VideoüberwachungBitte mehr Kameras!
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Die verwackelten Schwarz-Weiß-Bilder beeinflussen das Angstempfinden

Die verwackelten, körnigen Schwarz-Weiß-Bilder der Prügelexzesse graben sich gleichwohl in unser kollektives Gedächtnis ein. Ob Kameras zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl beitragen, müsse angesichts dieser Bilder bezweifelt werden, schrieb der Soziologe Nils Zurawski in einem Beitrag für ZEIT ONLINE . "Sie werden zu einer Ikone, Gewalt gerät zum Spektakel."


Diese Bilder haben offensichtlich auch mein Angstempfinden beeinflusst. Doch die Taten, vor denen wir am meisten Angst haben, werden von Kameras gerade nicht verhindert: einen Selbstmordattentäter wird keine Überwachung abhalten, ebenso wenig den Täter, der unter starkem Alkohol- oder Drogeneinfluss steht.

Wir versuchen, der Gewalt mithilfe von technischen Kontrollmechanismen entgegenzutreten. Aber bedeutet das Aufrüsten unseres Lebensraums mit Kameras nicht gerade eine Kapitulation vor der Gewalt, wenn wir dafür unsere Zivilcourage aufgeben?

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Leserkommentare
  1. Alles wird abgeschottet, jeder überwacht....George Orwell here we come

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    …damit die nachwachsenden Schläger immer offizielle Marken haben, welches aktuelle Gewaltlevel es zu erreichen und zu übertrumpfen gilt.

    • ribera
    • 22. Dezember 2012 2:19 Uhr

    Das Bewegungsprofil über Handy nachvollziehbar.
    Das Kaufverhalten über Kreditkarte.
    Der Wunschzettel bei Amazon.
    Jeder Pforz bei Facebook gepostet.
    Im parkhaus Kfz-Kennzeichen gescannt.
    Alles kein Problem.
    Aber wenn es darum geht, das Entdeckungsrisiko und die Aufklärungsrate zu verbessern, dann ist man gegen Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten.
    Das grenzt schon fast an Komplizenschaft.

    In "1984" war die Überwachung nämlich für jeden Bürger direkt sichtbar, in der Realität heute ist sie das nicht.

    Orwell wäre vermutlich nicht im Traum darauf gekommen, dass keine 20 Jahre nach 1984 fast alle Bürger eines Staates so dumm sind sich Geräte von ihrem eigenen Geld zu kaufen, die sie lückenlos überwach- und abhörbar machen.

    Ich selber habe Ende des letzten Jahrtausends mein letztes Handy verkauft, nachdem ich bei einem Mobilfunkprovider im Netzausbau gearbeitet hatte und dabei unter anderem Handys lokalisiert und spasseshalber mit Kollegen von Ferne heimlich das Handy-Mikrofon anderer Kollegen aktiviert habe, so dass man von Ferne quasi aus deren Hosentasche die Umgebung um sie herum belauschen konnte. Das ging damals schon problemlos.

    Heute hat man auf "SmartPhones" ungleich mehr Möglichkeiten: Genaue Position für Bewegungsprofile durch GPS auch ausserhalb der Städte, mit Software wie Carrier IQ kann man bis zum einzelnen Tastendruck alles was mit einem Handy passiert protokollieren und darauf befindliche Daten des Nutzers auf den eigenen Server kopieren um mit Data-Mining-Tools die Daten von Millionen Nutzern viel schneller durchforsten zu können, Gespräche/SMS/MMS mitschneiden konnte man von Providerseite ohnehin immer schon usw.

    Den Überwachungsstaat haben wir längst und schlimmer noch: Bei uns überwachen inzwischen Konzerne wie Mobilfunk- und Internet-Provider die Bürger viel unauffälliger und beständiger als der Staat selbst.

  2. haben schon seit Jahren massive Videoüberwachung. Und hat es was gebracht?

    Nein: http://www.theregister.co...

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    • Uerige
    • 21. Dezember 2012 16:35 Uhr

    Fälle von Gewalt konnten festgehalten und die Täter ermittelt werden!

    http://www.dailymail.co.u...

    Natürlich ersetzen Kameras keine Polizisten, sind aber ein Mittel zur naträglichen Aufklärung.

    Erschreckend ist eher wie mit so einer Umfrage unter ein paar tausend Personen diskutiert wird.

    ... es scheint, als gaebe es nur bei uns cctv und alle deutschen (sic!) wissen genau, dass es selbstverstaendlich 'nicht' funktioniert*1...

    schon mal in stockholm oder tokyo gewesen???

    der ewige verweis auf 'die koennen ja auch keine straftaten verhindern'*2 wirkt langsam laehmend -> schon mal was von 'ermittlung' vernommen???

    cheers

    *1 der erhobene zeigefinger des besserwisscherischen deutschen kam im ausland noch nie gut an!

    *2 mit derselben logik kann ich das komplette stgb abschaffen, oder entfaltet auch nur eine der darin enthaltenen 'strafandrohungen' sein praeventives potential?

    • Kosubek
    • 21. Dezember 2012 16:32 Uhr

    So stelle ich mir das Paradies vor. Jeder Winkel überwacht von Kameras. Mikrofone dürfen auch nicht fehlen, damit man auch jedes gesprochene Wort aufzeichnen und auswerten kann.

  3. Ich habe auf diese Angstrhetorik echt keinen Bock mehr.
    Wir leben sicherer als jemals zuvor, aber bestimmte Medien und Innenpolitiker tun permanent so, als wenn das Gegenteil der Fall wäre.
    Ich für meinen Fall werde Weihnachten in Bonn am Hauptbahnhof stehen, ob die Kamaras dort eingeschaltet sind oder nicht: Der Mensch ist dem Mensch sein Bombenleger, also: So What!?

  4. kameras sind keineswegs für die sicherheit. sie entsprechen unserem bedürfnis nach gesehen werden. und sei es von herrn und frau niemand.

    nur ist das eine ganz andere diskussion.

    • Uerige
    • 21. Dezember 2012 16:35 Uhr
    6. Ja....

    Fälle von Gewalt konnten festgehalten und die Täter ermittelt werden!

    http://www.dailymail.co.u...

    Natürlich ersetzen Kameras keine Polizisten, sind aber ein Mittel zur naträglichen Aufklärung.

    Erschreckend ist eher wie mit so einer Umfrage unter ein paar tausend Personen diskutiert wird.

    Antwort auf "Die Briten"
  5. Ich bin auch kein Freund von zu viel Überwachung. ich stimme der Autorin auch zu, dass die Verhinderung von Straftaten durch Kameras kaum bis gar nicht vorhanden ist. Es klingt in dem Artikel aber etwas danach, als sei die bloße Hilfe bei der Aufklärung von Straftaten nicht viel wert. Das sehe ich anders. Es ist sehr wertvoll für das Gerechtigkeitsempfinden, wenn Verbrecher gefasst werden können. Kameras sind dabei behilflich. Die Autorin schätzt diesen Aspekt m. E. etwas zu gering.

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    Denn es muss keine Gewalt geben und wenn wir nicht nähert zusammenrücken um diese zu verhindern sollten wir uns weder zivilisiert noch human nennen. Als dürfe ein Raucher weiterrauchen und darauf besten keinen Lungenkrebs zu bekommen.

    Geht leider garnicht.

  6. Ich kann bei diesem Titel hier nur auf den Kommentar verweisen:
    http://www.zeit.de/gesell...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Datensicherheit | Anschlag | Aufklärung | Gedächtnis | Gewalt | Radio
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