TerrorverdachtFestnahme nach Bombenalarm in Bonn

Im Zusammenhang mit dem Bombenalarm am Hauptbahnhof hat es eine Festnahme gegeben. Die Polizei veröffentlichte ein Fahndungsbild. von 

Nach dem Bombenalarm auf dem Bonner Hauptbahnhof ist die Polizei mit ihren Ermittlungen ein Stück weiter: Polizisten hätten einen gebürtigen Somalier mit dem Namen Omar D. festgenommen, bestätigten Sicherheitskreise. Laut einem Bericht von Focus Online gilt der Mann seit Jahren als militanter Islamist der rheinischen Radikalenszene.

Zusammen mit dem in Mogadischu geborenen Deutschen Abdirazak B. wird Omar D. verdächtigt, am Montag eine Tasche mit sprengfähigem Material auf dem Bonner Hauptbahnhof deponiert zu haben. Einer der beiden Männer war nach Informationen von ZEIT ONLINE zuletzt "abgängig" – das heißt, dass die Behörden ihn aus dem Blickfeld verloren hatten. Ob es sich um den Festgenommenen handelt oder um den anderen Mann, ist noch unklar.

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Sicherheitskreise zählen Omar D. nach Informationen von ZEIT ONLINE zu den sogenannten Gefährdern. Das bedeutet, dass er zu jenem Kreis von insgesamt etwa 170 Personen aus dem islamistischen Umfeld zählt, denen die Polizei jederzeit die Planung oder Durchführung eines Anschlags zutraut. Allerdings bedeutet das nicht, dass diese Personen permanent observiert werden. Das wäre der Polizei wegen des Personalaufwandes gar nicht möglich.

 Laut Polizei ist bisher auch offen, ob der Gegenstand oder die Materialien in der auf dem Hauptbahnhof deponierten Tasche zündfähig gewesen sind. Nach Polizeiangaben war ein Metallbehälter mit weißem Pulver in der Tasche. Spiegel Online berichtete, in der Tasche seien Butangas und Ammoniumnitrat sowie ein Metallrohr, ein Wecker und Batterien gewesen.

Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild , das nach Angaben eines Schülers erstellt wurde. Der 14-Jährige hatte den Beamten geschildert, wie ein Mann die Tasche am Bahnhof abgestellt hatte.

Spezialisten der Polizei hatten das Fundstück auf dem Bahnhof am Montag mit einem Wasserstrahl zerstört. Seitdem untersuchen Sprengstoffexperten die einzelnen Teile.

Mehrere Medien berichteten, es habe eine zweite Festnahme gegeben. Bis zum frühen Abend bestätigte das keine Behörde.

Liebesbrief als Abschiedsschreiben

Omar D. und Abdirazak B. ist der Polizei bekannt: 2008 holten Beamte sie auf dem Flughafen Köln/Bonn aus einem Flugzeug , das nach Amsterdam starten wollte. Die Polizei vermutete damals,  die beiden Männer wollten sich über Uganda in ein Terrorlager absetzen. Zehn Tage später kamen sie wieder frei.

Nach Angaben von Spiegel Online bewerteten die Ermittler damals einen Liebesbrief von D. an eine Frau als Abschiedsschreiben. Sie seien davon ausgegangen, dass die Männer in den Heiligen Krieg ziehen wollten.

Von außen gesteuert oder Einzeltat?

Die wenigen bisher bekannten Details machen es schwierig, den Vorfall einzuordnen. Denn unklar ist auch, ob der Festgenommene in den vergangenen Monaten Kontakt zu Terrorverdächtigen im Ausland hatte oder selbst im Ausland war.

Daran aber hängt die Frage, ob es sich – wenn es denn überhaupt ein gescheiterter Terroranschlag war – um eine von außen gesteuerte Tat handelte oder um die Tat eines oder mehrerer auf eigene Faust agierender Radikaler.

2010 zählte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt Omar D. und seinen Mitstreiter in einem Lagebericht zu den Ultraradikalen der Bonner Szene. Sie rechneten sie einer gewaltbereiten Extremisten-Gruppe von 15 Somaliern zu, die sich Deutsche Schabab nannte.

Informationen via Twitter von Yassin Musharbash vom Investigativressort der Zeit hier

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Leserkommentare
  1. an der Situation es ist niemand verletzt oder getötet worden und es ist fast aufgeklärt - so oder so, eine gute Nachricht.

    Eine Leserempfehlung
  2. Sie wissen schon, dass wenn man die Hintermänner unterstützt, diese Leute indirekt mitunterstützt?!?
    Aber wie sagte Berthold Brecht so schön:
    Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die Moral ist..."
  3. 27. [..]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/ls

  4. Die Polizei stellt das Foto von der Tasche ins Internet.
    http://www.spiegel.de/pan...
    Will uns aber den Inhalt nicht zeigen, der ja angeblich so gefährlich gewesen ist.
    Die Polizei und die Medien halten uns tatsächlich für beschränkt.

    Eine Person, hier Islamist genannt, die einen Bombenanschlag vorhat, wirft die Tasche auf die Gleise, wo Sie jeder Fahrgast sehen kann und die Polizei alarmieren kann.
    Das macht doch absolut keinen Sinn.
    Und obwohl man den Inhalt der Tasche oder die genauen Hintergründe kennt, kommt gleicht der Artikel „Polizei startet Großfahndung nach Bombenlegern“
    http://www.spiegel.de/pan...
    Nicht einmal zur weihnachtlichen Zeit ist man vor unseriösen Journalismus sicher.
    Gott sei dank haben wir keinen Polizeistaat.
    Den solche gefakten Nachrichten wären dann an der Tagesordnung.

    6 Leserempfehlungen
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    Hm, eine knallblaue Tasche ist auch nicht besonders geeignet sich unauffällig in die Umgebung zu integrieren ;-).

    Spiegel nimmt Bezug auf Bild (welches ja bekanntlich für Qualitätsjournalismus steht) und stellt schon mal ohne zu wissen, was der Inhalt dieser Tasche ist fest, dass nun nach "Bomben"leger gefahndet wird.... in ein Paar Tagen wissen wir mehr..sollte nichts dahinter stecken wird die Sache unauffällig ad acta gelegt...irgendwo in den Köpfen bleibt sie aber dennoch hängen...

    Was hatte eigentlich Herr Friedrich bei seiner groß angelegten Razzia in der "Salafistenszene" erbeutet?
    Ist doch inzwischen auch schon einige Monate her...konnte Herr Friedrich der Bild"zeitung" keine Exklusivstory servieren?

    • OneWay1
    • 11. Dezember 2012 17:47 Uhr

    Anscheinend muß es erst Tote geben, bevor hier einige wie Sie die Gefahr erkennen.

    4 Leserempfehlungen
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    Die gibt’s täglich.
    In Syrien, Afghanistan, Ägypten.
    Es sind aber nicht unsere Toten.
    Also ist die Welt noch in Ordnung.
    Bei uns wird ein aufgeputschter Zeitungsartikel schon als die größte Bedrohung aufgefasst.
    Hauptsche wir können uns aufregen und laut schreien „Wir sind bedroht“.

  5. 30. Ja ja,

    zuerst radikalisieren und dann radikale Methoden fordern. So kennen wir die rechte Szene und unseren "Hummanist".

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mehr Härte"
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    Wer radikalisiert hier wen?
    Wenn die radikalen Salafisten oder NSU-Banden ihre Misanthropie freien Lauf lassen, und mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ein Problem haben, denn ist das Gefängnis nunmal die einzige Alternative um die Gesellschaft zu schützen. Denn der jetzige Kurs (Ein Totschlag - Rüge, zweiter Totschlag - Geldbuße, dritter Totschlag - Bewährung, vierter Totschlag - Alle fragen sich wie es soweit kommen konnte), ist mehr als gefährlich.

    Was das mit rechter Szene zu tun hat, wenn man für ein kriminelles Vergehen eine Haftstrafe fordert, bleibt mir dennoch schleierhaft, denn zwischen "Mehr Härte" und "Radikale Methoden" liegen Welten.

  6. Die gibt’s täglich.
    In Syrien, Afghanistan, Ägypten.
    Es sind aber nicht unsere Toten.
    Also ist die Welt noch in Ordnung.
    Bei uns wird ein aufgeputschter Zeitungsartikel schon als die größte Bedrohung aufgefasst.
    Hauptsche wir können uns aufregen und laut schreien „Wir sind bedroht“.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ablenkung"
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    denn in diesem pisageschädigten Land ist es einfach unmöglich der Bevölkerung zu erklären das es praktisch jeden Tag zur erfolgreichen Umsetzung einer USBV kommen kann, es hängt allein an den Fähigkeiten der Täter!

    Davor schützt "uns" leider garnichts!

    MfG KM

  7. denn in diesem pisageschädigten Land ist es einfach unmöglich der Bevölkerung zu erklären das es praktisch jeden Tag zur erfolgreichen Umsetzung einer USBV kommen kann, es hängt allein an den Fähigkeiten der Täter!

    Davor schützt "uns" leider garnichts!

    MfG KM

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der erste Tote"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tst
  • Schlagworte Bonn | Bahnhof | Focus | Information | Polizei | Spiegel
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