Vergewaltigungsprozess : Strauss-Kahn soll sich außergerichtlich geeinigt haben

Das Strafverfahren wurde eingestellt, nun wird es wohl auch kein Urteil im Zivilprozess gegen den Ex-IWF-Chef Stauss-Kahn geben. Unklar ist, wie teuer die Einigung wird.

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn soll sich mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo darauf geeinigt haben, ein Zivilverfahren außergerichtlich zu beenden. Das berichteten übereinstimmend mehrere Medien. Eine entsprechende Einigung solle am kommenden Freitag unterschrieben werden, schrieb die New York Times .

Unklar ist, wie viel Geld Strauss-Kahn an Diallo zahlen wird. Die französische Zeitung Le Monde berichtete unter Berufung auf Vertraute des 63-Jährigen, die Summe betrage sechs Millionen US-Dollar. Das dementierten allerdings Strauss-Kahns Anwälte: Die Informationen seien "frei erfunden".

Das Zivilverfahren bei einem New Yorker Gericht war im August auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Im Mai 2011 war der damalige IWF-Chef festgenommen worden, weil er in seinem Hotelzimmer am Times Square das Zimmermädchen überfallen und zum Oralsex gezwungen haben soll.

Er war kurzfristig in Einzelhaft und anschließend unter Hausarrest. Das strafrechtliche Verfahren wurde schließlich eingestellt, weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau gab.

Verlagsangebot

DIE ZEIT wird 70 ...

... und ihre Journalisten erzählen von den Geschichten ihres Lebens. Von Geheimnissen und Irrtümern unserer Zeitung. Und von den besten Lesern der Welt. Eine Festausgabe.

Mehr erfahren

Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Ihre Unterstellung finde ich geschmacklos

Wenn ich Opfer einer Straftat geworden wäre und hätte die Chance, gegen Rücknahme meiner Anzeige ein paar Millionen zu erhalten würde ich sofort darauf eingehen.

Ich würde so ein Angebot ganz sicher nicht aus Prinzip ablehnen, damit der Betreffende vielleicht eine Freiheitsstrafe für 2 Jahre auf Bewährung erhält.

Hier hatte die Frau allerdings gar nicht mehr die Chance auf eine Verurteilung wegen einer Straftat. Dieses Verfahren wurde bekanntlich bereits eingestellt, vermutlich weil die Staatsanwaltschaft keine Aussicht sah, eine einstimmige Verurteilung der Geschworenen herbeizuführen. Im Übrigen unterliegen die Staatsanwälte dort nicht wie bei uns dem Legalitätsprinzip. Ein Klageerzwingungsverfahren ist dort nicht möglich.

Es ging nur noch um ein Zivilverfahren, in dem das Opfer auf Schmerzensgeld und Strafschadensersatz, eine Spezialität im US-Zivilrecht, klagte.

Was ist gegen die Zustimmung des Opfers für einen schnellen Vergleich einzuwenden, wenn die Entschädigungssumme, vielleicht 6 Millionen, stimmt?

Sie können ganz sicher sein, dass DSK die teuersten und besten Anwälte beschäftigt hat, die ihm geraten haben hierauf einzugehen, weil dies für ihn günstiger ist, als es darauf ankommen zu lassen.

Auch die USA sind ein Rechtsstaat und so leicht wird da auch in einem Zivilprozess niemand verurteilt, wenn die Beweislage nicht überzeugend ist. In einem Zivilprozess müssen 2/3 der Geschworenen überzeugt werden.