Der mutmaßliche WikiLeaks-Informat Bradley Manning hat vor seinem Prozess vor einem Militärgericht angeboten, gegen Strafnachlass die Weitergabe von geheimen Daten zu gestehen. Offen ist, ob Richterin Denise Lind das Angebot annimmt.

Dem Obergefreiten der US-Streitkräfte soll vom 4. Februar an auf dem Stützpunkt Fort Meade im US-Staat Maryland der Prozess gemacht werden. Manning droht lebenslange Haft. Dem 24-Jährigen werden neben Geheimnisverrat auch Verstöße gegen Spionage- und Computergesetze sowie "Unterstützung des Feindes" vorgeworfen . Diese Punkte will er nicht gestehen.

Manning sitzt seit Mai 2010 in Sicherheitsverwahrung. Er soll Hunderttausende vertrauliche Unterlagen, darunter Botschaftsdepeschen und das Video eines Kampfhubschraubereinsatzes, an WikiLeaks weitergeleitet haben, was die US-Regierung als Gefahr für die nationale Sicherheit betrachtet.

Armee bestraft Navy Seals

Unterdessen sind sieben Mitglieder der Marine-Spezialeinheit Navy Seals wegen der Weitergabe von geheimen Informationen mit einer Rüge und dem Entzug von zwei Monatsgehältern bestraft worden. Ähnliche Vorwürfe gegen vier weitere Seals würden derzeit untersucht, teilten die US-Streitkräfte mit. Sie sollen wie die bereits bestraften Soldaten, von denen einer an der Tötung von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden beteiligt war, einen Hersteller von Computerspielen mit vertraulichen Informationen versorgt haben.

Garry Bonelli, Vizekommandeur der Marine-Spezialeinheiten, bezeichnete die Strafen "als klare Botschaft an unsere Streitkräfte, dass wir jetzt und in Zukunft an einem hohen Standard von Verantwortbarkeit festhalten werden". Die internen Sanktionen verwehren den Betroffenen weitere Karrieremöglichkeiten.

Unter dem Pseudonym Mark Owen hatte ein Ex-Mitglied der Seals im September ein Buch über die Tötung Bin Ladens veröffentlicht. Das Pentagon will ihn dafür gerichtlich bestraft sehen.