IndienJournalist bei Protest gegen sexuellen Missbrauch getötet

In Indien gehen seit Tagen Tausende Menschen aus Protest gegen die Gruppenvergewaltigung einer Studentin auf die Straße. Dabei kommt es auch zu Gewalt. von afp

Die Polizei in Neu-Delhi nimmt zwei Demonstranten fest.

Die Polizei in Neu-Delhi nimmt zwei Demonstranten fest.  |  © Sajjad Hussain/AFP/Getty Images

Im Nordosten Indiens ist ein TV-Journalist bei einer Protestkundgebung erschossen worden, die sich gegen die Gruppenvergewaltigung einer Medizinstudentin richtete. Der 36-Jährige sei gestorben, nachdem die Polizei das Feuer während der Demonstration in Imphal im Bundesstaat Manipur eröffnet habe, sagte ein Polizeisprecher.

Für das Zentrum von Neu-Delhi verhängte die Polizei ein Demonstrationsverbot. Rund um die Residenz des Staatspräsidenten und das Parlament dürften keine Kundgebungen mehr stattfinden, teilten die Behörden mit.

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Nach der Vergewaltigung einer Studentin durch eine Gruppe von Männern in Neu-Delhi wird in Indien seit Tagen demonstriert. In vielen Städten wurden Mahnwachen, Demonstrationen und Protestmärsche organisiert. Die Demonstranten verlangten besseren Schutz für Frauen und härtere Strafen für Vergewaltiger. Am Samstag waren Tausende Menschen in Neu-Delhi auf die Straße gegangen. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein, als Demonstranten versuchten, Absperrungen zu durchbrechen.

Die junge Frau war vor einer Woche fast eine Stunde lang von mehreren Männern vergewaltigt und anschließend aus einem fahrenden Bus auf eine belebte Straße in der indischen Hauptstadt geworfen worden. Die Frau liegt im Krankenhaus und ist in einem kritischen Zustand. Die mutmaßlichen Täter sind inzwischen festgenommen worden.

In keiner anderen indischen Großstadt werden so viele Sexualverbrechen gemeldet wie in der 16-Millionen-Metropole Neu-Delhi. Im Schnitt wird nach Polizeiangaben alle 18 Stunden eine Frau vergewaltigt, andere sexuelle Übergriffe werden alle 14 Stunden registriert.

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Leserkommentare
    • clair11
    • 23. Dezember 2012 20:24 Uhr

    Sollte nicht 1991 sondern 2011 heißen.

    • Flari
    • 23. Dezember 2012 22:44 Uhr
    18. [...]

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Der Kommentar auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/cv

    Antwort auf "[...]"
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    • Flari
    • 23. Dezember 2012 23:34 Uhr

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an der Moderation direkt an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

  1. "Gewalt erzeugt Gewalt und wir sollten auch nie vergessen, dass es sich meist um eine spiralförmige Zunahme handelt."

    dann bleibt die Frage, warum all die Frauen und weiblichen Kinder, die missbraucht u. vergewaltigt werden, mehrheitlich NICHT die Gewalt weitertragen. Ich denke mal, es gibt da ein Problem mit männlicher Identität und Gewaltausübung. Ansonsten werden männliche Opfer von sexueller Gewalt auch unzulässig unter Generalverdacht gestellt - sie seien die zukünftigen Täter.

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    • clair11
    • 23. Dezember 2012 23:42 Uhr

    Dasselbe gilt auch für Männer. Mehrheitlich wird aus Opfern keine Täter.

    Außerdem tragen entsprechende Frauen die Gewalt in anderen Formen weiter. Es gibt andere Formen von Gewalt als sexuelle Gewalt.

    @MsPoppins: Gewalt hat viele Erscheinungsformen. Woher wollen wir denn die Gewissheit nehmen, dass missbrauchte Frauen und Mädchen in der Mehrheit mehrheitlich nicht gewalttätig werden? Wer hat bzw. kann überhaupt prüfen, ob es weibliche Individuen tatsächlich häufiger sexualisiert misshandelt werden als männliche?
    Sicherlich gibt es entsprechende Rollenmuster, die Verhaltensmuster vorgeben. In vielen Kulturen sind die für Frauen und Männer deutlich unterschiedlich.

    Die Neigung zu Übergriffigkeiten und bestimmte psychosoziale Eigenschaften vom Geschlecht abhängig zu machen, ist eine überholte Sicht.

    Sie vernebelt die Sicht auf die eigentlichen Ursachen.

  2. sexuelle Gewalt und der Kampf dagegen ist an sich sowieso keine rein feministische Sache, sondern sollte ein allgemein gesellschaftliches Anliegen sein. Es sind nur leider meistens vorwiegend Feministinnen, die sich diesbezüglich einsetzen.

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    • clair11
    • 23. Dezember 2012 23:47 Uhr

    Genau das meine ich. In Indien protestieren aber auch Männer mit und nicht nur Feministinnen. In Deutschland protestieren Männer höchstens nur dann mit, wenn es um Kindesmissbrauch geht, aber nicht wenn es um die Vergewaltigung von Frauen geht. Da heißt es plötzlich, dass die Feministinnen das Thema Vergewaltigung als Geschlechtskampf missbrauchen, wo es eigentlich nicht so viele Vergewaltigungen gibt, und dass Frauen mit Falschbeschuldigungen das Leben der Männer zerstören.

    Wobei man auch in Deutschland mehr Leute mobilisieren kann, wenn es um "Todesstrafe fordern" geht, das ist dann aber eher ein Mob.

    • Flari
    • 23. Dezember 2012 23:34 Uhr
    21. [...]

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an der Moderation direkt an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "[...]"
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    • Flari
    • 23. Dezember 2012 23:53 Uhr

    Entfernt. Bitte nutzen Sie den öffentlichen Kommentarbereich ausschließlich, um sich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/jp

    • clair11
    • 24. Dezember 2012 0:05 Uhr

    Das Löschen wurde vermutlich vergessen, kommt ja vor. Obwohl ich den Betrag nicht unbedingt löschungswert fand, nur sehr vorurteilshaft.

    Außerdem war Indien lange Kolonie von England gewesen.

    • clair11
    • 23. Dezember 2012 23:42 Uhr

    Dasselbe gilt auch für Männer. Mehrheitlich wird aus Opfern keine Täter.

    Außerdem tragen entsprechende Frauen die Gewalt in anderen Formen weiter. Es gibt andere Formen von Gewalt als sexuelle Gewalt.

    Antwort auf "@13, Angelika Oetken"
    • clair11
    • 23. Dezember 2012 23:47 Uhr

    Genau das meine ich. In Indien protestieren aber auch Männer mit und nicht nur Feministinnen. In Deutschland protestieren Männer höchstens nur dann mit, wenn es um Kindesmissbrauch geht, aber nicht wenn es um die Vergewaltigung von Frauen geht. Da heißt es plötzlich, dass die Feministinnen das Thema Vergewaltigung als Geschlechtskampf missbrauchen, wo es eigentlich nicht so viele Vergewaltigungen gibt, und dass Frauen mit Falschbeschuldigungen das Leben der Männer zerstören.

    Wobei man auch in Deutschland mehr Leute mobilisieren kann, wenn es um "Todesstrafe fordern" geht, das ist dann aber eher ein Mob.

    Antwort auf "@14, clair11"
    • Flari
    • 23. Dezember 2012 23:53 Uhr
    24. [...]

    Entfernt. Bitte nutzen Sie den öffentlichen Kommentarbereich ausschließlich, um sich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/jp

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Behörde | Bus | Hauptstadt | Indien | Krankenhaus | Parlament
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