Antisemitismus: Immer diese Juden!
Das Buch von Tuvia Tenenbom sorgt für Aufregung – bloß weil Tenenbom (auch) über Antisemitismus in Deutschland schreibt. Und unser Kolumnist Eric T. Hansen wundert sich.
© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Der Schriftsteller Tuvia Tenenbom auf einer Pressekonferenz in Berlin
Diese Juden! Sie haben es schon wieder geschafft: die Deutschen in helle Aufregung zu versetzen.
Gerade ist das erste Buch des witzigen israelisch-amerikanischen ZEIT ONLINE-Kolumnisten Tuvia Tenenbom auf Deutsch erschienen, in dem er von seinen vielen lustigen Erfahrungen Allein unter Deutschen, wie der Titel es ausdrückt, berichtet.
Darin behauptet Tenenbom unverschämterweise, Antisemitismus in Deutschland gäbe es noch. Um dies zu beweisen besucht er sogar einen Neonazi-Treff in Neumünster: Stimmt auch, dort trifft er auf Neonazis.
Die Empörung über Allein unter Deutschen ist seltsam groß. Man könnte fast meinen, dieser Vorwurf wäre in Deutschland zum ersten Mal laut geworden. Dabei marschieren die Neonazis jedes dritte Wochenende durch eine peinlich berührte Großstadt, in zwei Landtagen sitzt die NPD und jedes Mal, wenn der Nobelpreisträger Günter Grass ein Gedicht über Israel schreibt, schreit jemand "Antisemitismus". Richtig neu ist das Thema nicht.
Warum dann die Aufregung?

Es ist ja nicht so, dass Tenenbom behauptet, es gäbe Antisemitismus nur in Deutschland. Im Gegenteil, wer seine Kolumne liest, weiß, dass ihm dergleichen fast überall begegnet. Auch in Amerika ist dies neben anderen Formen von Rassismus weit verbreitet. Der Ku-Klux-Klan, die American Nazi Party, die Aryan White Resistance sind alle Antisemiten; Verlage wie Institute for Holocaust Review und Noontide Press verbreiten eifrig entsprechende Verschwörungstheorien.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass es vergleichsweise weniger Antisemitismus und Rassismus in Deutschland gibt: Erstens betreiben die Deutschen immer wieder so viel staatsfinanzierte Öffentlichkeitsarbeit für Toleranz, dass mehrere große Werbeagenturen allein davon leben können, zweitens haben wir Amis auch mehr Ethnien insgesamt und auch – da könnt ihr wirklich nur neidisch sein – mehr Juden. (Wäre es antisemitisch zu sagen, das ist eines der Geheimnisse unseres Erfolges?)
Doch während die Amerikaner mit den Schultern zucken und sagen, "Ja, Rassismus ist schlimm, da muss man wirklich was tun, und was gibt’s heute zu Essen?", erstarren die Deutschen wie das Kaninchen vor der Schlange.
In den USA macht sich kein Mensch wirklich vor, dass eine Welt ohne jede Art von Rassismus möglich ist. Wir sind ein Land von Einwanderern und wir wissen: Frieden und Harmonie ist was für die Titelstorys auf einem Flugblatt der Zeugen Jehovas.
Auf Hawaii, wo ich aufgewachsen bin, gibt es nur Minderheiten. Die Weißen, die Chinesen und die Japaner machen jeweils rund 25% der Bevölkerung aus. Dazu kommen noch die Native Hawaiians, die Schwarzen, die Portugiesen… Wer ist da die Mehrheit? Ich hatte kein Problem damit, ab und zu auf die ahnungslosen Haoles zu schimpfen – obwohl ich mit meiner weißen Haut selber einer war.
Aber: Uns Amis wird es recht schwer gemacht, andere auszuschließen. Wir würden dem Juden, Inder, Vietnamesen, Latino ja gerne sagen: "Du bist keiner von uns", aber dann zückt er seinen Pass und sagt: "doch". Wir können ihn weiterhin hassen, aber tief im Herzen wissen wir: Wir hassen einen Ami.
In Deutschland ist das genau umgekehrt.
Ab und zu sitze ich mit ein paar Ausländern zusammen: Meist Türken, ab und zu ein Japaner, eine Chinesin oder ein Schwarzafrikaner. Wir sprechen natürlich über "Ausländer in Deutschland", was sonst? Dann und wann wird auch gemeckert, es gäbe immer noch Ausländerfeindlichkeit hier.
Dabei bin ich der einzige Ausländer am Tisch. Alle anderen sind deutsche Staatsangehörige. Nur, sie haben eine andere Hautfarbe. Im Deutschen gibt es kein Wort für "Deutscher mit anderer Hautfarbe". Die Definition von "deutsch" bedeutet immer noch "weiß" und "eine lange ortsgebundene Genealogie ohne Römer und andere Spinner". Auch wer die deutsche Staatsangehörigkeit annimmt, ist noch lange kein "Deutscher". Nicht für die Deutschen.
Anders in den USA: "Amerikaner" bedeutet einfach "Besitzer eines amerikanischen Passes". Sagt man dort, "er ist schwarz", meint man, "er ist ein schwarzer Amerikaner". Ich sage oft, ich sei "schwedisch". In Amerika fragt keiner, wie es mir in Amerika gefällt. Sie wissen, ich bin Amerikaner mit schwedischen Vorfahren.
Im Deutschen gibt es "Mitbürger mit Migrationshintergrund", aber das bedeutet eigentlich nur "nicht deutsch". Egal, wie tolerant die Deutschen sein wollen (und sie geben sich wirklich Mühe, man muss schon sagen) werden nicht-weiße Deutsche ohne deutsche Genealogie hier immer "Ausländer" sein. Es liegt nicht am Willen, es liegt am Vokabular. Tief im Herzen wissen die Deutschen immer, es gibt nur zwei Arten von Menschen auf der Welt: Wir und sie. Deswegen trifft es sie so, wenn irgendsoein amerikanischer Jude das offen ausspricht.
Das wird sich wohl erst in Zukunft ändern, wenn die zusammenwachsende Europäische Union die Grenzen zwischen den Nationalitäten verwischt. Irgendwann wird es reichen, genau wie in Amerika, einen europäischen Pass zu besitzen, und schon gehört man dazu. Dann kann man sagen, "Scheiß-Türke", "Scheiß-Jude" und "Scheiß-Deutscher", und man wird zwangsläufig damit meinen: "Auch du bist einer von uns."






'Dann kann man sagen, "Scheiß-Türke", "Scheiß-Jude" und "Scheiß-Deutscher", und man wird zwangsläufig damit meinen: "Auch du bist einer von uns."'
Ach herrje, muß ich Menschen so beschimpfen, wie Sie das vorschlagen, Herr Hansen?
Wie richtig Hansen tatsächlich mit seiner Einschätzung "der Deutschen" liegt, beweisen gerade solche sich ereifernden Äußerungen wie Ihre.
Sie beweisen punktgenau, dass es den meisten Deutschen nicht gelingt, entspannt und ohne hochzufahren und zu hyperventilieren mit "Rassismus" umzugehen oder mit dem, was sie, nicht immer korrekterweise, dafür halten.
Rassismus hat immer auch mit Diskriminierung zu tun. Diskriminierung bedeutet wortneutral jedoch nur "Unterscheidung". Und dass es Unterschiede zwischen Menschen und Menschengruppen gibt, wird auch der eingefleischteste Philanthrop nicht zu leugnen wagen. Viele jedoch sehen bereits in der WERTNEUTRALEN Unterscheidung, die Menschen im Hinblick auf andere treffen, den Tatbestand des "Rassismus" erfüllt.
Solange es unterschiedliche Menschen und nicht einen ethnischen (und möglichst auch geschlechtlichen?) Einheitsbrei auf der Welt gibt, wird es "Diskriminierung" (im wertneutralen Sinne) immer geben.
Aber selbst danach, denn es wird auch dann nicht gelingen, Menschen GEISTIG auf EINE LINIE zu bringen.
Alles andere "Brave New World" - und im Ernst - können Sie das wollen?
Aber auch dann
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die als beleidigend verstanden werden können. Danke, die Redaktion/jk
Wie richtig Hansen tatsächlich mit seiner Einschätzung "der Deutschen" liegt, beweisen gerade solche sich ereifernden Äußerungen wie Ihre.
Sie beweisen punktgenau, dass es den meisten Deutschen nicht gelingt, entspannt und ohne hochzufahren und zu hyperventilieren mit "Rassismus" umzugehen oder mit dem, was sie, nicht immer korrekterweise, dafür halten.
Rassismus hat immer auch mit Diskriminierung zu tun. Diskriminierung bedeutet wortneutral jedoch nur "Unterscheidung". Und dass es Unterschiede zwischen Menschen und Menschengruppen gibt, wird auch der eingefleischteste Philanthrop nicht zu leugnen wagen. Viele jedoch sehen bereits in der WERTNEUTRALEN Unterscheidung, die Menschen im Hinblick auf andere treffen, den Tatbestand des "Rassismus" erfüllt.
Solange es unterschiedliche Menschen und nicht einen ethnischen (und möglichst auch geschlechtlichen?) Einheitsbrei auf der Welt gibt, wird es "Diskriminierung" (im wertneutralen Sinne) immer geben.
Aber selbst danach, denn es wird auch dann nicht gelingen, Menschen GEISTIG auf EINE LINIE zu bringen.
Alles andere "Brave New World" - und im Ernst - können Sie das wollen?
Aber auch dann
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die als beleidigend verstanden werden können. Danke, die Redaktion/jk
Take the gloves off Hansen,
you look like an idiot now :)
Es trifft uns Deutsche, da wir doch so gerne moralisch erhaben wären und besser als die Amerikaner. Daher gibt es auch ein Sturm der Entrüstung, wenn jemand offensichtliches feststellt (wie z.B. es gibt Antisemitismus in Deutschland, es gibt Leute, die sich die DDR-Diktatur zurückwünschen).
Es darf eben nicht sein, was nicht sein soll.
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.
zwischen einem echten Einwanderungsland und einem nur aus politischen Motiven so umbenannten Nationalstaat.
Auch die USA reden von sich von einer Nation. Auch das heutige Deutschland ist nur per definitionem ein Nationalstaat.
Das, was heute Deutschland ist, war früher ein Staatengebilde im Herzen Europas, bestehend aus hunderten kleinen und kleinsten Fürstentümer, viele sogar mit eigener Währung und Sprache. Wenn irgendwo in Europa zwischen zwei oder mehreren Ländern Krieg geführt wurde, und das war bis zum Ende des 2. Weltkriegs quasi ständig der Fall, war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen. Es sind also im Laufe der Jahrhunderte hunderttausende Soldaten aus zig Ländern durch das "deutsche" Staatengebilde marschiert, und viele haben sich dort niedergelassen bzw. sind einfach "hängengeblieben". Kaum ein Land in Europa besteht daher aus so einem bunten Bevölkerungsgemisch wie Deutschland.
...eine dieser "Deutschen mit Migrationshintergrund" (zu denen ich auch gehöre) und fragte sie woher sie komme. "Ich bin Marokkanerin" sagte sie. "Oh" antwortete ich, "dein Deutsch ist aber wirklich hervorragend" "Ja, ich bin ja auch in Deutschland geboren. Aber ich bin ja nicht Deutsch; meine Familie kommt ja aus Marokko."
Wenn man aber einen Libanesen, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt, fragt "Where are you from?", wird er vermutlich antworten: "I'm French". Ein Einwanderer aus China, wohnhaft in London, sagt: "I'm British". (Das ist also keine Sache des "Nationalstaats" vs. "Einwandererstaats")
Das Integrationsproblem der Deutschen besteht nicht darin, dass sie rassistischer sind als andere Nationalitäten, sondern im Gegenteil, dass sie immer so furchtbar selbstkritisch sich selbst gegenüber sind.
Deutscher Nationalismus ist eigentlich verpönt im Alltag. Er wird in Deutschland häufig mit "rechts" und "Rassismus" assoziiert. Das führt dazu, dass diejenigen die damit nun wirklich nichts am Hut haben möchten, sich gar nicht erst in diese Richtung äußern. Wenn also nicht einmal Deutsche sich trauen zu sagen "Ich liebe es Deutsch zu sein", wie soll man von Migranten erwarten, dass sie sich mit Deutschland identifizieren?
Auch die USA reden von sich von einer Nation. Auch das heutige Deutschland ist nur per definitionem ein Nationalstaat.
Das, was heute Deutschland ist, war früher ein Staatengebilde im Herzen Europas, bestehend aus hunderten kleinen und kleinsten Fürstentümer, viele sogar mit eigener Währung und Sprache. Wenn irgendwo in Europa zwischen zwei oder mehreren Ländern Krieg geführt wurde, und das war bis zum Ende des 2. Weltkriegs quasi ständig der Fall, war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen. Es sind also im Laufe der Jahrhunderte hunderttausende Soldaten aus zig Ländern durch das "deutsche" Staatengebilde marschiert, und viele haben sich dort niedergelassen bzw. sind einfach "hängengeblieben". Kaum ein Land in Europa besteht daher aus so einem bunten Bevölkerungsgemisch wie Deutschland.
...eine dieser "Deutschen mit Migrationshintergrund" (zu denen ich auch gehöre) und fragte sie woher sie komme. "Ich bin Marokkanerin" sagte sie. "Oh" antwortete ich, "dein Deutsch ist aber wirklich hervorragend" "Ja, ich bin ja auch in Deutschland geboren. Aber ich bin ja nicht Deutsch; meine Familie kommt ja aus Marokko."
Wenn man aber einen Libanesen, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt, fragt "Where are you from?", wird er vermutlich antworten: "I'm French". Ein Einwanderer aus China, wohnhaft in London, sagt: "I'm British". (Das ist also keine Sache des "Nationalstaats" vs. "Einwandererstaats")
Das Integrationsproblem der Deutschen besteht nicht darin, dass sie rassistischer sind als andere Nationalitäten, sondern im Gegenteil, dass sie immer so furchtbar selbstkritisch sich selbst gegenüber sind.
Deutscher Nationalismus ist eigentlich verpönt im Alltag. Er wird in Deutschland häufig mit "rechts" und "Rassismus" assoziiert. Das führt dazu, dass diejenigen die damit nun wirklich nichts am Hut haben möchten, sich gar nicht erst in diese Richtung äußern. Wenn also nicht einmal Deutsche sich trauen zu sagen "Ich liebe es Deutsch zu sein", wie soll man von Migranten erwarten, dass sie sich mit Deutschland identifizieren?
Die erste Seite des Artikels fand ich wirklich ansprechend, aber die zweite ist ein einziges großes Klischee.
Wir haben also kein Wort für "Deutscher mit anderer Hautfarbe" - zeugt von Rassismus. Um eine Gruppe wirklich zu integrieren, muss man sie sprachlich wohl klar und unmissverständlich von der restlichen Bevölkerung abgrenzen können. Wusste ich nicht, aber ich bin ja lernbegierig!
Auf der anderen Seite haben wir den Begriff "Mitbürger mit Migrationshintergrund". Der heißt aber natürlich was anderes, der dient nur dazu die damit bezeichnete Gruppe der Ausländer sprachlich abzugrenzen - klarer Fall von Rassismus.
Die Deutschen denken nur in den Kategorien "Wir und sie", während die Amerikaner sich als Weltbürger verstehen und jedermann willkommen heißen.
Das erklärt auf jeden Fall, warum die Amerikaner diese Arbeit in ihre Südgrenze gesteckt haben. Nichts sagt "Herzlich Willkommen" wie meterhohe Betonwände, Stacheldraht und Menschen mit vollautomatischen Waffen.
Ich bin jetzt jedenfalls überzeugt!
...sollte man vielleicht mal sagen, daß sein Buch in erster Linie einfach nur schlecht ist.
Hier eine Rezension bei Deutschlandfunk mit dem Titel “Literarisches Fastfood”:
http://www.dradio.de/dlf/...
Man kann sagen, Tenenbom ging an sein Buch heran mit der vorgefertigten Absicht, Antisemitismus finden zu wollen (alles andere ließe sich ja auch nicht so gut verkaufen), machte dann leider durchgehend gegenteilige Erfahrungen, ließ sich aber dadurch nicht beirren und bog sich seine Erfahrungen dann eben so zurecht, bis das Nicht-Passende passend gemacht war.
Tenenbom bekommt mehr Aufmerksamkeit als er verdient. Er profitiert von dem falschen Umkehrschluß, daß er, nur weil er Jude ist, zwangsläufig ein anspruchsvolles Werk zustande gebracht haben müsse.
Und die Aufregung? Daß Deutsche beim Antisemitismus-Vorwurf etwas dünnhautig sind, ist doch klar: Sie werden in schöner Regelmäßigkeit mit einem vage gehaltenen Rassismus- und Antisemitismusvorwurf konfrontiert. Es ist ja nun wirklich nicht zum ersten Mal.
Dieser perfide Vorwurf, die NS-Vergangenheit auf diese Weise instrumentalisierend, wird aber nicht dadurch richtiger, daß man ihn dauernd wiederholt. Es ist schon ganz schön viel verlangt, bei kalkuliertem Rufmord und systematisch wiederholter(!) Übler Nachrede immer cool und entspannt bleiben zu müssen.
...wenn Herr Hansen sich selbst als Nachfahre schwedischer Einwanderer quasi als "Migrant" geriert und sein Pendant in Deutschland dann in "Afro-Deutschen" oder "Deutschtuerken" sieht.
Ich persoenlich kenne auch Deutsche, die einen schwedischen, franzoesischen, polnischen Elternteil haben (oder gar beide), und sie hatten nie Probleme, sich selbst als Deutsche zu bezeichnen und waren im Ausland weder dem Verdacht ausgesetzt, keine "echten" Deutschen zu sein, noch fuehlen sie sich im Inland als keine "richtigen" Deutschen ausgegrenzt.
es sei denn Woody Allen nähme sich des Textes als Drehbuchvorlage an.Wobei er dabei berücksichtigen sollte
dass Deutschland noch ein Wohlfahrtsstaat ist.Noch!
und Deutschland ist stolz darauf,und Tenenbom nennt es Eitelkeit und die Deutschen würden andauernd alle Welt davon überzeugen wollen,daß sie sich für Wunder was hielten;und das hat er gut beobachtet.Aber gerade an diesem Punkt weisen vier Finger auf ihn zurück.
Gut auf den Punkt gebracht!
In den Genuß der berühmten amerikanischen Willkommenskultur kommen wohl hauptsächlich weiße Akademiker. Vielleicht sind auch mal einige Angehörige der höchsten Kaste Indiens, afrikanische Prinzen und Nachfahren der osmanischen Oberschicht dabei. Für Arme und Ungebildete zeigt sich die amerikanische Willkommenskultur dagegen in Form eines meterhohen und kilometerlangen Zauns entlang der Grenze zu Mexiko.
Insofern ist die Integrationsleistung Deutschlands keine schlechte! Gemessen daran, daß Deutschland bislang fast NUR arme und ungebildete Einwanderer aufgenommen hat, haben allen Unkenrufen zum Trotz eine Menge von Migranten hier einen sozialen Aufstieg hingelegt!
[Zynismus ein]
Um den Rassismus in Deutschland zu bekämpfen, schlage ich vor, die Leute in ihrem Alltag einfach mit mehr positiven Beispielen für Einwanderung zu konfrontieren! Vorbild könnte die Einwanderungspolitik in den USA sein; wenn sich herumspricht, daß jeder Zuwanderer erstmal viel Geld für ein Stipendium bezahlt hat, um an einer deutschen Universität studieren zu dürfen, und noch mehr Geld für eine simple Aufenthaltserlaubnis, dürften die Deutschen Migranten gegenüber eine andere Einstellung an den Tag legen, als wenn sie den Eindruck haben, daß ein Zuwanderer bei seiner Ankunft in Deutschland als Erstes Sozialleistungen beantragt, für die neunköpfige Kinderschar gleich mit, und die Deutschen dürfen arbeiten, damit genügend Steuergelder zur Verfügung stehen.
[Zynismus aus]
...sollte man vielleicht mal sagen, daß sein Buch in erster Linie einfach nur schlecht ist.
Hier eine Rezension bei Deutschlandfunk mit dem Titel “Literarisches Fastfood”:
http://www.dradio.de/dlf/...
Man kann sagen, Tenenbom ging an sein Buch heran mit der vorgefertigten Absicht, Antisemitismus finden zu wollen (alles andere ließe sich ja auch nicht so gut verkaufen), machte dann leider durchgehend gegenteilige Erfahrungen, ließ sich aber dadurch nicht beirren und bog sich seine Erfahrungen dann eben so zurecht, bis das Nicht-Passende passend gemacht war.
Tenenbom bekommt mehr Aufmerksamkeit als er verdient. Er profitiert von dem falschen Umkehrschluß, daß er, nur weil er Jude ist, zwangsläufig ein anspruchsvolles Werk zustande gebracht haben müsse.
Und die Aufregung? Daß Deutsche beim Antisemitismus-Vorwurf etwas dünnhautig sind, ist doch klar: Sie werden in schöner Regelmäßigkeit mit einem vage gehaltenen Rassismus- und Antisemitismusvorwurf konfrontiert. Es ist ja nun wirklich nicht zum ersten Mal.
Dieser perfide Vorwurf, die NS-Vergangenheit auf diese Weise instrumentalisierend, wird aber nicht dadurch richtiger, daß man ihn dauernd wiederholt. Es ist schon ganz schön viel verlangt, bei kalkuliertem Rufmord und systematisch wiederholter(!) Übler Nachrede immer cool und entspannt bleiben zu müssen.
...wenn Herr Hansen sich selbst als Nachfahre schwedischer Einwanderer quasi als "Migrant" geriert und sein Pendant in Deutschland dann in "Afro-Deutschen" oder "Deutschtuerken" sieht.
Ich persoenlich kenne auch Deutsche, die einen schwedischen, franzoesischen, polnischen Elternteil haben (oder gar beide), und sie hatten nie Probleme, sich selbst als Deutsche zu bezeichnen und waren im Ausland weder dem Verdacht ausgesetzt, keine "echten" Deutschen zu sein, noch fuehlen sie sich im Inland als keine "richtigen" Deutschen ausgegrenzt.
es sei denn Woody Allen nähme sich des Textes als Drehbuchvorlage an.Wobei er dabei berücksichtigen sollte
dass Deutschland noch ein Wohlfahrtsstaat ist.Noch!
und Deutschland ist stolz darauf,und Tenenbom nennt es Eitelkeit und die Deutschen würden andauernd alle Welt davon überzeugen wollen,daß sie sich für Wunder was hielten;und das hat er gut beobachtet.Aber gerade an diesem Punkt weisen vier Finger auf ihn zurück.
Gut auf den Punkt gebracht!
In den Genuß der berühmten amerikanischen Willkommenskultur kommen wohl hauptsächlich weiße Akademiker. Vielleicht sind auch mal einige Angehörige der höchsten Kaste Indiens, afrikanische Prinzen und Nachfahren der osmanischen Oberschicht dabei. Für Arme und Ungebildete zeigt sich die amerikanische Willkommenskultur dagegen in Form eines meterhohen und kilometerlangen Zauns entlang der Grenze zu Mexiko.
Insofern ist die Integrationsleistung Deutschlands keine schlechte! Gemessen daran, daß Deutschland bislang fast NUR arme und ungebildete Einwanderer aufgenommen hat, haben allen Unkenrufen zum Trotz eine Menge von Migranten hier einen sozialen Aufstieg hingelegt!
[Zynismus ein]
Um den Rassismus in Deutschland zu bekämpfen, schlage ich vor, die Leute in ihrem Alltag einfach mit mehr positiven Beispielen für Einwanderung zu konfrontieren! Vorbild könnte die Einwanderungspolitik in den USA sein; wenn sich herumspricht, daß jeder Zuwanderer erstmal viel Geld für ein Stipendium bezahlt hat, um an einer deutschen Universität studieren zu dürfen, und noch mehr Geld für eine simple Aufenthaltserlaubnis, dürften die Deutschen Migranten gegenüber eine andere Einstellung an den Tag legen, als wenn sie den Eindruck haben, daß ein Zuwanderer bei seiner Ankunft in Deutschland als Erstes Sozialleistungen beantragt, für die neunköpfige Kinderschar gleich mit, und die Deutschen dürfen arbeiten, damit genügend Steuergelder zur Verfügung stehen.
[Zynismus aus]
eine Katze in einem Hundekorb wird aus dieser kein Hund. Genau so macht ein deutsche Pass ein Individuum zu keinem Mitglied der hiesigen Gesellschaft.
Wo liegt das Problem seine eigene Nationalität zu bewahren wenn man sowieso nicht bereit ist seine eigenen kulturellen Gepflogenheiten den jeweiligen Ländern anzupassen? Etwa da man sonst nicht von den Angeboten der jeweiligen Länder profitieren kann?
legt man II lesen, liest sich sonst ein wenig wie aus dem rechten Spektrum, was definitiv nicht die Intension ist. Hatte nur mit copy und paste die Hälfte des Textes kopiert.
"Genau so macht ein deutsche Pass ein Individuum zu keinem Mitglied der hiesigen Gesellschaft."
Selbstverständlich macht er das. Selbst die Asylbewerber ohne Deutschen Pass sind Teil dieser Gesellschaft.
Diese Leute sind natürlich nicht der "Mainstream" oder die "Mehrheit"; aber sie sind Teil der Gesellschaft.
... das ist doch eben gerade eines der Probleme: viele Auslaender in Deutschland versuchen sich anzupassen. Weil man ihnen aber ansieht, dass sie einen "Migrationshintergrund" oder dergleichen haben, werden sie nicht akzeptiert.
Glauben Sie mir, wenn man als (halb) Deutsche/r in Deutschland aufgewachsen ist und sich dann wegen dunkler Haare und Augen oder einer sonst Deutschland-untypischen Physiognomie anhoeren muss "Sie schwaetze awwa gudd Deutsch!" und das womoeglich auch noch als Kompliment auffassen muss, dann vergeht einem echt die Lust an diesem Land.
legt man II lesen, liest sich sonst ein wenig wie aus dem rechten Spektrum, was definitiv nicht die Intension ist. Hatte nur mit copy und paste die Hälfte des Textes kopiert.
"Genau so macht ein deutsche Pass ein Individuum zu keinem Mitglied der hiesigen Gesellschaft."
Selbstverständlich macht er das. Selbst die Asylbewerber ohne Deutschen Pass sind Teil dieser Gesellschaft.
Diese Leute sind natürlich nicht der "Mainstream" oder die "Mehrheit"; aber sie sind Teil der Gesellschaft.
... das ist doch eben gerade eines der Probleme: viele Auslaender in Deutschland versuchen sich anzupassen. Weil man ihnen aber ansieht, dass sie einen "Migrationshintergrund" oder dergleichen haben, werden sie nicht akzeptiert.
Glauben Sie mir, wenn man als (halb) Deutsche/r in Deutschland aufgewachsen ist und sich dann wegen dunkler Haare und Augen oder einer sonst Deutschland-untypischen Physiognomie anhoeren muss "Sie schwaetze awwa gudd Deutsch!" und das womoeglich auch noch als Kompliment auffassen muss, dann vergeht einem echt die Lust an diesem Land.
"Das wird sich wohl erst in Zukunft ändern, wenn die zusammenwachsende Europäische Union die Grenzen zwischen den Nationalitäten verwischt."
Wir werden keine Europäische Union brauchen, um Rassismus, Vorurteile und andere Abarten zu bekämpfen. Nationalitäten sind keine Last. Warum sollte man sie als solche kommunizieren?
Sie, die EU, ist auch kein Konstrukt, welches dem Frieden dient oder diesen als Primärziel hatte. Sie ist der verlängerte Arm der Wirtschaft. Energiesparlampen werden befohlen und eine Vorratsdatenspeicherung, die national scheiterte, wird EU-Gesetz.
Eine Einheitswährung erzeugt Lasten, die manche Länder nicht tragen können und von denen andere (allein) profitieren. Das ist weder gerecht noch am Wohlergehen der Menschen orientiert.
Warum ich mit diesem Gebilde Weltfrieden oder eben naiv die Antwort auf Rassismus verbinden sollte, leuchtet mir nicht ein. Selbst ein imaginärer europäischer Pass (der sicherlich viele Biometriemerkmale, einen Chip und andere "Sicherheitsmerkmale" beinhalten würde) löst keine Probleme.
Ein Türke, ein Grieche und jede(!) andere Nationalität darf stolz sein, soll sogar. So mühsam es zuweilen erscheinen mag, wenn viele Länder einen Nenner finden müssen, so wichtig ist der Prozess an sich. Eine befohlene Einheitsregierung hilft da wenig und täuscht nur vor was nicht vorhanden ist.
Und der Rassismus? Den bekämpft man weder durch Verbote noch durch europäische Pässe. Aber das wussten Sie sicher schon.
"Ein Türke, ein Grieche und jede(!) andere Nationalität darf stolz sein, soll sogar."
So viele Jahre meines Lebens habe ich vergeudet, weil ich diese einfache und weitläufig verbreitete Wahrheit nicht verstanden habe, aber vielleicht bekomme ich nun endlich Aufklärung. Jedes Mal, wenn ich einen Türken, Griechen oder etwa Deutschen sagen höre, "Ich bin Türke/Grieche/Deutsche und stolz darauf!", denke ich mir bestenfalls "Hä?" und schlimmstenfalls "Bleib mir bloß vom Leib...", aber meistens beides zusammen.
Also, worauf genau sollte ein Türke, ein Grieche und jede andere Nationalität stolz sein, und aus welchem Grund?
"Ein Türke, ein Grieche und jede(!) andere Nationalität darf stolz sein, soll sogar."
So viele Jahre meines Lebens habe ich vergeudet, weil ich diese einfache und weitläufig verbreitete Wahrheit nicht verstanden habe, aber vielleicht bekomme ich nun endlich Aufklärung. Jedes Mal, wenn ich einen Türken, Griechen oder etwa Deutschen sagen höre, "Ich bin Türke/Grieche/Deutsche und stolz darauf!", denke ich mir bestenfalls "Hä?" und schlimmstenfalls "Bleib mir bloß vom Leib...", aber meistens beides zusammen.
Also, worauf genau sollte ein Türke, ein Grieche und jede andere Nationalität stolz sein, und aus welchem Grund?
"Die Empörung über Allein unter Deutschen ist seltsam groß"
Neben den von EH genannten Gründen kommt sicher auch ein etwas eigenwilliges Verhältnis mancher Deutscher in Sachen Humor zum Tragen, für die TTs Anarchowitz offenbar nur schwer verdaulich ist. Mir persönlich hat er enorm viel Vergnügen und keine Magenschmerzen bereitet, liegt aber vielleicht daran, dass ich nur zur Hälfte Deutscher bin (allerdings hat mein frankokanadischer sysadmin mal gesagt, dass er im Umgang mit mir besonders vorsichtig ist, weil ich gleich von zwei Herrenrassen abstamme)
Vielleicht liegts ja auch an dem, was Robin Williams mal über ein Gespräch in einer deutschen Talkshow erzählte: "and this woman said to me, "Mr. Williams, why do you think there is not so much comedy in Germany?" And I said, "Did you ever think you killed all the funny people?"
Oder das Ganze in bewegten Bildern:
http://www.youtube.com/wa...
Gelegentlich mal über sich selbst lachen hilft vielleicht ;-)
hab mir das auch mal gedacht. Jüdischer Humor ist wirklich eine Marke, so wie englischer Humor. Um das zu begreifen muss man sich aber eben mal mit jüdisch/amerikanischem Humor aussetzen. Zum Glück gibts youtube;p
Danke für den Link! Ich fürchte, die meisten Deutschen können, wenn sie nicht Auslandserfahrungen haben, nicht verstehen, wie humorlos unser Land ist.
hab mir das auch mal gedacht. Jüdischer Humor ist wirklich eine Marke, so wie englischer Humor. Um das zu begreifen muss man sich aber eben mal mit jüdisch/amerikanischem Humor aussetzen. Zum Glück gibts youtube;p
Danke für den Link! Ich fürchte, die meisten Deutschen können, wenn sie nicht Auslandserfahrungen haben, nicht verstehen, wie humorlos unser Land ist.
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