Rassismus: "Ihr seid hier nicht in Afrika"
Schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Frankfurt: Vier Beamte sollen einen aus Äthiopien stammenden Mann aus rassistischen Motiven zusammengeschlagen haben.
© Frank Rumpenhorst/dpa

U-Bahn in Frankfurt
Wer für einen Schwarzfahrer gehalten wird, lebt offenbar gefährlich in Frankfurt – vor allem, wenn er ein Schwarzer ist. Eine Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit, Prellungen des Brustkorbs, des Knies und der Hüfte diagnostizierten Ärzte bei Derege Wevelsiep. Der 41-Jährige wirft vier Polizisten vor, ihn krankenhausreif geprügelt zu haben, nachdem er sich beschwert hatte, dass Kontrolleure in der U-Bahn ihn und seine Verlobte rassistisch behandelten. Wevelsiep stammt aus Äthiopien, er kam als Adoptivkind nach Deutschland.
Der Fall erregt Aufsehen, seit die Frankfurter Rundschau am Dienstag darüber berichtet hat. Er taugt auch deshalb zum Aufreger, weil er nicht der erste seiner Art in Deutschland ist. Oury Jalloh und Adem Özdamar starben in Polizeigewahrsam. Niemand weiß, wie viele Migranten Übergriffe erleiden, sich aber mangels Sprach- und Behördenkenntnis nicht so gut wehren können wie der seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland lebende Ingenieur Wevelsiep.
Dabei versichern die Behörden immer wieder, sie gingen gegen Rassismus in den eigenen Reihen vor und förderten die interkulturelle Kompetenz. Dass sich die Ermittlungen nach der schändlicherweise "Döner-Morde" genannten Terrorserie so lange auf das Umfeld der türkisch- und griechischstämmigen Opfer konzentrierten, hat das Vertrauen vieler Migranten in diese Beteuerungen erschüttert. Wieder gelobten die Behörden Besserung.
Am Donnerstag musste der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) im Innenausschuss des Landtages zum Fall Wevelsiep Stellung beziehen, sagte aber in geheimer Sitzung auch nicht mehr als zuvor der Presse: dass die Staatsanwaltschaft ermittele, es aber "durchaus gegensätzliche Darstellungen" gebe. Wevelsieps Anwalt hat Strafanzeige erstattet, wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung im Amt. Die Verletzungen wurden im Krankenhaus dokumentiert.
"Bin ich Nazi?"
Nach Wevelsieps Darstellung fuhren er, seine Verlobte und der gemeinsame dreijährige Sohn am Abend des 17. Oktober mit seiner Monatskarte U-Bahn. Mit ihr darf er werktags nach 19 Uhr einen Erwachsenen mitnehmen. Ein Dreijähriger braucht kein Ticket. Bei einer ersten Kontrolle habe niemand etwas zu beanstanden gehabt.
Wevelsiep sagt, er sei ausgestiegen, seine Verlobte und der Sohn seien mit der (übertragbaren) Monatskarte weitergefahren. Kurz darauf rief die Frau ihn an: Kontrolleure hätten sie aus der Bahn geholt. Sie hätten ihr gesagt, sie habe verbotenerweise einen weiteren Afrikaner mitfahren lassen und müsse 40 Euro zahlen. Wevelsiep eilte zur Station.
"Ihr seid hier nicht in Afrika", sollen die Kontrolleure gesagt haben. Wevelsiep, seit sechs Jahren Deutscher, antwortete, sie hätten niemanden mitfahren lassen und auch niemanden im Abteil gekannt. Er fragte die Kontrolleurin, ob es nicht eher um seine Hautfarbe gehe. Sie solle "nicht vergessen, dass wir nicht mehr 1942 haben". Als sie empört fragte: "Bin ich Nazi?", sagte er nach eigenen Angaben: "Das weiß ich nicht, das müssen Sie selbst wissen."





Sind es nicht doppelte Standards, wenn wir verallgemeinerte Anfeindungen gegen "Die Polizei" richten? In dem vorliegenden Fall geht es um das sicherlich nicht repräsentative Fehlverhalten von 3 Beamten. Würden wir gleichermaßen über "die Afrikaner" reden, die "ständig Deutsche als Nazis beschimpfen" würden wir derartige Verallgemeinerungen auch nicht gutheißen - zurecht.
Zum vorliegenden Fall: Es gibt nach dem Bericht keine Rechtfertigung für die - durchaus beleidigende - Andeutung, die Beamtin sei ein Nazi. Dass der Angeklagte sich dann trotz Ausweispflicht auch noch nicht ausweisen kann ist doppelt ungeschickt.
Dessen ungeachtet ist die oben dargestellte Gewaltausübung der Polizisten natürlich unangemessen und es sollten definitiv Untersuchungen vorgenommen werden. Ich verwehre mich aber dagegen, "die Polizei" kategorisch vorzuverurteilen, warten wir mal die Untersuchungen ab.
Abseits der wohlfeilen Allgemeinplätze, man möge bitte niemanden vorverurteilen und auch nicht das mögliche und noch nicht bewiesene Verhalten einzelner Polizisten als Kollektivanfeindung missbrauchen - woher nehmen Sie übrigens dann Ihr Urteil, der, wie Sie ihn nennen, "Angeklagte" (von wem angeklagt?) habe die Kontrolleurin als "Nazi" bezeichnet? - ist folgendes zu konstatieren:
Kontrolleure hören jeden Tag sicher eine Menge peinlicher Ausreden von den Erwischten zu hören bekommen und werden dagegen auch zu Härte geschult. Aber wenn man einem Fahrgast aufgrund seiner Hautfarbe sagt "Ihr seid hier nicht in Afrika", ist das Rassismus, egal, ob der Fahrgast am Ende sogar deutscher Staatsbürger war, da können Sie sich auf den Kopf stellen (man beachte überdies das unnötig respektlose Duzen).
Seine Frau hatte laut VGF einen gültigen Fahrschein. Wenn die Kontrolleurin meint, auf diesem Fahrschein sei unzulässigerweise noch jemand anders mitgefahren, soll sie von diesem anderen die entsprechende Strafgebühr kassieren, die Frau fährt völlig rechtmäßig. Daher sind die rassistischen Anspielungen der Kontrolleurin besonders abstoßend.
Und dass hier im Forum schon viele den Glauben an den Rechtsstaat und seine Organe verloren haben, finden Sie das angesichts des amtlich observierten NSU-Terrors und der bizarren Vertuschung der Behörden - selbst vor unseren gewählten Vertretern haben die vermeintlichen "Sicherheitsbehörden" weder Respekt noch Achtung" - noch verwunderlich?
allerdings selbst höchst empfindsam, wenn die Bürger nicht so ganz einsehen, warum sie derart rabiat behandelt werden.
http://daserste.ndr.de/pa...
http://blog.br.de/quer/ro...
Oder man agiert sogar so!
http://www.spiegel.de/pan...
http://www.amnesty-polize...
Das kommt darauf an. Jedem Polizisten kategorisch eine erhöhte Gewaltbereitschaft zuzuschreiben ist sicherlich pauschal und verleumderisch. Allerdings besitzen die Landespolizeien und die Bundespolizei als Inhaber des Gewaltmonopols eine besondere Verantwortung und stehen unter besonderer Beobachtung. Das ist alles andere als Falsch und wenn ein solcher Fall ans Tageslicht kommt, ist es auch kein schlimmer Fehler, scharfe Ablehnung zu äußern und so etwas wie Systemversagen vage an die Wand zu malen.
Denn es wäre schrecklich, wenn Polizisten die Sonderrolle, die sie innerhalb der Gesellschaft einnehmen, nur allzu leicht für den persönlichen Lustgewinn aus niederen Beweggrüunden missbrauchen könnten. Eine gewisse Grundskepsis gegenüber der Exekutive, wie sie der erste Kommentator äußert, halte ich eigentlich für durchaus angebracht.
Abseits der wohlfeilen Allgemeinplätze, man möge bitte niemanden vorverurteilen und auch nicht das mögliche und noch nicht bewiesene Verhalten einzelner Polizisten als Kollektivanfeindung missbrauchen - woher nehmen Sie übrigens dann Ihr Urteil, der, wie Sie ihn nennen, "Angeklagte" (von wem angeklagt?) habe die Kontrolleurin als "Nazi" bezeichnet? - ist folgendes zu konstatieren:
Kontrolleure hören jeden Tag sicher eine Menge peinlicher Ausreden von den Erwischten zu hören bekommen und werden dagegen auch zu Härte geschult. Aber wenn man einem Fahrgast aufgrund seiner Hautfarbe sagt "Ihr seid hier nicht in Afrika", ist das Rassismus, egal, ob der Fahrgast am Ende sogar deutscher Staatsbürger war, da können Sie sich auf den Kopf stellen (man beachte überdies das unnötig respektlose Duzen).
Seine Frau hatte laut VGF einen gültigen Fahrschein. Wenn die Kontrolleurin meint, auf diesem Fahrschein sei unzulässigerweise noch jemand anders mitgefahren, soll sie von diesem anderen die entsprechende Strafgebühr kassieren, die Frau fährt völlig rechtmäßig. Daher sind die rassistischen Anspielungen der Kontrolleurin besonders abstoßend.
Und dass hier im Forum schon viele den Glauben an den Rechtsstaat und seine Organe verloren haben, finden Sie das angesichts des amtlich observierten NSU-Terrors und der bizarren Vertuschung der Behörden - selbst vor unseren gewählten Vertretern haben die vermeintlichen "Sicherheitsbehörden" weder Respekt noch Achtung" - noch verwunderlich?
allerdings selbst höchst empfindsam, wenn die Bürger nicht so ganz einsehen, warum sie derart rabiat behandelt werden.
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Oder man agiert sogar so!
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Das kommt darauf an. Jedem Polizisten kategorisch eine erhöhte Gewaltbereitschaft zuzuschreiben ist sicherlich pauschal und verleumderisch. Allerdings besitzen die Landespolizeien und die Bundespolizei als Inhaber des Gewaltmonopols eine besondere Verantwortung und stehen unter besonderer Beobachtung. Das ist alles andere als Falsch und wenn ein solcher Fall ans Tageslicht kommt, ist es auch kein schlimmer Fehler, scharfe Ablehnung zu äußern und so etwas wie Systemversagen vage an die Wand zu malen.
Denn es wäre schrecklich, wenn Polizisten die Sonderrolle, die sie innerhalb der Gesellschaft einnehmen, nur allzu leicht für den persönlichen Lustgewinn aus niederen Beweggrüunden missbrauchen könnten. Eine gewisse Grundskepsis gegenüber der Exekutive, wie sie der erste Kommentator äußert, halte ich eigentlich für durchaus angebracht.
Abseits der wohlfeilen Allgemeinplätze, man möge bitte niemanden vorverurteilen und auch nicht das mögliche und noch nicht bewiesene Verhalten einzelner Polizisten als Kollektivanfeindung missbrauchen - woher nehmen Sie übrigens dann Ihr Urteil, der, wie Sie ihn nennen, "Angeklagte" (von wem angeklagt?) habe die Kontrolleurin als "Nazi" bezeichnet? - ist folgendes zu konstatieren:
Kontrolleure hören jeden Tag sicher eine Menge peinlicher Ausreden von den Erwischten zu hören bekommen und werden dagegen auch zu Härte geschult. Aber wenn man einem Fahrgast aufgrund seiner Hautfarbe sagt "Ihr seid hier nicht in Afrika", ist das Rassismus, egal, ob der Fahrgast am Ende sogar deutscher Staatsbürger war, da können Sie sich auf den Kopf stellen (man beachte überdies das unnötig respektlose Duzen).
Seine Frau hatte laut VGF einen gültigen Fahrschein. Wenn die Kontrolleurin meint, auf diesem Fahrschein sei unzulässigerweise noch jemand anders mitgefahren, soll sie von diesem anderen die entsprechende Strafgebühr kassieren, die Frau fährt völlig rechtmäßig. Daher sind die rassistischen Anspielungen der Kontrolleurin besonders abstoßend.
Und dass hier im Forum schon viele den Glauben an den Rechtsstaat und seine Organe verloren haben, finden Sie das angesichts des amtlich observierten NSU-Terrors und der bizarren Vertuschung der Behörden - selbst vor unseren gewählten Vertretern haben die vermeintlichen "Sicherheitsbehörden" weder Respekt noch Achtung" - noch verwunderlich?
Liegt die Ausgangslage zur Eskalation vielleicht auch darin begründet, dass öffentliche Unternehmen und Transportbetriebe immer mehr Tätigkeiten outsourcen, die dann von nicht ausreichend geschulten Personal ausgeführt werden, wie hier die Kontrolleure?
- "Kurz darauf rief die Frau ihn an: Kontrolleure hätten sie aus der Bahn geholt. Sie hätten ihr gesagt, sie habe verbotenerweise einen weiteren Afrikaner mitfahren lassen und müsse 40 Euro zahlen." -
Wenn ein weiterer Fahrgast "auf diesem Ticket mitgefahren ist", so ist derjenige schwarzgefahren, der nicht im Besitz eines gültigen Tickets ist, doch nicht die Verlobte. Was ist denn das für eine Logik !!!
Ich habe auch so ein Monatsticket, mit dem ich nach 19.00 Uhr und an Wochenenden einen weiteren Erwachsenen und drei Kinder im Alter bis 14 Jahre mitnehmen darf.
Wenn irgendjemand im Bus kein gültiges Ticket hat, kann man mir doch nicht den Vorwurf machen, ich habe den verbotenerweise mitgenommen und müsse nun das erhöhte Fahrgeld bezahlen. Absurd !
Bekommen die Kontrolleure vielleicht so eine Art Fangprämie und wollen auf Teufel komm raus Schwarzfahrer fangen.
Ich habe schon des öfteren rassistische und beleidigende Äußerungen dieses Personals mitbekommen und auch völlig unangemessenes Verhalten gegenüber Menschen mit einer ganz offensichtlichen geistigen Behinderung.
Rassistische Polizisten als Beamte sind natürlich noch bedrohlicher.
Nein, so ist das nicht.
Ich lebe in Frankfurt. Lange. Ich habe hier die aberwitzigsten Erfahrungen gesammelt. Bis vor ein paar Jahren arbeitete ich ehrenamtlich im Jugendhaus in der Bleichstraße. Liegt nahe der Kostablerwache. Wenn man oft genug mitansehen muss, wie die Polizei sich gegenüber (ich rede hier in erster Linie von Jugendlichen, die durch solch ein Verhalten selbstverständilch nur noch Misstrauen gegenüber der Polizei empfinden) Migranten verhält, dann habe ich meine Meinung sicherlich nicht nur aus der Zeitung. So einen Käse lasse ich mir nicht unterstellen.
Junges Mädchen ruft die Polizei, weil sie von einem Jungen belästigt wird. Im Jugendzentrum (Cafe, vollbesetzt) Polizei kommt "Wer hat uns denn hier gerufen?" Das Mädchen gibt sich zu erkennen. "Hat hier keiner von den Hassans auf dich aufgepasst?" Ein Junge wird auf dem Weg "abgerippt" zwischen Konstabler und Zentrum. Ruft die Polizei. im Gespräch "Warum rufst du die Polizei wenn du den Dieb kennst? Ist doch eine Angelegenheit unter eures Gleichen." Sorry, aber da kann man nur noch das Kotzen kriegen.
Natürlich sind es immer Einzelfälle über die berichtet wird, aber ich spreche auch aus persönlicher Erfahrung, das ist etwas anderes. Ansonsten habe ich nämlich auch eine Abneigung gegen Vorurteile. Aber wenn diese mir immer wieder bestätigt werden... ist der Ruf erst ruiniert...
allerdings selbst höchst empfindsam, wenn die Bürger nicht so ganz einsehen, warum sie derart rabiat behandelt werden.
http://daserste.ndr.de/pa...
http://blog.br.de/quer/ro...
Oder man agiert sogar so!
http://www.spiegel.de/pan...
http://www.amnesty-polize...
Polizeigewalt ist nur die Spitze des Eisbergs, hier wird ein Beharren auf staatsbürgerlichen Rechten als Widerstand fehlinterpretiert; Machtmissbrauch aus fachlicher Überforderung. Den Sicherheitsbehörden fehlt eine innere Führung, die Beamte sowohl weiterbildet aber auch Amtsmissbrauch hart sanktioniert.
Sich gegen Amtsmissbrauch erfolgreich zu wehren, ist bei uns ähnlich schwer wie in einer Diktatur. Es existiert keine unabhängige Kontrollbehörde, und auch Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden. So wird im Zweifel das Ansehen unseres Staates und die Beamtenpension zu Lasten unbescholtener Opfer geschützt - aus Staatsräson! Hinzu kommt weit verbreitete Polizeikorruption, die Kehrseite des Konzepts "Bürgernähe". Darum wissen Bekannte und Verwandte oft im Vorfeld von Verkehrskontrollen aber auch Schwerstkriminelle von Razzien, weil ihr Kumpel bei der Polizei sie selbst für "korrekt" hält.
Jede einseitige Ermittlung nach polizeilichem Fehlverhalten ist letztlich eine Form von Korruption, denn der Begünstigte wird sich dafür revanchieren, eine Hand wäscht die andere, eine berufliche Investition! Es ist ein geldwerter Vorteil, wenn man den Kollegen zur Gegenleistung "moralisch" verpflichten kann, denn niemand ist im Job perfekt - und nachgewiesene Fehler können Karriere und Bezüge schmälern. Daher sind Polizisten leider die denkbar schlechtesten Zeugen, wenn ein Kollege unter Verdacht steht.
Ein "fauler Apfel" reicht, der Kollegen aus Korpsgeist zu loyalen Mittätern macht!
Polizeigewalt ist nur die Spitze des Eisbergs, hier wird ein Beharren auf staatsbürgerlichen Rechten als Widerstand fehlinterpretiert; Machtmissbrauch aus fachlicher Überforderung. Den Sicherheitsbehörden fehlt eine innere Führung, die Beamte sowohl weiterbildet aber auch Amtsmissbrauch hart sanktioniert.
Sich gegen Amtsmissbrauch erfolgreich zu wehren, ist bei uns ähnlich schwer wie in einer Diktatur. Es existiert keine unabhängige Kontrollbehörde, und auch Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden. So wird im Zweifel das Ansehen unseres Staates und die Beamtenpension zu Lasten unbescholtener Opfer geschützt - aus Staatsräson! Hinzu kommt weit verbreitete Polizeikorruption, die Kehrseite des Konzepts "Bürgernähe". Darum wissen Bekannte und Verwandte oft im Vorfeld von Verkehrskontrollen aber auch Schwerstkriminelle von Razzien, weil ihr Kumpel bei der Polizei sie selbst für "korrekt" hält.
Jede einseitige Ermittlung nach polizeilichem Fehlverhalten ist letztlich eine Form von Korruption, denn der Begünstigte wird sich dafür revanchieren, eine Hand wäscht die andere, eine berufliche Investition! Es ist ein geldwerter Vorteil, wenn man den Kollegen zur Gegenleistung "moralisch" verpflichten kann, denn niemand ist im Job perfekt - und nachgewiesene Fehler können Karriere und Bezüge schmälern. Daher sind Polizisten leider die denkbar schlechtesten Zeugen, wenn ein Kollege unter Verdacht steht.
Ein "fauler Apfel" reicht, der Kollegen aus Korpsgeist zu loyalen Mittätern macht!
...in anderen Ländern gibt es unabhängige Ermittlungen bei polizeiinternen Fällen. Mit der Aufklärung solcher Fälle (wie in der BRD) bin ich nicht einverstanden. Ich kann es verstehen, dass ein Beamter seinen Arbeitskollegen, wo er oft Frau und Kinder persönlich kennt, nicht ans Messer liefern will - denn das bedeutet Jobverlust und den fin. Ruin für die Familie. Das ist irgendwo menschlich, wenn auch falsch. Aus diesem Grund sollte es hier, wie in anderen Ländern, auch unabhängige Ermittlungsstellen geben.
Und jetzt die komplett andere Frage, bzgl. Einzelfall oder nicht. Der Schläger in der U Bahn und Polizeigewalt - ja, Einzelfälle. Also, bei 250 000 Beamten, die 365 Tage im Jahr arbeiten oder 2.75 Mio. Fahrgästen PRO TAG (alleine in der BVG Berlin) ist das so.
Das kommt darauf an. Jedem Polizisten kategorisch eine erhöhte Gewaltbereitschaft zuzuschreiben ist sicherlich pauschal und verleumderisch. Allerdings besitzen die Landespolizeien und die Bundespolizei als Inhaber des Gewaltmonopols eine besondere Verantwortung und stehen unter besonderer Beobachtung. Das ist alles andere als Falsch und wenn ein solcher Fall ans Tageslicht kommt, ist es auch kein schlimmer Fehler, scharfe Ablehnung zu äußern und so etwas wie Systemversagen vage an die Wand zu malen.
Denn es wäre schrecklich, wenn Polizisten die Sonderrolle, die sie innerhalb der Gesellschaft einnehmen, nur allzu leicht für den persönlichen Lustgewinn aus niederen Beweggrüunden missbrauchen könnten. Eine gewisse Grundskepsis gegenüber der Exekutive, wie sie der erste Kommentator äußert, halte ich eigentlich für durchaus angebracht.
Polizeigewalt ist nur die Spitze des Eisbergs, hier wird ein Beharren auf staatsbürgerlichen Rechten als Widerstand fehlinterpretiert; Machtmissbrauch aus fachlicher Überforderung. Den Sicherheitsbehörden fehlt eine innere Führung, die Beamte sowohl weiterbildet aber auch Amtsmissbrauch hart sanktioniert.
Sich gegen Amtsmissbrauch erfolgreich zu wehren, ist bei uns ähnlich schwer wie in einer Diktatur. Es existiert keine unabhängige Kontrollbehörde, und auch Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden. So wird im Zweifel das Ansehen unseres Staates und die Beamtenpension zu Lasten unbescholtener Opfer geschützt - aus Staatsräson! Hinzu kommt weit verbreitete Polizeikorruption, die Kehrseite des Konzepts "Bürgernähe". Darum wissen Bekannte und Verwandte oft im Vorfeld von Verkehrskontrollen aber auch Schwerstkriminelle von Razzien, weil ihr Kumpel bei der Polizei sie selbst für "korrekt" hält.
Jede einseitige Ermittlung nach polizeilichem Fehlverhalten ist letztlich eine Form von Korruption, denn der Begünstigte wird sich dafür revanchieren, eine Hand wäscht die andere, eine berufliche Investition! Es ist ein geldwerter Vorteil, wenn man den Kollegen zur Gegenleistung "moralisch" verpflichten kann, denn niemand ist im Job perfekt - und nachgewiesene Fehler können Karriere und Bezüge schmälern. Daher sind Polizisten leider die denkbar schlechtesten Zeugen, wenn ein Kollege unter Verdacht steht.
Ein "fauler Apfel" reicht, der Kollegen aus Korpsgeist zu loyalen Mittätern macht!
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