Antisemitismus: Immer diese Juden!
Das Buch von Tuvia Tenenbom sorgt für Aufregung – bloß weil Tenenbom (auch) über Antisemitismus in Deutschland schreibt. Und unser Kolumnist Eric T. Hansen wundert sich.
© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Der Schriftsteller Tuvia Tenenbom auf einer Pressekonferenz in Berlin
Diese Juden! Sie haben es schon wieder geschafft: die Deutschen in helle Aufregung zu versetzen.
Gerade ist das erste Buch des witzigen israelisch-amerikanischen ZEIT ONLINE-Kolumnisten Tuvia Tenenbom auf Deutsch erschienen, in dem er von seinen vielen lustigen Erfahrungen Allein unter Deutschen, wie der Titel es ausdrückt, berichtet.
Darin behauptet Tenenbom unverschämterweise, Antisemitismus in Deutschland gäbe es noch. Um dies zu beweisen besucht er sogar einen Neonazi-Treff in Neumünster: Stimmt auch, dort trifft er auf Neonazis.
Die Empörung über Allein unter Deutschen ist seltsam groß. Man könnte fast meinen, dieser Vorwurf wäre in Deutschland zum ersten Mal laut geworden. Dabei marschieren die Neonazis jedes dritte Wochenende durch eine peinlich berührte Großstadt, in zwei Landtagen sitzt die NPD und jedes Mal, wenn der Nobelpreisträger Günter Grass ein Gedicht über Israel schreibt, schreit jemand "Antisemitismus". Richtig neu ist das Thema nicht.
Warum dann die Aufregung?

Es ist ja nicht so, dass Tenenbom behauptet, es gäbe Antisemitismus nur in Deutschland. Im Gegenteil, wer seine Kolumne liest, weiß, dass ihm dergleichen fast überall begegnet. Auch in Amerika ist dies neben anderen Formen von Rassismus weit verbreitet. Der Ku-Klux-Klan, die American Nazi Party, die Aryan White Resistance sind alle Antisemiten; Verlage wie Institute for Holocaust Review und Noontide Press verbreiten eifrig entsprechende Verschwörungstheorien.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass es vergleichsweise weniger Antisemitismus und Rassismus in Deutschland gibt: Erstens betreiben die Deutschen immer wieder so viel staatsfinanzierte Öffentlichkeitsarbeit für Toleranz, dass mehrere große Werbeagenturen allein davon leben können, zweitens haben wir Amis auch mehr Ethnien insgesamt und auch – da könnt ihr wirklich nur neidisch sein – mehr Juden. (Wäre es antisemitisch zu sagen, das ist eines der Geheimnisse unseres Erfolges?)
Doch während die Amerikaner mit den Schultern zucken und sagen, "Ja, Rassismus ist schlimm, da muss man wirklich was tun, und was gibt’s heute zu Essen?", erstarren die Deutschen wie das Kaninchen vor der Schlange.
In den USA macht sich kein Mensch wirklich vor, dass eine Welt ohne jede Art von Rassismus möglich ist. Wir sind ein Land von Einwanderern und wir wissen: Frieden und Harmonie ist was für die Titelstorys auf einem Flugblatt der Zeugen Jehovas.
Auf Hawaii, wo ich aufgewachsen bin, gibt es nur Minderheiten. Die Weißen, die Chinesen und die Japaner machen jeweils rund 25% der Bevölkerung aus. Dazu kommen noch die Native Hawaiians, die Schwarzen, die Portugiesen… Wer ist da die Mehrheit? Ich hatte kein Problem damit, ab und zu auf die ahnungslosen Haoles zu schimpfen – obwohl ich mit meiner weißen Haut selber einer war.





... das ist doch eben gerade eines der Probleme: viele Auslaender in Deutschland versuchen sich anzupassen. Weil man ihnen aber ansieht, dass sie einen "Migrationshintergrund" oder dergleichen haben, werden sie nicht akzeptiert.
Glauben Sie mir, wenn man als (halb) Deutsche/r in Deutschland aufgewachsen ist und sich dann wegen dunkler Haare und Augen oder einer sonst Deutschland-untypischen Physiognomie anhoeren muss "Sie schwaetze awwa gudd Deutsch!" und das womoeglich auch noch als Kompliment auffassen muss, dann vergeht einem echt die Lust an diesem Land.
gesegnet mit Eltern verschiedenster Herkunft und ja, ich kenne diese Probleme, vor allem wenn dann noch ein "ausländischer" Name da hinzu kommt.
scheint mir da aber bei Ihnen auch vorhanden.
Wenn Sie nach China reisen und dort einen typischen Angehörigen der afroamerikanischen Rasse sehen und mit ihm zufällig etwas ins Gespräch kommen würden, würden Sie dann ausschließen, dass Sie Fragen stellen würden wie:
Wie gefällt Ihnen das Land denn so?
In welchem Hotel übernachten Sie?
Wo haben Sie so gut Mandarin gelernt?
Obwohl der Mann theoretisch natürlich ein Chinese sein könnte, würden die meisten Menschen (mich eingeschlossen) erstmal davon ausgehen, dass er ein Tourist ist. Ich würde daher sagen, dass so etwas in einem Land mit ethnisch halbwegs homogener Bevölkerung, meist nicht böse gemeint ist (auch wenn es für Sie sicher manchmal nervtötend ist).
Abseits solcher Missverständnisse gilt, dass Deutscherist, wer einen Deutschen Pass hat. So sagt es das Grundgesetz.
Wenn Ihnen das nächste mal jemand zu Ihrem guten Deutsch gratuliert, sagen Sie doch einfach so etwas wie: "Oh, Sie aber auch, mein Lieber!".
Ich, seit Generationen durch und durch "deutsch", wurde schon so oft von ausländischen Mitbürgern gefragt "aus was für einem Land ich denn herkomme", "seit wann ich denn in Deutschland sei", etc..
Nur weil vielleicht nicht "typisch deutsch" aussehe oder auch bin.
Es käme mir nie in den Sinn, deswegen beleidigt zu sein oder mich zu ärgern.
Ach Bruder, auch ich bin ein (halb-)schwarzer Deutscher und kenne das ganz genau. Man wird uns nie ganz als Deutsche anerkennen und mittlerweile lege ich da auch keinen Wert mehr drauf. Ich habe dann auch verflucht hart gearbeitet und Sprachen gelernt, um mich dann endlich ins Ausland verziehen zu können und lebe jetzt in einer nicht-deutschen Großstadt mit einer riesigen afrikanischen Community. Das ist einfach befreiend!!!
Ich wünsche dir alles Gute und mögest du deinen Weg finden, mit diesem "Stigma" umzugehen.
Jeder Erdenbewohner muß sich damit abfinden, daß in der Vielzahl der Mitmenschen sehr unterschiedlich angenehme und intelligente oder weniger intelligente Menschen unseren Lebensweg kreuzen. Ich generalisiere nicht "Ausländer", auch wenn mich gerade ein türkischstämmiger Jugendlicher bedrohte. In Wirklichkeit sehen wir, wenn wir halbwegs bei Trost sind, jeden Menschen danach an, wie er "ist", sich verhält - freundlich-hilfreich-interessiert oder das Gegenteil, was insbesondere am müden Feierabend dem Besten mal unterläuft.
Frage ich einen Menschen nach der ethnischen Herkunft, ist das Teil meines Versuches, ihn zu verstehen. Jedenfalls sortiere ich ihn wegen Herkunft oder Abstammung nirgendwo ein, aber ich weiß dann vielleicht etwas über die Geisteswelt oder die Geographie usw. der Erdgegend, aus der Befragter stammt. Und ich kann ihn selber dazu befragen, wenn er bereit zum Gespräch darüber ist. Wenn nicht, kann ich es ihm auch nicht übel nehmen - man mag eben manchmal nicht viel sprechen oder Fragen beantworten.
Kurz: Für mich gibt es nicht "die Deutschen", "die Amerikaner", "die Türken", "die Juden", sondern Menschen wie ich, die in jedem Moment ihres Lebens bereit sein müssen, sich mit gutem Willen über eventuelle nationale Denk-Besonderheiten oder Denk-Beschränkungen hinwegsetzen, um den Anders-Denkenden zu verstehen. Die Verwendung von Generalisierungen "die Deutschen" usw. weist bereits auf eine überwindungwürdige Denkbeschränkung hin.
Ich glaube, ich habe das noch nie einem Deutschen ausländischer Abstammung gesagt, aber es könnte - Korrektur: hätte mir vielleicht doch passieren können (ich bewundere gerne, wenn es einen Grund gibt, und bringe das auch gerne zum Ausdruck), dass ich ein solches Kompliment zur Sprachbeherrschung machte. Jetzt weiß ich: Gaga hoch drei ! Lieber beiße ich mir die Zunge ab ! Wer will schon als Rassist betrachtet werden ?
Ihr Deutsch ist aber wirklich (gekürzt, d.Red.).
gesegnet mit Eltern verschiedenster Herkunft und ja, ich kenne diese Probleme, vor allem wenn dann noch ein "ausländischer" Name da hinzu kommt.
scheint mir da aber bei Ihnen auch vorhanden.
Wenn Sie nach China reisen und dort einen typischen Angehörigen der afroamerikanischen Rasse sehen und mit ihm zufällig etwas ins Gespräch kommen würden, würden Sie dann ausschließen, dass Sie Fragen stellen würden wie:
Wie gefällt Ihnen das Land denn so?
In welchem Hotel übernachten Sie?
Wo haben Sie so gut Mandarin gelernt?
Obwohl der Mann theoretisch natürlich ein Chinese sein könnte, würden die meisten Menschen (mich eingeschlossen) erstmal davon ausgehen, dass er ein Tourist ist. Ich würde daher sagen, dass so etwas in einem Land mit ethnisch halbwegs homogener Bevölkerung, meist nicht böse gemeint ist (auch wenn es für Sie sicher manchmal nervtötend ist).
Abseits solcher Missverständnisse gilt, dass Deutscherist, wer einen Deutschen Pass hat. So sagt es das Grundgesetz.
Wenn Ihnen das nächste mal jemand zu Ihrem guten Deutsch gratuliert, sagen Sie doch einfach so etwas wie: "Oh, Sie aber auch, mein Lieber!".
Ich, seit Generationen durch und durch "deutsch", wurde schon so oft von ausländischen Mitbürgern gefragt "aus was für einem Land ich denn herkomme", "seit wann ich denn in Deutschland sei", etc..
Nur weil vielleicht nicht "typisch deutsch" aussehe oder auch bin.
Es käme mir nie in den Sinn, deswegen beleidigt zu sein oder mich zu ärgern.
Ach Bruder, auch ich bin ein (halb-)schwarzer Deutscher und kenne das ganz genau. Man wird uns nie ganz als Deutsche anerkennen und mittlerweile lege ich da auch keinen Wert mehr drauf. Ich habe dann auch verflucht hart gearbeitet und Sprachen gelernt, um mich dann endlich ins Ausland verziehen zu können und lebe jetzt in einer nicht-deutschen Großstadt mit einer riesigen afrikanischen Community. Das ist einfach befreiend!!!
Ich wünsche dir alles Gute und mögest du deinen Weg finden, mit diesem "Stigma" umzugehen.
Jeder Erdenbewohner muß sich damit abfinden, daß in der Vielzahl der Mitmenschen sehr unterschiedlich angenehme und intelligente oder weniger intelligente Menschen unseren Lebensweg kreuzen. Ich generalisiere nicht "Ausländer", auch wenn mich gerade ein türkischstämmiger Jugendlicher bedrohte. In Wirklichkeit sehen wir, wenn wir halbwegs bei Trost sind, jeden Menschen danach an, wie er "ist", sich verhält - freundlich-hilfreich-interessiert oder das Gegenteil, was insbesondere am müden Feierabend dem Besten mal unterläuft.
Frage ich einen Menschen nach der ethnischen Herkunft, ist das Teil meines Versuches, ihn zu verstehen. Jedenfalls sortiere ich ihn wegen Herkunft oder Abstammung nirgendwo ein, aber ich weiß dann vielleicht etwas über die Geisteswelt oder die Geographie usw. der Erdgegend, aus der Befragter stammt. Und ich kann ihn selber dazu befragen, wenn er bereit zum Gespräch darüber ist. Wenn nicht, kann ich es ihm auch nicht übel nehmen - man mag eben manchmal nicht viel sprechen oder Fragen beantworten.
Kurz: Für mich gibt es nicht "die Deutschen", "die Amerikaner", "die Türken", "die Juden", sondern Menschen wie ich, die in jedem Moment ihres Lebens bereit sein müssen, sich mit gutem Willen über eventuelle nationale Denk-Besonderheiten oder Denk-Beschränkungen hinwegsetzen, um den Anders-Denkenden zu verstehen. Die Verwendung von Generalisierungen "die Deutschen" usw. weist bereits auf eine überwindungwürdige Denkbeschränkung hin.
Ich glaube, ich habe das noch nie einem Deutschen ausländischer Abstammung gesagt, aber es könnte - Korrektur: hätte mir vielleicht doch passieren können (ich bewundere gerne, wenn es einen Grund gibt, und bringe das auch gerne zum Ausdruck), dass ich ein solches Kompliment zur Sprachbeherrschung machte. Jetzt weiß ich: Gaga hoch drei ! Lieber beiße ich mir die Zunge ab ! Wer will schon als Rassist betrachtet werden ?
Ihr Deutsch ist aber wirklich (gekürzt, d.Red.).
Es macht bei Türken z.B. einen fundamentalen Unterschied, ob sie sich selbst als "Türken" bezeichnen, betonen, dass die Eltern aus der Türkei kommen oder aber selbiges erst gar nicht erwähnen und das nur durch ein Gespräch überhaupt erwähnt wird.
Vor allem bei der ersten Sorte von Mensch, die gerne ihre vermeintliche Identität (natürlich auf deutsch!) betonen, habe ich mehrere Probleme: Erstens sind diese Menschen entgegen ihrer Selbstdarstellung hier aufgewachsen, zweitens hat der deutsche Staat (ja!) ihre schulische Ausbildung bezahlt sowie ihre Sozialausgaben und drittens leben diese Menschen trotz ihres merkwürdigen Selbstverständnisses hier, sind somit eigentlich genauso deutsch wie jeder andere auch.
Das Problem derer Leute, die nach Deutschland kommen ist der zwanghafte, fast schon krankhaft anmutende Versuch, sich in der eigenen Identität vom "Aliens", dem anderen, oder kurz gesagt dem Deutschen abgrenzen zu müssen. Diese Schaffung einer Paralell-Identität ist der eigentliche Grund für die Ablehnung und würde so in Amerika gar nicht vorkommen, da sie ja wie gesagt sich als Amis sehen.
Überhaupt kommt dann die nächste Frage, nämlich inwieweit das subjektive Empfinden von Rassismus der objektiven Realität überhaupt gleichkommt. Rassismus existiert natürlich, aber es wird auch gerne medial und/oder aus politischen Motiven heraus überdramatisiert.
Zumindest sind die Rassismus-Probleme in Amerika weitaus schlimmer als sie hier je sein könnten!
gesegnet mit Eltern verschiedenster Herkunft und ja, ich kenne diese Probleme, vor allem wenn dann noch ein "ausländischer" Name da hinzu kommt.
Nach meiner Erfahrung ist Rassismus in den USA eher schlimmer als bei uns. Sicher nicht gegen Juden, aber vorallem bezogen auf Schwarze und Hispanos habe ich einen weit verbreiteten Rassismus erlebt.
Vorallem in der oberen Mittelschicht gibt es extrem viele Vorurteile gegen schwarze Mitbürger. Da gibt es die schwarzen Viertel, die schwarzen Restaurants, die schwarzen Clubs und Bars, die schwarzen Autos, die schwarzen Klamotten, die schwarze Musik, die schwarze Körperhaltung, die schwarze Aussprache...
Es wird ein riesen Aufwand betrieben, die Anderen auszumachen und zu kategorisieren. Üble Klischees sind an der Tagesordnung.
Andersrum ist es nicht besser. Die Schwarzen hetzen gegen die Weißbrote und finden allerhand Merkmale, die einen waschechten Weißen uncool erscheinen lassen.
Vielleicht ist es bei uns aber genauso schlimm und wir reden einfach nicht so offen darüber?
Überall aber gilt: Umso städtischer die Umgebung, umso gemischter die Menschen.
Die Deutschen werden den Juden den Holocaust nie verzeihen können.
Die Kausalität nicht irgendwie umgekehrt ist?
Gerade die letzten öffentlichen Debatten sollten meine Darstellung mehr als belegen...
Die Kausalität nicht irgendwie umgekehrt ist?
Gerade die letzten öffentlichen Debatten sollten meine Darstellung mehr als belegen...
Ab und an spiele ich - ja, ich gestehe es freimütig - sog. Ballerspiele, bei denen zwei Mannschaften aus realen Menschen sich auf einem virtuellen Schlachtfeld gegenüberstehen. Und natürlich kommt es im Chat zu Beschimpfungen, wenn man zum x-ten Male weggepflückt wurde. Vor einiger Zeit dominierten die üblichen A***löcher, Wi**er etc, aber seit kurzem lese ich unglaublich oft "Du Jude" oder etwas von "vergasen" und dergl. mehr.
Wenn das ein Indikator ist, dann sind besonders sehr junge Leute geradewegs dabei, in Sachen Antisemitismus des 21. Jahrhunderts neue Maßstäbe zu setzen.
Erschreckend.
Die Amerikaner haben keine eignene Kultur und kein Verständnis vom Begriff Kultur, sonst könnten Sie akzeptieren dass es auch neben Pass-Nationalität und genetischr Hautfarbe noch viele weitere Facetten eines Kulturraumes eienr Kultur gibt. Die Deutsche haben eine vergleichbar junge wenig gefestigte Kultur und sind deshalb empfindlich auf zu starken Einfluss. Dieser wird stets als Bereicherung angesehen und gilt als Willkommen, will sich aber eben nicht unterordnen oder verdrängen lassen. Mit gutem Recht. Einem staatlich erklärter totaler Multikulti muss man nicht zustimmen. Das ist dann Demokratie und kein Rassismus.
"Die Amerikaner haben keine eignene Kultur und kein Verständnis vom Begriff Kultur, "
hahaha.
So ein Schwachsinn.
"Die Amerikaner haben keine eignene Kultur und kein Verständnis vom Begriff Kultur, "
hahaha.
So ein Schwachsinn.
Auch die USA reden von sich von einer Nation. Auch das heutige Deutschland ist nur per definitionem ein Nationalstaat.
Das, was heute Deutschland ist, war früher ein Staatengebilde im Herzen Europas, bestehend aus hunderten kleinen und kleinsten Fürstentümer, viele sogar mit eigener Währung und Sprache. Wenn irgendwo in Europa zwischen zwei oder mehreren Ländern Krieg geführt wurde, und das war bis zum Ende des 2. Weltkriegs quasi ständig der Fall, war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen. Es sind also im Laufe der Jahrhunderte hunderttausende Soldaten aus zig Ländern durch das "deutsche" Staatengebilde marschiert, und viele haben sich dort niedergelassen bzw. sind einfach "hängengeblieben". Kaum ein Land in Europa besteht daher aus so einem bunten Bevölkerungsgemisch wie Deutschland.
Haben sie gedrückt?
Ihr Beitrag ist so hemmungslos überzogen, dass er als "schlicht falsch" durchgeht.
Der Artikel macht eines schön deutlich: die "wir müssen unbedingt die Reinen und Guten sein"- Haltung des Mainstreams in Deutschland. Wir wollen den Rassismus quasi mit Lichterketten, Gedenkveranstaltungen und definitorische Ausweitung des Begriffs "wegzaubern". Leider ist er normal, gehört zum menschlichen und etwas mehr Gelassenheit würde uns guttun.
Dies ist kein Widerspruch zur konsequenten Durchsetzung des Rechts.
"... war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen."
Ich denke, Sie wollen das wohl eher "geografisch" betrachtet haben.
Aber wir wollen diesen kleinen Lapsus mal nicht über Gebühr hochsterilisieren.
Es würde der Diskussion gut tun, wenn Sie eine konkrete Gegenposition beziehen anstatt meinen Post ganz allgemein als "hemmungslos überzogen" bezeichnen würden, denn mit dieser Aussage kann niemand etwas anfangen.
Beispiel "französischer Einfluss" auf das, was heute Deutschland ist: Ende des 17. Jahrhunderts flohen die Hugenotten aus Frankreich u.a. in das damalige deutsche Staatengebilde und haben somit als Einwanderer ihre kulturellen Spuren in dem hinterlassen, was heute Deutschland ist. Ein gewisser Thilo Sarrazin ist Nachkomme eines dieser Hugenotten-Einwanderer und hat vor zwei Jahren ein Buch geschrieben, in dem er u.a. die, seiner Meinung nach zu lasche, Einwanderungspolitik Deutschlands kritisiert. Na sowas ...
Es hat sich z.B. herausgestellt, dass die "deutschen Volksmärchen" der Brüder Grimm weder "deutsch" noch "Volk" sind, sondern großteils Geschichten aus dem französischen Bildungsbürgertum waren. Na sowas ...
Und die Schulbank, die ich gedrückt habe, heißt u.a. Ludwig-Maximilians-Universität ;-) .
Nanana. Erstmal den Begriff "Nation" sauber definieren.
Und dann: "Wenn irgendwo in Europa zwischen zwei oder mehreren Ländern Krieg geführt wurde, und das war bis zum Ende des 2. Weltkriegs quasi ständig der Fall, war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen." "Geologisch" ist klasse. Bitte weitermachen mit dem Definieren, so sauber wie möglich.
Und dann: "Es sind also im Laufe der Jahrhunderte hunderttausende Soldaten aus zig Ländern durch das "deutsche" Staatengebilde marschiert, und viele haben sich dort niedergelassen bzw. sind einfach "hängengeblieben". Wie viele denn so in etwa und aus wievielen -zig Ländern?
Und dann: "Kaum ein Land in Europa besteht daher aus so einem bunten Bevölkerungsgemisch wie Deutschland." Nanana. Als Napoleons Franzosen wieder abzogen, nahmen sie ihre Soldaten schon wieder mit. Wieviele solcher Soldaten sollen denn "hängengeblieben" und dann in den Dorfgemeinschaften oder Städten herzlich in die Bevölkerung aufgenommen worden sein? Oder dachten Sie eher an Massenvergewaltigungen mit gewaltiger Expansion des Genpools? Oder haben Sie Zuckmayer im Ohr?
Wollen Sie damit sagen: "deutsch" gibt es gar nicht?
Kriege u. Wanderungsbewegungen gab es nicht nur in Deutschland! Vermischung gab es, ja, aber das unterscheidet Deutschland doch nicht von anderen Ländern! Will heißen, Deutschland IST (wie jede andere Nation auch) ein Nationalstaat, kein bloß eingebildeter.
Soldaten aus aller Herren Länder kamen zur zahlreichen, autochthonen Bevölkerung hinzu! Aber das heißt doch nicht im Umkehrschluß, daß die Bevölkerung hier ausschließlich aus Nachfahren bunt zusammengewürfelter Soldaten bestünde!
Der alberne Verweis auf die 100 Fürstentümer ändert auch nichts an der Tatsache, daß es das Staatsgebilde des Hl. Römischen Reichs gab! Schauen Sie auf eine alte Landkarte - die rote Linie um die 100 Fürstentümer hat schon ihren Grund.
Daß Deutschland eine "Erfindung" des 19. Jahrhunderts sei, die quasi künstlich in die Welt gesetzt wurde (was für eine Verschwörungstheorie!), dieses Gerücht scheint man wohl nicht mehr aus der Welt zu bekommen.
Da ist es dann wohl egal, daß Grimmelshausen im Dreißigjährigen Krieg ein Werk namens "Simplicissimus Teutsch" verfaßt hatte, daß in Venedig seit 1268 das Fondaco dei Tedeschi ("Warenbörse der Deutschen") und in Bergen/Norwegen seit 1343 die Tyske Bryggen (="Deutsche Brücke") besteht, oder daß ein mittelalterlicher franko-flämischer Sänger und Komponist namens Johannes Stockhem (1445-1487) folgenden Liedtext komponierte:
Je suis d'Alemagne,
Je parle alleman,
Je viegne de Bretagne,
Breton, bretonnan.
Durch die Mitte Europas, da wo sich Deutschland heute befindet, sind über die Jahrhunderte Heerscharen und Kaufleute von Süd nach Nord, West nach Ost gezogen. Sicherlich haben alle ihre genetischen und viele auch (weitgefasst) kulturelle Spuren hinterlassen. Das verbindet Deutschland mit anderen Staaten wie Italien, Frankreich und zunehmend mit dem angloamerikanischen Bereich. Auch Juden haben die deutsche Kultur mitgeprägt - nie so stark wie im 19. und 20. Jahrhundert, kurz bevor der Irrsinn in Deutschland Oberhand gewann. In Deutschland war die Bereitschaft zur Aufnahme von Kulturelementen aus anderen Regionen vermutlich größer als in anderen europäischen Staaten, wie allein schon die deutsche Sprache zeigt.
Der Vielvölkerverbund des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" wurde durch Verlust von Gebieten im Süden und vor allem im Westen homogener (man betrachte einmal im Geschichtsatlas die Entwicklung der Ausdehnung des französischen Staatgebietes über die Jahrhunderte). Trotzdem hatten wohl die Nachbarn Schwierigkeiten, das ulkige Staatengebilde Deutschland einzuschätzen, wie allein die unterschiedlichen Namen für Deutschland zeigen: Germany, Allemagne/Alemania, Niemcy. Mal suggerierte das die Germanen schlechthin, mal einen der germanischen Stämme, mal die Sprachlosigkeit gegenüber den slawischen Völkern.
Haben sie gedrückt?
Ihr Beitrag ist so hemmungslos überzogen, dass er als "schlicht falsch" durchgeht.
Der Artikel macht eines schön deutlich: die "wir müssen unbedingt die Reinen und Guten sein"- Haltung des Mainstreams in Deutschland. Wir wollen den Rassismus quasi mit Lichterketten, Gedenkveranstaltungen und definitorische Ausweitung des Begriffs "wegzaubern". Leider ist er normal, gehört zum menschlichen und etwas mehr Gelassenheit würde uns guttun.
Dies ist kein Widerspruch zur konsequenten Durchsetzung des Rechts.
"... war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen."
Ich denke, Sie wollen das wohl eher "geografisch" betrachtet haben.
Aber wir wollen diesen kleinen Lapsus mal nicht über Gebühr hochsterilisieren.
Es würde der Diskussion gut tun, wenn Sie eine konkrete Gegenposition beziehen anstatt meinen Post ganz allgemein als "hemmungslos überzogen" bezeichnen würden, denn mit dieser Aussage kann niemand etwas anfangen.
Beispiel "französischer Einfluss" auf das, was heute Deutschland ist: Ende des 17. Jahrhunderts flohen die Hugenotten aus Frankreich u.a. in das damalige deutsche Staatengebilde und haben somit als Einwanderer ihre kulturellen Spuren in dem hinterlassen, was heute Deutschland ist. Ein gewisser Thilo Sarrazin ist Nachkomme eines dieser Hugenotten-Einwanderer und hat vor zwei Jahren ein Buch geschrieben, in dem er u.a. die, seiner Meinung nach zu lasche, Einwanderungspolitik Deutschlands kritisiert. Na sowas ...
Es hat sich z.B. herausgestellt, dass die "deutschen Volksmärchen" der Brüder Grimm weder "deutsch" noch "Volk" sind, sondern großteils Geschichten aus dem französischen Bildungsbürgertum waren. Na sowas ...
Und die Schulbank, die ich gedrückt habe, heißt u.a. Ludwig-Maximilians-Universität ;-) .
Nanana. Erstmal den Begriff "Nation" sauber definieren.
Und dann: "Wenn irgendwo in Europa zwischen zwei oder mehreren Ländern Krieg geführt wurde, und das war bis zum Ende des 2. Weltkriegs quasi ständig der Fall, war "Deutschland" immer mittendrin, schon rein geologisch gesehen." "Geologisch" ist klasse. Bitte weitermachen mit dem Definieren, so sauber wie möglich.
Und dann: "Es sind also im Laufe der Jahrhunderte hunderttausende Soldaten aus zig Ländern durch das "deutsche" Staatengebilde marschiert, und viele haben sich dort niedergelassen bzw. sind einfach "hängengeblieben". Wie viele denn so in etwa und aus wievielen -zig Ländern?
Und dann: "Kaum ein Land in Europa besteht daher aus so einem bunten Bevölkerungsgemisch wie Deutschland." Nanana. Als Napoleons Franzosen wieder abzogen, nahmen sie ihre Soldaten schon wieder mit. Wieviele solcher Soldaten sollen denn "hängengeblieben" und dann in den Dorfgemeinschaften oder Städten herzlich in die Bevölkerung aufgenommen worden sein? Oder dachten Sie eher an Massenvergewaltigungen mit gewaltiger Expansion des Genpools? Oder haben Sie Zuckmayer im Ohr?
Wollen Sie damit sagen: "deutsch" gibt es gar nicht?
Kriege u. Wanderungsbewegungen gab es nicht nur in Deutschland! Vermischung gab es, ja, aber das unterscheidet Deutschland doch nicht von anderen Ländern! Will heißen, Deutschland IST (wie jede andere Nation auch) ein Nationalstaat, kein bloß eingebildeter.
Soldaten aus aller Herren Länder kamen zur zahlreichen, autochthonen Bevölkerung hinzu! Aber das heißt doch nicht im Umkehrschluß, daß die Bevölkerung hier ausschließlich aus Nachfahren bunt zusammengewürfelter Soldaten bestünde!
Der alberne Verweis auf die 100 Fürstentümer ändert auch nichts an der Tatsache, daß es das Staatsgebilde des Hl. Römischen Reichs gab! Schauen Sie auf eine alte Landkarte - die rote Linie um die 100 Fürstentümer hat schon ihren Grund.
Daß Deutschland eine "Erfindung" des 19. Jahrhunderts sei, die quasi künstlich in die Welt gesetzt wurde (was für eine Verschwörungstheorie!), dieses Gerücht scheint man wohl nicht mehr aus der Welt zu bekommen.
Da ist es dann wohl egal, daß Grimmelshausen im Dreißigjährigen Krieg ein Werk namens "Simplicissimus Teutsch" verfaßt hatte, daß in Venedig seit 1268 das Fondaco dei Tedeschi ("Warenbörse der Deutschen") und in Bergen/Norwegen seit 1343 die Tyske Bryggen (="Deutsche Brücke") besteht, oder daß ein mittelalterlicher franko-flämischer Sänger und Komponist namens Johannes Stockhem (1445-1487) folgenden Liedtext komponierte:
Je suis d'Alemagne,
Je parle alleman,
Je viegne de Bretagne,
Breton, bretonnan.
Durch die Mitte Europas, da wo sich Deutschland heute befindet, sind über die Jahrhunderte Heerscharen und Kaufleute von Süd nach Nord, West nach Ost gezogen. Sicherlich haben alle ihre genetischen und viele auch (weitgefasst) kulturelle Spuren hinterlassen. Das verbindet Deutschland mit anderen Staaten wie Italien, Frankreich und zunehmend mit dem angloamerikanischen Bereich. Auch Juden haben die deutsche Kultur mitgeprägt - nie so stark wie im 19. und 20. Jahrhundert, kurz bevor der Irrsinn in Deutschland Oberhand gewann. In Deutschland war die Bereitschaft zur Aufnahme von Kulturelementen aus anderen Regionen vermutlich größer als in anderen europäischen Staaten, wie allein schon die deutsche Sprache zeigt.
Der Vielvölkerverbund des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" wurde durch Verlust von Gebieten im Süden und vor allem im Westen homogener (man betrachte einmal im Geschichtsatlas die Entwicklung der Ausdehnung des französischen Staatgebietes über die Jahrhunderte). Trotzdem hatten wohl die Nachbarn Schwierigkeiten, das ulkige Staatengebilde Deutschland einzuschätzen, wie allein die unterschiedlichen Namen für Deutschland zeigen: Germany, Allemagne/Alemania, Niemcy. Mal suggerierte das die Germanen schlechthin, mal einen der germanischen Stämme, mal die Sprachlosigkeit gegenüber den slawischen Völkern.
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