Utopien: Gern arbeiten mit dem bedingungslosen Grundeinkommen
Der Unternehmer Götz Werner fordert das bedingungslose Grundeinkommen. Wie sähe die Gesellschaft aus, wenn es Realität wäre? Die Art der Arbeit wäre eine ganz andere.
Was wäre, wenn...? Diese Frage haben wir Wissenschaftlern, Aktivisten, Unternehmern gestellt. Was wäre, wenn eine Utopie Realität werden würde, die man heute für verrückt oder wenigstens undurchführbar hält? Wie würde unsere Welt aussehen, wie würde die Gesellschaft funktionieren? Damit beschäftigt sich diese Serie.
In dieser Folge beschreibt der Unternehmer Götz Werner, was passieren würde, wenn sein Lebenstraum in Erfüllung ginge: Seit Jahren kämpft der Gründer der Drogeriekette dm für das Bedingungslose Grundeinkommen. Seine Idee wird gern als unrealistisch und unfinanzierbar abgetan.
Derartige Gegenargumente sollen in dieser Serie nicht interessieren. Sie kümmert sich nicht darum, ob eine Idee leicht oder schwer zu realisieren ist. Sie schert sich nicht um Widerstände und Vorbehalte.
- Utopien: Eine Video-Serie
Wie könnte, wie sollte unsere Gesellschaft in 40 Jahren aussehen, wenn die Utopien einer besseren Welt Wirklichkeit würden? Wissenschaftler, Unternehmer, Denker schildern ihre Utopie für die nächste Generation in einer Video-Serie.
- Weitere Folgen
-
Harald Welzer: Eine Welt ohne Wachstum
Gesche Joost: Die Kommunikation nach der E-Mail
Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!
Wolfgang Gründinger: Mehr Einfluss für die junge Generation
Hier zählt nur die Idee und was sie bewirkt. Die Auswirkungen wären dramatisch, wenn das Bedingungslose Grundeinkommen Realität wäre. Götz Werner sagt: Es würde uns Freiheit bringen. Arbeiten würden die meisten Menschen trotzdem: "Ein Mensch kann gar nicht ohne Arbeit sein." Aber es wäre eine andere Art von Arbeit. Unsere Gesellschaft wäre eine Tätigkeitsgesellschaft.
Welche Utopien soll ZEIT ONLINE in dieser Serie Wirklichkeit werden lassen? Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge als Leserkommentar. Ihre Utopie sollte nicht zu vage sein, sondern sich auf einen konkreten Gesellschaftsbereich beziehen.







für diesen Beitrag !
Ich bin dafür, soziale Kälte und Härte mehr miteinander weniger gegeneinander kaum Neid - das wäre doch eine "geile" deutsche Gesellschaft.
hier eine interessante Betrachtung von Erich Fromm (50 Jahre alt!!)
http://www.archiv-grundei...
Aber BGE erweitert und dehnt aus Macht und Einfluss des Staatsapparates. "Statt des konservativen Mottos: ‚Ein guter Lohn für gute Arbeit!‘ sollte sie (die Arbeiterklasse) auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: ‚Nieder mit dem Lohnsystem!‘“ K. Marx, Lohn, Preis und Profit
Buchenberg:
Die Forderung nach Grundeinkommen ist ein gigantisches Verstaatlichungsprogramm. Verstaatlichung führt aber nicht zum Kommunismus. Das hat der Staatssozialismus der Vergangenheit bewiesen ...
Dabei hat die Grundeinkommensgesellschaft noch die besondere Unlogik und Pikanterie, dass es weiter Kapitalisten gibt, die Eigentümer der Produktionsmittel bleiben und sogar weiter Mehrwert (Luxusmittel) erhalten.
Wir sollen also unser heutige Gesellschaft völlig umkrempeln, um anschließend die Kapitalisten doch zu behalten und um unsere Lebensbedürfnisse in die Hände der Staatsbürokratie zu legen.
Ausgerechnet die Staatsbürokratie, die in der heutigen Gesellschaft den Ärger und die Not nur vergrößert, wird zum Heilsbringer einer gerechteren Gesellschaft erklärt. Da wird der staatliche Bock zum antikapitalistischen Gärtner gemacht. Man erwartet also von uns, dass wir Revolution machen, um anschließend in doppelter Abhängigkeit von Kapital und Staat zu bleiben.
http://marx-forum.de/disk...
hier eine interessante Betrachtung von Erich Fromm (50 Jahre alt!!)
http://www.archiv-grundei...
Aber BGE erweitert und dehnt aus Macht und Einfluss des Staatsapparates. "Statt des konservativen Mottos: ‚Ein guter Lohn für gute Arbeit!‘ sollte sie (die Arbeiterklasse) auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: ‚Nieder mit dem Lohnsystem!‘“ K. Marx, Lohn, Preis und Profit
Buchenberg:
Die Forderung nach Grundeinkommen ist ein gigantisches Verstaatlichungsprogramm. Verstaatlichung führt aber nicht zum Kommunismus. Das hat der Staatssozialismus der Vergangenheit bewiesen ...
Dabei hat die Grundeinkommensgesellschaft noch die besondere Unlogik und Pikanterie, dass es weiter Kapitalisten gibt, die Eigentümer der Produktionsmittel bleiben und sogar weiter Mehrwert (Luxusmittel) erhalten.
Wir sollen also unser heutige Gesellschaft völlig umkrempeln, um anschließend die Kapitalisten doch zu behalten und um unsere Lebensbedürfnisse in die Hände der Staatsbürokratie zu legen.
Ausgerechnet die Staatsbürokratie, die in der heutigen Gesellschaft den Ärger und die Not nur vergrößert, wird zum Heilsbringer einer gerechteren Gesellschaft erklärt. Da wird der staatliche Bock zum antikapitalistischen Gärtner gemacht. Man erwartet also von uns, dass wir Revolution machen, um anschließend in doppelter Abhängigkeit von Kapital und Staat zu bleiben.
http://marx-forum.de/disk...
Geil wärs sicher auch wenn der Einzelhandel erstmal die Praise nach oben haut, genauso wie Strom-, Wasser und Gasversorger. Wenn alle mehr haben kann man allen erstmal mehr in die Tasche fassen.
Als ob dem nicht von gesetzgeberischer Seite vorgebeugt werden könnte, wenn man dies denn wollte. Und wieso behauptest du, man hätte mehr? Einerseits ist die Höhe des Grundeinkommens noch von niemandem festgesetzt worden und andererseits gibt der Staat für einen Hartz IV Empfänger ähnlich hohe Summen wie die immer vorgeschlagenen 1200 Euro aus, aber ohne sie dem Empfänger voll zur Verfügung zu stellen.
Warum so ängstlich und unkreativ?
Na dann landet ja wieder mehr in den Kassen der Unternehmen, die dann wieder mehr Steuer abführen, wovon das an die Inflation gekoppelte Grundeinkommen finanziert wird, Ende. Also wenn schon flach, dann auch bitte zu Ende denken :)
Es ist aber nicht so das alle dadurch mehr hätten was man abschöpfen könnte. Es ist mehr so das nur die untersten Einkommen erhöht würden. Das heißt es gebe nur keine Armen mehr, nicht aber mehr Reiche. Es wären höchstens weniger Reiche...
Als ob dem nicht von gesetzgeberischer Seite vorgebeugt werden könnte, wenn man dies denn wollte. Und wieso behauptest du, man hätte mehr? Einerseits ist die Höhe des Grundeinkommens noch von niemandem festgesetzt worden und andererseits gibt der Staat für einen Hartz IV Empfänger ähnlich hohe Summen wie die immer vorgeschlagenen 1200 Euro aus, aber ohne sie dem Empfänger voll zur Verfügung zu stellen.
Warum so ängstlich und unkreativ?
Na dann landet ja wieder mehr in den Kassen der Unternehmen, die dann wieder mehr Steuer abführen, wovon das an die Inflation gekoppelte Grundeinkommen finanziert wird, Ende. Also wenn schon flach, dann auch bitte zu Ende denken :)
Es ist aber nicht so das alle dadurch mehr hätten was man abschöpfen könnte. Es ist mehr so das nur die untersten Einkommen erhöht würden. Das heißt es gebe nur keine Armen mehr, nicht aber mehr Reiche. Es wären höchstens weniger Reiche...
Ist grundsätzlich eine gute Idee. Solange keine gravierenden Mehrkosten entstehen. Ansonsten sollte die Priorität auf eine Verbesserung des Bildungssystems gelegt werden. Da gibt es einiges, unter Anderem: Flächendeckende Ganztagsangebote von der KITA bis zum Studium. Alleine das kostet schon einiges...
Ist mit absoluter Sicherheit ein wesentlicher Grundpfeiler einer Gesellschaft, ob mit oder ohne BG.
In einer Gesellschaft mit BG könnte man sich meiner Meinung nach ein Vernachlässigen derselben wie heute kaum noch leisten. Für ein sinnstiftendes BG halte ich einen hohen Bildungsgrad der Menschen für unerläßich, da nur so eine Grundlage für sich entwickelndes selbstbestimmtes Arbeiten gelegt werden kann.
Nach meiner Meinung könnte ein BG durch einen hohen Automatisierungsgrad und der Degradierung der Masse zu unkritischen Konsumenten ebenso funktionieren, wie durch eine selbstschöpferische Ausrichtung der Masse, welche die Automatisierung im Rahmen der Selbstbestimmung nutzt.
Bildung muß im Rahmen eines BG daher wieder deutlich an Wert gewinnen.
Ist mit absoluter Sicherheit ein wesentlicher Grundpfeiler einer Gesellschaft, ob mit oder ohne BG.
In einer Gesellschaft mit BG könnte man sich meiner Meinung nach ein Vernachlässigen derselben wie heute kaum noch leisten. Für ein sinnstiftendes BG halte ich einen hohen Bildungsgrad der Menschen für unerläßich, da nur so eine Grundlage für sich entwickelndes selbstbestimmtes Arbeiten gelegt werden kann.
Nach meiner Meinung könnte ein BG durch einen hohen Automatisierungsgrad und der Degradierung der Masse zu unkritischen Konsumenten ebenso funktionieren, wie durch eine selbstschöpferische Ausrichtung der Masse, welche die Automatisierung im Rahmen der Selbstbestimmung nutzt.
Bildung muß im Rahmen eines BG daher wieder deutlich an Wert gewinnen.
http://grundeinkommen.tv
Hier gleich die Schweizer Webseite dazu an zuhängen sowie die Volksinitiative Webseite. Der Zähler steht zur Zeit bei 42000 benötigt werden 120000
http://www.grundeinkommen.ch
http://bedingungslos.ch/i...
Zusätzlich verweise ich auf meine Webseite. Das geht aber noch eine ganze Ecke weiter als das BGE.
@Zeitkritik
Warum schwingen Sie schon wieder die Moral Keule? Das würden die Leute doch sicher bald selbst merken wenn es kein anderer mehr für sie tut.
Man wäre ja dann Frei es nicht mehr tun zu müssen wenn man nicht will. Aber ich glaube nicht das es keine Schlachter mehr geben würde, im gegen teil, ich denke die so genannte "Dorf Metzg" hätte endlich wieder ihre Existenzberechtigung zurück.
Es würde sich der Schlachter eher selbständig machen und die gross Konzerne würden endlich zerfallen. Ein Fest in meinen Augen. Endlich keine Konzerne mehr die bei der EU Gen Food und was weiss ich alles durch drücken gegen den Willen der Bevölkerung.
Es würde sicher wieder kleine Geschäfte geben, die nicht zwingend und absolut auf Gewinn ausgerichtet sein müssen. Die ganze Welt würde ein ganzes Stück lebenswerter.
Wann waren Sie zu Letzt einfach so zum gemütlichen beisammen sitzen in einem Restaurant?
Hier gleich die Schweizer Webseite dazu an zuhängen sowie die Volksinitiative Webseite. Der Zähler steht zur Zeit bei 42000 benötigt werden 120000
http://www.grundeinkommen.ch
http://bedingungslos.ch/i...
Zusätzlich verweise ich auf meine Webseite. Das geht aber noch eine ganze Ecke weiter als das BGE.
@Zeitkritik
Warum schwingen Sie schon wieder die Moral Keule? Das würden die Leute doch sicher bald selbst merken wenn es kein anderer mehr für sie tut.
Man wäre ja dann Frei es nicht mehr tun zu müssen wenn man nicht will. Aber ich glaube nicht das es keine Schlachter mehr geben würde, im gegen teil, ich denke die so genannte "Dorf Metzg" hätte endlich wieder ihre Existenzberechtigung zurück.
Es würde sich der Schlachter eher selbständig machen und die gross Konzerne würden endlich zerfallen. Ein Fest in meinen Augen. Endlich keine Konzerne mehr die bei der EU Gen Food und was weiss ich alles durch drücken gegen den Willen der Bevölkerung.
Es würde sicher wieder kleine Geschäfte geben, die nicht zwingend und absolut auf Gewinn ausgerichtet sein müssen. Die ganze Welt würde ein ganzes Stück lebenswerter.
Wann waren Sie zu Letzt einfach so zum gemütlichen beisammen sitzen in einem Restaurant?
schreiben Sie über die Utopie wie es wohl wäre wenn die Menschen so viel Bewusstsein entwickeln würden, dass sie ihr Leben folgendermassen ausrichten würden:
Lass keinen die Arbeit tun, die du nicht willig bist selbst zu tun - die Betonung liegt auf willig z.B. das Schlachten von Tieren - und wenn das Bewusstsein in der Masse sich so entwickeln könnte, und die Masse der Menschen vegetarisch leben würde, dann würde auch die Hemmschwelle Menschen zu töten steigen, dann bräuchte man auch keine Waffenindustrie mehr! Dann hätte man viel weniger Arbeit, und dann wäre auch ein bedingungsloses Grundeinkommen kein Problem --- anstatt jetzt so viel zu arbeiten, Tierfutter herstellen, transportieren, Tiere töten, Waffen konstruieren etc .. etc. Militär aus Afghanistan zurück holen ... all das kann man sich sparen! und mehr vom Leben haben!
Sie reden von industrieller Tierproduktion und verallgemeinern. Ein BG sollte aber nach meiner Meinung auch die Möglichkeit eröffnen Lebensgrundlagen wieder regional zu erwirtschaften.
Aus meiner Lebenswirklichkeit innerhalb des bei mir vorherrschenden Klimas kann ich mir nicht vorstellen, wie man ohne Tiere nur die Gemüsebeete natürlich und ertragsbezogen ausreichend düngen will. Was machen sie mit denen, wegschmeißen?
Wie wollen sie die Böden pflegen, mit Rentnerschafen auf Rollator oder wie bisher mit Mähfahrzeugen?
Wissen sie eigentlich wie viele Kaninchen und Hühner bereits auf ein paar hundert Quadratmeter versorgt sind? Und vor allem auch nötig sind für eine ertragsreiche Bewirtschaftung nach natürlichen Kriterien? Was übrigens auch Raum für sich selbst überlassene Natur eröffnet.
Dogmen wie der Vegetarismus, könnten diese nicht zu den Dingen gehören welche ein sinnbehaftetes BG erschweren oder verhindern? - Ich denke schon.
Sie reden von industrieller Tierproduktion und verallgemeinern. Ein BG sollte aber nach meiner Meinung auch die Möglichkeit eröffnen Lebensgrundlagen wieder regional zu erwirtschaften.
Aus meiner Lebenswirklichkeit innerhalb des bei mir vorherrschenden Klimas kann ich mir nicht vorstellen, wie man ohne Tiere nur die Gemüsebeete natürlich und ertragsbezogen ausreichend düngen will. Was machen sie mit denen, wegschmeißen?
Wie wollen sie die Böden pflegen, mit Rentnerschafen auf Rollator oder wie bisher mit Mähfahrzeugen?
Wissen sie eigentlich wie viele Kaninchen und Hühner bereits auf ein paar hundert Quadratmeter versorgt sind? Und vor allem auch nötig sind für eine ertragsreiche Bewirtschaftung nach natürlichen Kriterien? Was übrigens auch Raum für sich selbst überlassene Natur eröffnet.
Dogmen wie der Vegetarismus, könnten diese nicht zu den Dingen gehören welche ein sinnbehaftetes BG erschweren oder verhindern? - Ich denke schon.
vor ein paar Wochen gab es hier einen Leserartikel zum Thema (die Suchfunktion funktioniert gerade nicht, daher kann ich den Link nicht einstellen), geschrieben von einem studierten Mathematiker, der sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen muß.
Welch ein verschwendetes Potential! Hätten wir das Grundeinkommen, könnte jener - anstatt für 8€ bei Lidl zu arbeiten, endlich das NP-in-P-Problem lösen, oder sonstwie die Mathematik weiter führen.
Künstler könnten Kunst schaffen, ohne sich um die Mode zu scheren.
Menschen könnten Ehrenamtlich arbeiten.
Alles in allem wäre es ein großer zivilisatorischer Schritt, der bei heutiger Produktivität durchaus machbar wäre. Doch leider steht zu viel Ideologie in der Politik dem entgegen.
... denn Menschen brauchen auch das Gefühl, gebraucht zu werden, und etwas, das sie vorantreibt und motiviert und erst einmal dazu bringt, aus dem Bett zu kommen. Wer das nicht hat, versinkt leicht in Apathie oder kommt nicht mehr vom Fernseher los - manche Langzeitarbeitslose geraten ja in einen solchen Zustand. - Insofern finde ich, das ein Grundeinkommen die Bedingung haben sollte , das man sich in irgendeiner Weise sinnvoll für die Gesellschaft engagiert, so man das denn kann.
"Hätten wir das Grundeinkommen, könnte jener - anstatt für 8€ bei Lidl zu arbeiten, endlich das NP-in-P-Problem lösen"
Und wer steht dann bei LIDL an der Kasse und räumt die Regale ein? Roboter? Wer entwickelt den Roboter? Wer repariert den Roboter, wenn er kaputt ist? Gibt es überhaupt noch genügend Leute, die sich für Robotik interessieren, wenn sie genauso gut NP-Probleme lösen könnten oder Bilder malen?
"Alles in allem wäre es ein großer zivilisatorischer Schritt, der bei heutiger Produktivität durchaus machbar wäre. Doch leider steht zu viel Ideologie in der Politik dem entgegen."
Ja, es wäre ein großer Schritt. Aber erstens ist der Automatisierungsgrad dafür nicht hoch genug, und zweitens müsste der Schritt global vollzogen werden. Oder warum sollen Chinesen unsere iPhones bauen, während wir uns der Selbstverwirklichung hingeben?
Sie schreiben: "Oder warum sollen Chinesen unsere iPhones bauen, während wir uns der Selbstverwirklichung hingeben?"
Dieses Denkmuster ist mir kürzlich in einem ganz anderen Kontext begegnet. Hartmut Krauss, Soziologe und Redakteur der Zeitung ´Hintergrund´, hat einen sehr lesenswerten Artikel zu Anders Breivik geschrieben. Darin deckt er auf, dass Breivik kein Freiheitskämpfer ist, sondern bloss ein "spiegelverkehrter Djihadist". Welches Verständnis von Freiheit hat jemand, der Al Qaida bewundert und sich im Kampf gegen den Islam selber zum reaktionären Monster entwickelt?
Wenn wir uns über die Zukunft Gedanken machen, dann sollten wir uns überlegen, wo wir uns - und zwar von unserem eigenen Werte- und Wirtschaftssystem aus! - hin entwickeln wollen. Götz Werner hat es ja auf den Punkt gebracht: Die Zukunft liegt in unseren Köpfen.
Zurzeit versuchen die Chinesen, Anschluss an den Westen zu finden. Dass das so ist, liegt sicher an der Überlegenheit (Kreativität und Humanität) des westlichen Systems in der Vergangenheit. Einfach nur im Ist-Zustand zu verharren, wäre deshalb falsch. Hätte sich der Westen in der Vergangenheit an Gesellschaften orientiert, die rückständiger sind, dann hätte es nie eine Aufklärung gegeben. Nie eine Deklaration der Menschenrechte.
Ich fände es gut, wenn sich die Chinesen auch dann noch am Westen orientieren, nachdem sie flächendeckenden Wohlstand erreicht haben.
...sollte vor uns irgendeine Gesellschaft einmal mit Erfolg ausprobiert haben, auch wenn das Versprechen in Schlaraffia zu wohnen natürlich verheißungsvoll erscheint. Große gesellschaftliche Experimente sind nämlich geeignet Volkswirtschaften völlig vor die Wand zu fahren. Eigentlich kenne ich überhaupt kein gelungenes theorienbasiertes Experiment in der Geschichte (Großer Sprung nach vorn...).
Niemand kann beim BGE garantieren, dass nach Einführung erst einmal 40% der Bevölkerung aufhören zu arbeiten. Da dann zwangsläufig die Steuerlast für den Rest steigt, sie zu 90% nur noch für andere arbeiten (was unmenschlich wäre), lohnt es sich für diese dann auch nicht mehr.
Wie Deutschland, seine Sozialsysteme, die Lebensmittelversorgung etc. etc. aussähe, wenn das BGE-Experiment grandios gescheitert ist, kann keiner prognostizieren.
... denn Menschen brauchen auch das Gefühl, gebraucht zu werden, und etwas, das sie vorantreibt und motiviert und erst einmal dazu bringt, aus dem Bett zu kommen. Wer das nicht hat, versinkt leicht in Apathie oder kommt nicht mehr vom Fernseher los - manche Langzeitarbeitslose geraten ja in einen solchen Zustand. - Insofern finde ich, das ein Grundeinkommen die Bedingung haben sollte , das man sich in irgendeiner Weise sinnvoll für die Gesellschaft engagiert, so man das denn kann.
"Hätten wir das Grundeinkommen, könnte jener - anstatt für 8€ bei Lidl zu arbeiten, endlich das NP-in-P-Problem lösen"
Und wer steht dann bei LIDL an der Kasse und räumt die Regale ein? Roboter? Wer entwickelt den Roboter? Wer repariert den Roboter, wenn er kaputt ist? Gibt es überhaupt noch genügend Leute, die sich für Robotik interessieren, wenn sie genauso gut NP-Probleme lösen könnten oder Bilder malen?
"Alles in allem wäre es ein großer zivilisatorischer Schritt, der bei heutiger Produktivität durchaus machbar wäre. Doch leider steht zu viel Ideologie in der Politik dem entgegen."
Ja, es wäre ein großer Schritt. Aber erstens ist der Automatisierungsgrad dafür nicht hoch genug, und zweitens müsste der Schritt global vollzogen werden. Oder warum sollen Chinesen unsere iPhones bauen, während wir uns der Selbstverwirklichung hingeben?
Sie schreiben: "Oder warum sollen Chinesen unsere iPhones bauen, während wir uns der Selbstverwirklichung hingeben?"
Dieses Denkmuster ist mir kürzlich in einem ganz anderen Kontext begegnet. Hartmut Krauss, Soziologe und Redakteur der Zeitung ´Hintergrund´, hat einen sehr lesenswerten Artikel zu Anders Breivik geschrieben. Darin deckt er auf, dass Breivik kein Freiheitskämpfer ist, sondern bloss ein "spiegelverkehrter Djihadist". Welches Verständnis von Freiheit hat jemand, der Al Qaida bewundert und sich im Kampf gegen den Islam selber zum reaktionären Monster entwickelt?
Wenn wir uns über die Zukunft Gedanken machen, dann sollten wir uns überlegen, wo wir uns - und zwar von unserem eigenen Werte- und Wirtschaftssystem aus! - hin entwickeln wollen. Götz Werner hat es ja auf den Punkt gebracht: Die Zukunft liegt in unseren Köpfen.
Zurzeit versuchen die Chinesen, Anschluss an den Westen zu finden. Dass das so ist, liegt sicher an der Überlegenheit (Kreativität und Humanität) des westlichen Systems in der Vergangenheit. Einfach nur im Ist-Zustand zu verharren, wäre deshalb falsch. Hätte sich der Westen in der Vergangenheit an Gesellschaften orientiert, die rückständiger sind, dann hätte es nie eine Aufklärung gegeben. Nie eine Deklaration der Menschenrechte.
Ich fände es gut, wenn sich die Chinesen auch dann noch am Westen orientieren, nachdem sie flächendeckenden Wohlstand erreicht haben.
...sollte vor uns irgendeine Gesellschaft einmal mit Erfolg ausprobiert haben, auch wenn das Versprechen in Schlaraffia zu wohnen natürlich verheißungsvoll erscheint. Große gesellschaftliche Experimente sind nämlich geeignet Volkswirtschaften völlig vor die Wand zu fahren. Eigentlich kenne ich überhaupt kein gelungenes theorienbasiertes Experiment in der Geschichte (Großer Sprung nach vorn...).
Niemand kann beim BGE garantieren, dass nach Einführung erst einmal 40% der Bevölkerung aufhören zu arbeiten. Da dann zwangsläufig die Steuerlast für den Rest steigt, sie zu 90% nur noch für andere arbeiten (was unmenschlich wäre), lohnt es sich für diese dann auch nicht mehr.
Wie Deutschland, seine Sozialsysteme, die Lebensmittelversorgung etc. etc. aussähe, wenn das BGE-Experiment grandios gescheitert ist, kann keiner prognostizieren.
Er kann ja bei sich im UN anfangen. Mal sehn ob die Kassen morgen noch besetzt sind.
Was würden SIE tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?
Fragen Sie also nicht, was die dm-MitarbeiterInnen tun würden. Sondern fragen Sie sich: Was würde ICH tun?
Mal ehrlich, kann er doch wirklich bei sich in der Drogerie mal für einen Monat ausprobieren! Sagen wir mal so; er kommuniziert die Idee intern und lässt eine Umfrage durchführen (Ergebnisse anonymisiert) wer dann wieviel arbeiten wird!? Wenn daraus hervorgeht, dass es machbar ist, dann macht er eine Social Media Werbekampagne und füllt die Lücken mit Kollegen (Karriereleiter ;) ) sowie Freiwilligen (Social Media). Das können wir doch schaffen!
Was würden SIE tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?
Fragen Sie also nicht, was die dm-MitarbeiterInnen tun würden. Sondern fragen Sie sich: Was würde ICH tun?
Mal ehrlich, kann er doch wirklich bei sich in der Drogerie mal für einen Monat ausprobieren! Sagen wir mal so; er kommuniziert die Idee intern und lässt eine Umfrage durchführen (Ergebnisse anonymisiert) wer dann wieviel arbeiten wird!? Wenn daraus hervorgeht, dass es machbar ist, dann macht er eine Social Media Werbekampagne und füllt die Lücken mit Kollegen (Karriereleiter ;) ) sowie Freiwilligen (Social Media). Das können wir doch schaffen!
Deutschland wird wieder ein Land der Dichter und Denker. Schließlich steckt doch in jedem von uns ein Künstler.
Dann kann ich mir auch endlich meinen Wunsch erfüllen, Dauerstudent zu werden, denn es gibt ja wohl hoffentlich keine Studiengebühren mehr. Und nach dem Studium geht es dann in die wohlverdiente Rente - ich werde dann vielleicht Bücher schreiben über mein erfülltes Leben und meine Reisen durch die Welt. Ja, das könnte schön werden.
@ 8 / oekonomi
Warum eigentlich nicht? Sie schreiben das so ironisch, aber was spricht dagegen? Machen Sie, was SIE wollen. Ich tue das, was ICH will. Ich mache mir keine Sorgen, dass niemand arbeiten wird, denn ich selber will es tun.
Fehlt Ihnen die Phantasie sich folgendes vorzustellen:
.
* Hausarbeit ist nicht länger unbezahlt
* Kindererziehung zu Hause ist finanzierbar
* Studieren ( rascher und in Ruhe) ohne Nebenjobs ist effezienter
* Freiberufler haben ein Basiseinkommen
* Arbeit kann gerechter verteilt werden.
* Jeder entscheidet, was- und wie viel er arbeitet
* eine never ending list.
Ich weiß nicht wieso, aber ich musste nach dem Lesen ihres Beitrages weinen, da dies genau mein Leben sein könnte, von dem ich schon als Kind träumte und ich bis heute träume
JLC
Nachdem ich Ihren Kommentar gelesen habe, bin ich der Meinung, Sie studieren überhaupt nichts.
Sollten Sie doch studieren, oder studiert haben, war es, meiner Meinung nach, umsonst.
... und sich den Kampf gegen die Langeweile auch noch bezahlen lassen. Das ist eine geradezu aristrokratische Denkweise.
Wer soll eigentlich die Lebensmittel produzieren, die wir dann essen ... unsere afrikanische Freunde? ... und an der Kasse bei Lidl oder Aldi sitzen ... Gastarbeiter aus Indien? Insofern passt der Spruch von der "spätrömischen Dekadenz" wirklich. Leider hat Deutschland kein Öl ... Länder wie Saudi-Arabien waren dagegen wirklich zeitweise in der Lage ihren Staatbürger Gehälter für Nichtstun zu zahlen, während ausgebeutete Gastarbeiter die Arbeit machen. Irgendwann ist das Öl aber auch alle.
@ 8 / oekonomi
Warum eigentlich nicht? Sie schreiben das so ironisch, aber was spricht dagegen? Machen Sie, was SIE wollen. Ich tue das, was ICH will. Ich mache mir keine Sorgen, dass niemand arbeiten wird, denn ich selber will es tun.
Fehlt Ihnen die Phantasie sich folgendes vorzustellen:
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* Hausarbeit ist nicht länger unbezahlt
* Kindererziehung zu Hause ist finanzierbar
* Studieren ( rascher und in Ruhe) ohne Nebenjobs ist effezienter
* Freiberufler haben ein Basiseinkommen
* Arbeit kann gerechter verteilt werden.
* Jeder entscheidet, was- und wie viel er arbeitet
* eine never ending list.
Ich weiß nicht wieso, aber ich musste nach dem Lesen ihres Beitrages weinen, da dies genau mein Leben sein könnte, von dem ich schon als Kind träumte und ich bis heute träume
JLC
Nachdem ich Ihren Kommentar gelesen habe, bin ich der Meinung, Sie studieren überhaupt nichts.
Sollten Sie doch studieren, oder studiert haben, war es, meiner Meinung nach, umsonst.
... und sich den Kampf gegen die Langeweile auch noch bezahlen lassen. Das ist eine geradezu aristrokratische Denkweise.
Wer soll eigentlich die Lebensmittel produzieren, die wir dann essen ... unsere afrikanische Freunde? ... und an der Kasse bei Lidl oder Aldi sitzen ... Gastarbeiter aus Indien? Insofern passt der Spruch von der "spätrömischen Dekadenz" wirklich. Leider hat Deutschland kein Öl ... Länder wie Saudi-Arabien waren dagegen wirklich zeitweise in der Lage ihren Staatbürger Gehälter für Nichtstun zu zahlen, während ausgebeutete Gastarbeiter die Arbeit machen. Irgendwann ist das Öl aber auch alle.
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