Der verheerende Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch ist nach Erkenntnissen der Ermittler durch Sabotage verursacht worden. "Die Zeugenaussagen haben ganz klar ergeben, dass es sich um einen Sabotageakt gehandelt hat", sagte der Chef des Ermittlungsteams, Main Uddin Khandaker. "Es gibt überhaupt nicht die Möglichkeit, dass der Brand durch einen Kurzschluss oder etwas anderes ausgelöst wurde." Dem Fabrikbesitzer wird zudem Fahrlässigkeit vorgeworfen. "Das Unglück scheint ein Akt der Sabotage gewesen zu sein, aber die Nachlässigkeit des Besitzers hatte den tragischen Tod der Arbeiter zur Folge." Bei dem Brand in der Mode-Fabrik Ende November am Rand der Hauptstadt Dhaka wurden mehr als 100 Menschen getötet.

Den Ermittlern zufolge soll gegen den Eigentümer sowie neun weitere Mitarbeiter aus dem mittleren Management Anklage erhoben werden, weil sie den Arbeitern zunächst das Verlassen des brennenden Gebäudes verbieten wollten. In der Fabrik wird Bekleidung unter anderem für große, global agierende Textilketten produziert, darunter für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart, eine Marke des US-Rappers Sean "Diddy" Combs und Disney. Die Textilindustrie macht rund 79 Prozent der Export-Einnahmen des Landes aus. Die meisten Produkte gehen nach Europa und die USA .

Bereits Anfang Dezember hatte die Polizei drei Manager verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, nach dem Brandausbruch die Fabrik verschlossen und die Mitarbeiter in Sicherheit gewiegt zu haben.