IranAls Atheist im Gottesstaat

Atheisten droht in Iran die Todesstrafe. Aber immer mehr Iraner bekennen sich zu ihrem Nichtglauben – wenn auch nicht öffentlich. von Marcus Latton

Den Tag, an dem Ali Ebrahimi* eingeschult wurde, bezeichnet er als den Beginn einer religiösen Gehirnwäsche. Koransuren, heroische Erzählungen über den Propheten Mohammed, rigorose Moralpredigten: In iranischen Lehrplänen nimmt der Islam viel Platz ein. Ebrahimis Eltern, säkulare Akademiker, hielten während der Islamischen Revolution 1979 loyal zum Schah-Regime. Sie schworen ihn früh darauf ein, vor seinen Lehrern keine Kritik an der Staatsreligion Islam zu äußern. "Erzähle ihnen das, was sie hören wollen", sagten sie ihm. Und vor allem: "Sag niemals, dass du nicht daran glaubst."

Ebrahimi glaubt auch heute nicht. Er zweifelt an den Weltreligionen und an politischen Ideologien ebenso wie an alternativmedizinischen Heilmethoden wie der Homöopathie und manchmal sogar an der Idee des Atheismus. "Es klingt ja beinahe wie Ironie, die Existenz eines Gottes zu bestreiten, der nicht existieren kann", sagt er. Er bezeichnet sich lieber als nicht gläubig denn als Atheist.

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Der hagere 26-Jährige ist Medizin-Student in Isfahan, nach Teheran die zweitgrößte Stadt in Iran. Gegen die religiösen Doktrinen der Schulzeit in Tabriz wirkte die elterliche Privatbibliothek als Korrektiv: Nach dem Unterricht las er unter anderem religionskritische Philosophen wie Nietzsche, Schopenhauer, Freud. Heute liest er unter anderem die Werke der atheistischen Publizisten Richard Dawkins und Christopher Hitchens – inzwischen allerdings gut versteckt als E-Books auf dem Kindle.

Denn so polemisch und offensiv wie Dawkins und Hitchens darf sich Ebrahimi in Iran zu seinem Nichtglauben nicht bekennen. Anders als die registrierten religiösen Minderheiten des Landes – Juden, Christen und Zoroastrier – werden Atheisten und Anhänger anderer Religionen wie die Bahai von der Islamischen Republik nicht anerkannt. Wer als Muslim erfasst ist und sich vom Glauben abwendet, dem droht nach dem in Iran geltenden Scharia-Recht die Todesstrafe wegen Apostasie, des Abfalls vom Islam.

Ein Atheist muss ein Doppelleben führen

Zwar sind nur wenige der bekannt gewordenen Todesurteile wegen Apostasie in den vergangenen zehn Jahren vollstreckt worden. Aber die Furcht auch vor anderen Repressalien zwingt Atheisten dazu, ihre wahren Überzeugungen zu verschweigen. So könnte ihnen der Staat unter anderem das Recht auf Sozialhilfe und die Aufnahme an einer Universität verweigern. "Du musst ein Doppelleben führen", sagt Ebrahimi. "In der Öffentlichkeit gibst du vor, Muslim zu sein, weil es die Gesellschaft von dir erwartet. Im Privaten und unter Freunden darfst du du selbst sein."

Shakek Mantegh* wollte deshalb einen Ort zum intellektuellen Austausch schaffen und gründete vor eineinhalb Jahren die Facebook-Seite Iranian Atheists & Agnostics. Er verlinkt regelmäßig Artikel zur Evolutionstheorie, philosophische Aufsätze und religionskritische Karikaturen. Dass mittlerweile über 27.000 User auf den Gefällt-mir-Button geklickt haben, hat den 34-jährigen Teheraner überrascht. Aus Angst vor Verfolgung nähmen viele Nutzer allerdings lieber mit Fake-Profilen an den Diskussionen auf der Seite teil. "Die Regierung diffamiert Agnostiker und Atheisten als anti-islamisch, als Satanisten und als Spione des Westens", sagt Mantegh. Aber er möchte seine Initiative nicht als Ausdruck von Islamhass verstanden wissen: "Wir haben nichts gegen religiöse Menschen und versuchen, mit ihnen in den Dialog zu kommen. Ein toleranter Muslim ist mir lieber als ein fanatischer Atheist."

Seine Beobachtung ist, dass sich die iranische Gesellschaft allmählich säkularisiert. "Wir befinden uns in einer Zeit, die man mit Europa während der Renaissance vergleichen kann", sagt Mantegh. Zwar hätten viele Iraner noch immer einen moderaten, von persisch-islamischer Folklore geprägten Glauben. Aber das klerikale Regime habe mit seinen strikten Verhaltensregeln bei vielen Menschen das Gegenteil einer tieffrommen Gesinnung erreicht, nämlich Ungläubigkeit.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag leisten möchten. Danke, die Redaktion/ls

  2. Ich würde mir wünschen, dass solche Artikel auch die anderen Länder erwähnen, in denen Atheismus zu Benachteiligungen führt. Dies ist nämlich auch in z.B. den Golfstaaten oder Ägypten so. Übrigens nicht nur dort. In den USA werden Atheisten in 6 Staaten per Verfassung von der Ausübung eines öffentlichen Amtes ausgeschlossen.

    http://en.wikipedia.org/w...

    Ich finde Artikel dieser Art die ein ernstes Problem ansprechen, aber dies lediglich auf ein Land wie den Iran beziehen, haben immer den faulen Beigeschmack der Meinungsmache.

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    ...haben Sie - natürlich nur aus Versehen - vergessen zu erwähnen. Apropos Meinungsmache...

    "In the United States, six state constitutions officially include religious tests that would effectively prevent atheists from holding public office, and in some cases being a juror/witness, though these have not generally been enforced since the early nineteenth century."

    • Bashu
    • 23. Oktober 2012 22:59 Uhr

    im Iran ist, trotz der Scharia und Kopftuchzwang, noch weitaus besser als etwa in Saudi-Arabien. Die Frauen stellen die Mehrzahl der Akademikerinnen, arbeiten als Taxifahrerinnen usw. In Saudi-Arabien DÜRFEN die Frauen nichtmal Autofahren.

    Was ich sagen will: Das iranische Regime unterdrückt sein eigenes Volk, aber das gilt für 90% der Staaten in der Welt, wir leben tatsächlich nur auf einer kleinen demokratischen Insel.

    Ja, es riecht ein bischen nach Stimmungsmache. Wenn Mitt Romney Präsident wird, geht's ja auch bald los...

    Es ist für mich auch unverständlich, dass die hiesigen Islamverbände nicht um ein gedeihliches Auskommen bemüht sind! Denn sonst hätten sie zu öffentlichen Protesten gegen die Fast-Ermordung des pakistanischen Mädchens aufrufen müssen, das nur wegen seines Engagements für den Bildungszugang von Mädchen fast gestorben wäre!

    • Joyce
    • 24. Oktober 2012 7:58 Uhr

    "Ich würde mir wünschen, dass solche Artikel auch die anderen Länder erwähnen, in denen Atheismus zu Benachteiligungen führ"

    Man darf doch auch mal Einzelberichte veröffentlichen. Würde in Artikel dieser Art immer auf alle Länder der Welt eingegangen, in denen Atheisten Probleme haben, würde man nie detailliert über die Situation in einem bestimmten Land erfahren.

    Wenn ich über die Probleme von Gruppe X in Land Y etwas lese, heißt das doch noch lange nicht, dass es über X an anderen Orten nichts zu berichten gäbe. Ich will doch auch mal Detailberichte und nicht immer nur grobe Überblicke.
    Von daher kann ich ihre Kritik an dem Artikel nicht nachvollziehen bzw. nur im Sinne eines "Das Thema ist mir so wichtig, deshalb beschwere ich mich bei diesem Artikel, der mir eigentlich gelegen kommt, dass nicht viel häufiger darüber brichtet wird" interpretieren.

    • dacapo
    • 26. Oktober 2012 16:24 Uhr

    Es hat immer wieder einen hohlen Beigeschmack, wenn über einem Land kritisch berichtet wird, dann aber darauf hingewiesen wird, dass es woanders ja auch nicht besser sein soll (wobei man schlecht Birnen mit Äpfeln kann, obwohl auch das immer wieder gemacht wird).

    Es wird ständig und von fast überall kritisch berichtet, wenn man's zur Kenntnis nehmen möchte, jetzt, in diesem Artikel handelt es sich aber um den religiösen Wahn im Iran.

    An einem anderen "Ort" kann man sich über andere Länder austauschen. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich ja mal den Spass erlauben und sich überlegen, wo man im Zweifelsfalle wohnen oder besser leben könnte.

    • dacapo
    • 22. Januar 2013 22:31 Uhr

    Aber wegen Atheismus zum Tode verurteilt wird dort nicht überall. Bisher kann man mit einem Todesurteil mit Sicherheit in Saudia und im Iran rechnen Benachteilungen in einem Pott zusammen mit einer Todesstrafe zu schmeißen ist schon ein bisschen streng (oder blind).

  3. 3. Es ist

    bedauernswert, dass ein Land wie der Iran, das so reich an Kultur ist und mit Kourosh dem Großen die ersten schriftlich festgehaltenen Menschenrechten vor über 2500 Jahren verkündete, nun unter einer islamischen Diktatur geführt wird. Sehr traurig!
    An die Redaktion: Der oberste Religionsführer ist Ali Khamenei, der zugleich auch der politische Führer des Landes ist. Chomenei war der Revolutionsführer und Gründer der Islamischen Republik bis 1989.

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    http://de.wikipedia.org/w...

    "Die Vereinten Nationen veröffentlichten 1971 in allen offiziellen UNO-Sprachen die Inschrift des Kyros-Edikts, wobei dieses auf Initiative der iranischen Regierung als „erste Charta der Menschenrechte“ bezeichnet wurde. Dies geschah ohne neutrale Prüfung des historischen Hintergrunds"

    Danke, ciao.

    • Bashu
    • 23. Oktober 2012 23:09 Uhr

    dass bei dämonisierenden Artikeln wie diesen die zugrundeliegende Geschichte ausgeklammert wird:

    Die Besatzung durch das kolonisierende Großbritannien, der CIA Coup, Installation der Schah-Diktatur und damit abwürgen einer in der Entstehung begriffenen Demokratie!

    Das sind die ursächlichen Ereignisse für die islamische Revolution. Das kann man alles selbst auf Wikipedia nachlesen, reiner Oberflächenjournalismus ...

  4. ... die Ihren Mitgliedern den Austritt verweigert???
    Aber hier für Religionsfreiheit demonstrieren, wobei doch ihre Religion garnicht frei ist bzw. frei macht.

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    • minhen
    • 23. Oktober 2012 13:02 Uhr

    Auch im Christentum versteht man keinen Spaß bei Religionsaustritten. Tritt man in Deutschland z. B. aus der katholischen Kirche aus, erfolgt sofort die Exkommunikation der jeweiligen Person. Zu früheren Zeiten hatte das ernste weltliche Folgen (z. B. die Reichsacht), nur heute zieht eine Exkommunikation keine weltlichen Folgen mehr nach sich. Dieses Verdienst muss man allerdings (wie so vieles, was viele Gläubige ihrer Religion zuschreiben) einer veränderten Gesellschaft anrechnen, nicht der Religion.

    • lxththf
    • 23. Oktober 2012 14:02 Uhr

    Haben Sie schonmal daran gedacht, dass Religion einfach nur politisch instrumentalisiert wird? Das die Strukturen der Religion sich perfekt zur Herrschaftsakzeptanz eignen? Das gab es Jahrhunderte lang auch in Europa.
    Die Kritik an der Religion an sich ist eigentlich leer. Darum geht es jedoch nicht. Es geht darum, dass es Strukturen gibt, die es ermöglichen Kontrolle über die Bevölkerung auszuüben. In diesem Beispiel also der Islam + das Schulsystem, in westlicheren Ländern eben der Kapitalismus und die Abhängigkeit der Menschen von Arbeit und Geld. Egal wie man es dreht. Freiheit ist eine Illusion

  5. Atheisten und Agnostiker sind weltweit in der Mehrheit. Religion hat weniger mit Gottglauben als vielmehr mit der Manipulation und Kontrolle der Massen zu tun. Gerade der Iran sollte uns Europäern ein warnendes Beispiel sein, wohin uns eine falsch verstandene Toleranz gegenüber extremen Strömungen führen kann. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, beinhaltet aber nur, das ich die Freiheit habe, zu dem Gott zu beten, zu dem ich wil. Religionsfreiheit beinhaltet aber nicht, meine Mitbürger bekehren zu wollen oder gar zu zwingen, an denselben Gott zu glauben.

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    "Gerade der Iran sollte uns Europäern ein warnendes Beispiel sein, wohin uns eine falsch verstandene Toleranz gegenüber extremen Strömungen führen kann."

    Das Argument verstehe ich nicht ganz. Im Iran gibt es keine "falsch verstandene Toleranz" - dort gibt es GAR KEINE Toleranz. Also wie sollte der Iran uns da als abschreckendes "falsch verstandener Toleranz" Beispiel dienen?

    Toleranz gegenüber Intoleranz erzeugt Intoleranz. Toleranz
    zu Glaubensgemeinschaften, die bei Partnerschaften ihren Glauben aufzwingen und ihren Mitgliedern drohen, falls sie sich lösen wollen, führt zu weiterer Intoleranz. Wenn dann ein Bundespräsident betont, diese Glaubenrichtung gehöre zu Deutschland, wird dieser Intoleranz Tüt und Tor geöffnet.
    Wenn wir akzeptieren, dass unsere Verfassung teilweise durch bei uns lebende Mitmenschen abgelehnt wird, haben wir verloren.

  6. Endlich!
    Ansonsten liest man ja nur darüber, dass im iranischen TV Hähnchen verboten werden http://www.sueddeutsche.d...

    Im Ernst: Der Iran hat die meisten Drogenabhängigen (klar, bei so viel Opiaten). Hinter ihren Wänden feiern die Iraner als gäbe es keinen Morgen mehr. Auf der Straße verhüllen sie sich, da ansonsten Strafen drohen. Die Iraner sind keineswegs wie Ahmadineshad das gern darstellt. Sieht man schon hieran:

    http://www.taz.de/!90156/

    Als 2009 die Demonstrationen niedergeknüppelt wurden, war ich fassungslos, dass das niemanden erschütterte. Aber klar, der Iran sitzt auf Öl. Wenn man schon die libysche und tunesiche Revolution unterstützt, wäre es ja fatal auch noch die Iranische zu unberstützen.

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    • minhen
    • 23. Oktober 2012 12:55 Uhr

    Also wieder die Geschichte mit dem Öl. Ich nehme an, dass es in Syrien auch jede Menge Öl gibt, schließlich gibt es keine militärische Unterstützung der Revolution durch den Westen dort? Und der Westen hat wohl ein Öl-Embargo gegen Iran durchgesetzt und importiert kein iranisches Öl mehr, weil der Westen für Öl alles tut, stimmt's? Oder ist diese ständige Öl-Logik doch eine Spur zu primitiv vereinfacht für die Realität?

  7. "Gerade der Iran sollte uns Europäern ein warnendes Beispiel sein, wohin uns eine falsch verstandene Toleranz gegenüber extremen Strömungen führen kann."

    Das Argument verstehe ich nicht ganz. Im Iran gibt es keine "falsch verstandene Toleranz" - dort gibt es GAR KEINE Toleranz. Also wie sollte der Iran uns da als abschreckendes "falsch verstandener Toleranz" Beispiel dienen?

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    Das Argument verstehe ich nicht ganz. Im Iran gibt es keine "falsch verstandene Toleranz" - dort gibt es GAR KEINE Toleranz

    Das stimmt nicht. Im Iran gibt es für manche Minderheiten gesetzlich verankerte Religionsfreiheit. So z.B. für die Juden. Aber leider gilt das nicht für alle Minderheiten.
    Trotzdem ist die Lage in z.B. Saudi-Arabien noch viel schlimmer. Dort ist z.B. das Christentum gesetzlich verboten.

    Die Einfuhr und der Druck nicht islamisch-sunnitischen religiösen Materials, wie z. B. Bibeln sind verboten.
    Es ist bei Strafe verboten, einen Gottesdienst zu feiern, eine Taufe oder eine Krankensalbung zu empfangen, sowie christliche Symbole (z. B. ein Kreuz, eine Bibel oder Ähnliches) mit sich zu führen. Kirchen, Synagogen oder andere nichtislamische Gebetshäuser gibt es nicht und ihre Errichtung ist verboten.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ganz einfach. Persien ist nicht immer unter der Knute des religiösen Regimes gestanden. Man hat diese religiösen Fanatiker aber viel zuviel Spielraum gelassen, der zum Sturz des Schahs geführt hat. Natürlich sind diese Moralapostel auf fruchtbaren Boden durch die Korruption und Unfähigkeit des Schahregimes getroffen . Sie selber sind heute aber um keinen Deut besser. Deswegen warne ich davor religösen Fanatikern mit Nachsicht zu begegnen. Verharmlosungen a la "die haben zumindestens noch Werte und eine Moral" sind gefährlich und Unfug. Die Moral von Religionen bezieht sich meistens auf die Kontrolle der Sexualität durch die Unterdrückung der Frau. Das habe ich gemeint, als ich von dem warnenden Beispiel Persiens geschrieben habe. Die Probleme der Bevölkerung sind seit dem Sturz des Schahs noch größer geworden. Zusätzlich sind neue Probleme durch den religiösen Fanatismus der Regierung dazugekommen. Religion als politische Führung hat bisher noch immer zur Verelendung der einfachen Leute geführt.

    und zu einem bestimmten zeitpunkt haben sie an der falschen stelle zu viel toleranz gezeigt, sonst würds da jetz nicht so aussehn.

  8. ...sowieso vor der Islamischen Eroberung 632 n. Chr. Siehe die Reiche der Achämeniden (Achä- wat?), Parther, Sassaniden.

    Der Islam führte hier anders als bei den Arabern damals nicht zu einer positiven Revolution. Nur richtig, dass sich viele Iraner primär als Iraner definieren und dann erst als schiitische Muslime.

    Und 1979, eine Wahl zwischen Pest und dem USA gestützten Schah, der über Jahre den Kontakt zum Volk verlor und schamlos seine Reichtümer zeigte

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    Die gesammte Revolution fiel ja auf die Zeit des Kalten Krieges, und mag auch sein das zu dieser Zeit die USA als stark Imperialistisch galt, dennoch musste niemals jemand hunger leiden, oder gar den Tod fürchten weil er an einen anderen oder gar keinen Gott glaubt.

    Viele Demokraten haben schon lange den Kontakt zum Volk verloren, wie etwa die gesammte Besatzung des Bundestages, dennoch käme keiner auf die Idee, die Demokratie zu stürzen (die 0,004% Neonazis und Stalinisten ausgenommen).

    Wir haben hier die möglichkeit des Ungehorsams subversiv oder konstruktiv, von Demonstration bis hin zur Steuerverweigerung, oder mein Favorit der Wahlboykott, das alles ist auch in den USA möglich und von der Verfassung gedeckt.

    Und da es im Kalten Krieg immer zwei Seiten gab, war auch die Sowjetunion nicht fern so unterstützten sie marxistisch-islamistische Gruppen (Religion ist Opium für das Volk, sagte das nicht einst Marx, sehr entgegengesetzte strömung), wie etwa die Volks-Muddschahedin oder Peykar.

    Aber kurz nach dem Sturz des Schahs wurden die "Freiheitskämpfer" von denen verboten die sie auf den Thron hoben,

    Aber zur Religion, der konfuzianische Gelehrte Mengzi sagt, wenn ein Führer ob weltlich oder geistig, nicht in der Lage ist sein Volk zu schützen, so hat das Volk das Recht ihn zu stürzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Richard Dawkins | Iran | Atheismus | E-Book | Homöopathie | Religion
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