Holocaust-LeugnerGericht erlässt erneut Strafbefehl gegen Williamson

"Es gab keine Gaskammern" – trotz dieser Aussage kam der Bischof der Piusbrüder vor vier Jahren wegen eines Formfehlers um ein Urteil. Nun ist dieser behoben worden. von dpa

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson erneut einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Das Mitglied der Piusbruderschaft habe den Mord an Juden während der NS-Diktatur verharmlost, sagte ein Gerichtssprecher zur Begründung. Die Höhe der Geldstrafe nannte der Sprecher nicht, maximal könne sie sich aber auf 6.500 Euro belaufen. Sollte Williamson gegen den Strafbefehl Widerspruch einlegen, würde der Prozess gegen den 72-jährigen Briten neu aufgerollt.

Williamson hatte im November 2008 einem schwedischen Fernsehsender ein Interview gegeben und darin die Existenz von Gaskammern während der NS-Zeit bestritten. Williamson sagte damals: "Ich glaube, es gab keine Gaskammern." Und weiter: "Ich glaube nicht, dass sechs Millionen Juden in Deutschland vergast wurden." Das Interview wurde im Internet veröffentlicht.

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Das Landgericht Regensburg verurteilte den Piusbruder daraufhin wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 6.500 Euro. In einem Revisionsverfahren im Februar kassierte das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg den Richterspruch allerdings wegen Verfahrensmängeln. Das OLG bemängelte, dass in dem Strafbefehl nicht erläutert werde, in welcher Weise und wo genau in Deutschland das Interview veröffentlicht wurde. Dies sei aber Voraussetzung für eine strafrechtliche Verfolgung. Der neue Strafbefehl wurde jetzt um diese Angaben ergänzt.

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Leserkommentare
    • Clairy
    • 04. Oktober 2012 14:31 Uhr

    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Voltair

    9 Leserempfehlungen
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    Er hätte sein Leben zumindest nicht für Hitler eingesetzt, das ist klar. Sondern gegen ihn. Darum die Anklage im Falle Williamson - so jedenfalls erkläre ich mir das.

    • Cesna M
    • 04. Oktober 2012 15:28 Uhr

    @1:
    1. Ich kenne die obig erwähnte Fluggesellschaft nicht.
    2. Ich bin interessiert an Ihren Gedanken! Bitte delegieren Sie das Denken doch nicht einfach weiter!

    Ich persönlich werde mich nicht dafür einsetzen, dass jemand offensichtliche Unwahrheiten weiter sagen kann oder wie hier in einem öffentlichen Interview weiter in der Offentlichkeit weiter verbreiten kann.
    Es möge niemandem passieren, dass über ihn böse, verletzende oder entehrende Dinge verbreitet werden, die nicht wahr sind. Sowas tut sehr weh.

    ... das bestimmt auch geeignet wäre, um das Verteidigen rechtsextremer Propaganda und Geschichtsleugnung mit dem Mäntelchen der Freiheitsliebe zu behängen.

    Lasst euch eine andere Strategie einfallen.

    Sie haben den Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung schon verstanden?

  1. Ein katholischer Priester feiert das Abendmahl, die Eucharistie zusammen mit einem evangelsichen Pfarrer. Er wird umgehend suspendiert.

    Ein katholischer Bischof - Williamson - behauptet zu der Vernichtung der Juden, was er behauptet. Er bleibt weiter Bischof.

    Ich verstehe nicht, wie das sein kann.
    Es ist so eindeutig, wer hier menschnverachtend agiert.

    Eine Leserempfehlung
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    Herr Williamson ist weder Priester noch Bischof der röm.-katholischen Kirche. Das zu ihrer Frage nach einer eventuellen Bestrafung durch die Kirche, wobei Sie wohl kaum auf die Piusbruderschaft -deren Bischof er ist- anspielen wollen,oder?
    Falls doch, so muß ich Ihnen sagen, dass es bislang keinen Priester der Piusbruderschaft gab, der eine gemeinsame Eucharistiefeier mit einem evangelischen Pastor auch nur in Erwägung gezogen hätte!Der Vergleich hinkt also gewaltig!

    Auf unserer weiten Welt ist es in fast allen Ländern kein Verbrechen, den H. zu leugnen. Herr Williamson hat sich für das schwedische Fernsehen in englischer Sprache während eines Aufenthaltes in Deutschland zu dieser Frage geäußert. Er sagte es nicht in deutscher Sprache oder vor Deutschen.
    Wo da das Strafbare zu finden sein soll, erschließt sich mir daher grundsätzlich nicht.

    • fuqufk
    • 04. Oktober 2012 15:02 Uhr

    dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht.

    2 Leserempfehlungen
    • dachsus
    • 04. Oktober 2012 15:16 Uhr

    Wenn es kein Gesetz gegen Holocaust-Leugnung oder Volksverhetzung gäbe, bräuchten wir uns jetzt damit nicht zu befassen, und dieser Mann hätte nicht solch eine Plattform. Das es Idioten gibt die solche Dinge glauben oder sagen, da können wir gar nichts daran ändern.
    Wenn diese Leute allerdings keinen Stein hätten, an dem sie anstoß nehmen könnten, müssten wir sie zumindest auch nicht beachten - und billiger wäre das auch für alle.

    5 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Die Redaktion/ls

  2. Er hätte sein Leben zumindest nicht für Hitler eingesetzt, das ist klar. Sondern gegen ihn. Darum die Anklage im Falle Williamson - so jedenfalls erkläre ich mir das.

    Antwort auf "was zum Nachdenken"
    • Cesna M
    • 04. Oktober 2012 15:28 Uhr

    @1:
    1. Ich kenne die obig erwähnte Fluggesellschaft nicht.
    2. Ich bin interessiert an Ihren Gedanken! Bitte delegieren Sie das Denken doch nicht einfach weiter!

    Ich persönlich werde mich nicht dafür einsetzen, dass jemand offensichtliche Unwahrheiten weiter sagen kann oder wie hier in einem öffentlichen Interview weiter in der Offentlichkeit weiter verbreiten kann.
    Es möge niemandem passieren, dass über ihn böse, verletzende oder entehrende Dinge verbreitet werden, die nicht wahr sind. Sowas tut sehr weh.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "was zum Nachdenken"
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    VoltAir ist die erste Fluggesellschaft, die nur mit Strom, also ohne Kerosin fliegt! An Bord wird GoeTee serviert und natürlich auch ShakesBier getrunken. MollieAir ist da eher was für fettleibige Passagiere und ContrAir fliegt immer nur in die Gegenrichtung.
    So, damit wär das geklärt :-)

    ist nicht, deren Aussprechen unter Strafe zu stellen, sondern sie als solche erkennbar zu machen - das war es, was Voltaire sagen wollte

  3. 7. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf relativierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

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    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

  4. Herr Williamson ist weder Priester noch Bischof der röm.-katholischen Kirche. Das zu ihrer Frage nach einer eventuellen Bestrafung durch die Kirche, wobei Sie wohl kaum auf die Piusbruderschaft -deren Bischof er ist- anspielen wollen,oder?
    Falls doch, so muß ich Ihnen sagen, dass es bislang keinen Priester der Piusbruderschaft gab, der eine gemeinsame Eucharistiefeier mit einem evangelischen Pastor auch nur in Erwägung gezogen hätte!Der Vergleich hinkt also gewaltig!

    Auf unserer weiten Welt ist es in fast allen Ländern kein Verbrechen, den H. zu leugnen. Herr Williamson hat sich für das schwedische Fernsehen in englischer Sprache während eines Aufenthaltes in Deutschland zu dieser Frage geäußert. Er sagte es nicht in deutscher Sprache oder vor Deutschen.
    Wo da das Strafbare zu finden sein soll, erschließt sich mir daher grundsätzlich nicht.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie kann das sein?"
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    Da Sie dem Feingeist huldigen, mal ganz naiv dazwischengefragt: Hätte der Herr Williamson seine Behauptungen als lateinische Predigt von der Kanzel verkündet, wäre das nach Ihrer Diktion kein Fall von Volksverhetzung? Kann man einen derartigen Straftatbestand nur auf Deutsch schaffen?

    Und wie verhält es sich dann bei sog. „Hasspredigern“, die sich des Arabischen bedienen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Richard Williamson | Bischof | Euro | Geldstrafe | Internet | Landgericht
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