Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Dietrich Fischer-Dieskau

Dietrich Fischer-Dieskau

Dietrich Fischer-Dieskau war der Lied-Interpret des 20. Jahrhunderts. Der 1925 in Berlin geborene Bariton machte Schubert, Brahms und Mahler, Poulenc, Debussy und Grieg, sogar Henze und Rihm mit mehr als 400 Aufnahmen einem großen Publikum zugänglich und prägte als Hochschullehrer Sänger wie Thomas Quasthoff und Christian Gerharer. Weil er sich schon als Zwanzigjähriger mit schlanker Stimme an anspruchsvollste Literatur wagte, prophezeiten ihm manche eine kurze Karriere, doch Fischer-Dieskau gab bis Silvester 1992 Konzerte. Immer wieder fand er neue Herausforderungen wie die von Aribert Reimann ihm auf den Leib komponierte Oper König Lear. Viermal verheiratet (darunter mit dem Kinostar Ruth Leuwerik und der Opernsängerin Júlia Várady), starb "FiDi" am 18. Mai 2012 kurz vor seinem 87. Geburtstag in Berg in Oberbayern.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.