Wirbelsturm SandyNew York rationiert Benzin

Hunderttausende entlang der amerikanischen Ostküste sind nach Wirbel- und Schneesturm ohne Strom. Erstmals seit den 1970ern muss in New York das Benzin rationiert werden. von dpa

Eine Tankstelle in Toms River, New Jersey

Eine Tankstelle in Toms River, New Jersey  |  © Mark Wilson/Getty Images

Die Auswirkungen von Hurrikan Sandy und des anschließenden Schneesturms sind noch immer an der Ostküste der USA zu spüren. Mehr als 600.000 Haushalte seien nach wie vor ohne Strom, berichtete der Nachrichtensender CNN . Betroffen sind vor allem New York und New Jersey.

Ein großes Problem ist in New York City zudem die Benzinknappheit . Erstmals seit den 1970er Jahren soll der Kraftstoff deshalb in der Millionenmetropole von Freitag an für Privatleute rationiert werden. Bis auf Weiteres dürfen auf Anordnung von Bürgermeister Michael Bloomberg im täglichen Wechsel nur Autos mit einer geraden beziehungsweise ungeraden Zahl auf dem Nummernschild tanken.

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Die Polizei stellte Beamte ab, die die Einhaltung der Regelung an den Tankstellen überwachen sollen. "Das ist dafür gedacht, dass jeder eine faire Chance hat, damit die Schlangen nicht so erdrückend sind und wir das überstehen", sagte Bloomberg.

In der Stadt ist nach Angaben des Bürgermeisters nur etwa ein Viertel der rund 800 Tankstellen geöffnet. Ohne Strom lassen sich die Zapfsäulen nicht bedienen. Der Wirbelsturm hatte aber auch Raffinerien sowie das Vertriebsnetz beschädigt. Autofahrer müssen stundenlang vor den Tankstellen Schlange stehen.

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Leserkommentare
    • Chrisma
    • 09. November 2012 10:45 Uhr

    Wie wäre es, die Gelegenheit zum Umdenken zu nutzen? Zum Beispiel auf das Rad umzusteigen oder zu Fuß zu gehen!? Gerade in Städten sind ja die Wege oft nicht die längsten, aber mit dem Auto dank Rushhour und Staus wesentlich länger als mit einer umweltfreundlicheren Alternative. Aber halt! Wir reden von den USA... So, keep it rollin'!

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    • TDU
    • 09. November 2012 12:56 Uhr

    Was man alles tun muss, wenn man Ami ist. Zu Fuss gehen trotz 30 Min. pro drei Häuserblocks, Pendeln zu Fuss, der Arbeitgeber darf nichts sagen wegen Haiti und Arbeitsausfälle spielen deswegen auch keine Rolle. (Also bitte zu Fuss von Köln nach Düsseldorf beim nächsten Streik). Und 1.100 km Küstenlinie wären auch zu schützen. Also bitte schnellstens einen Damm von Hamburg bis Südfrankreich.

  1. Mein Mitgefühl gilt den einfachen, "unbedeutenden", armen Menschen in den USA, die - wie auch schon in New Orleans - vom reichsten und mächtigsten Staat der Erde allein gelassen werden. Aber auch denen in der Karibik, die ebenfalls von Sandy heimgesucht wurden und nicht nur kein Benzin mehr haben.

    Trotzdem oder gerade deswegen folgende Fragen: Warum existieren in den USA offensichtlich keine ausreichenden Küstenschutzeinrichtungen, Dämme, Infrastrukturmassnahmen etc? Sind Hurricanes ein so unverhersehbares Wetterphänomen an der US-Ostküste? Unverhersehbarer als Sturmfluten an der Nordseeküste? Warum tun die USA seit Jahrzehnten hier deutlich zu wenig? Zu wenig Roland Emmerich geguckt? Oder alles schon in den Militäretat versenkt?

    3 Leserempfehlungen
  2. breitet sich die Cholera aus. Aber wen juckt das schon?

    Oh, in New York wird das Benzin rationiert.

    4 Leserempfehlungen
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    • dehesa
    • 09. November 2012 11:15 Uhr

    ...Benzin rationiert. Sind das wirkliche Probleme? Luxusprobleme der 1. Welt, ich könnte heulen...

    • dehesa
    • 09. November 2012 11:15 Uhr

    ...Benzin rationiert. Sind das wirkliche Probleme? Luxusprobleme der 1. Welt, ich könnte heulen...

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    Antwort auf "Und in Haiti"
  3. 5. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

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  4. Der Grund warum kein Benzin verfügbar ist, ist nicht Sandy sondern die Regierung. Die Anbieter dürfen ihre Preise bei Katastrophen nicht erhöhen, weil sie sich in den Augen der Regierung als Wucherer schuldig machen und rechtlich verfolgt werden.

    Ein höherer Preis hätte das Angebot automatisch erhöht. Benachbarte und nicht betroffene Gebiete haben genug Benzin und die Initiative dieses in die Regionen zu schaffen, wo es dringend benötigt wird wäre enorm. Diejenigen, die so Weitsichtig waren vor dem Sturm Benzin zu Bunkern hätten eine Initiative damit besser zu haushalten, es also zu verkaufen als es für sich selber zu nutzen.

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    Wenn es so wäre wie Sie sagen, wäre es ja ein Leichtes, das vorhandene Benzin aus der Umgebung per Zwangsverwaltung und Nationalgarde in die betroffenen Gebiete transportieren und unter Militäraufsicht in den Tankstellen verteilen zu lassen. Aber warum passiert das nicht? Sonst sind die USA mit dem Einsatz der Nationalgarde und dem Ausrufen von (vorhersehbaren) Notständen auch nicht so pingelig.

  5. Wenn es so wäre wie Sie sagen, wäre es ja ein Leichtes, das vorhandene Benzin aus der Umgebung per Zwangsverwaltung und Nationalgarde in die betroffenen Gebiete transportieren und unter Militäraufsicht in den Tankstellen verteilen zu lassen. Aber warum passiert das nicht? Sonst sind die USA mit dem Einsatz der Nationalgarde und dem Ausrufen von (vorhersehbaren) Notständen auch nicht so pingelig.

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    Wie leicht wäre es denn auf die Schnelle einige hundert/tausend Tanklaster aufzutreiben und das ganze unter hohem bürokratischem Aufwand zu organisieren? Wie weit würde die Bevölkerung kooperieren, wenn ihr vom Sturm verschontes Gebiet zum Katastrophengebiet erklärt wird nur um ihre Ressourcen zu konfiszieren? Was passiert, wenn das Benzin in den angrenzenden Regionen auch knapp wird, weitet man das Kriesengebiet einfach weiter aus?

    Man kann versuchen das Problem mit brutaler Gewalt zu lösen (und gleichzeitig einige weitere Probleme schaffen) oder durch friedliche Kooperation durch den Preismechanismus. Ein Glück ist noch niemand auf ihre hirnverbrannte Idee gekommen...

  6. ...aber nach Japan wurde befürchtet/gemutmaßt, dass die Beben längs der Spalte weiterwandern würden und L.A. zeitnah betroffen sein könnte.
    Dass eine Katastrophe vom Ausmaß Japans in den USA vergleichbar "glimpflich" ablaufen würde, traue ich den Amerikanern nicht (mehr) zu.
    (glimpflich meint hier das zivilisierte Verhalten der Bevölkerung nach dem Tsunami).

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte CNN | Auto | Autofahrer | Haushalt | Hurrikan | Kraftstoff
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