Kameradschaftskontakte : Bundeswehroffizier in Afghanistan angeblich rechtsextrem

Am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist offenbar ein Hauptmann mit brauner Gesinnung beteiligt. Er soll in Deutschland an Neonazi-Treffen teilgenommen haben.

In Afghanistan dient laut einem Medienbericht ein Bundeswehroffizier, den deutsche Sicherheitsbehörden als rechtsextrem einstufen. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) sei inzwischen in dem Fall des Hauptmanns Michael L. aus Nordhessen aktiv geworden, berichtete der Stern .

Der Soldat soll bereits 2008 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der NPD gestellt haben. Der Stern zitierte aus einem Ablehnungsschreiben der Partei. Außerdem habe L. an Treffen des Freien Widerstands Kassel teilgenommen, einer Neonazi-Kameradschaft, die der hessische Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet.

Das Verteidigungsministerium wollte sich mit Verweis auf den Datenschutz nicht zu dem Fall äußern.

Das Soldatengesetz sieht vor, dass niemand für die Bundeswehr arbeiten darf, der nicht "jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt". Für die Einhaltung dieses Grundsatzes und die Überprüfung der Soldaten ist der MAD zuständig.

Im Fall von L. versagten die Kontrollmechanismen offenbar. Noch in den neunziger Jahren gingen Verfassungsschützer davon aus, die extreme Rechte könnte gezielt Spezialeinheiten von Bundeswehr und Polizei unterwandern, um sich im Kämpfen und Schießen ausbilden zu lassen.

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