Heroin-NachschubAnbau von Schlafmohn in Afghanistan steigt enorm

Opium finanziert die Taliban und treibt die Korruption in Afghanistan an. Der Anbau seines Rohstoffs Schlafmohn ist dort nun um fast 20 Prozent gestiegen. von dpa

In Afghanistan hat die Anbaufläche für Schlafmohn weiter erheblich zugenommen. Im Vergleich zu 2011 sei die Fläche um 18 Prozent auf 154.000 Hektar gewachsen, teilte das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit.

Die Produktion von Opium aus Schlafmohn nahm laut dem UNODC-Afghanistan-Jahresbericht im gleichen Zeitraum allerdings wegen Pflanzenkrankheiten und schlechten Wetters von 5.800 Tonnen auf 3.700 Tonnen ab. Sie liegt damit nur knapp über dem Stand von 2010. Aus Rohopium wird Heroin hergestellt. Afghanistan ist weltweit mit Abstand der größte Drogenproduzent .

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Knapp die Hälfte der Anbaufläche für Schlafmohn liegt laut dem Bericht in der Provinz Helmand, einer Taliban-Hochburg. Die Taliban finanzieren ihren Aufstand unter anderem durch Drogengeschäfte. Der Verkauf treibt nach Ansicht von Experten außerdem die Korruption in der islamischen Republik an.

Laut UNODC erzielten afghanische Bauern mit 196 Dollar (153 Euro) pro Kilo Rohopium 2012 weiterhin einen relativ hohen Preis. Dadurch sei die Versuchung groß, den Anbau von Schlafmohn zu intensivieren, hieß es. Wegen der schlechten Ernte sei das Einkommen der Bauern in diesem Jahr pro Hektar Anbaufläche allerdings von 10.700 Dollar auf 4.600 Dollar gefallen. Der Wert des in Afghanistan hergestellten Rohopiums fiel in der Folge ebenfalls um etwa die Hälfte auf 700 Millionen Dollar.

Dem Bericht zufolge hatten Sicherheitskräfte im Jahr 2012 insgesamt 9.600 Hektar Anbaufläche vernichtet, zweieinhalbmal so viel wie 2011.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tok
  • Schlagworte Afghanistan | Dollar | Einkommen | Ernte | Heroin | Korruption
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