag noch in Deutschland bleiben darf. "Schickt mich zurück nach Somalia, aber bitte nicht nach Italien", sagte er dem Anwalt, der ihm half, gegen das Abschiebungsverfahren Widerspruch einzulegen.

Als er in Deutschland ankam, war sein Leben ein Scherbenhaufen. Kurz nach seiner Ankunft in Gießen hatte ihn die Nachricht erreicht, dass seine ganze Familie in Somalia bei einem Bombenanschlag getötet wurde. Trotzdem schafft er es, sich langsam ein neues Leben aufzubauen. Er nimmt mit Universal TV Kontakt auf, arbeitet wieder als Journalist. Er findet eine neue Lebenspartnerin, mit der er jetzt ein Kind hat.

Europa als Lebensmodell

Schließlich gründet er gemeinsam mit anderen somalischen Journalisten, die in Deutschland leben, den Verband der somalischen Journalisten im Exil. Ihr Ziel: den Menschen in Somalia einen hoffnungsvollen Blick in die Welt zu verschaffen. "Man kann den Einfluss der somalischen Al-Shabaab Milizen schwächen, wenn man den Somaliern zeigt, wie hier Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen friedlich miteinander leben", sagt Harun.

Die kleine Amateur-Kamera filmt noch immer das bunte Treiben vor dem Brandenburger Tor. Der junge Journalist zündet sich eine Zigarette an. Europa, dessen Lebensmodell er für sein somalisches Publikum propagiert, hat ihm oft übel mitgespielt. "Auf meiner Reise habe ich auch die Schattenseite Europas kennengelernt: die Diskriminierung, die Abgrenzung", sagt Harun. "Wenn man auf der Straße lebt", fährt er fort, "hat man oft das Gefühl, dass sich eine Mauer zwischen dir und dem Rest der Welt erhebt. Man versucht, so wenig wie möglich aufzufallen. Bei den Schaffnern im Zug, bei der Polizei auf der Straße. Wenn man überleben will, muss man ein Nichts werden."

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Leserkommentare
  1. "Um Nahrung und Kleidung zu finden, reist Harun durchs Land: Florenz, Turin, Mailand. Manchmal dauert es Tage, bis er zurückkommt. Oft mit leeren Händen. Die Ehe geht darüber in die Brüche."

    9 Leserempfehlungen
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    • Erdling
    • 30. Oktober 2012 21:53 Uhr

    umkommen kann. Klarer Logikfehler.

  2. von Mustaf Harun ist ohne Frage sehr tragisch. Nur stellte Heiner Geißler, der nicht im Verdacht steht, besonders unchristlich zu sein, schon vor vielen Jahren fest: Deutschland kann nicht das Sozialamt der Welt sein".

    38 Leserempfehlungen
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    Deutschland, das Sozialamt der Welt?

    Das würde implementieren, dass Flüchtlinge wie Harun nicht selbstständig zurecht kommen würden - wenn man sie denn ließe.
    Aber sieh da, er kann und will offenbar arbeiten und sich damit selbst und seine Familie versorgen. Und so wie ihm geht es mit Sicherheit vielen, die sich in den Asylheimen die Füße platt stehen - sie wollten und könnten arbeiten, dürfen aber nicht. DA liegt das Problem!

    • sioux
    • 30. Oktober 2012 21:29 Uhr

    Dieser Begriff von Geissler ist in diesem Kontext vollkommen unangemessen. Harun ist offensichtlich ein sehr engagierter Journalist und, soweit ich das dem Bericht entnehmen kann, wäre er eine gewaltige Bereicherung für die Informationslandschaft in Schland.
    Was erleben wir denn vom derzeitigen hiesigen Journalismus? Merkel sagt "Ich fordere..." und "Wir sind grundsätzlich bereit...", aber nicht, was sie als Regierungschefin tut. Außer wenn sie gerade den Wendehals gibt, weil ihre Partei nach jahrzehntelangen massiven Beschimpfungen derjenigen, die die neuen Positionen schon vorher vertraten, in die Defensive gerät. Diese beliebige Küchentisch-Politik wird regelmäßig als wichtige "Gipfel"-Politik veröffentlicht. Ich würde mir in Deutschland Journalisten wünschen, die diesseits der offiziellen Verlautbarungen etwas zu berichten haben. Und dieser Mann hat was zu berichten, und zwar nicht nur jetzt, sondern aufgrund seines Engagements auch noch imn zwanzig Jahren.

    • SvKi
    • 30. Oktober 2012 23:41 Uhr

    Ihr Kommentar zeigt mal wieder die Ignoranz der "besseren Menschen". Solange sich unsere Außenpolitik, und damit meine ich auch die Wirtschaftspolitik, gegenüber Ländern Afrikas, so asozial gestaltet, haben diese Menschen jedes Recht nach Deutschland zu kommen. Sich einfach hinzustellen und diesen Menschen zu unterstellen, dass sie hier nur absahnen wollen, zeigt massive Defizite im Wissen über diese Menschen und deren Situation.

    Die Anzahl der Leser-Empfehlungen zeigt mir zudem den Geist, dem viele Deutsche nachhängen.

    Deutschland ist ein Exportland und hat einen Leistungsbilanzüberschuss von 17 Milliareden im Schnitt pro Monat. Und das seit fast 20 Jahren.
    Damit könnte man viele Menschen helfen, schliessslich kommt dieser Überschuss auch aus Somalia und wird zum Teil durch Waffenverkäufe an die Milizionäre erzielt.
    Also ist Deutschland in der Pflicht weil es diese Misere in der Welt mitverursacht.

    • lxththf
    • 31. Oktober 2012 2:55 Uhr

    bedeutet also Sozialamt der Welt zu sein? Sie pervertieren diese Aussage hin zum Populismus, den man auch gern mal bei Parteien findet, deren Demos so gern von Menschen mit sozialem Verantwortungsbewußtsein und Demokratieverständnis blockiert werden.
    Der ominöse Rechte Rand des Bürgertums tritt immer wieder gern hier im Forum zutage, sobald es um das Thema Integration/Migration, Asyl, Religion (vor allem dem Islam) geht.
    Aber vielleicht sind Sie sich auch einfach nicht bewußt, auf welchen Seiten im Internet man ähnliche Wortmeldungen im Forum findet.

    dass sie ein Zitat von Heiner Geißler mißbrauchen, um ihre Abneigung gegen deutsche Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Noch deprimierender, das sie scheinbar eine stumme Mehrheit hinter sich haben. Es gibt wohl kaum bessere Gründe aus einem Land zu flüchten, als die von Mustaf Harun. Warum deswegen Geld eine Rolle spielen sollte, ihn bei uns aufzunehmen, müssen sie mir mal erklären.
    Aber vermutlich ist ihnen und ihren Lese-Empfehlfreunden die Einwanderungsproblematik Europas überhaupt nicht geläufig und insgeheim sogar egal. Es tut mir aufrichtig leid um sie und es ist sehr traurig, dass ein immer größer werdender Teil unserer Gesellschaft nicht mehr in der Lage zu sein scheint, Mitgefühl zu empfinden und Geld in ihren Herzen eine größere Rolle spielt als Humanität. Ich bin mir sehr sicher, Heiner Geißler würde das ähnlich sehen.

    Wir können die Probleme dieser Welt nicht auf deutschen Sozialämtern lösen.

    ...aber wie die meisten Menschen betet er doch eher indirekt das Geld an, als eine Gott der nächsten Liebe.

    Die Wahrheit ist unbequem. Aber Europa, die USA und ein paar andere Industrienationen sind direkt für die Armut und die politischen Zustände in anderen Ländern der Erde mitverantwortlich.
    Das geht bei den hohen Subventionen der eigenen Agra Industrie los, geht mit halb dubiosen, halb legalen Waffengeschäften weiter, die Ausbeutung von Rohstoffen tut ihr übriges und endet in der Außenpolitk die oft genug Diktaturen unterstütz, aus Geostrategischen überlegungen heraus.

    Wir geben unsummen für die Bankenrettung aus, aber für Menschen tun wir dies nicht.
    Mag in diesem Artikel auch das christliche Italien das Thema gewesen sein, bei uns in Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Wieviele Menschen leben hier geduldet, in Angst jederzeit ausgewiesen werden zu können.

    Dabei ist uns egal ob diese Menschen sich in die Gesellschaft integrieren wollen oder nicht. Selbst wenn sie es schon haben, Außländer sollen draußen bleiben.

    Die NPD hat hier viel bewegt. Auch wenn sie in Deutschland eine politische Randerscheinung ist, geht er einfluß bis weit in die Mitte unserer Gesellschaft, die für Einwanderung mehr Angst hat, als vor Klimawandel, Eurokriese und Co.

    Das konnte man zuletzt am besten an den hysterischen und hoch emotionalen Reaktionen (Kommentaren) erkennen, als Asylbewerber in Deutschland mehr Geld zum leben zugesprochen wurde.

    Christlich? Wir? Nie!

    MfG

    • kakoe
    • 04. Oktober 2013 22:50 Uhr

    Ich denke mittlerweile auch, dass in der Asylpolitik vieles daneben läuft. Aber eins steht mal fest: Dieser Mann war in Somalia an Leib und Leben akut bedroht und hat damit laut Grundgesetz ein Anrecht auf Asyl bei uns wie alle, die wegen ihrer politischen oder religiösen Überzeugung oder wegen Rasse/Herkunft verfolgt werden. Und das ist auch gut und richtig so.

    Es macht aus meiner Sicht weder Sinn noch ist es gerecht, dass Tausende von reinen Armutsflüchtlingen bei uns relativ problemlos Asyl bekommen, aber ein Mensch in so eindeutig lebensgefährlicher Lage nicht.

    Es ist auch nicht gerecht, dass schlaue und geldgierige Schlepper Menschen in Massen hierher locken, die die Voraussetzungen für die Gewährung von Asyl größtenteils gar nicht erfüllen, und dabei natürlich beachten, dass sie sich vorher in keinem anderen EU-Land gemeldet haben - und dass jemand, der aus nackter Verzweiflung unter Lebensgefahr aus seiner Heimat geflüchtet ist und dann in dem ersten Land (Italien) kaum überleben kann abgeschoben werden soll.

    All das entspricht einfach nicht unserem Grundgesetz.

  3. "Wenn man überleben will, muss man ein Nichts werden."

    Hmmm... wie war das noch gleich mit den unteilbaren Menschenrechten?

    Spätestens wenn man sich die aktuelle Situation vor dem Brandenburger Tor vergegenwärtigt, stellt man fest: Es gibt Rechte der Deutschen/Europäer, es gibt die Sonderrechte der Behörden und es gibt gar keine Rechte für Flüchtlinge.

    Wie lässt sich das mit einem modernen Rechtsstaat in Einklang bringen?

    Alleine der Umstand, dass Flüchtlingen in Deutschland, die durch einen Hungerstreik auf die verheerende Flüchtlingspolitik aufmerksam machen wollen, Schlafsäcke, Isomatten, ja sogar Regenschirme von der Polizei weggenommen werden, spricht Bände.

    Die Polizei entschuldigt ihr unmenschliches Vorgehen übrigens damit, dass sie ja nur Anweisungen befolgen würde.... dass man derlei Sätze in einem modernen Rechtsstaat hören muss, sollte aufhorchen lassen. Derlei hat man doch schon von der Großelterngeneration gehört. Hat man daraus denn gar nichts gelernt?

    Flüchtlinge sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, sie zu Schikanieren und Drangsalieren zeugt weder von Stärke oder gar Souveränität, sondern eher von einer innewohnen Grausamkeit.

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    Das ist übrigens das Prinzip, was Diktaturen so erfolgreich macht. Bürokratie, ausufernde Gesetze und Fußvolk, dass diese Gesetze auf die Straße bringt und niemand muss sich verantwortlich fühlen. Denn Schuld ist schließlich der Gesetzgeber. "Ich mach nur, was im Gesetz, der Verordnung steht." Das ist wunderbar. Ich kann Dinge tun, bei denen ich mich nicht wohlfühle, die ich nicht für richtig halte. Dinge, die ich lieber nicht tun wöllte. Und kann die ganze Schuld abwälzen.

    Vll. sollte man Verwaltungsvorschriften einfach mal mit mehr Spielräumen gestalten, sodass die Exekutive und deren Helfer auch mal Gutes tun dürfen. Oder einfacher: mal nichts schlechtes tun müssen.

  4. 4. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

    14 Leserempfehlungen
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    sollen Menschen den Ihrer Meinung nach nicht erhalten ?

    >> das Ayslrecht, Wohnung, medizinische Versorgung, Essen, Kleidung, Taschengeld usw unentgeltlich<<<<<

    Was möchten Sie streichen? Das Essen vielleicht ? Auf was würden Sie denn verzichten, wenn sie Flüchtling wären ?

    Und was für ein 'Entgeld' sollen diese Leute zahlen, die ja nicht arbeiten dürfen ?

    Mehreren Milliarden Menschen auf der Welt geht es dreckig. Ja sogar vielen in Europa selbst... und da unsere Ressourcen physisch begrenzt sind können wir auch nur wenigen Helfen. Und wir müssen stets bedenken das dass was wir anderen geben uns selbst und unseren Kindern FEHLEN wird.
    Diese Tatsachen mögen extrem grausam, kaltherzig und brutal sein aber mit 7-8 Milliarden Menschen auf einem Planeten der nur für 2-3 Milliarden geeignet ist sind solche Zustände auch nicht verwunderlich.
    Wir Menschen haben uns unser Elend selbst geschaffen und nun werden wir die Geister die wir riefen nicht mehr los...

  5. Autors ist super, schnell zu lesen und zu begreifen.

    Der Inhalt ist ein Einzelschiksal das mehr als bedauernswert ist.

    Allerdings kann er froh sein das er nicht heute in Italien angekommen ist-da das was die Medien über die Flüchtlinge dort aktuell berichten noch wesentlich schlimmer ist als das was er erlebt hat.

    Eine Leserempfehlung
  6. 6. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Pöbelei und bleiben Sie sachlich. Danke, die Redakttion/mo.

    Eine Leserempfehlung
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    Sehr geehrte Redaktion,

    wie Sie vielleicht wissen, bin ich gegen jede Form der Zensur.
    Warum aber lassen sie diese deutschenfeindliche Hetze von kayaoglu
    "Viva Italie Ihr Kartoffeln"
    stehen ? Wissen Sie nicht, was das heißt ???

  7. sollen Menschen den Ihrer Meinung nach nicht erhalten ?

    >> das Ayslrecht, Wohnung, medizinische Versorgung, Essen, Kleidung, Taschengeld usw unentgeltlich<<<<<

    Was möchten Sie streichen? Das Essen vielleicht ? Auf was würden Sie denn verzichten, wenn sie Flüchtling wären ?

    Und was für ein 'Entgeld' sollen diese Leute zahlen, die ja nicht arbeiten dürfen ?

    19 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    und Sie bitten zu ueberlegen, eine diese Familien bei sich zu Hause aufzunehmen um dem Staat zumindest diese Kosten zu ersparen.

    die der somalische Autor auch nicht auflösen will. Vielleicht gibt es Filmbeiträge für seine somalischen Mitbürger, die das Flüchtlingselend dokumentieren. Wenn nicht, dann lässt er diese ebenso in dem Glauben, sie würden hier sofort und unbesehen in den Frieden ziehen. Warum wissen so viele Menschen in Afrika nicht, wie es den Flüchtlingen hier wirklich geht? Es gibt eine Exil-Journalistengruppe, die die deutsche Geschichte erklärt - zeigt sie auch die Demonstration der Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor?
    Den Menschen wird eine Illusion vorgespielt. Die Schleuserbanden leben von dieser wolkigen Illusion.

    Das ist ein verdammtes Problem, ein ernsthaftes, es gibt dafür keine einfache Lösung. Weder ist es richtig, alle Flüchtlinge abzuweisen, die Grenzen dicht zu machen, aber richtig ist es meines Erachtens auch nicht, ihnen ein Paradies vorzugaukeln, alle bekämen jeden Tag die umfängliche Grundversorgung.
    Es ist ein Drama ohnegleichen. Furchtbar.

    • Ruth03
    • 30. Oktober 2012 19:34 Uhr

    Hm, solche Geschichten hören sich naürlich immer sehr traurig an. Trotzdem kann ich dabei nicht herauslesen, warum er geflohen ist uns unbedingt politisches Asyl bekommen soll. Somalia ist groß genug, um in einer anderen Stadt zu leben.

    Warum ist er eigentlich nicht in Hollang geblieben? Warum musste es unbedingt Deutschland sein? Warum wieder nur junge Männer? Werden nur die in islamischen Ländern verfolgt?

    27 Leserempfehlungen
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    >>Es läuft in den 22-Uhr-Nachrichten. Wenige Minuten später gehen die ersten Drohanrufe ein.<<

    >> Ein paar Monate später ermorden Unbekannte den Direktor seines Senders. Während des darauf folgenden Trauerzuges sterben mehrere Mitarbeiter des Medienunternehmens durch eine Bombe. Die Redaktion verwandelt sich in eine Festung, in der die Journalisten Tag und Nacht verbringen.<<

    • bmark
    • 30. Oktober 2012 20:10 Uhr

    "Warum wieder nur junge Männer? Werden nur die in islamischen Ländern verfolgt?"

    Der Grund dafür ist, dass junge Männer meistens die "stärksten" Mitglieder einer Gesellschaft sind. Sie können sich freier bewegen und haben nichts zu verlieren.

    • R. Rat
    • 30. Oktober 2012 20:42 Uhr

    ["Warum wieder nur junge Männer? Werden nur die in islamischen Ländern verfolgt?"]

    Die Flüchtlinge sind oft viele Monate unterwegs, und das unter größten Strapazen und Gefahren. Für alte und kranke Menschen ist diese Tortur gar nicht zu bewältigen; und wer als Frau in diesen krisengeschüttelten Ländern unterwegs ist, hat ohnehin keine guten Karten.

    • lxththf
    • 31. Oktober 2012 2:38 Uhr

    oder sind Sie sich dessen nicht bewußt?
    Der erste Satz entlarvt das Denken, nicht nur von Ihnen, sondern von sehr vielen Deutschen. Eine traurige Geschichte, aber die geht mich nichts an.
    Glücklich sind die, welche niemals die Schrecken eines Bürgerkrieges, Verfolgung, Hunger und Todesgefahr am eigenen Leibe spüren müssen und vielleicht sollten diese Glücklichen den weniger vom Glück verfolgten nicht so emotionslos gegenüberstehend.
    Und jetzt muss ich die Heizung anmachen, weil mir beim Lesen von einigen Kommentaren ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft.

    an einer antisozialen Persönlichkeitsstörung?
    Wer nach dem Lesen dieses Artikels nicht weiß oder nachvollziehen kann, warum der Mann Somalia verlassen hat, sollte sich untersuchen lassen!
    Bombenanschläge, Attentate, Drohungen etc. würde Sie sicher alles kalt lassen.

    Bei einem so eklatanten Fehlen von Empathie, da läuft mir nicht nur ein kalter Schauer den Rücken runter, da kommt mir gleich auch mein Frühstück wieder hoch.

    Bevor Sie hier irgendwelche wirklich beschämenden Kommentare in die Welt setzten, machen Sie sich BITTE mal Gedanken zum Thema oder lesen Sie den Artikel ein zweites und drittes Mal. Da schämt man sich ja schon fremd.

    Mfg

    K-F

    Wenn Sie Artikel auch nur halbwegs aufmerksam gelesen hätten, würden Sie diese Fragen nicht stellen müssen.
    Und dieser, Haruns Leidensweg ist nur einer von Tausenden.
    Gehen Sie noch einmal in sich und erfreuen Sie sich Ihres warmen Ofens in Ihrer -persönlich- (eis-)kalten Atmosphäre.
    Danke!

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  • Schlagworte Caritas | Italien | Abschiebung | Aufenthaltserlaubnis | Somalia | Arbeitskollege
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