Rassismus: "Ihr seid hier nicht in Afrika"
Schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Frankfurt: Vier Beamte sollen einen aus Äthiopien stammenden Mann aus rassistischen Motiven zusammengeschlagen haben.
Wer für einen Schwarzfahrer gehalten wird, lebt offenbar gefährlich in Frankfurt – vor allem, wenn er ein Schwarzer ist. Eine Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit, Prellungen des Brustkorbs, des Knies und der Hüfte diagnostizierten Ärzte bei Derege Wevelsiep. Der 41-Jährige wirft vier Polizisten vor, ihn krankenhausreif geprügelt zu haben, nachdem er sich beschwert hatte, dass Kontrolleure in der U-Bahn ihn und seine Verlobte rassistisch behandelten. Wevelsiep stammt aus Äthiopien, er kam als Adoptivkind nach Deutschland.
Der Fall erregt Aufsehen, seit die Frankfurter Rundschau am Dienstag darüber berichtet hat. Er taugt auch deshalb zum Aufreger, weil er nicht der erste seiner Art in Deutschland ist. Oury Jalloh und Adem Özdamar starben in Polizeigewahrsam. Niemand weiß, wie viele Migranten Übergriffe erleiden, sich aber mangels Sprach- und Behördenkenntnis nicht so gut wehren können wie der seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland lebende Ingenieur Wevelsiep.
Dabei versichern die Behörden immer wieder, sie gingen gegen Rassismus in den eigenen Reihen vor und förderten die interkulturelle Kompetenz. Dass sich die Ermittlungen nach der schändlicherweise "Döner-Morde" genannten Terrorserie so lange auf das Umfeld der türkisch- und griechischstämmigen Opfer konzentrierten, hat das Vertrauen vieler Migranten in diese Beteuerungen erschüttert. Wieder gelobten die Behörden Besserung.
Am Donnerstag musste der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) im Innenausschuss des Landtages zum Fall Wevelsiep Stellung beziehen, sagte aber in geheimer Sitzung auch nicht mehr als zuvor der Presse: dass die Staatsanwaltschaft ermittele, es aber "durchaus gegensätzliche Darstellungen" gebe. Wevelsieps Anwalt hat Strafanzeige erstattet, wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung im Amt. Die Verletzungen wurden im Krankenhaus dokumentiert.
"Bin ich Nazi?"
Nach Wevelsieps Darstellung fuhren er, seine Verlobte und der gemeinsame dreijährige Sohn am Abend des 17. Oktober mit seiner Monatskarte U-Bahn. Mit ihr darf er werktags nach 19 Uhr einen Erwachsenen mitnehmen. Ein Dreijähriger braucht kein Ticket. Bei einer ersten Kontrolle habe niemand etwas zu beanstanden gehabt.
Wevelsiep sagt, er sei ausgestiegen, seine Verlobte und der Sohn seien mit der (übertragbaren) Monatskarte weitergefahren. Kurz darauf rief die Frau ihn an: Kontrolleure hätten sie aus der Bahn geholt. Sie hätten ihr gesagt, sie habe verbotenerweise einen weiteren Afrikaner mitfahren lassen und müsse 40 Euro zahlen. Wevelsiep eilte zur Station.
"Ihr seid hier nicht in Afrika", sollen die Kontrolleure gesagt haben. Wevelsiep, seit sechs Jahren Deutscher, antwortete, sie hätten niemanden mitfahren lassen und auch niemanden im Abteil gekannt. Er fragte die Kontrolleurin, ob es nicht eher um seine Hautfarbe gehe. Sie solle "nicht vergessen, dass wir nicht mehr 1942 haben". Als sie empört fragte: "Bin ich Nazi?", sagte er nach eigenen Angaben: "Das weiß ich nicht, das müssen Sie selbst wissen."





Erstens:
Wenn jemand schreibt, er sei Afghane und habe noch nie Ärger mit der Polizei gehabt, ist das ein Statement, dass man auch mal ernst nehmen muss.
Zweitens:
Medien leben von der Slandalisierung. Hier geht es nicht um die Berichtspflicht in Sachen Polizei - sondern um eine Grundtendenz.
Drittens:
Ja ich bin der Meinung, dass es irehndwie "mies2 ist, in Italien etwa nur über ploit. Versäumnisse gegenüber Migranten zu berichten. Aber neimals zu erwähnen, dass die Leute von der Küstenwache regelmässig ihr Leben riksieren, um Flüchtlinge aus dem Meer zu fischen
Eine gebrochene Nase, ausgeschlagene Vorderzähne, Brücken und Kronen im Gesamtwert von knapp 1500€ und eine Dienstaufsichtsbeschwerde die "selbstverständlich" im Sande verlief. Das sind meine persönlichen Erfahrungen mit der hiesigen Exekutive. Und wer schon mal die Bekanntschaft mit dieser ungeheuren und willkürlichen Gewaltbereitschaft machen durfte, der kann sich nur zur gut in die Haut dieses Mannes und seiner Verlobten hinein versetzen. Nebenbei bemerkt, ich bin Sohn von Einwanderern.
Geben Sie sogar den Link meiner "unsachlichen Kommentar" an.
aber es ist immer wieder erschreckend, wie leicht Menschen zu manipulieren sind.
Vor ca. 12 Jahren gab es mal einen Bericht über den kleinen Joseph, der angeblich von 50 Neonazis ertränkt worden sein soll. Ich wette, dass diejenigen, die diesen Bericht für die Wahrheit halten, auch dem Bericht geglaubt haben.
Wir haben hier also einen vollkommen netten und friedlichen Menschen, der vollkommen grundlos von der Polizei zusammengeschlagen wird. Und das im Beisein von vier Fahrkartenkontrolleuren und der Familie des angeblichen Opfers. Ja sicher, das wird genau so passiert sein.
Die Geschichte enthält so viele Ungereimtheiten, dass man als halbwegs aufgeklärter Mensch gar nicht zu einem abschließenden Urteil kommen kann. Das fängt schon damit an, dass es vollkommen sinnlos ist, dieses "Opfer" mitzunehmen. Der hatte doch mit der Sache gar nichts zu tun, wenn es so stimmen sollte, wie es hier geschrieben steht.
Es ist übrigens auch sinnvoll, mal kurz mit in die Wohnung zu kommen. Der in dem Fall offensichtlich Beschuldigte könnte ja aus dem Fenster springen oder dann mal eben mit vorgehaltener Knarre wiederkommen. Das macht die Polizei nicht, weil die so gemein sind, sondern weil das durchaus seinen Sinn hat.
Als rechtsextrem abzustempeln wäre sehr ungerecht.
Ich habe selber ausländische Wurzel aber ich kann so ein Vorwurf nicht bestätigen.
Die Gesinnung der Polizei ist eigentlich nur ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft .
Es gibt bei der Polizei bestimmt jede politische Überzeugung ohne zu behaupten das die deutsche Polizei rechtsextrem ist.
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Ich hatte persönlich noch nie Probleme mit der Polizei. Wenn ich kontrolliert wurde, war ich der Polizei gegenüber immer nett und habe nicht provoziert. Dementsprechend ist es relativ klar, dass die Beamten mich auch freundlich behandelten. Der Ton macht die Musik. Man sollte auch Bedenken, dass Polizisten häufig beleidigt und provoziert werden. Das dann einige Polizisten manchmal überreagieren ist ein menschliches Verhalten. So etwas darf natürlich nicht passieren und sollte rechtlich geahndet werden. In vielen, der hier geschriebenen Kommentaren, kommt leider zum Ausdruck, dass die Polizei kein hohes Ansehen genießt. Ich denke wir haben, verglichen mit anderen Ländern, immer noch eine recht gut funktionierende Exekutive.
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Polizeigewalt ist nur die Spitze des Eisbergs, hier wird ein Beharren auf staatsbürgerlichen Rechten als Widerstand fehlinterpretiert; Machtmissbrauch aus fachlicher Überforderung. Den Sicherheitsbehörden fehlt eine innere Führung, die Beamte sowohl weiterbildet aber auch Amtsmissbrauch hart sanktioniert.
Sich gegen Amtsmissbrauch erfolgreich zu wehren, ist bei uns ähnlich schwer wie in einer Diktatur. Es existiert keine unabhängige Kontrollbehörde, und auch Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden. So wird im Zweifel das Ansehen unseres Staates und die Beamtenpension zu Lasten unbescholtener Opfer geschützt - aus Staatsräson! Hinzu kommt weit verbreitete Polizeikorruption, die Kehrseite des Konzepts "Bürgernähe". Darum wissen Bekannte und Verwandte oft im Vorfeld von Verkehrskontrollen aber auch Schwerstkriminelle von Razzien, weil ihr Kumpel bei der Polizei sie selbst für "korrekt" hält.
Jede einseitige Ermittlung nach polizeilichem Fehlverhalten ist letztlich eine Form von Korruption, denn der Begünstigte wird sich dafür revanchieren, eine Hand wäscht die andere, eine berufliche Investition! Es ist ein geldwerter Vorteil, wenn man den Kollegen zur Gegenleistung "moralisch" verpflichten kann, denn niemand ist im Job perfekt - und nachgewiesene Fehler können Karriere und Bezüge schmälern. Daher sind Polizisten leider die denkbar schlechtesten Zeugen, wenn ein Kollege unter Verdacht steht.
Ein "fauler Apfel" reicht, der Kollegen aus Korpsgeist zu loyalen Mittätern macht!
Wenn man sieht wie wenig die Polizei in Deutschland die Vielfalt der Bevölkerung repräsentiert, sind solche "Vorfälle" vorprogrammiert. Bei solchen "systemischen" Schwächen kann die Lösung nur politischer Natur sein: es braucht bei der Polizei (wie auch bei etlichen anderen Behörden) neue, offenere, kompetentere Rekrutierungs- und Schulungsmethodiken.
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