Die Bundesanwaltschaft geht bei der Bombe im Bonner Hauptbahnhof inzwischen von einem versuchten Terroranschlag durch Islamisten aus. Die Karlsruher Behörde hat die Ermittlungen übernommen. Es lägen nunmehr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung handelt, teilte die Behörde mit .

Die Bombe soll Medienberichten zufolge ferngezündet worden sein, explodierte aber wegen eines Konstruktionsfehlers nicht. Der Sprengsatz sei fehlerhaft konstruiert gewesen, berichtete der Westdeutsche Rundfunk . Dagegen meldete der Tagesspiegel , die Zündung sei über den mit dem Sprengsatz verbundenen Wecker erfolgt. Die Bombe sei aber wegen eines Schaltfehlers nicht explodiert. Die Polizei sprach von "mehreren Ermittlungsthesen".

Inoffiziell hätten Ermittler bestätigt, dass die Möglichkeit einer Fehlzündung geprüft werde, berichtete der WDR . Der Fehler in der Konstruktion des Sprengsatzes habe darin bestanden, dass die Täter eine Glühbirne statt eines Sprengsatzverstärkers verwendet hätten. Die Glühbirne sei neben anderen Einzelteilen ebenfalls in der blauen Tasche sichergestellt worden.

Drei Tatverdächtige

Der WDR berichtete darüber hinaus, dass die Polizei inzwischen von drei Tatverdächtigen ausgeht. Es gebe bereits konkrete Hinweise auf bestimmte Personen. Bislang waren zwei Verdächtige bekannt: Ein dunkelhäutiger Mann, der aber auch nur ein Zeuge sein könnte, sowie ein hellhäutiger Mann, den eine Überwachungskamera in einer Fastfood-Kette gefilmt hatte.

Seit Donnerstag sucht die Polizei neben den Tatverdächtigen nach einem weiteren Mann, der als Zeuge befragt werden soll. Der etwa 40-Jährige habe am Montag kurz vor 13.00 Uhr einer Mitarbeiterin am DB-Servicepoint im Bonner Hauptbahnhof von dem verdächtigen Gepäckstück auf Gleis eins berichtet. Seitdem hat die Polizei den Kontakt zu dem Mann verloren.