BangladeschSabotage soll Ursache für Brand in Textilfabrik sein

Den Ermittlern zufolge sind die mehr als 100 Textilarbeiter in Bangladesch wegen der Nachlässigkeit des Besitzers gestorben. Ihm und neun weiteren Personen droht Anklage. von afp und dpa

In der ausgebrannten Fabrik nahe Dhaka liegen Kleidungsstücke und Nähmaschinen.

In der ausgebrannten Fabrik nahe Dhaka liegen Kleidungsstücke und Nähmaschinen.  |  © Andrew Biraj / Reuters

Der verheerende Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch ist nach Erkenntnissen der Ermittler durch Sabotage verursacht worden. "Die Zeugenaussagen haben ganz klar ergeben, dass es sich um einen Sabotageakt gehandelt hat", sagte der Chef des Ermittlungsteams, Main Uddin Khandaker. "Es gibt überhaupt nicht die Möglichkeit, dass der Brand durch einen Kurzschluss oder etwas anderes ausgelöst wurde." Dem Fabrikbesitzer wird zudem Fahrlässigkeit vorgeworfen. "Das Unglück scheint ein Akt der Sabotage gewesen zu sein, aber die Nachlässigkeit des Besitzers hatte den tragischen Tod der Arbeiter zur Folge." Bei dem Brand in der Mode-Fabrik Ende November am Rand der Hauptstadt Dhaka wurden mehr als 100 Menschen getötet.

Den Ermittlern zufolge soll gegen den Eigentümer sowie neun weitere Mitarbeiter aus dem mittleren Management Anklage erhoben werden, weil sie den Arbeitern zunächst das Verlassen des brennenden Gebäudes verbieten wollten. In der Fabrik wird Bekleidung unter anderem für große, global agierende Textilketten produziert, darunter für die Bekleidungskette C&A, die US-Supermarktkette Walmart, eine Marke des US-Rappers Sean "Diddy" Combs und Disney. Die Textilindustrie macht rund 79 Prozent der Export-Einnahmen des Landes aus. Die meisten Produkte gehen nach Europa und die USA .

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Bereits Anfang Dezember hatte die Polizei drei Manager verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, nach dem Brandausbruch die Fabrik verschlossen und die Mitarbeiter in Sicherheit gewiegt zu haben.

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Leserkommentare
    • whale
    • 18. Dezember 2012 10:43 Uhr

    Ich erinnere mich an die Diskussion bei Günther Jauch, als der Bekleidungsverbandschef, angesprochen auf die Arbeitsbedingungen in Bangladesch, zunächst abwiegelte mit dem Hinweis, bei diesem Brand könne es sich um Brandstiftung von Fremden handeln - Vergleichbares also sozusagen "überall" passieren. Sprich: tragischer Unfall, aber was will man machen?
    Ob er das wohl selbst geglaubt hat?

  1. Warum wird hier überhaupt ermittelt? Journalisten und Branchenvertreter haben doch längst eine einhelliges Urteil gefällt:

    Einzig und allein der deutsche Verbraucher mit seiner widerwärtigen Geiz-ist-Geil-Mentalität ist schuld.

    Wer interessiert sich denn da für die Details? Nicht, dass unser Weltbild ins wanken gerät!

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/textilindustrie-arbeitsbedingungen...
    http://www.zeit.de/2012/49/Konsument-Schnaeppchenjaeger-Arbeiter-Banglad...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... Ihre "elitäre" Meinung gebildet.

    Und weiden sich daran, dass Sie ja alles besser wissen, dass Sie die "überlegende" Meinung haben.

    Wesen wie Sie behindern oder verhindern gar ganz entschieden eine Veränderung.

    Veränderung erreiche ich jedenfalls erfahrungsgemäß nicht mit Gemecker, nicht mit Angeberei und nicht Snobismus. Sondern durch beispielhaftes Vorleben.

    Ich für meinen Teil kaufe nicht mehr bei Firmen, die solche unwürdigen Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. Wenn ich es weiß.

    Vielleicht könnten Sie - ja, genau SIE - aufhören, über die angeblich so schlechte deutsche Gesellschaft zu jammern und statt dessen nach Bangladesch reisen, um dort nach den Arbeitsbedingungen zu schauen. Im Urlaub. Und dann berichten Sie darüber. Die Möglichkeiten sind dank Internet geradezu gigantisch.

    Aber hören Sie bitte auf mit Ihrer Pauschalmeckerei - die Menschen in Bangladesch brauchen die Arbeit - unter menschenwürdigen Bedingungen.

    • Gibbon
    • 18. Dezember 2012 14:40 Uhr

    Auch in Deutschland vergessen wir oft, wie wichtig Arbeitsschutz und Brandschutz sind. Wir brauchen nicht nach Bangladesh zu schauen, um die Folgen von Versäumnissen in diesen Bereichen -oft aus Kostengründen oder Bequemlichkeit- zu sehen. Natürlich passiert meistens nichts, wenn Rettungswege zugestellt, Fluchttüren abgeschlossen oder Maschinen "provisorisch" reparariert werden, aber wenn dann doch das Unglück eintritt, ist das Geschrei groß...

  2. ... Ihre "elitäre" Meinung gebildet.

    Und weiden sich daran, dass Sie ja alles besser wissen, dass Sie die "überlegende" Meinung haben.

    Wesen wie Sie behindern oder verhindern gar ganz entschieden eine Veränderung.

    Veränderung erreiche ich jedenfalls erfahrungsgemäß nicht mit Gemecker, nicht mit Angeberei und nicht Snobismus. Sondern durch beispielhaftes Vorleben.

    Ich für meinen Teil kaufe nicht mehr bei Firmen, die solche unwürdigen Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. Wenn ich es weiß.

    Vielleicht könnten Sie - ja, genau SIE - aufhören, über die angeblich so schlechte deutsche Gesellschaft zu jammern und statt dessen nach Bangladesch reisen, um dort nach den Arbeitsbedingungen zu schauen. Im Urlaub. Und dann berichten Sie darüber. Die Möglichkeiten sind dank Internet geradezu gigantisch.

    Aber hören Sie bitte auf mit Ihrer Pauschalmeckerei - die Menschen in Bangladesch brauchen die Arbeit - unter menschenwürdigen Bedingungen.

    Antwort auf "Ermittlungen zwecklos?"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Brand | Bangladesch | Bekleidung | Chef | Disney | Fabrik
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