Baden-WürttembergMehrere Polizisten waren Mitglied im Ku Klux Klan

Ein V-Mann hat ausgesagt, dass noch weitere Polizisten Anhänger des deutschen Ku Klux Klans waren. Das Innenministerium in Stuttgart hat entsprechende Hinweise bestätigt.

Anhänger des Ku Klux Klan

Anhänger des Ku Klux Klan

In Baden-Württemberg hatten nach Angaben eines V-Mannes mehr Polizisten Kontakt zu dem deutschen Ableger des rassistischen Geheimbunds Ku Klux Klan (KKK) als bisher bekannt war. Die Frankfurter Rundschau berichtet, der V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) habe noch drei weitere Polizisten genannt, die Verbindungen zu den European White Knights of the Ku Klux Klan hatten. Das Innenministerium in Stuttgart habe bestätigt, 2002 entsprechende Hinweise erhalten zu haben.

Bislang war bekannt, dass sich im Jahr 2001 zwei Beamte dem deutschen KKK-Ableger angeschlossen hatten. Die Informationen erhielt der Verfassungsschutz vor elf Jahren von dem V-Mann Corelli – ein Top-Informant in der rechtsextremen Szene. Laut den neu bekannt gewordenen Angaben soll unter den KKK-Anhängern auch eine Polizistin aus dem Stuttgarter Rauschgiftdezernat gewesen sein.

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Corelli war im September als Thomas R. enttarnt worden. Sein Name war in den Ermittlungen zu den NSU-Morden aufgetaucht. R. gehörte dem militanten Netzwerk Blood & Honour an, das Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mit Waffen und Geld unterstützt hatte. R.'s Name und seine Postfachnummer fanden sich in einer Adressenliste des mutmaßlichen NSU-Terroristen Mundlos.

Die zwei Polizisten, die bereits als Anhänger der European White Knights enttarnt worden sind, arbeiteten damals bei der Bereitschaftspolizei Böblingen, zu der auch Michèle Kiesewetter gehörte. Kiesewetter war im Jahr 2007 mutmaßlich von der Terrorgruppe NSU erschossen worden.

Die beiden Beamten arbeiten auch heute noch bei der Polizei und müssen keine Konsequenzen fürchten: Das baden-württembergische Innenministerium teilte im August mit, die Beamten hätten keine Straftaten begangen. 2005 seien sie bereits mit Rügen bedacht worden, heute sei eine lückenlose Aufklärung nicht mehr möglich.

"Auf Basis der Untersuchungsergebnisse der zwingenden Löschungsfristen und Verwertungsverbote des Disziplinarrechts sind weitere Maßnahmen gegen die Polizisten aus Rechtsgründen nicht möglich", sagte Innenminister Reinhold Gall. Er gehe von einem extremen Einzelfall aus und werde sicherstellen, dass disziplinarische Aufarbeitungen künftig zügig erfolgten und transparent gemacht würden.

Weiter heißt es in dem damals veröffentlichten Untersuchungsbericht des Ministeriums, das Material des BfV über die drei Beamten sei "nicht belegbar" gewesen.

Die European White Knights of Ku Klux Klan traten 1998 erstmals im Internet in Erscheinung. Von 2003 an konnte der Verfassungsschutz keine Aktivität der Mitglieder mehr feststellen.

 
Leserkommentare
  1. .. .was ist wirklich neu daran? Nur so kommen solche Taten wie der Fall Joury Alloh zustande. Kein Untersuchungsausschuß kann es schaffen, die Zusammenhänge völlig aufzudecken und die "Seilschaften" zu zerschlagen.

    3 Leserempfehlungen
  2. Mir scheint es gab einen Club für fünf Jahre, der es nicht geschafft hat sich zu organisieren, weiße Kutten gebastelt hat und ein bisschen rechte Parolen gepöbelt hat....
    Zwei rechte Polizisten waren dabei, haben ein bisschen mitgepöbelt und wurden dafür von Ihrem Vorgesetzten gerügt.

    Habe ich den Artikel richtig verstanden?

    War da mehr dahinter?

    Eine Leserempfehlung
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    "...
    War da mehr dahinter?"

    Laut BfV nicht.

    Diesem dürfen Sie übrigens uneingeschränkt Glauben schenken, wenn Sie die letzten Monate/ Jahre keine Nachrichten gehört, gesehen oder gelesen haben.

    Um "Uxmal" zu zitieren:
    Alles in Ordnung, bitte gehen Sie weiter.

    "...
    War da mehr dahinter?"

    Laut BfV nicht.

    Diesem dürfen Sie übrigens uneingeschränkt Glauben schenken, wenn Sie die letzten Monate/ Jahre keine Nachrichten gehört, gesehen oder gelesen haben.

    Um "Uxmal" zu zitieren:
    Alles in Ordnung, bitte gehen Sie weiter.

    • Uxmal
    • 16.10.2012 um 15:30 Uhr

    "Von 2003 an konnte der Verfassungsschutz keine Aktivität der Mitglieder mehr feststellen."

    Na dann bin ich ja beruhigt, wenn unser toller Verfassungsschutz das sagt ;)

    13 Leserempfehlungen
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    in die deutsche Polizei.

    Ich möchte hier nicht als "Mitbürger mit Migrationshintergrund rumlaufen.

    in die deutsche Polizei.

    Ich möchte hier nicht als "Mitbürger mit Migrationshintergrund rumlaufen.

  3. "...
    War da mehr dahinter?"

    Laut BfV nicht.

    Diesem dürfen Sie übrigens uneingeschränkt Glauben schenken, wenn Sie die letzten Monate/ Jahre keine Nachrichten gehört, gesehen oder gelesen haben.

    Um "Uxmal" zu zitieren:
    Alles in Ordnung, bitte gehen Sie weiter.

    4 Leserempfehlungen
  4. "Die beiden Beamten arbeiten auch heute noch bei der Polizei und müssen keine Konsequenzen fürchten."

    Natürlich nicht. Wer sich für den Öffentlichen Dienst bewirbt und auch nur leicht durchsickern lässt, dass er für die Linke Symphatien hegt, kann gleich wieder gehen. Aber wenn es der politische Gegenpol ist - mein Gott, wen juckts.
    Deutschland ist im Kern halt immer noch zumindest beige.

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  5. Was ne geniale Idee. Amerikanische Filme geschaut, ein paar Freaks gleicher Gesinnung gefunden, Hütchen gebastelt ... und jetzt? Öffentliche Auftritte gabs nur an Halloween, den Rest vom Jahr saßen sie irgendwo zusammen und diskutierten mit Hütchen auf dem Kopf, was sie schlimmes anstellen können.
    Zu den zwei Augenlöchern gabs bestimmt noch ein drittes, ein Loch für die Bierflasche.

  6. Meine Güte Respekt. Was kann man sich als Beamte alles erlauben.....

    Nun ja, ich habe es hier im Forum schon mal geschrieben, die BW-Polizei samt Staatsanwaltschaft agieren gelinde geschrieben bedenklich oft recht "eigenartig", zumindest sehr unglücklich. Man erinnere nur an den Fall der Ermittlungen Harry Wörz, die jahrelange Suche nach dem Wattestäbchen-Phantom, die recht einseitige Vorgehensweise bei Kachelmann, die Ermittlung beim Heidenheimer Mordfall Bögel und nicht zuletzt der ruhmreiche Einsatz bei S21.

    Da hat man als unbescholtener BW-Bürger, doch ein ungutes Gefühl, falls man mal alleine ohne Zeugen auf solche Beamte trifft. Da ist manchmal zu viel "Obrigkeit" wie vor 1848, und ich bin nun wirklich kein revolutionärer Badener. Aber im Zweifel, wenn es mal wirklich dumm läuft, ist man fast "rechtlos" ausgeliefert, Ich kann mir jedenfalls keine teuren Anwälte wie Kachelmann leisten.

    Was mich besonders nervt ist der teilweise überhebliche, sehr belehrende Ton in manchen Behörden, und sei es wegen Kleinigkeiten, wie z.B. einer Passverlängerung nachdem man Stunden im Amt warten durfte. Der Ton mmacht die Musik, und der ist manchgmal diamtreal entgegengesezt zu den bunten Broschüren der sog. modernen Verwaltung in BW. Aber gut, nicht alle Beamte haben hier Defizte, aber jeder ist eben einer zuviel.

    Für mehr Respekt der Bürgerrechte in BW und zwar auch für nicht-verbeamtete Bürger und Steuerzahler.

    2 Leserempfehlungen
  7. Muss ich mir echt auf der Zunge zergehen lassen.
    Meldung ans Innenministerium 2002, Rückmeldung 2012, wir können nichts mehr machen ist zu lange her, Daten sind gelöscht.

    Auch schön dieses: "es ist ein extremer Einzelfall", was bitte Herr Innenminister Gall, ist denn das schon wieder für eine sinnfreie Wortkreation.

    "Extremer Einzelfall", ist das so was wie ein "einzelner Einzelfall" ohne "brutalst-mögliche Aufklärung" ?

    Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus und die Herren wundern sich, das sie nicht mehr Ernst genommen werden.

    Kukluxklan "scheint" in der BawüPolTruppe als Betriebssportverein durchzugehen.
    Glücklicherweise haben die Herren "Polizeivollzugsbeamten" sich rechtzeitig wieder zur "Demokratischen Grundordnung" bekannt, also alles in Butter.

    Und schließlich haben die Beamten ja auch keine Straftaten getätigt und sind "unschuldig".
    (Der KKK ist doch bekannt für das "friedfertige Miteinander" und die "Grillfeste zur Völkerverständigung")

    Kleiner Tipp an die Ruderin Frau Drygalla, bewerben sie sich bei der Bawü-Truppe, die sehen das "scheinbar" nicht so eng mit dem Fremdenhass, ich "könnte" fast "glauben" es ist Einstellungsvoraussetzung.

    Es ist wirklich zum heulen, der "Diensteid" wird immer weniger "geachtet" !

    7 Leserempfehlungen
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    "Kukluxklan "scheint" in der BawüPolTruppe als Betriebssportverein durchzugehen."

    Da musste ich lachen. :-D

    Habe selber nach einem Vergleich gesucht, aber der von Ihnen ist sehr passen. ^^

    "Kukluxklan "scheint" in der BawüPolTruppe als Betriebssportverein durchzugehen."

    Da musste ich lachen. :-D

    Habe selber nach einem Vergleich gesucht, aber der von Ihnen ist sehr passen. ^^

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