IntegrationszwangGericht statuiert Exempel an einer älteren türkischen Frau
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Was passiert, wenn sie den Kurs nicht besteht?

Wir leben aber nicht in einer idealen Welt. Gerichte sollten bei ihren Entscheidungen nicht nur auf grundsätzliche Prinzipien achten, wie in diesem Fall "ein besonders hohes staatliches und gesellschaftliches Interesse" daran, dass in Deutschland lebende Ausländer Deutsch lernen.

Ihre Entscheidungen sollten auch verhältnismäßig und am Einzelfall orientiert sein. Was hat der Staat davon, genau diese Frau zu einem Integrationskurs zu verpflichten? Was genau soll sie danach anders, besser machen als in den 30 Jahren zuvor? Sie lebt ihr Leben offensichtlich im Kreise ihrer Familie, bei Arzt- und Amtsgängen helfen ihr vermutlich die Kinder. Sie bezieht keine staatlichen Leistungen, ist mit Erziehung und Haushalt vollauf beschäftigt. Warum lässt man sie nicht einfach sein und gibt den Platz im Kurs jemandem, der ihn dringender braucht? Den Richtern scheint es nicht um diese türkische Großmutter zu gehen – sie wollen einfach ein Exempel statuieren.

Nichts ist weniger zielführend als ein Sprachkurs, zu dem man gezwungen wird. Wie soll man unter solchen Voraussetzungen lernen können, lernen wollen?

Und was passiert, wenn die Frau den Kurs weiterhin verweigert oder ihn nicht erfolgreich besteht? Wird die Ausländerbehörde die Frau, deren Familie ja hier in Deutschland lebt, nach 30 Jahren abschieben?

Dann sollte der Staat aber vorher zumindest noch schnell einige Kita-Betreuungsplätze schaffen für die Enkel, die dann nicht mehr von ihrer Großmutter betreut werden können.

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Leserkommentare
  1. Pardon, aber auch Analphabeten können sprechen.

    Um mich in einer Sprache verständlich zu machen braucht man nicht zwangsweise auch lesen können.

    Intuitive Lernmethoden gibt es genügend. In 30 Jahren hätte man also einige ausprobieren können, so man den Willen hat. ( Bedenken wir, gerade Babys lernen sprechen in "Sprache ohne Buchstaben" - sogar bei 2-sprachigen Familien können diese die Sprachen unterscheiden )

    Befremdlich daher eher das es nicht längst ein Urteil zu dieser Sachlage hier gab. Auch, so der Wille da ist, geht das in 5 Jahren. dafür muss man keine 30 Jahre abwarten.

    Das Urteil ist mehr als richtig.

    Nur so am Rande, nebenbei

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    • Suryo
    • 28. November 2012 16:55 Uhr

    Wer noch nie eine Schule besucht hat, wird sich mit 60 Jahren vermutlich doch etwas schwer mit dem Konzept "Unterricht" tun. Und woher wollen Sie wissen, daß in Integrationskursen die deutsche Sprache auf die von Ihnen vorgeschlagene, intuitive Art gelehrt wird?

    wo diese Frau einen Sprachkurs findet, der auf ihre Bedürfnisse als Analphabetin zugeschnitten ist.

    Natürlich wäre es wünschenswert, wenn diese Frau lesen könnte und der deutschen Sprache mächtig wäre. Aber welche Botschaft steckt darin, sie per Gerichtsbescheid zu einem Sprachkurs zu verdonnern, nachdem sie 30 Jahre in einer (lange Zeit von der Mehrheitsgesellschaft gewünschten und geförderten) Parallelgesellschaft gelebt hat? Eine Willkommenskultur sieht anders aus - und hätte vor 30 Jahren auch anders aussehen müssen. Und die Frage, welche Konsequenzen es denn haben sollte, wenn die Frau den Sprachkurs nicht erfolgreich absolviert, bleibt. Will man sie dann zurück in die Türkei schicken? Vor diesem Hintergrund ist das Urteil absurd.

    Wenn man einen solchen Unfug liest, ...

    A) Das Gehirn von Kindern bis 6 Jahren ist besonders plastisch, es kann relativ rasch Sprache erlernen, auch in einem mehrsprachigen Haushalt. Nach dem 6 Lebensjahr haben sich die Strukturen bereits verfestigt, so dass die Lernfähigkeit abnimmt.

    B) Wie soll die Frau das Vorgetragene repetieren, wenn sie es weder selbst niederschreiben noch eine Lernvorlage lesen kann.

    C) Das Argument der Selbstverantwortung ist bequem, weil es sämtliche relevanten Faktoren ausser acht lässt. Beispielsweise ist es sehr wahrscheinlich, dass die Frau selbst wenig Entscheidungsbefugnis hat, da sie einer patriarchalen Gesellschaft entstammt.

    Das Urteil mag im Grundsatz für die Integrationsbestrebungen richtig sein, doch hier hätte dass Gericht angesichts der Umstände in seinem Ermessenspielraum den Kurs aussetzen können. Schliesslich war die Frau über 30 Jahre in Deutschland ohne dass sich der Staat um sie gekümmert hätte. Die Gerichte und zuständigen Behörden sollen jene zum Integrationskurs verpflichten, die einen Nutzen davon haben.

    > C) [...] dass die Frau selbst wenig Entscheidungsbefugnis
    > hat, da sie einer patriarchalen Gesellschaft entstammt.

    Selber Unfug! Sie schreiben "patriarchal", meinen aber sicher "autoritär" und setzen beides gleich. Dabei leben wir selbst in einer "patriarchalen" Gesellschaft..

    • KaHe
    • 28. November 2012 23:10 Uhr

    "Nur so am Rande".

    Schön, dass sie diese Schlußbemerkung angebracht haben.

    Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen.

    • agagag
    • 29. November 2012 14:09 Uhr

    das urteil ist quatsch. lasst die frau in ruhe.
    sie hat ihren beitrag zur gesellschaft geleistet, in dem sie kinder goßgezogen hat und enkelkinder großzieht. sie mag nicht integriert sein und damit nicht teil unserer gesellschaft, aber das sollte uns genauso wenig jucken wie sie. ein aufgebrummter sprachkurs wird daran nichts ändern.

  2. Wenn man eine Pflicht (hier zum Integrationskurs) tatsächlich immer wieder ändern würde, je nach Einzelfall, dann funktioniert das System nicht.

    Klar, dieser Fall ist in etwa so wie diese zig Einzelfälle von Menschen unter 27 die kein Hartz IV bekommen und zurück zu ihren Eltern ziehen müssen. Alles Einzelfälle, gefällt keinem. Anders scheint es aber nicht zu gehen. Man stelle sich vor was los wäre, würde bei jedem Einzelfall geprüft werden. Kostet mehr Zeit und Geld als wenn Omi eben einfach diesen Kurs mitmacht und basta.

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    • Suryo
    • 28. November 2012 16:59 Uhr

    Kostet gar nichts, ihr den Kurs zu erlassen, ändert auch nichts.

    Ich verstehe den Einwand ja, man kann nicht jeden Einzelfall prüfen. Aber was soll das in so einem Fall? Die Dame wird nicht mehr anfangen, in der Fabrik zu arbeiten, und ist 30 Jahre gut klargekommen. 30 Jahre, in denen ein integrationskurs übrigens nie Pflicht war. Es ist ja nicht so, als ob man nicht gesetzliche Möglichkeiten schaffen könnte, nach denen diese Pflicht von den Mitarbeitern vor Ort abgeschätzt werden könnte. Dann muß eben der entsprechende Beamte oder wer auch immer sagen können "Ach komm, was soll's, Sie brauchen nicht."

  3. dass keine Ermessensspielräume existieren.

    Ich pflichte dem Autor ansonsten bei.
    Ich sehe keinen Sinn im dem Urteil. Außer das Durchscheinen der drei Maxime des Deutschen:
    1. Haben wir schon immer so gemacht.
    2. Haben wir noch nie so gemacht.
    3. Könnte ja jeder kommen.

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    da es sich laut artikel um exempel-statuieren handelt, können punkt 1 und punkt 2 nicht zutreffen.

    und was punkt drei betrifft:
    da ist eben nicht jeder gekommen, sondern die dame und hat gegen eine anordnung geklagt und halt verloren.

    wer weiß hier denn wirklich, was es ihr noch bringt und was nicht?
    jeder hier tut so, als geht sie in den knast, nein, sie besucht einen kurs für die sprache, in dessen land sie seit 30 jahren lebt.

    die drei Gesetze lauten korrekt so:

    1. Haben wir schon immer so gemacht.

    2. Da könnte ja jeder kommen.

    3. Wo kämen wir denn da hin.

    Ansonsten finde ich das Urteil aber richtig, es ist fortschrittlich und entspricht eben nicht den "drei Gesetzen"

    • Gallier
    • 28. November 2012 16:54 Uhr

    "Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande." (Ludwig Thoma)

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    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

  4. Sie haben Recht, Frau Baspinar, man kann doch nicht neue Regelungen blindlinks auf längst manifeste Zustände anwenden!

    Genau das hat das Gericht gemacht: Die Pflicht, ein Minimum an Deutsch zu lernen, war die längste Zeit des legalen Aufenthalts der Dame nicht gegeben. Eine neue Regel darf doch nicht ein längst etabliertes Recht, ein längst historisch etablierten Zustand in Frage stellen. Dann würde ja selbst nach 30 Jahren Aufenthalt das Bleiberecht plötzlich relativiert. Dann wäre da wieder der große Vorbehalt, heute so formuliert, morgen so - als definitiv angekommen wird man dann nie verbucht.

    Natürlich ist es wenig rühmlich, dass die Dame nicht den Bildungssprung aus Hinter-Anatolien geschafft hat, aber Hinterwäldlertum kann man ja oft genug selbst eingeborenen Deutschen nicht austreiben.

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    • ribera
    • 28. November 2012 22:54 Uhr

    Neben in Gesetzen und Vorschriften geregelten Pflichten gibt es auch moralische Pflichten.
    Und die lautet in diesem Fall Integration.
    Dieser Pflicht hat sich die Frau widersetzt.
    Deshalb ist das Urteil richtig. Zu bemängeln ist lediglich, dass es zu spät kommt.
    Und man sollte auch nicht ganz die Signalwirkung verkennen, die vom Urteil ausgeht!

    linKs mag vielleicht auch manchmal blind bedeuten, aber deshalb heißt es noch lange nicht "blindlinKs" ;-)
    Und übrigens bin ich der Meinung, dass es immer von Nutzen ist, die Sprache des Landes zu beherrschen, in dem man oder hier Frau lebt.
    Mag sein, dass vor 30 Jahren, als die Frau nach Deutschland kam, dass von ihrem Mann als nicht nötig erachtet wurde und sie deshalb mit Kindern etc. nicht die Möglichkeit bekam, doch wieso nicht nach dem Motto: Besser spät als nie?
    Also warum will man die Autorin die Frau unbedingt so abhängig von ihrem Mann oder Angehörigen lassen? Denn ohne Sprachkenntnis hat sie nie eine Möglichkeit, sich unabhängig in Deutschland zu bewegen!

    • Suryo
    • 28. November 2012 16:55 Uhr

    Wer noch nie eine Schule besucht hat, wird sich mit 60 Jahren vermutlich doch etwas schwer mit dem Konzept "Unterricht" tun. Und woher wollen Sie wissen, daß in Integrationskursen die deutsche Sprache auf die von Ihnen vorgeschlagene, intuitive Art gelehrt wird?

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    Antwort auf "Analphabetische Oma "
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    Da mein Mann selbst als Analphabet nach Deutschland gekommen ist, weiß ich, wie schwer es ist, einen passenden Kurs zu finden. Das einzige Angebot, das wir gefunden haben, ist ein Alpha-Kurs. Da sitzen dann Menschen aus zehn Nationen, von denen aber nur zwei wirklich Analphabeten sind. Manche sind schon 20 Jahre in Deutschland und sprechen fast perfekt deutsch, können aber nicht lesen und schreiben. Die müssen dann alle unter einen Hut gebracht werden. Alphabetisierung in einer fremden Sprache! Das ist schon für einen jungen Menschen schwierig. Der 61-Jährigen (obwohl ich die Bezeichnung alte Dame fast schon unverschämt finde), dies aufs Auge zu drücken, nenne ich einfach nur eins: weltfremd!

  5. 7. [...]

    Ich bin selbst Kind eines Einwanderers, nicht eines Türken, sondern eines Ungarn. Es ist die Pflicht eines jeden Bürgers, die Landessprache zumindest auf einem Niveau zu beherrschen um sich im Alltag zurechtzufinden und sein Leben unabhängig von anderen Personen regeln zu können. Ich kann kein Wort französisch, doch sollte mir plötzlich einfallen nach Frankreich auszuwandern, wäre das ERSTE was ich mache: Einen Sprachkurs besuchen.

    Wenn jemand erst ein oder zwei Jahre in Deutschland lebt und er in dieser Zeit noch keine grundlegenden Sprachkenntnisse erworben hat, dann sollte man der betreffenden Person keinen Strick daraus drehen. Wer aber seit JAHRZEHNTEN hier lebt und es nicht geschafft hat zumindest ein paar Brocken zu verstehen, der gehört meiner Meinung nach (genau wie geschehen) dazu verdonnert nun ENDLICH Deutsch zu lernen.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/jp

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    • Suryo
    • 28. November 2012 17:03 Uhr

    Sie haben schon kapiert, daß in all den Jahrzehnten keine gesetzliche Pflicht zu einem Sprachkurs bestand, oder? Und wem nützt denn bitte eine Abschiebung? Wird Deutschland damit besser? Geht's der Dame dann besser? Ist doch lachhaft. Was sollte denn Schlimmes passieren?

    Was die Prinzipienreiterei angeht, die haben Sie eindeutig von Ihrer deutschen Seite.

    Seit wann ist es denn Pflicht die Landessprache zu können? Doch erst seit gestern. Vorher, zum Zeitpunkt des beschriebenen Zuzugs, gab es diesen Ansatz noch nicht - ganz im Gegenteil: Da wurde selbst den Kindern der Einwanderer noch muttersprachliche Schulen eingerichtet ... damit die geplante, spätere Rückführung auch keine Probleme ergibt.

    Sehe ich genau so wie Marthaz89!

    Natürlich gibt es keine gestezliche Pflicht, die Landessprache zu erlernen bzw. zu beherrschen.

    Genausowenig gibt es eine gesetzliche Pflicht, sich regelmässig zu waschen...

    Trotzdem ist das eine wie das andere einfach sinnvoll!

    Es gibt übrigens auch kein Gesetz, daß den Richter dazu verpflichtet, seinen Ermessensspielraum auszuschöpfen...

    oder was geht hier ab? Es mag kein Gesetz gegeben haben, weil das eine SELBSTVERSTÄNDLIHKEIT ist, dass man, wenn man in ein neues Land geht, zumindest in Ansätzen die Landessprahe spricht.
    Dass ein Gesetz nicht existiert, heißt noch lange nicht, dass man das Verhalten von bestimmten Personen gutheißen kann.
    Und zum Autor - das ach so ehrenwerte Verhalten der alten Frau findet man bei den meisten Menschen. Das ist, sorry, durchschnittliches Verhalten. In welcher Parallelgesellschaft muss man leben, um in 30 Jahren kein Wort Deutsch zu lernen???

    Und im Gegensatz zu einigen Kommentatoren hier nehme ich auch alte Menschen noch für voll. Die dürfen auch im hohen Alter noch lernen. Das einzige, was ich an dem Urteil problematisch finde, ist, dass die Frau den Sprachkurs vermutlich nicht selber bezahlen muss. Das gibt es in KEINEM ANDEREN LAND! In den meisten anderen Ländern ist es übrigens sehr wohl Pflicht, die Landessprache zu sprechen. In D war es das ZU lange nicht, vermutlich dank böser böser Vergangenheit.

    Sorry, aber wer hier lebt, hat gefälligst deutsch zu sprechen. Und Beleidigungen wie "Prizipienreiter" sollten sich bei einer Forderung, die der natürliche Menschenverstand gebietet, m. Kommentatoren sparen.

    Es geht hier gar nicht um die vorgeschobenen fehlenden Deutschkenntnisse - sondern es geht meines Erachtens einzig und allein um die fehlende Akzeptanz für eine weitere sprachliche Realität in Deutschland: Türkisch.

    In Deutschland soll immer alles homogen sein und wird flugs auf Einheitlichkeit gebügelt.

    Es gibt so viele Länder auf der Welt, wo verschiedene Verkehrssprachen gängig sind. Selbst im Israel ist z.B. Arabisch anerkannte und offizielle Landessprache. Einfach, weil es eine Realität ist, und man niemanden zu einer anderen Sprache als der eigenen zwingen kann.

    Auch in den USA existieren rein spanischsprachige Milieus, und so kann man zwischenzeitlich und offensichtlich - das beweist der Fall - in Deutschland in verschiedenen Kontexten sehr weit mit Türkisch kommen.

    Ich kann alles auf Türkisch einkaufen, den Friseur besuchen, Telefonverträge abschliessen, Psychoanalytikerinnen wie die Autorin Frau Baspinar aufsuchen, Heiratssalons oder Escortservices buchen, Autos kaufen, Bankkonten bedienen, Ärzte konsultieren, Fußball spielen, Handwerker engagieren, Zeitung lesen, Fernsehen schauen, Enkel erziehen. Das ist alles nicht verboten - ja, sogar eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt.

    Es gibt andere Milieus, da kommt man mit Englisch weiter, da wird Deutsch gar nicht verlangt. Das sind so anrüchige Parallelwelten wie die IT-Branche. In wieder anderen Milieus, nicht weniger schmuddelig, wird gerne Französisch praktiziert, n'est pas?! ...

  6. Sehr geehrte Autorin/ geehrter Autor,

    ich gehe mit Ihnen soweit mit, dass es in Bezug auf die türkische Oma in diesem Einzelfall wohl völlig Quatsch ist, was da geurteilt wurde. Die Frau ist integriert, wenn sie sich nicht integriert fühlen würde, würde sie sich melden.

    Allerdings gibt es eine Zeile in Ihrem Artikel, den ich ungern so stehen lassen würde:

    "[...] Nichts ist weniger zielführend als ein Sprachkurs, zu dem man gezwungen wird. Wie soll man unter solchen Voraussetzungen lernen können, lernen wollen?[...]"

    Die Frage eines Sprachkurses zum Zwecke der Integration ist eindeutig ein Zwang, der unumgägnlich ist. Sicher werden Sie Beispiele finden, wo Einreisende auf natürlichem Wege die Sprache des neuen Landes lernen.

    Ein verordneter Sprachkurs für alle Einwanderer stellt ein Minimum an Kommunikationspassgenauigkeit her. Sie haben auf Seite 1 schon angedeutet, dass dieses Urteil obsolet sein würde, hätte es bereits vor 30 Jahren ein Integrationsangebot gegeben.

    Ich denke, dass es grundsätzlich gar keine Frage der Integration ist, die Sprache meiner neuen Heimat zu lernen, sondern eine Manier der Gastlichkeit. Ich habe selbst im Ausland gearbeitet und dabei nebenbei die Sprache gelernt. Das bringt eine unheimliche Anerkennung in der Bevölkerung, wenn man zeigt, dass man gewillt ist, die neue Kultur kennenzulernen.

    Und über Umwege ist es sogar ein Beitrag gegen Ausländerfeindlichkeit.

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    Frage der Manier - das ist in meinen Augen einfach notwendig. Wenn ich plötzlich nach Spanien auswandern wollte, würde ich auch als allerstes einmal einen Sprachkurs machen - sonst könnte ich ja nicht einmal Milch kaufen gehen, geschweige denn mir eine Wohnung suchen etc.
    Eine Frage der Manier wäre es, die Sprache so umfassend wie möglich zu lernen, damit ich mich auch über andere Dinge als die Notwendigkeiten des täglichen Lebens unterhalten kann.

    Es gibt in Deutschland kein Sprachproblem sondern ein starkes Rassismusproblem das sogar türkische Akademiker zu 10.000'en in die Türkei auswandern.

    • Hickey
    • 29. November 2012 12:00 Uhr

    das ihnen die Anerkennung fehlt, mangels Sprachkenntnisen.

    Wer ins Ausland geht, hat die Sprache zu lerne, will er sich selbstständig dort bewegen und arbeiten.

    Dabei spielt es keine Rolle ob Person X von A nach B oder von A nach D zieht.

    Wer die Sprache des Landes in dem er wohnt nicht beherrescht, ist zwangsläufig von der Gesellschaft ausgegrenzt.

    Ausnahmen sind hier die Schattengesellschaften in denen Ausländer unter sich sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Gericht | Ausbildung | Erziehung | Familie | Fernsehen | Haushalt
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