Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Unterstützer erhoben. In der umfangreichen Anklageschrift werden der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle vorgeworfen, berichtete der Tagesspiegel .

Zu den vier weiteren Angeklagten zähle der mutmaßlich wichtigste Helfer der Rechtsterroristen, der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben . Er und Zschäpe sind die einzigen Beschuldigten in dem Verfahren, die noch in Untersuchungshaft sitzen.

Die mehrere hundert Seiten umfassende Anklageschrift sei von Generalbundesanwalt Harald Runge unterschrieben worden, berichtete die Zeitung. Sie werde nun zusammen mit mehr als 1.000 Ordnern mit Ermittlungsakten an das Oberlandesgericht Münschen geschickt.

Die Bundesanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern. Die Behörde teilte lediglich mit, sie wolle ein faires Verfahrens ermöglichen, daher verbiete sich jedwede weitere Auskunft. Zschäpes Verteidiger Wolfgang Heer sagte, ihm liege die Anklage noch nicht vor. Ursprünglich sollte die Anklageschrift zunächst den Beschuldigten zugestellt – und erst dann die Öffentlichkeit informiert werden.

Dem NSU werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Morde zur Last gelegt . Opfer waren neun griechisch- und türkischstämmige Kleinunternehmer und eine Polizistin. Zschäpe ist die einzige Überlebende des Trios: Sie stellte sich vor einem Jahr der Polizei, ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt töteten sich selbst.