GerichtsprozessGiffords-Attentäter zu siebenmal lebenslanger Haft verurteilt

Der Attentäter von Tucson muss trotz seiner psychischen Störung ins Gefängnis. Er hatte sich zu seiner Tat bekannt, um der Todesstrafe zu entgehen. von dpa

Bürger versammeln sich an einer Gedenkstelle für die Opfer des Tucson-Attentats.

Bürger versammeln sich an einer Gedenkstelle für die Opfer des Tucson-Attentats.  |  © Eric Thayer/Reuters

Knapp zwei Jahre nach dem Attentat auf die ehemalige US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords ist der Täter zu siebenmal lebenslanger Haft plus 140 Jahre verurteilt worden. Mit dem Urteil, das keine Bewährung ermöglicht, schloss ein Bundesgericht in Arizona aus, dass Jared Lee Loughner jemals wieder auf freien Fuß kommen kann. Er hatte im Januar 2011 bei einem Bürgertreff vor einem Supermarkt sechs Menschen erschossen und dreizehn verwundet. Giffords überlebte den Angriff mit einer schweren Hirnverletzung. In diesem Jahr gab die 42-Jährige wegen der langen Genesungsphase ihr Mandat für den US-Kongress auf .

Richter Larry Burns verurteilte Loughner zu sechsmal lebenslänglich für die Getöteten und einmal für den Mordversuch an Giffords. Die Haftstrafe muss Loughner trotz seiner psychischen Störung im Gefängnis absitzen. Burns betonte die Schuldfähigkeit des Attentäters. "Die Beweise zeigen klar, dass Sie trotz Ihrer Geisteskrankheit wussten, was Sie taten", sagte er.

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Bei der Urteilsverkündung waren Giffords und ihr Ehemann, der ehemalige Nasa-Astronaut Mark Kelly, anwesend. Kelly hielt im Gerichtssaal eine emotionale Ansprache, in der er sich direkt an Loughner wandte. "Auch wenn Sie geistig gestört sind, tragen Sie die Verantwortung für Ihre Taten", sagte Kelly. "Sie haben jetzt Jahrzehnte Zeit, darüber nachzudenken. Meine Frau und ich sind mit Ihnen fertig."

Angehöriger kritisiert Waffenrecht

Kelly kritisierte das von der Verfassung garantierte Recht auf Waffenbesitz in den USA . Die Politik gehe einer Auseinandersetzung über das Thema ständig aus dem Weg, statt das offensichtliche Problem anzupacken.

Dem Urteil war eine Vereinbarung zwischen Loughner und der Staatsanwaltschaft vorausgegangen. Der Attentäter bekannte sich zu der Tat, obwohl er vor einem Gericht in Phoenix (Arizona) zunächst auf nicht schuldig plädiert hatte . Im Gegenzug verzichtete die Staatsanwaltschaft darauf, die Todesstrafe zu fordern. Damit sollte ein langer und anstrengender Prozess verhindert werden.
 

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Leserkommentare
    • xpeten
    • 09. November 2012 11:11 Uhr

    mit der übermächtigen Waffenlobby anlegen. Bei einer bis an die Zähne bewaffneten Zivilgesellschaft ist es kein Wunder, wenn täglich 40 Schusswaffen-Opfer zu beklagen sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das kann Sie, ganz ohne Lobby, auch hier jederzeit treffen:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Finden Sie sich damit ab, dann auch die Polizei kann Sie nicht davor schützen

    MfG KM

  1. das kann Sie, ganz ohne Lobby, auch hier jederzeit treffen:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Finden Sie sich damit ab, dann auch die Polizei kann Sie nicht davor schützen

    MfG KM

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tok
  • Schlagworte Recht | Bundesgericht | Gericht | Staatsanwaltschaft | Todesstrafe | US-Kongress
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