Auch in den Städten Bangalore , Kolkata und Mumbai gab es Kundgebungen. Berühmte indische Filmschauspieler schlossen sich den Demonstrationen an. Die Redner forderten, die Bewegung dürfe an diesem Tag nicht enden. "Ich hoffe, dass ein Wandel passiert in dieser Gesellschaft, die Frauen so gering schätzt", sagte eine Studentin.

Im Regierungsviertel von Neu Delhi und rund um das Wahrzeichen India Gate hatten die Behörden weitere Proteste untersagt. Spezialeinheiten der Polizei riegelten Straßen ab, zehn Metro-Stationen blieben geschlossen, um Kundgebungen vor dem Parlament und Präsidentenpalast zu verhindern. Dort waren die Proteste am vergangenen Wochenende eskaliert. Mehr als 100 Menschen waren dabei verletzt worden, ein Polizist starb.

Führende Politiker versprachen Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt. Premierminister Manmohan Singh rief dazu auf, die durch den Fall geweckten Emotionen für einen gesellschaftlichen Wandel zu nutzen. Über die getötete Studentin sagte er: "Sie mag ihren Kampf ums Überleben verloren haben, aber es liegt an uns, sicherzustellen, dass ihr Tod nicht umsonst war." Präsident Pranab Mukherjee sagte, die junge Frau sei stark und tapfer gewesen. "Sie ist eine wahre Heldin und symbolisiert die indische Jugend und Frauen auf das Beste."