Die vor dem Brandenburger Tor in Berlin protestierenden Asylbewerber wollen mindestens bis zum 15. November dort bleiben. Ziel der 18 Asylsuchenden und ihrer Unterstützer auf dem Pariser Platz ist es, den Druck auf die Politik zu erhöhen. Ursprünglich war geplant, Mahnwache und Hungerstreik am heutigen Montag zu beenden.

Die Flüchtlinge protestieren seit etwa zwei Wochen vor dem Wahrzeichen der Hauptstadt und fordern bessere Bedingungen für Asylbewerber in Deutschland. Es geht ihnen vor allem um Bewegungsfreiheit. Wegen der sogenannten Residenzpflicht dürfen Asylbewerber ihre Landkreise oft nicht verlassen.

Im September waren deshalb 20 Demonstranten in Würzburg zu dem Protestmarsch in die Hauptstadt aufgebrochen. 28 Tage und fast 600 Kilometer waren sie unterwegs. Im Laufe des Marsches schlossen sich weitere Asylbewerber und Sympathisanten an.

Gespräch am 15. November

In Berlin gerieten die Flüchtlinge regelmäßig in Konflikt mit der Versammlungsbehörde, die das Mitbringen von Schlafsäcken oder ähnlichen Utensilien nicht gestattete . Mehrfach rückte die Polizei an, um unerlaubte Gegenstände mitzunehmen. Unterstützer der Asylbewerber kritisierten das.

Die Integrationsbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer ( CDU ), sagte, bis 15. November müsse klar sein, wann es ein Gespräch zwischen den Flüchtlingen und Abgeordneten der Bundestagsfraktionen geben wird.

"Unsere Gespräche sollen nicht abreißen", sagte einer der Flüchtlinge. Er forderte eine menschlichere Behandlung der Gruppe. Die Demonstranten hoffen zudem darauf, dass ihr Protestmarsch keine strafrechtlichen Folgen hat. Wir wissen, dass wir ein Gesetz gebrochen haben", sagte der Flüchtling, der als Sprecher der Gruppe fungiert.