US-Justiz"Nur ein Idiot würde auf dem Gehsteig einen Schulbus überholen"

Ein Richter hat eine Verkehrssünderin dazu verdonnert, ein Schild hochzuhalten, auf dem sie sich als Idiotin bezeichnet. Sie hatte unrechtmäßig einen Schulbus überholt.

Eine Verkehrssünderin in den USA leistet ihre Strafe ab.

Eine Verkehrssünderin in den USA leistet ihre Strafe ab.

Wegen eines Verkehrsvergehens musste eine Frau in den USA eine Stunde mit einem Schild am Straßenrand stehen, auf dem sie sich selbst als Idiotin bezeichnet. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stand sie mit Kopfhörern und Zigaretten rauchend an einer Straßenecke in Cleveland.

Auf dem Schild stand: "Nur ein Idiot würde auf dem Gehsteig einen Schulbus überholen." Eine Stunde versuchte die Frau, neugierige Passanten, hupende Autos und den Medientrubel um sie herum zu ignorieren. Am Mittwoch sollte die 32-Jährige noch einmal eine Stunde ableisten.

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Zusätzlich zur richterlichen Prangerstrafe wurde der Frau der Führerschein für 30 Tage entzogen und sie musste 250 Dollar Strafe zahlen. Ihr gefährliches Überholmanöver war von einer Videokamera festgehalten worden.
 

 
Leserkommentare
  1. Ich habe mir das Video auf YouTube angeschaut; was hieran so verwerflich sein soll, erschließt sich mir ehrlich gesagt kaum. Vielmehr erschreckt mich das Ausmaß gesetzlicher Willkür, wie sie in den USA teilweise immer noch praktiziert wird!
    Meinem Erachten nach gehört der Richter für seinen Amtsmissbrauch und die begangene Rechtsbeugung umgehend aus dem Amt entfernt!

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    • spamme
    • 14.11.2012 um 12:24 Uhr

    Nunja, so wie Sie das sehen, könnte man ja auch jeden, der nachts um 2 Uhr über eine rote Ampel fährt, ohne jemanden zu gefährden, auch straffrei davonkommen lassen. Oder wenn jemand mit 160 km/h durch eine leere Baustelle auf der Autobahn bretter und dabei beide Spuren benutzt. Im Stau mal eben auf der Standspur überholen. Wenn keiner mehr unterwegs ist, mal eben angetrunken nach Hause fahren ...

    Ist ja keinem was passiert ... nicht wahr?

    So schnell werden Regeln und Vorschriften zu gut gemeinten Ratschlägen und die Verhältnisse auf den Straßen zum wilden Westen ...

    • spamme
    • 14.11.2012 um 12:24 Uhr

    Nunja, so wie Sie das sehen, könnte man ja auch jeden, der nachts um 2 Uhr über eine rote Ampel fährt, ohne jemanden zu gefährden, auch straffrei davonkommen lassen. Oder wenn jemand mit 160 km/h durch eine leere Baustelle auf der Autobahn bretter und dabei beide Spuren benutzt. Im Stau mal eben auf der Standspur überholen. Wenn keiner mehr unterwegs ist, mal eben angetrunken nach Hause fahren ...

    Ist ja keinem was passiert ... nicht wahr?

    So schnell werden Regeln und Vorschriften zu gut gemeinten Ratschlägen und die Verhältnisse auf den Straßen zum wilden Westen ...

  2. Wer mit Paragraphen um sich wirft, sollte sie gelesen haben.

    Man darf selbstverständlich auch in gleicher Richtung mit Schrittgeschwindigkeit am Bus vorbeifahren, solang man einen Sicherheitsabstand einhält. Angehalten werden muss also nur, wenn das Überholen nicht möglich ist (Gegenverkehr, enge Fahrbahn, zu viele Kinder usw.).

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Beknackt? STVO §20(4)"
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    Sie haben recht, da hätte ich wohl wirklich vorher nochmal genau nachlesen sollen. Das Überholverbot gilt nur wenn der Bus den Blinker gesetzt hat um sich wieder in die Spur einzufädeln.

    Trotzdem ist im Zweifelsfall, auch in Deutschland, anhalten angesagt sofern dadurch eine Gefährdung der Passagiere (ein- und aussteigende) verhindert wird und natürlich um dem Bus ein einfädeln in die Spur zu ermöglichen.

    Sie haben recht, da hätte ich wohl wirklich vorher nochmal genau nachlesen sollen. Das Überholverbot gilt nur wenn der Bus den Blinker gesetzt hat um sich wieder in die Spur einzufädeln.

    Trotzdem ist im Zweifelsfall, auch in Deutschland, anhalten angesagt sofern dadurch eine Gefährdung der Passagiere (ein- und aussteigende) verhindert wird und natürlich um dem Bus ein einfädeln in die Spur zu ermöglichen.

  3. ... bei manchen. Ein großer Teil der Verkehrssünden im Miteinander wird deshalb gemacht, weil man im Auto so herrlich anonym ist. Selbst ein aufgeschriebenes Kennzeichen hilft nicht viel, weil bei Verstößen im fließenden Verkehr die erste Frage der Polizei ist: "Können Sie den Fahrer beschreiben?" Wenn nicht, ist die Anzeige eh' für den Papierkorb.
    Solche Ehrstrafen haben unter anderem den Aspekt, den Verkehrssünder aus der Anonymität zu holen - und damit wird die Strafe viel persönlicher und wirksamer, die Wiederholung unwahrscheinlicher, reine Psychologie. Unsere Vorbehalte dazu finden sich ( nun etwas überspitzt formuliert ) dort wieder, wo wir dem Mörder eine "Unfähigkeit, die Schwere der Tat zu erkennen" attestieren und wir dem Opfer vielleicht maximal 'ne Kerze auf die Straße stellen, wenn überhaupt und nur bei Kindern.

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    • spamme
    • 14.11.2012 um 12:24 Uhr

    Nunja, so wie Sie das sehen, könnte man ja auch jeden, der nachts um 2 Uhr über eine rote Ampel fährt, ohne jemanden zu gefährden, auch straffrei davonkommen lassen. Oder wenn jemand mit 160 km/h durch eine leere Baustelle auf der Autobahn bretter und dabei beide Spuren benutzt. Im Stau mal eben auf der Standspur überholen. Wenn keiner mehr unterwegs ist, mal eben angetrunken nach Hause fahren ...

    Ist ja keinem was passiert ... nicht wahr?

    So schnell werden Regeln und Vorschriften zu gut gemeinten Ratschlägen und die Verhältnisse auf den Straßen zum wilden Westen ...

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    Antwort auf "Unverständnis"
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    Sie SIND es schon!

    Sie SIND es schon!

  4. ##Das ist die Zukunft der ehemals freien Welt. Unsere gesellschaftlichen Schalthebel werden künftig Ächtung, Einschüchterung und Beschränkung sein.##

    Was ist denn bitte der Status Quo der Sanktionierung?
    Einschüchterung und gewaltsame Beschränkung (Gefängnis).
    Also dagegen find ich die Ächtung in Form des Schilderprangers doch eine ziemlich humane Repressionsform.

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    Antwort auf "Mittelalterlich?"
    • Dijeh
    • 14.11.2012 um 12:30 Uhr

    wenn ich das richtig sehe, "überholt" die Frau einen anderen PKW - aber doch nicht den Bus... oder?

    den lässt sie doch links liegen...

  5. pragmatisch, konsequent; vor allem - höchst EFFIZIENT!

    Mir hatte bei meinem 1.USA-Aufenthalt mal in New Orleans der Wind eine Sandwitchtüte aus der Hand geblasen und weiter geweht, weil ich mich mit dem Riesenteil in der Hand nicht rechtzeitig danach gebückt hatte.

    Dies wurde von mehreren Passanten aufmerksam beobachtet, und mir freundlich drohend bedeutet,dass dies 1000 $ kosten würde (Taxe für "Papier auf die Straße schmeißen")

    Ich hielt das für einen Jux. Aber nicht lange!
    Als kurz darauf 2 Ordnungshüter mit martialischer Entschlossenheit auf mich zusteuerten, rannte ich der Tüte hinterher so schnell ich nur konnte.
    Wer mein dabei verlustig gegangenes Sandwich gefressen hat, ob ein Hund oder die Polizisten, habe ich vorsichtshalber nicht recherchiert ...

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    Antwort auf "Vorschlag:"
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    Wollen Sie tatsächlich in so einem Staat leben?

    Beste Grüße
    FSonntag

    Wollen Sie tatsächlich in so einem Staat leben?

    Beste Grüße
    FSonntag

  6. einfach ekelhaft!

    Das hat nichts mit einem demokratischen Rechtsstaat zu tun.

    Beste Grüße
    FSonntag

    2 Leserempfehlungen
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    ... demokratischer Rechtsstaat?
    Ein Gesetz, ein juristisch abgeklärter Text, dass solcher Art Strafen möglich sind, eine Mehrheit im Parlament, eine Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt - was soll daran nicht demokratisch und rechtsstaatlich sein?

    ... demokratischer Rechtsstaat?
    Ein Gesetz, ein juristisch abgeklärter Text, dass solcher Art Strafen möglich sind, eine Mehrheit im Parlament, eine Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt - was soll daran nicht demokratisch und rechtsstaatlich sein?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, zz
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  • Schlagworte Auto | Dollar | Führerschein | Strafe | USA | Cleveland
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