Die verwackelten, körnigen Schwarz-Weiß-Bilder der Prügelexzesse graben sich gleichwohl in unser kollektives Gedächtnis ein. Ob Kameras zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl beitragen, müsse angesichts dieser Bilder bezweifelt werden, schrieb der Soziologe Nils Zurawski in einem Beitrag für ZEIT ONLINE . "Sie werden zu einer Ikone, Gewalt gerät zum Spektakel."


Diese Bilder haben offensichtlich auch mein Angstempfinden beeinflusst. Doch die Taten, vor denen wir am meisten Angst haben, werden von Kameras gerade nicht verhindert: einen Selbstmordattentäter wird keine Überwachung abhalten, ebenso wenig den Täter, der unter starkem Alkohol- oder Drogeneinfluss steht.

Wir versuchen, der Gewalt mithilfe von technischen Kontrollmechanismen entgegenzutreten. Aber bedeutet das Aufrüsten unseres Lebensraums mit Kameras nicht gerade eine Kapitulation vor der Gewalt, wenn wir dafür unsere Zivilcourage aufgeben?