Utopien : Gern arbeiten mit dem bedingungslosen Grundeinkommen

Der Unternehmer Götz Werner fordert das bedingungslose Grundeinkommen. Wie sähe die Gesellschaft aus, wenn es Realität wäre? Die Art der Arbeit wäre eine ganz andere.
Eine Utopie von Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle

Was wäre, wenn...? Diese Frage haben wir Wissenschaftlern, Aktivisten, Unternehmern gestellt. Was wäre, wenn eine Utopie Realität werden würde, die man heute für verrückt oder wenigstens undurchführbar hält? Wie würde unsere Welt aussehen, wie würde die Gesellschaft funktionieren? Damit beschäftigt sich diese Serie .

In dieser Folge beschreibt der Unternehmer Götz Werner , was passieren würde, wenn sein Lebenstraum in Erfüllung ginge: Seit Jahren kämpft der Gründer der Drogeriekette dm für das Bedingungslose Grundeinkommen. Seine Idee wird gern als unrealistisch und unfinanzierbar abgetan.

Derartige Gegenargumente sollen in dieser Serie nicht interessieren. Sie kümmert sich nicht darum, ob eine Idee leicht oder schwer zu realisieren ist. Sie schert sich nicht um Widerstände und Vorbehalte.

Hier zählt nur die Idee und was sie bewirkt. Die Auswirkungen wären dramatisch, wenn das Bedingungslose Grundeinkommen Realität wäre. Götz Werner sagt: Es würde uns Freiheit bringen. Arbeiten würden die meisten Menschen trotzdem: "Ein Mensch kann gar nicht ohne Arbeit sein." Aber es wäre eine andere Art von Arbeit. Unsere Gesellschaft wäre eine Tätigkeitsgesellschaft.

Welche Utopien soll ZEIT ONLINE in dieser Serie Wirklichkeit werden lassen? Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge als Leserkommentar. Ihre Utopie sollte nicht zu vage sein, sondern sich auf einen konkreten Gesellschaftsbereich beziehen.

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Kommentare

483 Kommentare Seite 1 von 51 Kommentieren

Grundeinkommen

hier eine interessante Betrachtung von Erich Fromm (50 Jahre alt!!)
http://www.archiv-grundei...
Aber BGE erweitert und dehnt aus Macht und Einfluss des Staatsapparates. "Statt des konservativen Mottos: ‚Ein guter Lohn für gute Arbeit!‘ sollte sie (die Arbeiterklasse) auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: ‚Nieder mit dem Lohnsystem!‘“ K. Marx, Lohn, Preis und Profit
Buchenberg:
Die Forderung nach Grundeinkommen ist ein gigantisches Verstaatlichungsprogramm. Verstaatlichung führt aber nicht zum Kommunismus. Das hat der Staatssozialismus der Vergangenheit bewiesen ...
Dabei hat die Grundeinkommensgesellschaft noch die besondere Unlogik und Pikanterie, dass es weiter Kapitalisten gibt, die Eigentümer der Produktionsmittel bleiben und sogar weiter Mehrwert (Luxusmittel) erhalten.
Wir sollen also unser heutige Gesellschaft völlig umkrempeln, um anschließend die Kapitalisten doch zu behalten und um unsere Lebensbedürfnisse in die Hände der Staatsbürokratie zu legen.
Ausgerechnet die Staatsbürokratie, die in der heutigen Gesellschaft den Ärger und die Not nur vergrößert, wird zum Heilsbringer einer gerechteren Gesellschaft erklärt. Da wird der staatliche Bock zum antikapitalistischen Gärtner gemacht. Man erwartet also von uns, dass wir Revolution machen, um anschließend in doppelter Abhängigkeit von Kapital und Staat zu bleiben.

http://marx-forum.de/disk...

Das ist eine unkreative Möglichkeit, zu antworten.

Als ob dem nicht von gesetzgeberischer Seite vorgebeugt werden könnte, wenn man dies denn wollte. Und wieso behauptest du, man hätte mehr? Einerseits ist die Höhe des Grundeinkommens noch von niemandem festgesetzt worden und andererseits gibt der Staat für einen Hartz IV Empfänger ähnlich hohe Summen wie die immer vorgeschlagenen 1200 Euro aus, aber ohne sie dem Empfänger voll zur Verfügung zu stellen.

Warum so ängstlich und unkreativ?

Bedingungsloses Grundeinkommen als Label für alte Ideen

>> "Wenn alle mehr haben kann man allen erstmal mehr in die Tasche fassen."

>"Als ob dem nicht von gesetzgeberischer Seite vorgebeugt werden könnte, wenn man dies denn wollte."

Biertuose hat meiner Ansicht nach einen wichtigen Punkt angesprochen. Preise ergeben sich durch Angebot und Nachfrage. Wenn jeder mehr Geld zur Verfügung hätte, würden z.B. die Mieten automatisch steigen, oder sehe ich das falsch?

Natürlich könnte man durch Gesetze die Mietpreise festschreiben, aber dann hätten wir letztendlich keinen freien Markt mehr. Dasselbe gälte dann auch für Lebensmittel etc.

Man kann nun durchaus der Meinung sein, dass die freie Marktwirtschaft ungerecht ist und abgeschafft werden muss, aber dann sollte man so ehrlich sein und das klar sagen.

Meiner Ansicht nach ist das bedingungslose Grundeinkommen ein Label für Ideen aus der Vergangenheit, die sonst nicht mehr salonfähig wären. Ich sage damit nicht, dass ich es grundsätzlich eine schlechte Idee finde - ich meine bloß, man sollte es bis zum Ende durchdenken.

.....

[Man kann nun durchaus der Meinung sein, dass die freie Marktwirtschaft ungerecht ist und abgeschafft werden muss, aber dann sollte man so ehrlich sein und das klar sagen.]

Marktwirtschaft....

Eine Frage hätte ich dazu:

Wieso arbeiten Menschen in der Werbeindustrie? Wieso gibt es Buchhalter, Kostenrechner, Marketingspezialisten, Vertreter und Werbetexter?

Sollte sich die Marktwirtschaft (bzw. die Nachfrage) nicht angeblich unsere Bedürfnisse widerspiegeln? Wenn es dem so wäre, so gäbe es keinen Grund diese Tätigkeiten auszuüben - denn der Bedarf kommt vom Menschen alleine.

Schauen Sie auf die Technikbranche. Können Sie noch in diesem Bereich Ihre Bedürfnisse einbringen, oder sind Sie einfach einfach davon abhängig, was der "Markt" ihnen bietet?

Schauen Sie auf den Markt der sog. Fernseher. Können Sie hier noch die ganzen Werbebegriffe von Details unterscheiden? Können Sie die Unterschiede in Produktlinien (Premium, etc.) noch vergleichen? Können Sie die Unterschiede zwischen Produkten anderer Unternehmen hier noch objektiv betrachten?

Nein, Sie handeln hier völlig gläubig. Vieles ist nur noch subjektiv wahrnehmbar.

SmartTV - Was ist an diesen Geräten so "smart", wenn die nichtmal einen guten Browser anbieten, welche Youtube abspielen kann (wobei man hier mit einem YouTube-App wirbt).

Mein Computer z.B. konnte es schon lange. Wozu also werden hier Ressourcen in den Schwachsinn gestellt - welches nichtmal die Mindestanforderungen erfüllt?

Nein.

Ich kann deinem Marktfetisch und deiner Alles-oder-Nichts-Logik in Sachen (freie) Marktwirtschaft nichts anfangen und möchte mir auch nicht von dir unterstellen lassen, die (freie) Marktwirtschaft insgeheim eigentlich ganz abschaffen zu wollen.

Nimm überdies auch bitte zu Kenntnis, dass es die freie Marktwirtschaft wie du sie hier an die Wand malst, nirgends gibt. Jede Marktwirtschaft dieser Welt ist eine Regulierte und es wäre keine außergewöhnliche Sache wenn auch im Falle der Einführung einer negativen Einkommenssteuer Maßnahmen zum Schutz der Schwächeren getroffen werden (die es ja auch dann noch geben würde).

Verzeih mir, aber: Du klingst wie ein VWL-Drittsemester, der noch nicht gelernt hat, die Rhetorik seiner INSW-Dozenten zu hinterfragen und bloßzustellen.

Grundeinkommen bzw. negative Einkommenssteuer

Ist grundsätzlich eine gute Idee. Solange keine gravierenden Mehrkosten entstehen. Ansonsten sollte die Priorität auf eine Verbesserung des Bildungssystems gelegt werden. Da gibt es einiges, unter Anderem: Flächendeckende Ganztagsangebote von der KITA bis zum Studium. Alleine das kostet schon einiges...