UtopienEine Welt ohne E-Mails

SMS, Chats, Mails: Kommunikation ist anstrengend und nervig. Wie kommunizieren wir in Zukunft? Die Forscherin Gesche Joost berichtet aus dem Jahr 2040. von 

Manch einen graust es, wenn er an die Kommunikation in der Zukunft denkt: Wird man noch mehr Mails bekommen? Wird man noch häufiger in seiner eigentlichen Arbeit unterbrochen werden? Wird man überhaupt noch einen Gedanken zu Ende denken können? Schon heute geraten wir oft an die Grenzen: Wir bekommen Hunderte Nachrichten am Tag, jede einzelne erfordert – zumindest kurz – unsere Aufmerksamkeit und eine Entscheidung: Antworten? Bis wann? Und was?

Kommunikation scheint bisweilen ein Selbstzweck zu sein. Wir kommunizieren, um der Kommunikation Herr zu werden.

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Und in der Zukunft? Wir haben mit Gesche Joost darüber gesprochen. Die Professorin, die am Telekom-Forschungslabor T-Labs über die Zukunft der Kommunikation forscht, hat eine Vision: Künftig, sagt sie, werden die Menschen mit anderen Sinnen kommunizieren als heute. Mit der Haut, beispielsweise. Kommunikation wird fühlbar sein, wir müssen nicht mehr auf ein Display schauen, um zu wissen, was los ist.

Utopien: Eine Video-Serie

Wie könnte, wie sollte unsere Gesellschaft in 40 Jahren aussehen, wenn die Utopien einer besseren Welt Wirklichkeit würden? Wissenschaftler, Unternehmer, Denker schildern ihre Utopie für die nächste Generation in einer Video-Serie.

Weitere Folgen

Harald Welzer: Eine Welt ohne Wachstum

Gesche Joost: Die Kommunikation nach der E-Mail

Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!

Wolfgang Gründinger: Mehr Einfluss für die junge Generation

Greta Taubert: Alles wird geteilt

Jean Ziegler: Der Aufstand des Gewissens

Hannah Fry: Mathe macht das Leben besser

Gesche Joosts Vision ist eine Utopie. Ob und wie sie in die Realität umgesetzt werden wird, wissen wir nicht. Doch darum geht es in dieser Serie nicht. Hier wollen wir uns der Utopie an sich widmen. In loser Folge wird ZEIT ONLINE Wissenschaftler, Unternehmer, Denker zu Wort kommen lassen, die nicht nur eine Utopie formulieren, sondern eine Zukunft beschreiben, in der diese Utopie Realität geworden ist.

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Leserkommentare
  1. Ganz interessant sich das mal anzuhören, aber wie wir ja aus der Vergangenheit wissen, sind selbst die klügsten Kopfe immer grandios daran gescheitert, die Technologie der Zukunft vorrauszusagen. Und wenn wir an die Wissenszunahme denken, die ja bekanntlich exponentiell verläuft, wird schnell klar wie unmöglich Vorraussagungen sind. Mag man sich nurmal alte Star Trek Filme ansehen, dort konnte man sich nicht einmal vorstellen, dass die Bildschirme der Zukunft groß und eckig seien werden (anstatt kleine Röhren).

  2. Interessant zu beobachten, wie digitale Demenz des Informationszeitalters in Halluzinationen umgeschlagen sind und es niemand bemerkt, was typisch ist für diese Krankheit. Man hatte dieses Phänomen ja schon kommen sehen, das sich täglich in der Politik als unlösbare reale Probleme offenbart. Stattdessen aufzuwachen werden Fachleute wie Spitzer denunziert. Eine Utopie wäre, wenn Menschen mit ihrer Haut kommunizieren wie seit Millionen Jahren...

    • 21trr42
    • 12. Oktober 2012 9:44 Uhr

    ich bin Online der ersten Stunde und immer wieder am Schmunzeln, was da so ein Zukunftsszenarien erdacht wurde und wird. Papierloses Büro, Ende des Buches, Edutainment in der Schule statt Lehrer an der Tafel oder der Kühlschrank, der RFTD-Chips der Produkte auslesen kann, die in ihm lagern und dann selber Milch nachbestellt.

    Und jetzt Kommunikation über die Haut. Naja. Sensoren in Kleidung, das war vor 10 Jahren auch schon mal in der Diskussion. Jetzt heisst es Internet of Things etc. bla bla.

    Ich glaube, auch in 30 Jahren wird des noch zeitungen geben, Bücher, Lehrer und keine Schnittstelle zwischen Facebook und meiner Hautoberfläche.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist doch wohl, dass die meisten von den heutigen Gegebenheiten ausgehen und die Möglichkeit technischer Sprunginnovationen außer acht lassen. Diese lassen sich aber nun einmal nicht prognostizieren, weil sie quasi aus dem Nichts kommen, wie zB das Internet. Aber auch die Nutzungsmöglichkeiten innerhalb eines existierenden Mediums oä sind meist völlig offen, wie zB die Explosion der Social Media zeigt. Vor gut 100 Jahren wurde von einem "Experten" dem Auto nur ein begrenztes Wachstum vorausgesagt, da es an Chauffeuren mangeln würde.

  3. lagen die gar nicht. Und auch Orwells Utopie von der totalen Überwachung ist heute ohne weiteres bei geringen Kosten (Internet hat schon jeder, fehlen nur die Webcams in jedem Zimmer) möglich.

    Antwort auf "guck star trek"
  4. ist doch wohl, dass die meisten von den heutigen Gegebenheiten ausgehen und die Möglichkeit technischer Sprunginnovationen außer acht lassen. Diese lassen sich aber nun einmal nicht prognostizieren, weil sie quasi aus dem Nichts kommen, wie zB das Internet. Aber auch die Nutzungsmöglichkeiten innerhalb eines existierenden Mediums oä sind meist völlig offen, wie zB die Explosion der Social Media zeigt. Vor gut 100 Jahren wurde von einem "Experten" dem Auto nur ein begrenztes Wachstum vorausgesagt, da es an Chauffeuren mangeln würde.

    Antwort auf "Lustig, das alles"
    • eculeus
    • 12. Oktober 2012 19:40 Uhr

    Jedenfalls mich hat es inspiriert und ich "spinnte" gleich mal weiter. Einen Durchbruch hätte es im Flirt-Markt. Männer die sich coole Sprüche einfallen müssen wären per se. Bei Gefallen stellt man Hautkontakt her und "fühlt" den anderen. Was Worte nicht beschreiben können, kann man nun erfühlen.

    Fallbeispiel 2:

    Pädagogik. Wenn man erfühlen könnte welcher Lerntyp der Schüler ist, wird das die Schule revolutionieren.

    Fallbeispiel 3:

    Bei Streitereien zwischen Paaren. Worüber man(n) nicht reden kann. Kann Frau erfühlen welche Gründe es für den Emotionsaussbruch gab. (Oder anders rum)

    Ja wir werden uns Chips einbauen lassen. Weil wir daran einen Vorteil sehen. Es gab eine Studie, in der viele Senioren einen Chip einbauen lassen würden, wenn dieser Chip einen Notruf ans Krankenhaus sendet.

    Viele hätten einen Chip, wenn dieser im Verstand an Google angeschlossen wäre.

    Die Frage wird dann sein. Was macht uns zu einem Menschen ?
    Wir werden feststellen das der Mensch nicht der Körper ist. Er ist die Seele, die einen Körper hat. Wenn sich der Mensch evolutioniert wird er maschinelle Teile in sich haben.

    Ausserdem breche ich eine Lanze für die Soziologen. Wenn Sie es nicht tun , sollen es dann Ökonomen machen? Oder gar Mathematiker? Weshalb muss es eine "fundierte Wissenschaft sein" Der Verstand ist NICHT kreativ. Das kreative kommt aus der Inneren Ruhe heraus.

    • eculeus
    • 12. Oktober 2012 19:41 Uhr

    Arthur Schopenhauer sagte dazu:

    Eine neue Idee wird in der ersten Phase belächelt,
    in der zweiten Phase bekämpft,
    in der dritten Phase waren alle immer schon begeistert von ihr.

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  • Serie Utopien
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Gesche Joost | Kommunikation | Arbeit | Wissenschaft
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