GriechenlandGeneralstreik in Athen begleitet von Gewalt

Brandsätze, Steine, Tränengas: Während des Generalstreiks in Griechenland ist es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. von afp und dpa

Demonstranten gingen bei Protesten in Athen mit Brandsätzen und Steinen auf die Polizei los.

Demonstranten gingen bei Protesten in Athen mit Brandsätzen und Steinen auf die Polizei los.  |  © John Kolesidis/Reuters

Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung ist es in Athen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Vor dem Parlamentsgebäude bewarfen Teilnehmer einer Kundgebung die Polizei mit Brandsätzen und Steinen. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas. Während der Proteste erlitt ein 65-jähriger Mann einen tödlichen Herzinfarkt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

25.000 Menschen hatten sich laut Polizeiangaben in der Innenstadt von Athen versammelt, um gegen die von den internationalen Geldgebern verlangte Sparpolitik zu protestieren.

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Die Gewerkschaften hatten zu dem Generalstreik aufgerufen. Es ist bereits der vierte in diesem Jahr . Erneut hat er das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Neben einem morgendlichen U-Bahn-Streik in Athen wurden auch Zug- und Fährverbindungen gestrichen. Taxifahrer streikten, zudem wurden Flüge annulliert. Auch in Thessaloniki gingen etwa 17.000 Menschen auf die Straße.

Bereits am Mittwoch hatten die Gewerkschaften Anwälte, Notare, Apotheker, Ärzte und Journalisten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Der Gewerkschaftsdachverband der Privatwirtschaft (GSEE) rief für Mitte November erneut zum Generalstreik auf.

Griechenland steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg und verhandelt mit den internationalen Gläubigern aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank über die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche aus dem 130-Milliarden-Euro-Rettungspaket.

Das Land muss dafür mindestens weitere 11,5 Milliarden Euro einsparen, was zusätzliche Einschnitte und Sozialkürzungen für die Bevölkerung bedeutet. Seit Monaten finden deswegen immer wieder Streiks statt.

Der Sparkurs sieht unter anderem eine Senkung des Mindestlohns, Kürzungen bei Renten und im Gesundheitsbereich sowie die Streichung von etwa 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst bis zum Jahresende vor. Die Gewerkschaften machen die Sparpolitik mitverantwortlich für die verheerende Rezession.

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Leserkommentare
  1. ... die Proteste aufteilen:
    Demonstrationen in den Hauptstätten der Geberländer mit der Forderung, mehr Geld zur Verfügung zu stellen.
    und in Griechenland für ... - was denn nun genau?

  2. die Proteste gemeinsam führen....Aber der Michel denkt ja an ihm geht das Übel vorbei.....

  3. statt gemeinsam für menschwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen zu kämpfen und die Banken,Besitzenden und deren Polititker zum Teufel zu jagen, lassen sie sich erneut gegeneinander aufhetzen und hoffen, dass sich die eigene Kriecherei auch weiterhin auszahlt.

    • hardius
    • 18. Oktober 2012 19:19 Uhr

    Hier werden Unmengen an Geld hineingepumpt, um in Banken zu versickern. Bei allen Befremdlichkeiten bei der griechischen Sozial- und Steuerpolitik, lachen sich irgendwelche Banken innerlich kaputt. Klar, daß die Menschen wütend sind. 11 millionen Menschen werden zur Spekulationsmasse einiger Abzocker,

    • illyst
    • 19. Oktober 2012 21:00 Uhr

    Schön auch dort zu streiken, wo man auch noch den letzten Rest an Tourismus zerstören kann. Ist ja nicht so das dann wieder weniger Steuern fließen und man schon wieder irgendwo kürzen wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sk
  • Schlagworte Bevölkerung | Gesundheitsministerium | Herzinfarkt | Mindestlohn | Polizei | Protest
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