Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung ist es in Athen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Vor dem Parlamentsgebäude bewarfen Teilnehmer einer Kundgebung die Polizei mit Brandsätzen und Steinen. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas. Während der Proteste erlitt ein 65-jähriger Mann einen tödlichen Herzinfarkt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

25.000 Menschen hatten sich laut Polizeiangaben in der Innenstadt von Athen versammelt, um gegen die von den internationalen Geldgebern verlangte Sparpolitik zu protestieren.

Die Gewerkschaften hatten zu dem Generalstreik aufgerufen. Es ist bereits der vierte in diesem Jahr . Erneut hat er das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Neben einem morgendlichen U-Bahn-Streik in Athen wurden auch Zug- und Fährverbindungen gestrichen. Taxifahrer streikten, zudem wurden Flüge annulliert. Auch in Thessaloniki gingen etwa 17.000 Menschen auf die Straße.

Bereits am Mittwoch hatten die Gewerkschaften Anwälte, Notare, Apotheker, Ärzte und Journalisten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Der Gewerkschaftsdachverband der Privatwirtschaft (GSEE) rief für Mitte November erneut zum Generalstreik auf.

Griechenland steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg und verhandelt mit den internationalen Gläubigern aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank über die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche aus dem 130-Milliarden-Euro-Rettungspaket.

Das Land muss dafür mindestens weitere 11,5 Milliarden Euro einsparen, was zusätzliche Einschnitte und Sozialkürzungen für die Bevölkerung bedeutet. Seit Monaten finden deswegen immer wieder Streiks statt.

Der Sparkurs sieht unter anderem eine Senkung des Mindestlohns, Kürzungen bei Renten und im Gesundheitsbereich sowie die Streichung von etwa 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst bis zum Jahresende vor. Die Gewerkschaften machen die Sparpolitik mitverantwortlich für die verheerende Rezession.