ReaktionenWeltweit Entsetzen über Amoklauf

Der Präsident, die Queen, die UN, der Papst: Die Welt ist bestürzt über die Bluttat von Newtown. Unter die Trauer mischt sich Wut über die laschen US-Waffengesetze. von afp und dpa

Präsident Barack Obama nach seiner Stellungnahme zu dem Amoklauf in Newtown

Präsident Barack Obama nach seiner Stellungnahme zu dem Amoklauf in Newtown  |  © Michael Reynolds/dpa

Der Amoklauf mit 27 Toten an einer Grundschule in den USA hat Trauer und Fassungslosigkeit hervorgerufen. Bisherigen Informationen zufolge wurden an der Grundschule in Newtown 20 Kinder erschossen. Außerdem starben sechs Erwachsene. Der 20-jährige Schütze tötete sich nach dem Amoklauf offenbar selbst. Die Schüler an der Elementary School sind zwischen fünf und zehn Jahre alt. Nach Medienberichten wurde die Mutter des Todesschützen, eine Lehrerin an der Schule, in ihrer Wohnung getötet.

In Washington trat ein tief bewegter Obama vor die Kameras. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagte der Präsident, selbst Vater von zwei Töchtern. "Wir müssen zusammenkommen und bedeutsam handeln, um mehr Tragödien wie diese zu verhindern – ohne Rücksicht auf Parteipolitik." Obama musste seine Erklärung mehrfach unterbrechen und wischte sich Tränen aus den Augen. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er.

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"Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit", sagte der Gouverneur des betroffenen Bundesstaates Connecticut , Dan Malloy . "Wir werden damit fertig werden."

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg war einer der ersten, der schärfere Waffengesetze forderte. "Nicht einmal kleine Kinder, die das ABC lernen, sind bei uns noch sicher", sagte er. "Nach dem Amoklauf von Columbine hieß es, es sei zu früh, um über Waffengesetze zu diskutieren. Dasselbe hörten wir nach den Vorfällen an der Virginia Tech. Nach Tuscon, Aurora und Oak Creek. Und auch jetzt hören wir es wieder. An jedem Tag, den wir warten, sterben 34 Menschen durch den Schuss einer Waffe. Heute waren viele der Opfer gerade einmal fünf Jahre alt."

Papst Benedikt XVI. sandte ein Kondolenzschreiben an die Gemeinde in Newtown, das bei einem Gottesdienst in dem Ort am Freitagabend vorgetragen wurde. "Ich bitte Gott, unseren Vater, all denen Trost zu spenden, die trauern, und der gesamten Gemeinde die spirituelle Kraft zu geben, die mit der Macht der Vergebung, Hoffnung und versöhnender Liebe über Gewalt triumphiert", schrieb das katholische Kirchenoberhaupt.

In einem Schreiben an den Gouverneur von Connecticut bekundete UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sein Beileid. Kinder ins Visier zu nehmen, sei "abscheulich und undenkbar", heißt es darin. Ban sprach auch den Familien der Opfer und allen anderen, die "von diesem entsetzlichen Verbrechen traumatisiert sind", sein Mitgefühl aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "tieftraurig" über die Nachrichten aus Newtown. "Wieder einmal stehen wir voller Entsetzen vor einer Tat, die wir nicht begreifen können", schrieb Merkel in einer Mitteilung. Für viele Familien bedeute das unbeschreibliches Leid. "Der Gedanke an die ermordeten Schüler und Lehrer macht mir das Herz schwer. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, ihnen wünsche ich Kraft und Zuspruch, mögen sie in ihrem Schmerz nicht alleine bleiben."

Königin Elizabeth II. zeigte sich "tief geschockt" und betroffen von der Tat. "Insbesondere die Nachricht, dass so viele der Opfer Kinder sind", habe sie "traurig" gemacht, schrieb die Queen an Präsident Obama. "In Gedanken und Gebeten sind alle in Großbritannien und im gesamten Commonwealth bei den Familien und Freunden derer, die getötet wurden, und denen, die von dem heutigen Vorfall betroffen sind."

Zuvor hatte bereits Premierminister David Cameron sein Mitgefühl und sein Entsetzen zum Ausdruck gebracht. Er sei "in Gedanken bei den Verletzten und denen, die ihre Liebsten verloren haben", sagte er. Es sei "herzzerreißend", an diejenigen zu denken, denen ihre Kinder "in so jungem Alter" genommen worden seien.

Kanadas Premier Stephen Harper schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Gedanken und Gebete der Kanadier gelten den Schülern und Familien, die Opfer "dieser sinnlosen Gewalt" wurden. Sein Außenminister John Baird erklärte, die Kanadier stünden "Seite an Seite mit unseren amerikanischen Freunden in dieser schwierigen Zeit".

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto erklärte, nach der "Tragödie in Connecticut" gelte seine Solidarität den US-Bürgern und Präsident Obama. Der philippinische Staatschef Benigno Aquino sprach den US-Bürgern seine "tiefe Bewunderung" aus, wie sie den Betroffenen beistünden.

Mark Kelly , Ehemann der Politikerin Gabrielle Giffords sagte: "Meine Gedanken und Gebete sind an die Familien der Opfer und an alle Bewohner von Newtown gerichtet. Ich habe gerade eben mit Gabby telefoniert, und auch sie schickt all ihr Mitgefühl aus Tuscon." Dieses Mal müssten die Reaktionen über die Trauer hinausgehen: "Die Kinder der Sandy-Hook-Grundschule und alle Opfer durch Waffengewalt verdienen Mitmenschen, die den Mut haben, eine konstruktive Diskussion über unsere Waffengesetze zu führen. Darüber, wie sie reformiert werden können und so weitere Gewalt durch Waffen vermeiden."

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Leserkommentare
    • TDU
    • 15. Dezember 2012 10:00 Uhr

    Bekundungen der Anteilnahme an die Angeörigen und die auch betroffenen Menschen vor allem die Kinder, die das miterleben mussten, was ich auch hiermit ausdrücke, sind jetzt die angemessene Reaktion.

    Pauschale Forderungen, Unterstellungen und Kausalitäten nach "Knopfdruck" dienen dem eigenen und der Gruppe EGO und natürlich auch der Beruhigung über das im Grunde doch Unfassbare.

  1. Dem Mitgefühl und Entsetzen der Politiker kann ich mich voll anschließen. Mein Mitgefühl und Entsetzen endet jedoch nicht bei einem Amoklauf. Jede Kriegshandlung, jeder Bombenabwurf, der ein vielfaches Leid erzeugt, sollte bei den Politikern das gleiche Gefühl und Entsetzen, wie bei mir auslösen. Der erste und größte Schritt für eine friedlichere Welt wäre getan.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    möchte ich mich anschliessen!

  2. außerhalb der USA steht zu, mehr als Mitgefühl und Entsetzen zu äußern.

    • DBZO
    • 15. Dezember 2012 11:15 Uhr

    Entsetzen hat man beim ersten vielleicht noch bei zweiten Amoklauf, aber alleine dieses Jahr gab es in den sieben Amokläufe und trotzdem hat man an dem Waffenrecht nicht geändert!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    des Waffengesetzes (die ich SEHR befürworten würde), würde dennoch auf Jahre kaum Amokläufe verhindern, wenn man schaut, wieviele Waffen bereits in Umlauf sind. So einfach dürften die nicht einzuziehen sein.

    Da bleibt wohl nur der schwierigere Weg zu fragenn, warum so etwas passiert und wie sich der erschreckenden Häufung solcher Vorfälle begegnen lässt.

  3. des Waffengesetzes (die ich SEHR befürworten würde), würde dennoch auf Jahre kaum Amokläufe verhindern, wenn man schaut, wieviele Waffen bereits in Umlauf sind. So einfach dürften die nicht einzuziehen sein.

    Da bleibt wohl nur der schwierigere Weg zu fragenn, warum so etwas passiert und wie sich der erschreckenden Häufung solcher Vorfälle begegnen lässt.

    Antwort auf "........."
  4. 6. moepe

    [...] ich bin mittlerweile garnicht mehr dagegen die bevölkerung zu bewaffnen, würde ich mir hier auch wünschen statt der staatsgewalt zu jeder zeit fast ausgeliefert zu sein. aber die art und weise wie das in den usa passiert scheint doch zu unkontrolliert.

    die tränen von obama sind vermutlich mit einem berater vorher schonmal eingeübt worden...

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    • siggus
    • 15. Dezember 2012 11:29 Uhr

    mit jedem neuen Amoklauf der Reflex nach Veränderung abgestumpft, wie es dem Hunger, den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, dem Fremdenhass und vielen unzähligen weiteren Themen schon ergangen ist.
    Solange nicht jeder einzelne Mensch nach der Prämisse - ich spreche nicht von Nächstenliebe, soweit würde ich nicht gehen - so zu handeln, wie er selbst vorrangig in jeglicher Konsequenz behandelt werden möchte, wird sich nichts verbessern. Ergo, die Welt dreht sich weiter und weiter ... und verändert sich.
    Unterstellt mir Zynismus und Empathielosigkeit, dann zeigt sich eine Reaktion, die zu akzeptieren ist. Genauso wie unzählige andere Rufe auf Verbesserung der Welt, die ignoriert werden oder nicht. Einer von sieben Milliarden zu sein hat sein Gewicht. Wie man es nutzt? Schau in einen Spiegel, der größer ist als du ihn dir leisten kannst.

  5. möchte ich mich anschliessen!

    Antwort auf "Mein Wunsch"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Angela Merkel | Barack Obama | CDU | Amoklauf | Benigno Aquino | Elizabeth II
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