Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson erneut einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Das Mitglied der Piusbruderschaft habe den Mord an Juden während der NS-Diktatur verharmlost, sagte ein Gerichtssprecher zur Begründung. Die Höhe der Geldstrafe nannte der Sprecher nicht, maximal könne sie sich aber auf 6.500 Euro belaufen. Sollte Williamson gegen den Strafbefehl Widerspruch einlegen, würde der Prozess gegen den 72-jährigen Briten neu aufgerollt.

Williamson hatte im November 2008 einem schwedischen Fernsehsender ein Interview gegeben und darin die Existenz von Gaskammern während der NS-Zeit bestritten. Williamson sagte damals: "Ich glaube, es gab keine Gaskammern." Und weiter: "Ich glaube nicht, dass sechs Millionen Juden in Deutschland vergast wurden." Das Interview wurde im Internet veröffentlicht.

Das Landgericht Regensburg verurteilte den Piusbruder daraufhin wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 6.500 Euro. In einem Revisionsverfahren im Februar kassierte das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg den Richterspruch allerdings wegen Verfahrensmängeln. Das OLG bemängelte, dass in dem Strafbefehl nicht erläutert werde, in welcher Weise und wo genau in Deutschland das Interview veröffentlicht wurde. Dies sei aber Voraussetzung für eine strafrechtliche Verfolgung. Der neue Strafbefehl wurde jetzt um diese Angaben ergänzt.